Maulburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Maulburg
Maulburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Maulburg hervorgehoben
Koordinaten: 47° 39′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 353 m ü. NHN
Fläche: 9,73 km2
Einwohner: 4330 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 445 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79689
Vorwahl: 07622
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 057
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hermann-Burte-Straße 57
79689 Maulburg
Webpräsenz: www.maulburg.de
Bürgermeister: Jürgen Multner
Lage der Gemeinde Maulburg im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild
Maulburg im Dreiländereck
Luftbild von Maulburg

Maulburg (Alemannisch Muulburg) ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde Maulburg gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maulburg liegt im Südschwarzwald im Tal der Wiese, einem rechten Nebenfluss des Rheins, der auf dem Feldberg entspringt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Osten an die Stadt Schopfheim, im Süden an die Stadt Rheinfelden sowie im Westen und Norden an Steinen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maulburg wird erstmals in einer Schenkungsurkunde eines Ercanpert vom 27. Februar 786 an das Kloster St. Gallen als Murperch genannt.[2]

Es handelt sich um eine Schenkung von Gütern und Anteilen an den Kirchen Brombach und Weil am Rhein an St. Gallen. Die Urkunde wurde von Folcram, einem Priester des 8. Jahrhunderts unterschrieben. Zum Schluss der Urkunde heißt es:

„Actum in Murperch villa publici. In ipsa casa fuit carta levata.“
(deutsch: „Geschehen in Murperch im Frohnhof. In diesem Hause wurde diese Schrift aufgesetzt.“)

Dieses Murperch war zu dieser Zeit bereits ein Hof mit einem Verwaltungbematen („Centenarius“). Sein Name war Brunchino. Er und Priester Folcram sind somit die ersten namentlich bekannten Einwohner des heutigen Maulburgs. Gemeinde, Dorf und Kirche blicken somit auf eine über 1200-jährige Geschichte zurück.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation ist Maulburg vorwiegend evangelisch geprägt. Neben der Gemeinde der Evangelischen Landeskirche gibt es auch eine Freie evangelische Gemeinde und die ebenfalls von der Landeskirche losgelösten Christliche Gemeinde Maulburg (CGM)[4].

Für die römisch-katholischen Gläubigen ist die Pfarrei St. Maria in Höllstein zuständig, die seit dem 12. Januar 2003 der Seelsorgeeinheit Mittleres Wiesental im Erzbistum Freiburg angehört.[5]

Außerdem befindet sich in der Johann-Peter-Hebel-Straße seit 1960 eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zur Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Schopfheim-Maulburg-Hausen-Hasel.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014[7][8] neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 14 Mitglieder an. Die Wahl führte zu folgendem Ergebnis (mit Veränderungen zur Wahl 2009):

Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
SPD 20,1 % − 4,9 3 Sitze − 1
CDU 17,9 % + 0,6 2 Sitze ± 0
FWV 39,3 % − 1.1 6 Sitze ± 0
Bürgervereinigung 22,8 % + 5,3 3 Sitze + 1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts führ die Gemeinde die rote Burg im Wappen. In Zusammenarbeit mit dem Badischen Generallandesarchiv wurden die Farben „in Silber eine rote Burg“ bereits 1904 festgelegt.[9]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht zu der französischen Gemeinde Saint-Loup-sur-Semouse. Diese wurde in den frühen 1980e-Jahren auf Wunsch der Gemeinde von Oberstudienrat Josef Haas aus Bad Säckingen, der mehrere Partnerschaften dieser Art organisierte, in die Wege geleitet. Am 19. und 20. September 1981 wurde in Saint-Loup die „Jumelage“ besiegelt, während die Partnerschaft auf deutscher Seite am 22. und 23 Mai 1982 mit gegenseitigen Besuchen gefeiert wurde.

Mit der Partnerschaft sollten auch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs überwunden werden, welche die beiden Nachbarländer am Rhein noch getrennt hatten. Darauf wies André Masson in seiner Rede hin: „Die Zeit ist gekommen, eine Seite der Geschichte bewusst umzublättern.“[10]

Daneben besteht durch private Kontakte eine freundschaftliche, aber nicht offizielle, Partnerschaft zu Steinegg, einer Fraktion der Gemeinde Karneid bei Bozen in Südtirol.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste Kirche im Ort ist die evangelische St.-Johannes-Kirche. Ihre älteste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1249 zurück. Damals wohl als Apsidenbau. Einen älteren, karolingischen Hintergrund konnte man nicht nachweisen.

Die heutige schlichte Saalkirche wurde 1753 errichtet und ersetzte einen Vorgängerbau, der sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in äußerst schlechtem Bauzustand befand. Die unteren Stockwerke des Glockenturms sind der Spätgotik zuzuordnen. Bei einer gründlichen Innen- und Außenrenovierung in den Jahren 1973 und 1974 wurden durch archäologische Untersuchungen Überreste zweier Vorgängerkirchen entdeckt.[12]

Im nordöstlichen Teil der Gemeinde steht in Maulburg die katholische Filialkirche St. Paulus. Die moderne Kirche mit dem Grundriss eines unregelmäßigen Rechtecks wurde in den Jahren 1965/66 nach Plänen von Josef Ebert errichtet.

