Wollgräser

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Wollgräser
Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri)

Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Wollgräser
Wissenschaftlicher Name
Eriophorum
L.

Wollgräser (Eriophorum) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Die Arten besiedeln vorwiegend Moorstandorte. Die langen Blütenhüllfäden der Früchte bilden den bezeichnenden weißen bis orangefarbenen Wollschopf der Wollgräser. Die aspektprägenden „Wattebäusche“ zeigen die Pflanzen also nicht, wie landläufig oft angenommen wird, in ihrem blühenden, sondern im bereits fruchtenden Zustand.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eriophorum-Arten wachsen als krautige Pflanzen mit Wuchshöhen von 10 bis zu 60 Zentimetern vor allem in Hochmoor- oder Sumpfgebieten. Ihre Blütenstände bestehen aus je einem oder mehreren vielblütigen Ährchen und bilden einen typischen weißen bis orangefarbenen Wollschopf.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Eriophorum wurde 1753 durch Carl von Linné aufgestellt. Synonyme für Eriophorum L. sind Linagrostis Guett., Plumaria Heist. ex Fabr., Leucoma Ehrh., Eriophoropsis Palla, Plumaria Bubani.[1]

Der Gattungsname Eriophorum ist von den griechischen Wörtern érion für Wolle und phoréein für tragen abgeleitet. Die Gattung Eriophorum gehört zur Tribus Scirpeae in der Unterfamilie Cyperoideae innerhalb der Familie Cyperaceae.[2]

Zur Gattung Eriophorum gehören etwa 18 Arten mit zahlreichen Unterarten und Varietäten, die in den gemäßigten bis subarktischen Gebieten der Nordhalbkugel weitverbreitet sind:[1][2]

Es gibt einige Naturhybriden:[1]

  • Eriophorum ×beringianum Raymond = Eriophorum angustifolium × Eriophorum chamissonis
  • Eriophorum ×fellowsii (Fernald) M.S.Novos. = Eriophorum virginicum × Eriophorum viridicarinatum
  • Eriophorum ×gracilifolium M.S.Novos. = Eriophorum gracile × Eriophorum latifolium
  • Eriophorum ×medium Andersson = Eriophorum chamissonis × Eriophorum scheuchzeri
  • Eriophorum ×polystachiovaginatum Beauverd = Eriophorum angustifolium × Eriophorum vaginatum
  • Eriophorum ×pylaieanum Raymond = Eriophorum chamissonis × Eriophorum vaginatum
  • Eriophorum ×rousseauanum Raymond = Eriophorum angustifolium × Eriophorum scheuchzeri.

Nicht mehr zu dieser Gattung werden gerechnet:

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wollgräser bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bäuseli (Bern), wilde Baumwolle, Baumwollengras, Bensenseide, Bettfedern (Augsburg), Binsenseide (Schlesien), Binsenwatte (Schlesien), Büsseli (Bern), Chüngali (St. Gallen), Dremocksbläder (Ammerland), Dungras, Federbinsen (Schlesien), Federn (Augsburg), Flachsgras (Schlesien), Gaisbärtli (Luzern), Gaisbart (Österreich), Gaiszöggali (St. Gallen bei Sargans), Hundshaar (Österreich), Judenfeder (Schlesien), Kattunbinsen, Kofleesch (Oldenburg), alte Mägde (Schlesien), Mattenflachs, Mattenwoll, Moorseide (Schlesien), Moosfedern (Pinzgau, Salzburg), Moosflaumen (Pinzgau, Salzburg), Püsk (Unterweser), Püsken (Unterweser), Püskegras (Ostfriesland, Unterweser), Quispelbinsen (Schlesien), Riedgras (Luzern, Bern), Riedschütz (St. Gallen bei Obertoggenburg), Seidenbinse (Aargau), Wiesenflachs (Schlesien), Wiesenwollen, Wiskenflast (Unterweser), Wollblumen (Eifel) Wollgras (Schlesien), Wullagräs (St. Gallen bei Werdenberg), Wullblom (Altmark) und Wullgras (Mecklenburg, Unterweser).[3]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q Rafaël Govaerts (Hrsg.): Taxon in Suchmaske eingeben bei World Checklist of Selected Plant Families = WCSP des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. mit Daten aus Rafaël Govaerts, D. A. Simpson: World Checklist of Cyperaceae. Sedges, 2007, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, S. 1–765. letzter Zugriff am 5. Dezember 2014
  2. a b Eriophorum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 5. Dezember 2014.
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 144(online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wollgräser – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien