Wikipedia:WikiProjekt Mainz/Magenza

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Huldigungsschreiben der Jüdischen Gemeinde zu Magenza zur Feier der Wahl von Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim zum Mainzer Kurfürst am 5. Juli 1763

Magenza ist seit dem Mittelalter die jüdisch-hebräische Bezeichnung für die Stadt Mainz. Eine jüdische Gemeinde in Mainz wird schon für die römische Zeit angenommen,[1] einen sicheren Nachweis liefert jedoch erst eine Quelle aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, die jedoch schon von einer blühenden Gemeinde spricht.

Magenza war im Mittelalter eines der Zentren des aschkenasischen Judentums in Mitteleuropa. Die Stadt gehörte zusammen mit Speyer und Worms zu den so genannten SchUM-Städten. Gerschom ben Jehuda, einer der bedeutendsten jüdischen Mitbürger von Magenza, begründet hier gegen Ende des 9. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Talmudschulen, deren Erlasse einen großen Einfluss auf die anderen aschkenasischen Gemeinden hatte.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das jüdische Leben in Mainz immer wieder durch Pogrome und Verfolgungen behindert oder vernichtet. Die schlimmsten Vorfälle dieser Art war das Pogrom von 1096 und die Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Während des Nationalsozialismus wurden insgesamt circa 1300-1400 jüdische Mitbürger von Mainz ermordet. Nach dem 2. Weltkrieg etablierte sich bereits im Oktober 1945 eine neue jüdische Gemeinde in Magenza, die aber lange stagnierte und nur langsam bis auf zur Zeit circa 1000 Mitglieder[2] wuchs. Mit der Einweihung der neuen Synagoge 2010 am Standort der ehemaligen Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße ist die jüdsche Gemeinde von Magenza wieder im heutigen Stadtbild präsent geworden.

Gliederungsvorschlag

Geschichte der jüdischen Gemeinde[Bearbeiten]

Bearbeitervermerk: Dieser Abriss soll noch keine Endfassung darstellen!

Bis zum 11. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Ursprünge der jüdischen Gemeinde in Mainz sind nicht geklärt. Angenommen wird, dass die Juden bereits mit den Römern an den Mittelrhein gekommen seien, also schon vor dem 5. Jahrhundert. Ein Nachweis dieser Annahme konnte bislang jedoch nicht erbracht werden.[1] Als Indiz für das Bestehen einer Gemeinde wird angeführt, dass Mainz im 7. Jahrhundert bereits ein bedeutender Handelsplatz gewesen sei und die Juden der damaligen Zeit Träger des Fernhandels gewesen seien, ausgestattet mit bischöflichen Privilegien und Freiheit von nennenswerten Handelsbeschränkungen.[1] Ibrahim ibn Yaqub, ein Gesandter des Kalifen von Córdoba Abd ar-Rahman III. berichtete zu seiner Reise in das Ostfrankenreich über Mainz als solchen Handelsplatz.[3] Der erste sichere Nachweis einer jüdischen Gemeinde stammt jedoch aus einer Überlieferung rabbinischer Rechtsgutachten aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, allerdings bestand zu diesem Zeitpunkt bereits eine blühende Gemeinde. Im 10. Jahrhundert begann auch die Einwanderung jüdischer Familien aus dem südlichen Italien und teilweise auch aus aus dem südlichen Frankreich. Mainz wurde bekanntestes Zentrum des aschkenasischen Judentums.[1]

Der berühmteste Gelehrte jener Zeit war Gerschom ben Jehuda, der um 960 in Mainz geboren wurde und dort 1028 oder 1040 starb. Er war der Gründer einer jüdischen Hochschule (Jeschiwa) und begründete so ein von der Tradition babylonischer Religionsschulen unabhängiges Judentum.[1]

Die ältesten archäologischen Zeugnisse der jüdischen Gemeinde von Mainz stammen aus dem 11. Jahrhundert. 1093 ist erstmals eine Synagoge erwähnt, die sich auf dem Eckgrundstück Schusterstraße/ Stadthausstraße befand, also in unmittelbarer Nähe der heutigen Quintinskirche. Der älteste Grabstein auf dem Judensand, bis 1880 der jüdische Friedhof in Mainz, datiert aus dem Jahr 1049 und ist damit der älteste in Mitteleuropa[4]. Das Siedlungsgebiet der Juden lag damals Rheinufer zwischen Fischtor und Karmeliterkirche. Das mittelalterliche Judenviertel war kein Ghetto, vielmehr waren die meisten Einwohner dort Nichtjuden, obwohl diese Mischbewohnung 1310 durch eine Synode in Mainz verboten worden war[5].

11. Jahrhundert[Bearbeiten]

Wie bereits angeführt, waren die Mainzer Juden vor allem im Fernhandel tätig. Das damalige Judenviertel lag dazu strategisch günstig, denn südlich davon befand sich das Handelszentrum Am Brand, der wichtigste Markplatz der Stadt für Waren, die mit dem Schiff kamen. Zudem bestand eine räumliche Nähe zum erzbischöflichen Hof. Der Erzbischof war damals Schutzherr der Juden. Von Mainz aus betrieben die Juden Handel mit Gewürzen, Seide, Pelzen und Metallwaren. Zudem waren sie im Kreditwesen tätig. Innerhalb und außerhalb der Stadt besaßen sie zudem Weinberge. Die Juden galten als frei und wehrhaft und durften nichtchristliche Sklaven halten sowie nach eigenem Recht leben, das sich bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts allerdings dem Recht der Nichtjuden anglich.[6]

Geleitet wurde die Gemeinde von Parnasim, den Vorstehern und Ältesten, die zusammen den Judenrat bildeten, der von einem Vorsteher (Parnas) geführt wurde.