Vereine in Maulburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maulburg hat ein reges Vereinsleben. Zahlreiche Vereine vereinigen Menschen mit Interessen an Kultur und Heimat, Sport und Freizeit oder mit sozialem Engagement. Die ältesten heute noch bestehenden Vereine sind:

  • Männerchor Maulburg, ehemals „Bürgerliche Gesangverein“ Maulburg. Als Gründungsjahr gilt 1842. Im Jahr 1926, nach der Fusion mit dem 1909 gegründeten „Liederkranz Maulburg“, nannte sich der Verein Männerchor Maulburg.
  • Musikverein Maulburg 1844 e.V., zeitweilig auch „Feuerwehrmusik“ oder „Musikgesellschaft“ genannt
  • Evangelischer Kirchenchor, 1880 gegründet; Neugründung 1929[13]
  • Turn- und Sportverein Maulburg 1887 e.V., vereinigt mit dem 1905/06 gegründeten „FC Maulburg“; Neugründung 1950

Außerdem besteht seit 2012 (nach Gemeinderatsbeschluss 2009) die „Bürgerstiftung Maulburg“. Sie fördert Projekte auf Gemeindeebene in den Bereichen Jugend-, Alten-, und Behindertenhilfe, Bildung und Erziehung, Kunst, Kultur und Denkmalpflege, Umwelt- und Landschaftsschutz sowie Bürgerschaftliches Engagement.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maulburg ist durch die Wiesentalbahn (BaselZell im Wiesental) an das überregionale Streckennetz angebunden. Auf der Strecke verkehrt die Linie 6 der Regio S-Bahn Basel siebentägig im 30-Minuten-Takt von 05:00 Uhr bis ca. 0:30 Uhr.

Im Norden führt die Umgehungsstraße B 317 an Maulburg vorbei. Die Gemeinde besitzt im Nordwesten (Gewerbegebiet Teichmatt) eine Anbindung in beide Richtungen (Weil am Rhein/BaselTitisee-Neustadt). Im Nordosten wurde 2016 durch einen Neubau von zwei Verkehrskreiseln und separate Einfädelspuren in beide Richtungen ein weiterer Anschluss an die Bundesstraße geschaffen.

Über die Adelhauserstraße/L139 ist Maulburg im Süden mit Rheinfelden (Baden) verbunden.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber in Maulburg ist das Mess- und Regeltechnikunternehmen Endress+Hauser. Mit Hauptsitz in Maulburg ansässig ist die Firmengruppe Busch Vakuumpumpen und Systeme.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Wiesentalschule verfügt Maulburg über Gemeinschaftsschule, in der Grundschule und Sekundarstufe I für alle Abschlüsse vereinigt sind. Außerdem gibt es mit der Helen-Keller-Schule eine Bildungsstätte für körperbehinderte und geistig behinderte Kinder. Für die Kinder im Vorschulalter gibt es eine Kindertagesstätte und einen Kindergarten.

Das „Volksbildungswerk Maulburg“, eine Einrichtung der Erwachsenenbildung, ist eine Außenstelle der Volkshochschule Schopfheim. Ferner ist Maulburg eine der Trägergemeinden für die „Musikschule Mittleres Wiesental“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hermann Wartmann: Urkundenbuch der Abtei Sanct Gallen. Theil 1: 700–840. Höhr, Zürich 1863, S. 99, Urkunde Nr. 105.
  3. Verschiedene: Von Murperch bis Maulburg. Hrsg.: Gemeinde Maulburg im Jubiläumsjahr 1986. 1986, S. 16–17.
  4. Christliche Gemeinde Maulburg (CGM). Abgerufen am 05.03.2017.
  5. Seelsorgeeinheit Mittleres Wiesental. 3. März 2017, abgerufen am 3. März 2017.
  6. Die neuapostolische Gemeinde Maulburg. Neuapostolische Kirche Lörrach, abgerufen am 05.03.2017.
  7. Badische Zeitung, Ergebnisse der Gemeinderatswahlen
  8. Fraktionen des Gemeinderats
  9. Gemeinde Maulburg (Hrsg.): Von Murperch bis Maulburg. S. 15.
  10. Gemeinde Maulburg (Hrsg.): Von Murperch bis Maulburg. S. 512–514.
  11. Gemeinde Maulburg: Partnergemeinden. Abgerufen am 05.03.2017.
  12. Erhard Schmidt: Beobachtung zur Baugeschichte der evangelischen Pfarrkirche. In: Gemeinde Maulburg (Hrsg.): Von Murperch bis Maulburg. Maulburg, S. 350–354.
  13. Gemeinde Maulburg (Hrsg.): Von Murperch bis Maulburg. S. 441.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maulburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien