Sayn

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sayn (Begriffsklärung) aufgeführt.

Koordinaten: 50° 26′ 18″ N, 7° 34′ 37″ O

Sayn
Verbandsfreie Stadt Bendorf
Höhe: 76 m ü. NHN
Einwohner: 4671 (2010)
Eingemeindung: 1. Oktober 1928
Postleitzahl: 56170
Vorwahl: 02622
Sayn (Rheinland-Pfalz)
Sayn

Lage von Sayn in Rheinland-Pfalz

Sayn am Rand des Westerwalds

Sayn am Rand des Westerwalds

Sayn war bis 1928 eine eigenständige Gemeinde und ist seither ein Stadtteil der verbandsfreien Stadt Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sayn liegt an den Ausläufern des Westerwaldes, zwischen Koblenz und Neuwied, etwa zwölf Kilometer nördlich von Koblenz am Rand des Neuwieder Beckens. Der Ort wird von zwei Bächen durchzogen: Sayn und Brex. Der Brexbach vereinigt sich im Schlosspark mit dem Saynbach; dieser mündet bei Bendorf in den Rhein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine und Schloss Sayn um 1830

Sayns Geschichte ist eng mit den Grafen von Sayn, den Vorfahren des heutigen Fürstenhauses zu Sayn-Wittgenstein, verbunden. Ausgrabungen auf dem Burgberg ergaben, dass der Ort bereits in der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.) besiedelt war.

Wappen der Grafen von Sayn

Die Grafen von Sayn mit den Brüdern Heinrich I. und Eberhard I. werden 1139 erstmals urkundlich erwähnt. Wenig später soll die durch Heirat erworbene Grafschaft Bonn Grund für heftige Auseinandersetzungen mit dem Erzbischof von Köln Arnold von Wied gewesen sein. Ihre alte Burg wurde dabei, zumindest teilweise, zerstört und 1152 zum Schutz vor zukünftigen Angriffen dem Erzbischof von Trier zum Lehen aufgetragen. Unmittelbar danach begann der Bau einer neuen Burg. Von Sayn aus wurde im 13. Jahrhundert unter Graf Heinrich III., dem Großen von Sayn, und seiner Gemahlin Mechthild von Landsberg eine Grafschaft regiert, die mit ihren Besitzungen von der mittleren Mosel bis über den Westerwald und von der Lahn bis hinauf in den Bonn-Kölner Raum reichte. Als Heinrich III. im Jahr 1247 kinderlos starb, fiel die Grafschaft an den Sohn seiner Schwester, den Grafen Johann von Sponheim, dessen Nachfahren sich wiederum Grafen von Sayn nannten. Eine zunächst in der Vallendarer Marienburg lebende jüngere Linie regierte seit 1345 die durch Heirat erworbene Grafschaft Wittgenstein mit Residenzen in Berleburg und Laasphe.

Im Jahr 1606 starb mit Heinrich IV. die in Sayn regierende ältere Linie im Mannesstamm aus. Die Burg in Sayn wurde daraufhin von Kurtrier als erledigtes Manneslehen gegen den Protest der erbberechtigten Sayn-Wittgensteinschen Verwandten eingezogen.

Im Jahr 1632, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde die Burg Sayn von den Schweden zerstört. Wenn auch ihres Stammsitzes beraubt, blieb die Grafschaft Sayn mit ihrem Westerwälder Territorium und den Städten Hachenburg, Altenkirchen und Bendorf bis Ende des 18. Jahrhunderts erhalten.