Die im Judenrecht geregelten Privilegien für jüdische Kaufleute waren schon im 11. Jahrhundert Gegenstand von Anfeindungen. Schon 1012 kam es in Mainz zu einer Vertreibung von Juden durch König Heinrich II..[7] 1084 kam es nach einem Brand im Judenviertel zu Auseinandersetzungen, die zu einem Weggang von Juden nach Speyer führte, wo der dortige Bischof ihnen ein vorteilhaftes Privileg erteilte.

Pogrom von 1096[Bearbeiten]

Das folgenschwerste Ereignis jedoch stellt das Judenpogrom von 1096 dar. Nachdem Papst Urban II. 1095 zum Kreuzzug aufgerufen hatten, sammelten sich bald im ganzen Reich lose Heerhaufen, die dem Aufruf des Papstes folgen wollten. Schon bald jedoch kam die Parole auf, dass man die Ungläubigen zunächst in der eigenen Heimat bekämpfen müsse, bevor man dies auch im Heiligen Land tue. Dies zielte vor allem auf die Juden, denen der Kreuzestod Jesu Christi angelastet wurde. Schon bald kam es daher im ganzen Reich zu Pogromen. Am Mittelrhein sammelte der fränkische Adelige Emicho eine Armee, die bald auf die Städte Speyer und Worms zog, wo sie die dortigen jüdischen Gemeinden vernichtete. Danach zog die Armee nach Mainz, wo sie am 25. Mai 1096 eintraf. Der regierende Erzbischof Ruthard und der Mainzer Burggraf versprachen den Juden Schutz und ließen sie in ihre Burgen. Die Kreuzfahrer begannen mit der Belagerung der Stadt. Schon am 27. Mai öffneten Mainzer Bürger die Stadttore. Der von den Kreuzfahrern ebenfalls bedrohte Erzbischof floh aus der Stadt und überließ die Juden damit ihrem Schicksal. Nur sehr wenige Juden wählten die Zwangstaufe, um dem Tod zu entgehen. Die anderen wurden ermordet oder begingen rituellen Selbstmord. 50 Juden gelang mithilfe der erzbischöflichen Garde die Flucht nach Rüdesheim, wo sie jedoch abermals gestellt und schließlich ermordet wurden. Nach dem Sturm auf die erzbischöfliche Burg zogen die Kreuzfahrer weiter zur Residenz des Burggrafen, wo die verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde ebenfalls ermordet wurden. Die Zahl der Opfer wird auf 700 bis 1300 geschätzt.[8]

Erzbischof Ruthard floh anschließend nach Thüringen, da der Kaiser ihn für seine unterlassene Hilfeleistung zur Rechenschaft ziehen wollte. Zudem musste er sich den Vorwurf der Bereicherung gefallen lassen, da er für die Schutzzusage von der jüdischen Gemeinde Geld genommen hatte.

Das Pogrom von 1096 bedeutete das Ende der Hochzeit der jüdischen Gemeinde von Mainz. Sie erreichte auch in der Zukunft nie mehr ihre frühere Blüte.[8] In der jüdischen Liturgie wird der Opfer dieses Massakers unter dem Namen Gezerot Tatnu („Verfolgung des Jahres 4856“ [nach jüdischer Zeitrechnung]) gedacht.

Neuanfang 11. bis 14. Jahrhundert[Bearbeiten]

Karte von Mitteleuropa, Hauptstädte zeigend, in denen sich 1348-1349 Pogrome gegen die Juden ereigneten.
Mainz: 22. August,
Frankfurt am Main: 24. Juli,
Worms: 1. März,
Speyer: 22. Januar 1349

Nichts desto trotz bildete das Mainzer Judentum zusammen mit den Gemeinden in Speyer (Schpira) und Worms (Urmaisia) alsbald wieder das Zentrum des aschkenasischen Judentums. Die drei Städte bildeten den Bund SCH-U-M (Schpira, Urmaisia, Magenza), die rabbinischen Gutachten der SCH-U-M besaßen bei den deutschen Juden höchste Autorität.[8] Möglich wurde dies durch die Judenpolitik Heinrichs IV., der nicht nur die Schutzrechte erneuerte, sondern auch die Rückkehr der Zwangsgetauften zu ihrem ursprünglichen Glauben gestattete.

Dieses enge Schutzverhältnis führte albald zu einem Unterordnungsverhältnis zum Kaiser und seiner Wirtschaftsverwaltung. Dem Kaiser oblag somit auch die Besteuerung der jüdischen Bevölkerung, ein Recht, dass in Mainz dem Erzbischof als kaiserliches Lehen zugute kam. Nach dem Erhalt der Stadtfreiheit 1244 ging das Recht 1295 auf die Stadt Mainz über.

Bei allen weiteren Kreuzzügen kam es zu Ausschreitungen gegen die Juden der Stadt, die jedoch nicht die Dimension des Pogroms von 1096 erreichten. Im 14. Jahrhundert verdichteten sich die antijüdischen Strömungen jedoch erneut. Am 28. August 1349 kam es in Mainz zu einem großen Pogrom, das nur wenige Juden überlebten und in dessen Folge Teile des Judenviertels abbrannten. Das hinterlassene Eigentum der Toten und der Flüchtlinge beschlagnahmte der Stadtrat.[9]

Erst 1356 kehrten wieder Juden in die Stadt zurück. Der Rat vermietete ihn die von ihm unter der Bezeichnung „Judenerben“ verwalteten Gebäude. Karl IV. stellte den Rückkehrern ein umfangreiches Schutzprivileg aus.[9] Die Gemeindebehörde bestand nun im Unterschied zu früher aus dem Gemeinderabbiner und drei am Jahresbeginn gewählten Vorstehern.

