Windbeutel

Windbeutel – auch schweizerdeutsch Ofenchüechli, österreichisch Brandteigkrapferl oder englisch Cream Puff[1][2] genannt – sind aus Brandteig hergestellte hohle Gebäckstücke, meist faustgroß und gefüllt mit Schlagsahne oder anderer Creme,[3] eventuell zusätzlich mit Früchten wie Erdbeeren oder Sauerkirschen. Die aus ungesüßtem Brandteig gebackenen Windbeutel können neben süßen auch pikante Füllungen tragen, für die sich z. B. Quark, Frischkäse oder Avocado-Püree als Grundlage eignen.
Zur Zubereitung werden kleine Portionen der Brandmasse mit einem Spritzbeutel oder einem Löffel in größerem Abstand auf ein Backblech gesetzt. Nach dem Backen werden die Windbeutel noch heiß seitlich aufgeschnitten und dann nach dem Abkühlen gefüllt.
Der Windbeutel kommt ursprünglich als Profiteroles im 18. Jahrhundert aus Frankreich.[2] Der zugehörige Brandteig hingegen wurde ab 1540 in Florentiner Kochbüchern erwähnt.[2]

Profiteroles (französisch für „kleiner Gewinn, kleines Geschenk“) sind kleinere Windbeutel aus zuckerloser Brandmasse, wobei die Füllung eingespritzt wird, ohne dass der Deckel aufgeschnitten wird.[2] Als klassisches Dessert der deutschen, italienischen und französischen Küche werden sie zumeist – wie Eclairs[2] – mit Schlagsahne, Vanille- oder Mokkacreme gefüllt,[2] oder mit Vanilleeis, und oft mit dicker, dunkler Schokoladensauce überzogen serviert. Eine aus kleinen Windbeuteln zusammengesetzte Torte ist die Croquembouche (französisch für: „kracht im Mund“), wird als traditionelle Hochzeitstorte gereicht und kann bis zu einem halben Meter hoch sein.[2]

Kleine Windbeutel mit einer Füllung aus Käsecreme oder würzigem Püree, eventuell mit Wild, dienen zuweilen auch als Einlage für klare Suppen oder als Snack.
Kleine Windbeutel ohne Füllung sind die Gougères,[4] eine Spezialität aus dem Burgund, für die der Brandteig mit geriebenem Käse angereichert wird, vorzugsweise Hartkäse wie Comté, Gruyère oder Greyerzer.[4] Sie werden für festliche Abendessen oder an Weihnachten als Vorspeise gereicht.[4]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- im übertragenen Sinn eine Person, die ohne nachvollziehbare Grundlage inszeniert[3]
- umgangssprachlich auch als Synonym zu Windsack verwendet[3]
- als Goldener Windbeutel als jährlich vergebener Preis der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch für die Werbelüge des Jahres[3][5]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ GuteKueche Medien GmbH: Brandteigkrapfen - Rezept. In: www.gutekueche.at. (gutekueche.at [abgerufen am 10. Dezember 2017]).
- 1 2 3 4 5 6 7 Patisserie: Windbeutel: Der große Fluff. In: Der Tagesspiegel Online. 27. Januar 2017, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 9. August 2026]).
- 1 2 3 4 Windbeutel – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, 6. Dezember 2021, abgerufen am 9. August 2026.
- 1 2 3 Klassische französische Gougères. In: Taste France Magazin. Abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Der Goldene Windbeutel. foodwatch e. V., abgerufen am 9. August 2026.