Sehenswürdigkeiten und Kultur / Kulturpark Sayn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Sayn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Sayn, vorne links Schlossturm mit barocker Haube,

Die Burg Sayn wurde im 12. Jahrhundert durch die Grafen von Sayn (comites de Seyne) auf dem Bergsporn des Kehrberges erbaut. Am westlichen Abhang unterhalb der Burg Sayn entstanden die Häuser der Burgmannen und Ministerialen, Burghaus "von Reiffenberg" (15. Jahrhundert) und Burghaus "von Stein" (14. Jahrhundert). Ein weiterer Burgmannensitz "von Wentz" befand sich an der Stelle des heutigen Schlosses. Alle Burghäuser, sowie der alte Ort Sayn, südlich der Burg, waren umfasst von einer massiven Mauer und durch Burg- und Stadttore geschützt. Nach dem Tode Graf Heinrichs IV. im Jahr 1606 wurde die Burganlage vom Erzstift Trier als erledigtes Lehen gewaltsam eingenommen. Im Dreißigjährigen Krieg erlitten Burg und Ort durch die schwedischen Truppen große Verwüstungen. Der Reichsdeputationshauptschluss brachte die Ruinen 1803 in den Besitz des nassauischen Fürstenhauses und 1815 wurden sie Preußen zugeschlagen. Durch Schenkung des preußischen Königs an den aus Russland zurückgekehrten Fürsten Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg gelangte die Burganlage wieder in den Besitz einer Seitenlinie des alten saynischen Adels. Die Ruinen wurden in den 1980er Jahren durch den heutigen Besitzer, Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, gesichert und teilrenoviert. Bemerkenswert sind die bei den Renovierungsarbeiten entdeckten Grundmauern einer Burgkapelle in Form einer Doppelkirche mit drei Apsiden.

Schloss Sayn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Sayn

Das am Fuße des Burgberges gelegene Schloss Sayn hat seinen Ursprung im 14. Jahrhundert als Burgmannenhaus. Nach 1753 wurde es vom damaligen Besitzer zum barocken Herrenhaus umgestaltet. Ebenso erhielt der Torturm eine barocke Dachhaube. Als Fürst Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg mit seiner russischen Frau Leonilla 1848 aus Russland wieder in die alte Heimat der Familie zurückkehrte, kaufte er Teile des Besitzes seiner Vorfahren mitsamt dem barocken Herrenhaus und ließ es von François Joseph Girard zu einem Schloss im Stil der Neugotik umgestalten. 1945 wurde es durch Sprengung der Brexbachbrücke erheblich beschädigt und verfiel. Als "Baudenkmal von nationaler Bedeutung" konnte das Schloss in den Jahren 1995-2000 mit Zuschüssen des Landes Rheinland-Pfalz von seinem Besitzer renoviert und revitalisiert werden. Im Kernbereich des Gebäudes befinden sich die Fürstlichen Salons und das Fürstinnenzimmer mit Bildern und Zeugnissen der Familiengeschichte derer zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Sonderausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Feiern finden in diesen, wie auch in weiteren historischen Räumen statt. Im westlichen- oder Parkflügel des Schlosses ist ein Restaurationsbetrieb untergebracht. Außerdem befindet sich im Schloss das Rheinische Eisenkunstgussmuseum.

Schlosskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fürstliche Schlosskapelle auf Schloss Sayn

An der Ostseite des Schlosses ließen Fürst Ludwig und Fürstin Leonilla zu Sayn-Wittgenstein-Sayn vom Koblenzer Architekten Hermann Nebel die Schlosskapelle erbauen. Diese sollte als Hauskapelle und als Aufbewahrungsort der einige Jahre zuvor von Graf Boos-Waldeck geschenkten Armreliquie der hl. Elisabeth von Thüringen dienen. Zur Aufbewahrung dieses kostbaren mittelalterlichen Reliquiars, ein zum Segen erhobener Arm, wurde eigens der Goldene Altar in einer Pariser Werkstatt angefertigt. Unter dieser im gotischen Stil erbauten Kapelle befindet sich die Grabkapelle der fürstlichen Familie. Neben der im Alter von 102 Jahren verstorbenen Fürstin Leonilla hat auch der Vater des heutigen Fürsten, Fürst Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, hier seine letzte Ruhestatt gefunden. Auch wenn die Kapelle zum Museumsbereich des Schlosses gehört, finden dort regelmäßig Gottesdienste der katholischen Pfarrgemeinde Sayn statt.

Schlosspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem Umbau des Schlosses ließ Fürst Ludwig vom damals bekannten Gartenbaukünstler Heinrich Siesmayer einen 7 ha großen Park im englischen Stil anlegen. Mit einbezogen wurde eine kleinere, barocke Parkanlage, von welcher noch heute einzelne Bäume Zeugnis geben. Durchflossen vom Brexbach, wird der Park an der Nordseite durch den Saynbach begrenzt. Die Fontäne im Schlossweiher wurde ursprünglich durch ein Reservoir am Burgberg gespeist. Zur Ausgestaltung der Anlage gehört eine künstliche Grotte, eine Marienkapelle und ein 3-flügeliger Pavillon (heute Ruine), sowie vierzehn in Gusseisen gearbeitete Kreuzwegstationen. Seit 1987 befindet sich im Schlosspark auch der „Garten der Schmetterlinge“.

Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem von Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn initiierten und im Schlosspark geschaffenen Garten der Schmetterlinge Schloss Sayn sind inmitten einer tropischen Pflanzenwelt hunderte von exotischen Faltern aus nächster Nähe zu betrachten. Zwischen Orchideen, Bananenstauden, Wasserfällen und kleinen Teichen leben Schmetterlinge aus Amerika, Afrika und Asien. Hier findet man den bis zu 30 cm großen Atlas-Spinner aus China, der fast bewegungslos im Tagschlaf verharrt, den blauen Morphofalter aus Brasilien oder auch chinesische Zwergwachteln mit ihren hummelgroßen Küken, sowie tropische Finken und Leguane. Im Pavillon des Schmetterlingshauses finden wechselnde Sonderausstellungen statt. An vielen Hausfassaden im Ort sind große Bilder mit Schmetterlingsmotiven gemalt, die von nationalen und internationalen Künstlern und Studenten geschaffen wurden.

Rheinisches Eisenkunstgussmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In mehreren Räumen des Schlosses Sayn ist das Rheinische Eisenkunstguss-Museum untergebracht. Der heimische Eisenerzabbau, die Verhüttung und die Verarbeitung werden hier in Bildern und mit Exponaten dargestellt. Schwerpunkt der Sammlung bilden Eisenguss- und Eisenkunstgusserzeugnisse aus der nahegelegenen Sayner Hütte. Aus Gusseisen gefertigte Gebrauchsgegenstände wie Öfen, Möbel, Kochgeschirr, Gitterwerk, aber auch filigran gegossene Schmuckstücke, wie Hals- und Armschmuck, Tabakdosen, Kerzenleuchter bis hin zu einer aus Gusseisen gefertigten Stubenfliege in Originalgröße zeigen die Kunstfertigkeit der Form- und Gießtechnik des 18. und 19. Jahrhunderts. Bilder und Exponate der Mühlhofener Hütte am Rhein und der Concordiahütte stellen den industriellen Fortschritt bis zum Ende der Eisen- und Stahlverarbeitung am Mittelrhein im 20. Jahrhundert dar. Ein besonderes Thema ist auch die Dokumentation der kargen Lebenswelt der Hüttenarbeiter und ihrer Familien zur Zeit der Frühindustriealisierung. Sonderausstellungen und Museumstheater ergänzen und vervollständigen die Dauerausstellung.

Sayner Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gießhalle der Sayner Hütte