Die Verhältnisse der jüdischen Gemeinde waren indes in wirtschaftlicher und auch leiblicher Hinsicht ständig bedroht. Hohe Steuern, Schuldenerlasse und wirtschaftliche Beschränkungen ließen die Händler und Bankiers am Rande des Ruins agieren. Dazu kam, dass die Gemeinden nur noch für die Geltungsdauer von durch den Rat ausgestellten Schutzbriefen geduldet wurde. DIe älteste überlieferte Urkunde dieser Art stammt aus dem Jahr 1365.[9]

Vertreibungen im 15. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert lockerte sich allmählich das bis dahin geltende Zinsverbot für Christen. In der Folge vertrieben viele Städte und Territorien ihre jüdische Bevölkerung, auf deren Dienste man nicht mehr angewiesen zu sein glaubte.[9]

In Mainz fiel diese Lockerung in die Zeit der Auseinandersetzung zwischen Patriziern und Zünften, die um die Macht im Stadtrat der Freien Stadt kämpften. Der Sieg der Zünfte verschlechterte die Lage der Juden, da die Zünfte im Gegensatz zu den Patriziern judenfeindlich gesinnt waren.[10]

1438 ordnete der Stadtrat den Auszug der Juden bis zum 25. Juli 1438 an. Der Friedhof auf dem Judensand wurde geschändet, die Synagoge zum Kohlenlager umfunktioniert. Jedoch drückten die Stadt damals bereits hohe Schulden, was den Rat 1444 veranlasste, die Juden wieder zurückzurufen. Der 25. Juli 1445 gilt als Tag der Wiederbegründung der Jüdischen Gemeinde von Mainz. Sie umfasste zu diesem Zeitpunkt zwischen 100 und 130 Personen[10] und machten zwischen 1,7 bis 1,9% der Gesamtbevölkerung aus.

Da die Juden wie viele andere Bürger während der Mainzer Stiftsfehde wohl Anhänger Diethers von Isenburg gewesen waren, wurden sie von Diethers Widerpart Adolf II. von Nassau nach seinem Sieg zusammen mit anderen Anhängern Diethers aus der Stadt verwiesen. 1463 holte Adolf II. sie wieder zurück bevor er sie 1471 aus dem gesamten Kurstaat auswies. Das jüdische Vermögen ging in staatlichen Besitz über; die Synagoge wurde zu einer Kapelle umgewidmet.[10]

Wiederaufleben der Gemeinde ab dem 16. Jahrhundert[Bearbeiten]

Für das Erzstift verfügte Jakob von Liebenstein am 3. Juni 1507 noch eine allgemeine Ausweisung der Juden. 1510 protestierte Uriel von Gemmingen als Mainzer Erzbischof gegen das Vorgehen von Johannes Pfefferkorn, der auch in Mainz jüdische Bücher beschlagnahmen und verbrennen ließ. Kaiser Maximilian I. setzte eine Untersuchungskommission ein, und Uriel von Gemmingen wurde zum Vorsitzenden ernannt. Vor allem der in die Kommission berufene Johannes Reuchlin verurteilte das von den Dominikanern initiierte Unternehmen Pfefferkorns scharf und trat für einen verständnisvollen Umgang mit dem Judentum ein.

Die Vertreibungen bedeuteten allerdings nicht - wie früher angenommen - das vollständige Ende jüdischen Lebens in der Stadt. Aufzeichnungen aus der Amtszeit Erzbischof Bertholds von Henneberg belegen, dass Judenbürger sich um das Ritualbad kümmerten und durchreisende Juden zu beherbergen hatten. Außerdem oblag ihnen der Beerdigungsdienst für Juden auf dem Judensand, womit nur kurmainzische Juden gemeint sein konnten.[11] 1517 nahm Erzbischof Albrecht von Brandenburg zahlreiche Juden im Erzstift auf. 1594 gab es in der Stadt wieder eine Synagoge, 1614 spricht ein Schätzungsbuch von sechs jüdischen Familien in der Stadt. Einen Rabbiner gab es zu jener Zeit nicht, weswegen die Juden sich in religiösen Fragen an die Rabbiner von Worms und Frankfurt wandten. 1602 wurde den Mainzer Juden der Rabbiner in Bingen zugewiesen. 1630 besaß die Gemeinde erstmals wieder einen eigenen Rabbiner.

1639 wurde eine neue Synagoge in der Klarastraße, Ecke Stadionerhofstraße geweiht, die bereits 1649 erweitert wurde. 1644 gab es in der Stadt 40 Hausbesitzer und Mieter sowie 15 Untermieter. Die Behausungen befanden sich in der Langgasse, der Bleiche, der Emmeranstraße, bei der Franziskanerkirche, in der Betzelstraße, am Schillerplatz, am Fischmarkt, bei der Christophskirche und am Karmeliterplatz.[11]

