Dinkelberg

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Dinkelberg
Dinkelberg zwischen Wiesental im Nordwesten und Norden,Wehratal im Osten und Rheintal im Süden und Südwesten

Dinkelberg zwischen Wiesental im Nordwesten und Norden,
Wehratal im Osten und Rheintal im Süden und Südwesten

Höchster Gipfel Hohe Flum (536,2 m ü. NHN)
Lage Landkreise Lörrach und Waldshut; Baden-Württemberg (Deutschland) sowie Kanton Basel-Stadt (Schweiz)
Koordinaten 47° 38′ N, 7° 49′ O47.6266666666677.8111111111111536.2Koordinaten: 47° 38′ N, 7° 49′ O
Gestein Keuper und Muschelkalk
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Dinkelberg (Baden-Württemberg)
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Trichterdoline Moosloch bei Nordschwaben

Der Dinkelberg ist ein bis 536,2 m ü. NHN[1] hoher, zirka 145 km²[2] großer, in Teilbereichen bewaldeter Gebirgszug im Hochrheingebiet in den Landkreisen Lörrach und Waldshut in Baden-Württemberg (Deutschland) und im Kanton Basel-Stadt (Schweiz). Er liegt am südwestlichen Rand des Südschwarzwalds, von dem er sich jedoch geologisch unterscheidet.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Dinkelberg liegt größtenteils im Landkreis Lörrach, sein östlicher Teil im Bereich des Wehratals gehört zum Landkreis Waldshut (beides in Deutschland) und ein kleiner Teil im Westen zählt zum Kanton Basel-Stadt (Schweiz). Er wird im Süden durch das Tal des Hochrheins, im Norden und Westen durch das Wiesental und im Osten durch das Wehratal begrenzt. Er liegt zwischen den größeren Ortschaften Schopfheim im Norden, Wehr im Osten, Rheinfelden im Süden und Lörrach mit dem Homburger Wald im Westen. Sein höchster Berg ist die Hohe Flum (536,2 m), welcher einen offenen Aussichtsturm und das Hotel-Restaurant Hohe Flum trägt.

Naturräumliche Zuordnung und Gliederung[Bearbeiten]

Der Dinkelberg bildet – nach der Systematik des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands – in der naturräumlichen Großregion Südwestdeutsches Stufenland als Teil der Haupteinheitengruppe Hochrheingebiet (Dinkelberg und Hochrheintal) (Nr. 16) die Untereinheit Dinkelberg (161). Diese gliedert sich in folgende Naturräume auf: Dinkelberg Südabhang (161.03) am West- und Südwesthang, Westliches Dinkelbergplateau (161.00) im Westen, Mittlerer Dinkelberg (161.01) im Zentrum, Östliches Dinkelbergplateau (161.02) im Osten und Unteres Wehratal (161.10) am Osthang.[3]

Berge[Bearbeiten]

Zu den Bergen, Erhebungen und deren Ausläufern des Dinkelbergs gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; D) und Meter über Meer (m ü. M.; CH)[1]:

Gewässer[Bearbeiten]

Zu den Fließgewässern des Dinkelbergs gehören der Löhrgraben, der bei Brombach in die Wiese fließt, der Bachtelengraben, der bei Schwörstadt-Unterdorf in den Rhein mündet, der Dürrenbach, der in Rheinfelden in den Rhein fließt sowie der Hagenbacher Bach und der Waidbach als Quellbäche des Großbachs (auch Warmbach genannt), der bei Rheinfelden-Warmbach in den Rhein mündet.

Zu den Stillgewässern gehört der bei Schopfheim-Eichen gelegene Eichener See.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Ortschaften[Bearbeiten]

Städte und Gemeinden am und im Dinkelberggebiet sind (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden):

Geologie[Bearbeiten]