Im Jahre 1769 ließ der trierische Kurfürst Clemens Wenzeslaus die erste Eisenhütte in Sayn erbauen. Ergiebige Eisenerzvorkommen, viel Wald und das nutzbare Wasser des Saynbachs boten günstige Voraussetzungen für die Eisenverhüttung. Bereits 1815 ging die Hütte in den Besitz Preußens über; die nahen Rheinfestungen sollten mit Kanonen und Waffen ausgestattet werden. Der Bau einer neuen Gießhalle erfolgte in den Jahren 1828-1830 durch Carl Ludwig Althans. Das dreischiffige Gebäude entstand in filigraner Eisengussstruktur - „...eine Hütte, die sich selbst gegossen hat“. Im Inneren wird die Konstruktion durch gegossene Hohlsäulen mit dorischen Kapitellen getragen. In der Apsis des Langhauses befindet sich der heute wieder teilweise rekonstruierte Hochofen. Gleichzeitig mit diesem Bau begann Althans mit der Herstellung von Eisenkunstguss für Gebrauchsgegenstände, Grabkreuze, Brunnen bis hin zu feingliedrigem Schmuck. Im Rheinischen Eisenkunstgussmuseum werden diverse Exponate und Musterbücher gezeigt. 1865 kaufte die Firma Krupp, Essen, das Hüttenwerk und stellte bereits wenig später den Hochofenbetrieb ein. Für die Eisenbearbeitung wurde eine weitere Halle gebaut - die Krupp'sche Halle. Wegen der ungünstigen Lage zu den entstandenen Industriezentren wurde der Betrieb der Eisenhütte 1926 komplett eingestellt. Die alte Gießhalle gilt als geschütztes Industriedenkmal von europäischer Bedeutung und ist heute im Besitz der Stadt Bendorf.

Abtei Sayn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abteikirche

Die Abtei Sayn ist ein ehemaliges Prämonstratenserkloster, das von Graf Heinrich II. von Sayn und seinen Brüdern im Jahre 1200 gestiftet wurde.[1] Die Weihe der Abtei fand im Mai 1202 statt.[2] Im Rahmen der Säkularisation erfolgte 1803 die Aufhebung des Konvents und die Enteignung der Klostergüter.[3] Seitdem dient die Abteikirche der katholischen Pfarrgemeinde Sayn als Pfarrkirche. Von den ehemaligen Konvents- und Wirtschaftsgebäuden ist der Westflügel und die 1718 erbaute Prälatur erhalten. Aus der Gründungszeit (um 1250) stammen neben dem Kirchengebäude der romanische Westflügel des Kreuzgangs, die Außenmalereien an der Kirchennordwand sowie Taufbecken (im Eingangsbereich der Kirche) und der Brunnen im Brunnenhaus des Kreuzganges. Im Altar wird eine Armreliquie des Apostels Simon (Zelotes) aufbewahrt. Der Reliquienschrein stammt ebenfalls aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und gilt als eine der bedeutendsten Goldschmiedearbeiten religiöser Kunst des Hochmittelalters. Die zweimanualige Orgel mit barockem Orgelprospekt wurde im Jahre 1778 durch die Orgelbauwerkstatt der Gebrüder Stumm aus Sulzbach im Hunsrück gefertigt.

Römerturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limesturm bei Sayn (Rekonstruktion)

Durch die Gemarkung Bendorf und Sayn verlief vor ca 1900 Jahren der Obergermanisch-Raetische Limes. Wachtürme dienten zum Schutz dieser römischen Grenze. Die Rekonstruktion eines solchen Wachturms und des Palisadenzaunes steht in Sichtweite des Ortes Sayn am Hang des Pulverberges. Am Römerturm entlang verläuft der Fernwanderweg Rheinsteig.

Heins Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heins Mühle

Südlich gegenüber der Burg Sayn im Brextal beim Ort Sayn (aber außerhalb der alten Burg- und Stadtmauer) gelegen, befindet sich die wasserbetriebene "Heins Mühle". Zwischen 1550 und 1600 durch Freiherr von Wentz (Burgmannenfamilie) als Ölmühle erbaut, erlebte sie eine wechselvolle Geschichte. Mehrere Jahre als Tabaksmühle genutzt, wurde sie 1816 zur Kornmühle umgebaut und erhielt nach mehreren Besitzerwechseln nach dem Jahr 1898 durch Paul Hein ihr heutiges Aussehen. Bis 1960 wurde die Mühle als Kornmühle durch den Bäckermeister Geisbüsch betrieben. Durch den Kauf der denkmalgeschützten Mühle durch die Stadt Bendorf konnte sie vor dem Verfall gerettet werden und dient seit 1988 als Mühlenmuseum.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kletterwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Klosterwald hinter der Abtei Sayn im Brexbachtal wurde der Kletterwald Sayn eingerichtet, ein in einen lebenden Baumbestand integrierter Hochseilgarten. Er bietet individuelle Parcours aus Seilen und Hindernissen. Das Waldstück der Anlage gehört zu einem der höchsten Mischwälder Deutschlands.