Die Judenpolitik der Kurfürsten im 17. und 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Einen tiefen Einschnitt für das jüdische Leben stellt die Judenpolitik der Mainzer Kurfürsten ab dem 17. Jahrhundert dar. Nach Beschwerden von Krämern über die unliebsame Konkurrenz durch jüdische Händler wies der Mainzer Erzbischof und Landesherr Johann Philipp von Schönborn am 8. Dezember 1662 alle jüdischen Familien bis auf 20 aus der Stadt aus und wies den verbliebenen Familien außerdem eine Gasse als Wohnbezirk zu, die sie an Sonntages zu verschließen hatten.[11] Betätigung in einem zünftigen Gewerbe war nicht mehr gestattet. Das Dekret erwies sich als nicht durchsetzbar,[11] weswegen der Kurfürst 1671 ein weiteres Dekret erließ, das die Zahl der Familien auf 10 begrenzte und ihnen die alte Judengasse[Anmerkungen 1] in der Nähe des Armklarenklosters als Wohnbezirk zuwies. Nach der von Karl Anton Schaab verfassten „Diplomatischen Geschichte der Juden in Mainz“ von 1855 handelte es sich dabei um das schlechteste Gebiet der Stadt. Jedoch geschah die Umsiedlung im Zuge einer vom Erzbischof ohnehin geplanten Stadterweiterung (Anlage des Bleichenviertels), die mit großen Erschließungmaßnahmen und der Errichtung repräsentativer Gebäude einherging[12]. Die Grundstücke wurden den Juden dabei kostenlos überlassen, zudem räumte der Kurfürst ihnen genau wie den Christen Preisnachlässe bei Handwerkern und Baumaterial ein.[13] Zu der dann Vordere Judengasse genannten Gasse kam bald eine weitere hinzu, die Hintere Judengasse. In ihrer Mitte lag ab 1684 die neue allerdings wenig ansehnliche[14] Synagoge. Zu einer Durchsetzung der Beschränkung auf zehn Familien kam es nicht. 1687 lebten etwa 250 Juden in Mainz, was 1% der Gesamtbevölkerung entsprach.[14] 1717 wurde die Synagoge vergrößert.

Trotz all dieser Einschränkungen verfügte die jüdische Gemeinde über eine recht umfassende Autonomie. Sie führte ein eigenes Siegel und hatte den Status einer Körperschaft. Der Gemeindevorstand setzte sich aus je fünf Vorstehern, Einnehmern und Deputierten zusammen, das Amt des Parnas Hachodesch (Präses) wechselte monatlich. Der Vorstand erhob selbst die Steuern bei den Mitgliedern der Gemeinde, die er an die kurfürstliche Verwaltung abführte. Das erstinstanzliche Gerichtswesen wurde vom Rabbiner ausgeübt. Appellationsinstanz war das kurfürstliche Hofgericht[15].

Die Judenschaft erwarb 1710 an die Offene Judengasse angrenzenden Grund und errichtete dort weitere Häuser. 1768 gestattete Kurfürst Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim die Errichtung weiterer Häuser außerhalb der beiden Judengassen. Damit war die räumliche Ausdehnung des Ghettos beendet.

Unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn schließlich wurde die Zahl der Schutzfamilien auf 101 begrenzt. Dazu kamen noch der Rabbiner, der Vorsänger, der Schuldiener, der Arzt und der Hoffaktor, schutzsässige Witwen, das Gesinde und die Schüler des Rabbiners. Aufnahmen in die Judenschaft durften nur erfolgen, wenn die Zahl der 101 Familien nicht überschritten wurde. Aufnahmegebühr und Besteuerung der Juden war wesentlich höher als die der übrigen Mainzer Bürgerschaft[16].

Mit dem einsetzenden Zeitalter der Aufklärung gingen auch Erleichterungen für die Judenschaft einher. Unter Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal kam es erstmals zu konkreten Überlegungen hinsichtlich der Verbesserung der Zustände im jüdischen Ghetto. Die Öffnung der Zunftberufe für Juden wurde allerdings abgelehnt. Gewerbe und Manufakturen, die den Zünften nicht vorbehalten waren und weder Gesellen noch Lehrlinge benötigten durften von allen Juden jedoch gegründet werden. Darüberhinaus erschien den Behörden die Reform des Bildungswesens und die Beseitigung der drängenden Wohnungsnot in dem von 848 Juden bewohnten Viertel vorrangig. Dazu wurde den Kindern empfohlen, christliche Schulen zu besuchen. Zudem wurde den Behörden durch ein Reskript des Kurfürsten eingeschärft, Juden und Christen die gleiche schleunige Rechtsprechung zukommen zu lassen. Eine Emanzipation der Juden konnte sich die alte Ständegesellschaft jedoch nicht vorstellen[17].

Emanzipation während der Franzosenherrschaft[Bearbeiten]

Zu einer Emanzipation der Judenschaft kam es daher erst nach der Niederlage des Reichs in den Revolutionskriegen und der Besetzung der Stadt durch die Franzosen 1792. Da in Frankreich alle Juden seit 1791 volle Bürgerrechte besaßen, galt dies plötzlich auch für die Mainzer Judenschaft in der Mainzer Republik. Bei der Errichtung des Freiheitsbaums am 3. November 1792 traten Juden gleichberechtigt neben Geistlichen, Zunftleuten, Medizinern und Juristen auf.

Dennoch stand die Judenschaft dem neu gegründeten Jakobinerklub ablehnend gegenüber. Beitretende Juden wurden mit Synagogenbann belegt.[18] Der Aufforderung zum Eid auf die revolutionäre französische Verfassung 1793 kamen nur 18 Juden nach, was 15% der Haushaltsvorstände entsprach. Wer aber den Eid verweigerte, wurde mit der Ausweisung bedroht. Nachdem die Reichstruppen die Stadt 1793 eingeschlossenen hatten mussten die „Ungeschworenen“, darunter auch viele Juden die Stadt verlassen. Über die Rückkehr der deutschen Behörden zeigten sich die Juden anschließend befriedigt.[18] Ursache für die Skepsis der Judenschaft gegenüber den Jakobinern war zum einen eine Skepsis gegenüber Neuerungen an sich. Dazu kamen die Vorbehalte der Mainzer Jakobiner gegenüber den Juden und die Befürchtung der Judenschaft, dass der Eintritt ins Bürgertum eine Gefahr für die religiöse Gesetzestreue bedeuten könne[19].