Der Dinkelberg unterscheidet sich geologisch gesehen grundsätzlich vom Schwarzwald und dem Schweizer Jura. Er ist ein Relikt des aus dem Erdzeitalter der Mitteltrias (vor 245 bis 237 Mio. Jahren) in weiten Teilen des heutigen Deutschlands existierenden Flachmeers, in dem sich über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren mächtige Kalkschichten ablagerten, die besonders reich an fossilierten Muscheln und Ammoniten waren, daher auch der Name Muschelkalk. Als vor 45 Millionen Jahren, während des Erdzeitalters des Tertiär, die Oberrheinische Tiefebene anfing zu entstehen und sich der Schwarzwald emporhob, wurden dort alle bis dahin abgelagerten Gesteinsschichten bis hin zum aus Granit und Gneis bestehenden Grundgebirge wegerodiert. Die weniger stark herausgehobenen Schollen der Weitenauer Vorberge und des Dinkelbergs blieben von der gänzlichen Erosion bis zum Grundgestein verschont, so dass der Dinkelberg hauptsächlich aus Muschelkalkgestein besteht. In mehrerem tektonischen Gräben ist noch Keuper und auch etwas Unterer Jura erhalten, Unterkeuper kommt südlich Nordschwaben auch noch in flächiger Erhaltung. Gips aus dem mittleren Muschelkalk wurde in kleinen Stollen sowohl auf der Nordseite (mehrere Gruben) als auch auf der Südseite (Wyhlen) des Dinkelberges abgebaut. Südlich des Dinkelberges enthielt der mittlere Muschelkalk auch Steinsalz, das früher für die Chemische Industrie ausgesolt wurde (südlich des Rheins bis heute).

Der Dinkelberg wird aufgrund verschiedener Erosionsprozesse als Karstgebiet eingestuft. Zahlreiche, meist unterirdische Erosionsprozesse sind immer noch im Gang, was zu besichtigungswürdigen Naturdenkmälern geführt hat. Hierzu zählen zwei Tropfsteinhöhlen, die Tschamberhöhle in Beuggen unweit des Bahnhofs und die Erdmannshöhle am Ortsrand von Hasel. Diese Höhle ist besonders durch ihre Lage am Übergang zum Schwarzwald interessant, für den Spezialisten sind die Gesteinsschichten an den Höhlenwänden ein Hinweis, wo exakt nun der Schwarzwald mit seinem Granit und Gneis anfängt und wo noch Dinkelbergkalk vorherrscht.

Ganz typische Karstphänomene des Dinkelbergs sind Bachschwinden (Bäche verschwinden in Strudellöchern, oft auch in Doppeltälern mit Bachschwinden in der Mitte). Die Gegenstücke hierzu sind Quelltöpfe, meist an den Bergtraufen gelegen: Bäche kommen hinter einem Rain hervor, teilweise in unmittelbarer Nähe von Häusern oder Straßen. Zu besichtigen sind Quelltöpfe in Rheinfelden-Nollingen (der Dorfbach entspringt quasi vor der Kirche, die Linsenbachquelle befindet sich östlich des Dorfs) und in Degerfelden (Bereich Hagenbacher Hof). Ein besonderer Quelltopf liegt ganz in der Nähe der Erdmannshöhle: In einem Tal östlich von Schopfheim-Eichen befindet sich eine Mulde, die sich unabhängig von der Wetterlage, selten und unregelmäßig in den Eichener See verwandelt. Auch der Dürrenbach entspringt im Bereich des Höhenzugs.

Auf dem Dinkelberg finden sich zudem einige bemerkenswerte Dolinen. Sie sind das Ergebnis von Lösungserscheinungen oder Höhleneinbrüchen des Muschelkalkgesteins im Untergrund. Zu den bekanntesten Dolinen gehört das Teufelsloch, eine Trichterdoline südöstlich von Nordschwaben, durch deren Ponor der Einstieg in eine 75 Meter tiefe und 105 Meter lange Schachthöhle erfolgen kann. Das Moosloch südlich von Nordschwaben ist eine Trichterdoline deren Schluckloch zugeschwemmt wurde und in deren Grund sich ein kleiner mooriger See gebildet hat.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Disch: Studien zur Kulturgeographie des Dinkelberges. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1971.
  • Hermann Wider: Der Dinkelberg. In: Geschichtsverein Markgräflerland (Hrsg.): Das Markgräflerland. Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur. Schopfheim 2010, 1, S. 4–46.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dinkelberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Landschaftssteckbrief des BfNDinkelberg
  3. Günther Reichelt: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 185 Freiburg i. Br. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1964. → Online-Karte (PDF; 3,7 MB)