Freibad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1927 wurde beschlossen, in Sayn ein Freibad zu errichten. Durch Spenden konnte das Schwimmbad gebaut und am 29. Juni 1931 feierlich eingeweiht werden. Schon in den ersten Jahren erfreute es sich großer Popularität, in Rekordzeiten - wie z.B. 1992 - zählte das Schwimmbad ca. 58.000 Besucher.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ortsteil Sayn führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser führt über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau. Große Wanderwege in Sayn sind der Saynsteig und der Fernwanderweg Rheinsteig (beides sog. Traumpfade). Einmal im Jahr findet der Raderlebnistag „Jedem Sayn Tal“ statt. Dafür wird an einem Tag das Sayntal von Sayn bis Selters gesperrt.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sayn verfügt über ein reges Vereinsleben:

  • Karnevalsgesellschaft KG 1937 Sayn e.V.
  • Werbegemeinschaft "Aktiv Sayn" e.V.
  • Förderverein Löschzug Sayn e.V.
  • Männergesangverein MGV 1862 Sayn e.V.
  • Frauenchor Sayn
  • Sayner Möhnen "Ewig Jung" e.V.
  • Turnverein TV-1876 Sayn e.V.
  • Schützengesellschaft Sayn e.V.
  • Musikverein Sayn e.V.
  • Sportverein SV Blau-Weiß 1911 Sayn e.V.
  • Verschönerungsverein Sayn e.V.
  • Förderkreis Abtei Sayn e.V.
  • Förderverein Abtei-Frischlinge e.V.
  • Freundeskreis Sayner Hütte e.V.

Der Zusammenschluss dieser Vereine bildet den Ortsvereinsring Sayn.

Gemeinnützigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mal im Jahr findet in Sayn der Benefizlauf, veranstaltet von jungen Familien in der Pfarrgemeinde Sayn, statt.[4] Die Erlöse der gelaufenen Runden kommen gemeinnützigen Projekten rund um Bendorf zugute. Außerdem wurde die Fahrradwerkstatt „Bicycle“ ins Leben gerufen. Diese sorgt dafür, dass Fahrräder repariert werden, um sie dann kostenfrei Bendorfer Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.[5] Auch die Wunsch-Baum-Aktion die kurz vor Weihnachten vielen Bendorfer Kindern die Weihnachtswünsche erfüllt wird von vielen ansässigen Firmen, Spendern und Vereinen unterstützt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist größtenteils katholisch geprägt. Die katholische Pfarrkirche des Ortes ist die Abteikirche. Die zweite Kirche war bis zu ihrem Brand 1999, die Filialkirche St. Elisabeth. St. Elisabeth stand sowohl der katholischen als auch der evangelischen Gemeinde zur Verfügung. Heute ist die evangelische Kirche für alle Stadtteile in Bendorf. Für die muslimischen Mitbürger befinden sich Moscheen in Bendorf und in Mülhofen

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karneval als Sitzungs- und Straßenkarneval, - Kirchweihfest / Kirmes (Sääner Kermes) 4 Wochen nach Ostern, - Schützenfest, im August, - Pius- oder Pfarrfest, - Burgen- und Parkfest,

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sayn besitzt wie alle anderen Stadtteile von Bendorf einen eigenen (Karnevals-)Schlachtruf, der „SäBaLä“ (Sääner Bawesläwer-Sayner Barfußläufer) lautet. „Sääner Bawesläwer“ heißt auch die Heimatzeitung des Ortes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 19. Jahrhundert ist Sayn Ziel touristischer Aktivitäten und wurde seit dem 18. Jahrhundert besonders durch die Sayner Hütte mit ihrer Gießhalle industriell geprägt.