Nach der erneuten Besetzung der Stadt durch die Franzosen 1797 zerstreuten sich solche Bedenken jedoch, was auch dem veränderten Zeitgeist geschuldet war. 1798 gehörte dem Stadtrat mit Ludwig Bamberger erstmals ein Jude an. Im selben Jahr wurde die Judenwache am alten Ghetto eingerissen. Juden durften sich als Bürger nunmehr in der ganzen Stadt niederlassen.

Auch unter Napoleon war das jüdische Leben nicht frei von Reglementierungen. Napoleon dekretierte ein zentralistisch aufgebautes Gemeindesystem. In jedem Département wurde ein Konsistorium errichtet, das dem Zentralkonsistorium in Paris unterstand. Das Konsistorium bestand aus zwei Rabbinern und drei Laien, die von Paris bestätigt werden mussten. Für die gesamter Konsistorialverwaltung zuständig war ein Großrabbiner mit Sitz in jeder Départements-Hauptstadt, also auch in Mainz, das Hauptstadt des Départements Donnersberg war. Außerdem bestimmte ein kaiserliches Dekret vom 17. März 1808, dass ein Jude zehn Jahre lang kein Handel treiben dürfe, wenn er nicht ein entsprechendes Patent vorzuweisen habe. In diesen Patenten bescheinigte die Bürgermeisterei, dass der Betreffende sich nicht des Wuchers schuldig gemacht habe und die Jüdische Gemeinde, dass er sich rechtschaffen geführt habe und seinen Verpflichtungen treu nachgekommen sei („Moralitätspatente“). Diese Regelung blieb auch nach dem Abzug der Franzosen bestehen.

Entwicklung der Emanzipation nach 1816[Bearbeiten]

Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinde

Nach Napoleons Niederlage und dem Abzug der Franzosen aus Mainz kam die Stadt 1816 zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Die neue Regierung änderte zunächst nichts am Status Quo. Erst 1847 wurden die Moralitätspatente abgeschafft. Versagt blieb den Juden weiterhin der Staatsdienst.

Die Jüdische Gemeinde führte schon 1819 wieder die Regeln über die Vorstandswahlen von 1750 wieder ein. Der Vorstand bestand aus fünf Personen unter Vorsitz des Präses. Eine Verordnung von 1830 bestimmte, dass das Kreisamt die Vorstandsmitglieder nach Anhörung der Bürgermeisterei zu ernennen hatte. Die Gemeinden führten nun die offizielle Bezeichnung „Israelitische Religionsgemeinden“ und besaßen das Recht, Umlagen von ihren Mitgliedern zu erheben. 1831 trat eine neue Synagogenordnung in Kraft, 1832 eine neue Beerdigungsordnung. 1850 lebten in der Stadt 2125 Juden bei einer Gesamtbevölkerung von 37.000[20].

Spaltung der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Reformen und die Emanzipation weckten jedoch auch die Befürchtung, die jüdische Identität könnte durch Assimilation verloren gehen. Tief in den Kultus eingreifende Reformen wie die Ersetzung der Barmitzwa durch eine Konfirmation 1840[21], die geplante Aufhebung der getrennten Frauensynagoge und andere Ideen führten zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen, an deren Ende es 1849 zu einer Spaltung der jüdischen Gemeinde in eine orthodoxe und eine liberale Judenschaft mit getrennter Verwaltung, eigenem Gemeindeleben, eigener Synagoge, eigenen Schulen und Einrichtungen kam. Beide Gemeinden bildeten jedoch weiterhin eine Körperschaft. Joseph Aub wechselte am 4. Dezember 1852 zum Rabbinat in Mainz und blieb bis 1865 Rabbiner der liberalen Mainzer Gemeinde; die orthodoxe Gemeinde wurde durch Marcus Lehmann geleitet. [22]

Neue Blütezeit[Bearbeiten]

Die neue Hauptsynagoge von 1912
Haus Walpodenstraße 17. Hier wurden jüdische Mitbürger bis zu ihrem Abtransport isoliert.

Trotz der Spaltung kann die Zeit von der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1933 als Blütezeit der jüdischen Gemeinde von Mainz angesehen werden. Davon zeugen nicht zuletzt die Synagogenneubauten, vor allem der Bau der prächtigen Hauptsynagoge 1912, die prosperierende Gemeinde, ein reges Vereinsleben und ein großzügiges Wohltätigkeitswesen für alle möglichen Einrichtungen der Stadt, so zum Beipsiel das städtische Theater und verschiedene Sportvereine. Die im 19. Jahrhundert bereits existenten antisemitischen Parteien hatten in Mainz keine nennenswerten Erfolge zu verbuchen[23]. Materiell schlechter ging es den vor allem nach dem Ersten Weltkrieg einwandernden Ostjuden, die schon 1908 als dritte Untergruppe der Mainzer Juden den „Israelischen Humanitätsverein“ gegründet hatten. Der Zuzug der mit der Mentalität der rheinischen Juden fremdelnden Gruppe verschärfte in der Gemeinde die Gegensätze zwischen Liberalen und Orthodoxen[24].

Untergang der Gemeinde während der NS-Zeit[Bearbeiten]

Mit der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten begann auch in Mainz der Prozess der schleichenden Entrechtung des Judentums. Entlassung aus dem öffentlichen Dienst, Boykott jüdischer Geschäfte, Ausschluß aus den Schulen, Enteignung und Aberkennung der Staatsbürgerschaft waren die sichtbaren Anzeichen. In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die Hauzptsynagoge und die Synagoge an der Flachsmarktstraße niedergebrannt. Die Hauptsynagoge wurde anschließend gesprengt, die Kosten dafür musste die jüdische Gemeinde tragen[25]. Allerdings gelang die Rettung eines Teils der jüdischen Bibliotheken. Er befindet sich heute als Leihgabe in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz und umfasst rund 5500 Bände.

