Wilhelm Rode

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Wilhelm Rode (17. Februar 1887 in Hannover2. September 1959 in München) war ein deutscher Opernsänger (Bass) und von 1934 bis 1943 Intendant der Deutschen Oper Berlin. Rodes Karriere gilt als „charakteristisches Beispiel für die Günstlingswirtschaft im ‚Dritten Reich‘“.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neue Theateralmanach führt Wilhelm Rode 1913 als Opernsolisten des Stadttheaters Bremerhaven. Rode gastierte auch bei den Salzburger Festspielen. 1929 war er die zweite Besetzung des Don Pizarro, des Bösewichts im Fidelio, 1930 der Ersatz für Hans Hermann Nissen als ehebrecherischer Graf Almaviva in der Hochzeit des Figaro und erneut der Don Pizarro, 1931 erneut Graf Almaviva und zweite Besetzung des Don Pizarro, 1932 erneut Don Pizarro. Im April 1933 der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 1.665.296)[2] sagte er erst am 27. Juli, nur zwei Tage vor der Vorstellung, eine Mitwirkung als Don Pizarro plötzlich „aus politischen Gründen“ ab und fügte hinzu, dass er im nächsten Jahr zu „rein deutschen Festspielen“ kommen würde.[3] An seiner Stelle sang der österreichische Bassbariton Alfred Jerger – derart erfolgreich, dass ihm die Rolle bis zum Anschluss Österreichs erhalten blieb.[4]

Rode wurde nie wieder zu den Salzburger Festspielen eingeladen.

An der Wiener Staatsoper gastierte er unter anderem 17-mal als diabolischer Barone Scarpia in Tosca, siebenmal als Don Pizarro und zweimal als Wanderer in Siegfried. Er sang aber auch Heldenbaritonpartien, wie Amonasro (Aida), Rigoletto und den Simone Boccanegra, Escamillo (Carmen), den Holländer, Amfortas (Parsifal) und den Jochanaan (Salome).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Malisch: Rode, Wilhelm. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Ergänzungsband. 1000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1988, ISBN 3-7917-1153-9, S. 143 (Digitalisat). .
  • Stephen Gallup: Die Geschichte der Salzburger Festspiele. Orac, Wien 1989, ISBN 978-3-7015-0164-9.
  • Josef Kaut: Die Salzburger Festspiele 1920–1981. Residenzverlag, Salzburg 1982, ISBN 978-3-7017-0308-1.
  • Sebastian Werr: Heroische Weltsicht. Hitler und die Musik. Böhlau, Köln 2014, ISBN 978-3-412-22247-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werr, S. 169
  2. Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. Kiel 2004, CD-ROM-Lexikon, S. 5793.
  3. Gallup, S. 103
  4. Kaut, S. 268, 271, 275, 278 und 281