Tourismus und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die touristischen Höhepunkte wie das Schloss, die Burg oder die Abtei ziehen jährlich Tausende von Touristen an.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Sayn ist an großen Verkehrsadern der Region gelegen. Bendorf verfügt über Anschlüsse an die Bundesautobahn A48 und die Bundesstraßen B42 und B413 verlaufen durch die Stadt. ÖPNV: Buslinien nach Koblenz, Neuwied und Montabaur.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von 1817 bezieht sich auf das Ortsverzeichnis des Amtsblattes der Königlichen Regierung von Koblenz; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.

  • 1817 –0 619
  • 1885 – 2735
  • 1895 – 2948
  • 1933 – 2564
  • 1936 – 2435
  • 2010 – 4671

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens Friedhoff: Hachenburg, Blankenberg und Sayn. Burgen, Städte und Talsiedlungen als Herrschaftsmittelpunkte der Grafen von Sayn, in: Nassauische Annalen, Bd. 125 (2014), S. 67–106.
  • Martina Junghans: Die Armreliquiare in Deutschland vom 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, Dissertation Bonn 2002, Kat.-Nr. 31.
  • Sayner Hütte. Architektur, Eisenguss, Arbeit und Leben. Beiträge von Paul-Georg Custodis, Barbara Friedhofen, Dietrich Schabow. Herausgeber: Förderkreis Abtei Sayn, Koblenz, Görres Verlag, 2002, ISBN 3-935690-12-6
  • SaynerZeit 1941–1961, 140 Fotos und Text nach Erzählungen von Fürstin Marianne zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Kulturverlag Polzer, Salzburg, 2006, ISBN 3-9501388-1-1
  • Schloss und Burg Sayn, Heiderose Engelhardt, DKV-Kunstführer Nr.637, Deutscher Kunstverlag, 2006, 32 Seiten, ISBN 3-422-02031-4, (auf Wunsch signiert). Englische Ausgabe (English Edition): Sayn Palace and Castle, ISBN 3-422-02032-2
  • Das Fürstliche Haus Sayn-Wittgenstein-Sayn, Ludwig Tavernier, Die Sayner Fürsten von Feldmarschall Peter bis in die heutigen Tage, Börde Verlag, 2002, 36 Seiten, ISBN 3-9807740-3-1, (auf Wunsch signiert)
  • Abtei Sayn, Franz Hermann Kemp/Dietrich Schabow, Zur 800-jährigen Geschichte der ehem. Prämonstratenser Abtei, Görres Verlag, 2002, 244 Seiten, reich bebildert, ISBN 3-935690-03-7
  • Die Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn aus dem Hause Sponheim, Die Geschichte des Sayner Fürstenhauses, ergänzt mit einer Sammlung genealogischer Daten und Stammbäume, Hrsg. Freundeskreis Sponheim e.V., 2003
  • Gräfin Mechthild von Sayn, Thomas Bohn, Eine Studie zur rheinischen Geschichte und Kultur, Böhlau Verlag, 2002, 772 Seiten, ISBN 3-412-10901-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim J. Halbekann: Die älteren Grafen von Sayn. 1997, Kap.B.III.2.
  2. Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Band 2: Heinrich Beyer, Leopold Eltester, Adam Goerz: Vom Jahre 1169 bis 1212. Hölscher, Koblenz 1865, S. 237 f., Nr. 201.
  3. Landeshauptarchiv Koblenz 334, 355, S. 76.
  4. Rund 600 Läufer kommen zum Sayner Benefizlauf in fürstlichen Schlosspark nach Bendorf-Sayn. In: Rhein-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, 12. September 2013, abgerufen am 28. Juli 2016.
  5. Bendorf macht Menschen mobil. In: Blick aktuell. Krupp Verlags GmbH, 21. März 2016, abgerufen am 28. Juli 2016.