Ab 1942 begann die Deportation der Mainzer Juden. Am 30. März 1942 wurden 450 Juden nach Piaski bei Lublin gebracht, am 27. September abermals 450 Juden nach Theresienstadt. Drei Tage später wurden 117 Juden ins Generalgouvernement nach Polen verschleppt. Beim letzten Transport am 10. Februar 1943 wurden noch 15 Juden aus Mainz deportiert, insgesamt also 1092 Menschen.[26] Dazu kommen jene, die außerhalb der großen Transporte aus der Stadt gebracht wurden. 1420 Juden aus Mainz konnten Deutschland rechtzeitig verlassen.

Als die US-Army am 22. März 1945 die Stadt einnahm, lebten noch 61 Juden in der Stadt. Dabei handelte es sich um Juden, die in „privilegierter Mischehe I“ lebten. Dabei handelte es sich um Mischehen, aus denen Kinder hervorgegangen waren. Am 10. Juli 1945 kehrten 2 Überlebende aus Theresienstadt nach Mainz zurück. Die meisten nahmen jedoch keinen Wohnsitz mehr in der Stadt.

Neuanfang nach dem Holocaust[Bearbeiten]

Am 17. Oktober 1945 beantragte der Mainzer Kulturdezernent und überlebende Mainzer Jude Michael Oppenheim bei der französischen Militärregierung die Neugründung der Mainzer Jüdischen Gemeinde. Die Erlaubnis wurde am selben Tag erteilt.[26] Am 9. November 1945 beschlossen 20 versammelte Juden im Stadthaus die Neugründung. Gottesdienste gab es jedoch erst am 10. September 1947 wieder, als in der Feldbergschule eine neue Synagoge eingeweiht wurde. Am Eingang des jüdischen Friedhofs in der Unteren Zahlbacher Straße errichtete die Gemeinde 1948 ein Mahnmal. Ein weiteres Mahnmal stellen die aufgerichteten Säulen der Eingangshalle der zerstörten großen Hauptsynagoge von 1912 dar.

Der Aufbau der Gemeinde verlief nach dem Krieg nur recht schleppend. Hauptproblem war die geringe Mitgliederzahl, weswegen auch der Bau einer neuen Synagoge lange Jahre verschoben wurde, bis man am 23. November 2008 mit einem Neubau an alter Stelle begann. Diese wurde am 3. September 2010 eingeweiht. Seit 1959 ist die Jüdische Gemeinde von Mainz Körperschaft des Öffentlichen Rechts.

Jüdische Gemeinde heute[Bearbeiten]

Neue Synagoge der jüdischen Gemeinde in der Mainzer Neustadt. Bau von Manuel Herz, eingeweiht 2010

Die heutige jüdische Gemeinde in Mainz zählt circa 1000 Mitglieder (Stand: 2015[27]) wobei viele der Gemeindemitglieder aus den Ländern Osteuropas stammen.

Einzelaspekte[Bearbeiten]

Judenviertel und Judenghetto[Bearbeiten]

Das mittelalterliche Judenviertel lag in unmittelbarer Nachbarschaft zum Handelsviertel, nämlich zwischen Schuster-, Betzels-, Stadthausstraße und Flachsmarkt. Diese Lage war günstig, weil nicht wenige Juden ebenfalls mit dem Handel befasst waren.[28] Im Viertel wohnten sowohl Juden als auch Christen, dort standen die Pfarrkirchen St. Christoph und St. Quintin, zudem noch eine Kapelle und zwei Klöster. Zentrum war die Stadthausstraße, wo sich die Synagoge, das rituelle Frauenbad, das Hospital, die Metzgerei und das Backhaus befanden.

Nach der Restaurierung der Gemeinde nach dem Pogrom von 1096 konnten Juden in der ganzen Stadt Wohnung nehmen, bis die Stadt die Häuser nach der Vertreibung von 1349 enteignete.[28] Die Häuser wurden als so genannte „Judenerben“ von der Stadt verwaltet und an Juden vermietet. Wurde ein Haus frei, so war ein wohnungssuchender Jude verpflichtet, dort einzuziehen.

Nach der Vertreibung im Zuge der Stiftsfehde 1471 fallen die Zeugnisse trotz allem fortdauernde jüdischer Siedlung in Mainz spärlich aus. In der Stadthausstraße lebte zu dieser Zeit ein vom Erzbischof angenommener Judenbürger, der sich um durchreisende Jude zu kümmern hatte.

Anfang des 17. Jahrhunderts verteilten sich die Wohnungen der Juden noch über die ganze Stadt. Bei diesen Wohnungen handelte es sich sowohl um die Mietwohnungen der so genannten „Judenerben“ als auch um eigenen Grundbesitz, der den Juden inzwischen wieder erlaubt war.[13] Nachgewiesen sind Wohnungen am Schillerplatz, in der Steingasse, der Stadthausstraße, an der Umbach, der Emmeranstraße, am Karmeliterplatz, am Brand und in der Gaustraße.[28] Nach einem Register aus dem Jahr 1655 gab es 55 „Judenerben“, nämlich in der Bentzelsstraße, der Stadthausstraße, der Stadionerhofstraße, Schusterstraße, Flachsmarktstraße, Hintere Flachsmarktgasse, Pfandhausstraße, Franziskanerstraße und Korbgasse.[13]

Nach der Umsiedlungsverfügung von 1662 durften Juden nur noch in den zugewiesenen Gassen leben. Diese hießen dementsprechend Vordere und Hintere Judengasse (in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in Vordere und Hintere Synagogenstraße umbenannt). Die Siedlung lag zwischen Klara- und Löwenhofstraße. Die Vordere Judengasse musste gemäß einem kurfürstlichen Dekret von 1671 auf beiden Seiten durch Gittertore verschloßen werden, an den Ausgang des Judenviertels an der Ecke Hintere Judengasse/ Klararstraße wurde in den 80er und 90er Jahren des 17. Jahrhunderts eine „Judenwache“ errichtet, die - trotz der späteren Judenemanzipation - bis 1860 besetzt war.[29] Die beiden Gassen bildeten ungeachtet späterer Erweiterungen den Kern des Mainzer Judenghettos.

Als die Mainzer Juden 1662 die Siedlung bezogen, war diese spärlich bebaut. Schon 1720 aber gab es in beiden Gassen kaum noch freien Bauplatz. Erst 1770 durfte die Gemeinde ihr Areal mit Erlaubnis des Kurfürsten vergrößern. In der Löwenhofstraße entstanden nun ab dem Eckgrundstück Margaretenstraße fünf neue Häuser, 1782 kamen in der Margaretenstraße noch zwei hinzu. Damit gab es im Judenviertel insgesamt 53 Häuser.[29]

1784 erlaubte Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal den Juden, auch außerhalb der beiden Judengassen Häuser zu kaufen, sie zu bewohnen oder neue zu bauen. Aufgrund des nach wie vor schwierigen Verhältnisses zwischen Juden und Christen wurde davon jedoch nur vereinzelt Gebrauch gemacht.[30] Nach dem Erhalt der vollen Bürgerrechte kam es allmählich zu einem Wandel, so dass mehr jüdische Gemeindemitglieder das Judenviertel verließen. Sie ließen sich jedoch meist in der Nähe der alten Häuser nieder. In diese zogen dagegen oft Christen ein.[30]

Synagogen in Geschichte und Gegenwart[Bearbeiten]

...

Friedhöfe[Bearbeiten]

Der älteste bekannte Friedhof der jüdischen Gemeinde von Mainz ist der Judensand. Bis 1880 wurden die in Mainz gestorbenen Gemeindemitglieder dort begraben. 1803 vefügte der französische Präfekt Jeanbon St. André im Zuge der Eröffnung des neuen Hauptfriedhofs für die ganze Stadt zwar die Schließung des Friedhofs auf dem Judensand, nach heftigen Protesten der Gemeinde wurde dieser jedoch später gestattet, den alten Friedhof wieder in Betrieb zu nehmen. Die bis dahin auf dem Hauptfriedhof begrabenen Juden wurden daraufhin exhumiert und umgebettet.[31]

1864 stellte die Stadt der israelitischen Religionsgemeinde ein 28 Morgen großes Gelände an der Unteren Zahlbacher Straße als neues Friedhofsgelände zur Verfügung. Der Judensand sollte wegen der Stadterweiterung nicht mehr weiter belegt werden.[31] Die Gemeinde zögerte jedoch, weswegen die Eröffnung erst am 2. Januar 1881 stattfand. Die neue Friedhofshalle baute der damalige Stadtbaumeister Eduard Kreyßig. Dieser Friedhof ist bis heute in Benutzung.

Die jüdische Gemeinde von Weisenau[Bearbeiten]

== Zahlen, etc ==
== Kulturelle Bedeutung ==
...
...
...
...
...

Weisenauer Synagoge

Friedhof am Hartenberg[Bearbeiten]

Bei Bauarbeiten im August 2007 wurden auf dem Hartenberg ein alter jüdischer Friedhof entdeckt. Der älteste Grabstein der gefunden wurde trug das Jahr 1086. Damit zählt der Judensand zu den ältesten jüdischen Grabesstätten in Europa. Nur der Heilige Sand in Worms ist noch zehn Jahre älter. [32] [33] [34] [35] [36] [37]

siehe auch[Bearbeiten]

Großherzoglich-Hessisches Rabbinat

Für den israelitischen Kultus bestehen 7 Rabbinate (1880: 26 746 Israeliten). http://www.deutsche-schutzgebiete.de/grossherzogtum_hessen.htm
Für den israelitischen Kultus bestehen 8 Rabbinate (1900: 24486 Israeliten). http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Hessen+%5B4%5D
Bezirksrabbinat Mainz (Bingen, Alzey, Darmstadt, Worms
grand-ducal rabbinate of Mayence, 21 congregations, including the ancient Jewish community of Oppenheim; existing since the middle of the 13th century, it suffered during the persecutions, especially in 1349; 180 Jews; new synagogue);
in charge of Dr. Siegmund Salfeld, includes the communities of the following places: Bodenheim, Bretzenheim-Finthen, Dalheim, Dolgesheim, Ebersheim-Harxheim, Essenheim, Guntersblum, Hahnheim, Kastel, Mayence, Mommenheim, Niederolm, Oherolm, and Oppenheim-Nierstein (where Jews have been living since the middle of the thirteenth century; see Kayserling, "Die Juden in Oppenheim," in "Monatsschrift," ix. 295 et seq.), Sörgenloch, and Weisenau. Read more: http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=292&letter=M#ixzz0erVG9aXY

Allgemein[Bearbeiten]

Verbreitung der Juden im Deutschen Reich 1890

(Geschenke von Gemeindemitgliedern beim Eintreffen eines Fremden, nach einer Hochzeit oder dem Kauf eines Hauses) Enth.: Schreiben der Gemeinden Frankfurt, Mainz und Mannheim diesbezüglich http://sites.huji.ac.il/cahjp/GERMANY-LISTS/Darmstadt.pdf

Mainzspezifisch[Bearbeiten]

Karte von Mitteleuropa, Hauptstädte zeigend, wo Ausbrüche gegen die Juden auftraten, 1348-1349.
Mainz: 22. August,
Frankfurt am Main: 24. Juli,
Worms: 1. März,
Speyer: 22. Januar 1349

De 1808 à son décès, Grand-Rabbin du département du Mont-Tonnerre, siège à Mayence. Son fils, Benedict Samuel Levi, (1806, 1899), rabbin provincial à Giessen. A fréquenté le Heder à 4 ans, le Talmud Thorah à 5 chez R. Eisik (Isaac) Schwalge (Chevalier). En parallèle, poursuit ses études classiques (latin, grec), obtient son baccalauréat puis un doctorat de philosophie. enseigne à l'université de Würzburg. (Paul Arnsberg).

  • Commentaire s+r le décret impérial du 17 mars 1808, concernant les droits et les devoirs des Juifs , précédé d'une Notice histor. sur l'existence civile et polit, de la nation juive depuis sa dispersion jusqu'à nos jours , avec cette épigraphe : « tentare juvat ». Mayence , 1809 ,

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Maria Keim: Von Süssel Hechtsheim bis David Kapp. Die Hechtsheimer Juden. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, Mainz 1994 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 4)
  • Magenza : die Geschichte des jüdischen Mainz ; Festschrift zur Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes der Landes-Bausparkasse Rheinland-Pfalz / [hrsg. von der Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz]. Rolf Dörrlamm. - Mainz: Schmidt, 1995. - 124 S.: zahlr. Ill., graph. Darst.; 29 cm. - ISBN 3-87439-366-6
  • Gabriele Ziethen: Archäologie des 20. Jahrhunderts in Mainz. Hinteres Synagogenstraße 7 (Lit D. 396) und 9 (Lit. D 395). In: Mainzer Zeitschrift. Jahrgang 87/88 (1992/93), Zabern-Verlag, Mainz 1995, ISBN 3-8053-1711-5, ISSN 0076-2792. (mit mehreren Abbildungen (die über 100 Jahre alt und somit wikipediatauglich sind) und vielen Literaturangaben)
  • Karl Anton Schaab Diplomatische Geschichte der Juden in Mainz. Mainz 1855
  • Schütz, Magenza, das jüdische Mainz, in: Mainz - Die Geschichte der Stadt,
  • Chaim Tykocinski: Die Verfolgung der Juden In Mainz im Jahre 1012, A. Favorke, Breslau, 1916
  • Günter Christ, Erzstift und Territorium Mainz, in: Friedhelm Jürgensmeier (Hg.), Handbuch der Mainzer Kirchengeschichte, Bd. 2, S. 28f
  • Eugen Ludwig Rapp: Chronik der Mainzer Juden. Die Mainzer Grabdenkmalstätte. Herausgegeben von der Jüdischen Gemeinde Mainz, Mainz 1977
  • Publikationsflyer: Magenza - 1000 Jahre jüdisches Leben am Rhein, mainzplus citymarketing, 2013
  • Literatur zum Jüdischen Mainz

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Grund dieser aus dem 16. Jahrhundert stammenden Bezeichnung ist nicht geklärt. In der Judengasse lebten laut Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 686 zuvor jedenfalls keine Juden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 679
  2. http://www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/HTHN-8VL9N4.DE.0 Webseite der Stadt Mainz
  3. Günter Prinzing: Das mittelalterliche Mainz und Byzanz In: Archiv für Kulturgeschichte 91. Band Heft 1, 2009, S. 53
  4. Dörrlamm, Magenza, S. 63
  5. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 680
  6. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 681
  7. Chaim Tykocinski: Die Verfolgung der Juden In Mainz im Jahre 1012, A. Favorke, Breslau, 1916
  8. a b c Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 682
  9. a b c d Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 683
  10. a b c Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 684
  11. a b c d Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 685
  12. Dörrlamm, Magenza, S. 22
  13. a b c Dörrlamm, Magenza, S. 68
  14. a b Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 687
  15. Günter Christ, Erzstift und Territorium Mainz, in: Friedhelm Jürgensmeier (Hg.), Handbuch der Mainzer Kirchengeschichte, Bd. 2, S. 28f
  16. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 688
  17. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 689
  18. a b Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 690
  19. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 691
  20. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 694
  21. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 695
  22. Eugen Ludwig Rapp: Chronik der Mainzer Juden. Die Mainzer Grabdenkmalstätte. Herausgegeben von der Jüdischen Gemeinde Mainz, Mainz 1977
  23. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 698
  24. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 699
  25. Schütz, Mainz - Geschichte der Stadt, S. 700
  26. a b Schütz: Magenza, das jüdische Mainz; in: Mainz – Die Geschichte der Stadt, S. 701
  27. http://www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/HTHN-8VL9N4.DE.0 Webseite der Stadt Mainz
  28. a b c Dörrlamm, Magenza, S. 67
  29. a b Dörrlamm, Magenza, S. 69
  30. a b Dörrlamm, Magenza, S. 70
  31. a b Dörrlamm, Magenza, S. 64
  32. Rabbiner loben Vorgehen der Stadt – Jüdische Grabstätten am Hartenberg gehören zu den ältesten in Europa vom 7. September 2007 auf Main-Rheiner.de
  33. Pressemitteilung der Stadt Mainz vom 30. August 2007
  34. Bild eines Zeitungsartikels
  35. Rabbi besichtigt mögliche Gräber – Funde auf Baustelle in Fritz-Kohl-Straße unmittelbar neben Altem Friedhof
  36. Jüdischer Friedhof soll wiederhergestellt werden auf swr.de vom 19. Oktober 2007
  37. Gräberstelle soll zum Friedhof werden – OB Beutel spricht mit Jüdischer Gemeinde über Stellungnahme der Rabbinerkonferenz in der Allgemeinen Zeitung Mainz vom 20. Oktober 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Kategorie:Geschichte (Mainz) Kategorie:Jüdische Geschichte Kategorie:Judentum in Deutschland