Sargans

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Sargans
Wappen von Sargans
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Sarganserlandw
BFS-Nr.: 3296i1f3f4
Postleitzahl: 7320
UN/LOCODE: CH SAR
Koordinaten: 751600 / 21107047.0333269.433339480Koordinaten: 47° 2′ 0″ N, 9° 26′ 0″ O; CH1903: 751600 / 211070
Höhe: 480 m ü. M.
Fläche: 9.48 km²
Einwohner: 5964 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 629 Einw. pro km²
Website: www.sargans.ch
Sargans von Westen

Sargans von Westen

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Sargans (Betonung auf der zweiten Silbe), im regionalen südostschweizerischen Dialekt Sargaas [ˌsarˈgaːs],[2] ist eine politische Gemeinde bzw. eine historische Stadt im Schweizer Kanton St. Gallen und das Zentrum des Sarganserlandes.

Geographie[Bearbeiten]

Der tiefste Punkt ist der Bahnhof auf einer Höhe von 480 m ü. M., der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Gonzen auf einer Höhe von 1'830 m ü. M.. Zur Gemeinde gehört der nordöstlich gelegene Ortsteil Vild.

Sargans ist heute Verkehrsknotenpunkt, regionales wirtschaftliches und kulturelles Zentrum und Bildungsstandort mit zahlreichen Schulen.

Ortsname[Bearbeiten]

Der Name wird im Jahr 765 als de Senegaune, später als in Senegaunis, in Sannegannis und ähnlich, 1284 als Sangans und ab dem 15. Jahrhundert in der heutigen Schreibweise erwähnt. Die Deutung des Namens ist unsicher. Möglicherweise liegt ihm der mit dem Suffix -ānus, Plural -ānes erweiterte keltisch-römische Personenname «Sanucus» zugrunde, womit der Ortsname «Ort, wo die Sippe des Sanucus lebt» bedeuten würde. Ein solcher Personenname ist in der Colonia Augusta Raurica belegt, und eine lautliche Entwicklung von *Sanucānes zu den historischen Formen des Typs Sanegans ist sprachwissenschaftlich möglich.[3][2]

Volksetymologisch wird der Ortsname in einer Sage erklärt, in der es heisst, die Bewohner der damals noch namenlosen Siedlung hätten ein Kind zum Flüsschen Saar in der Ebene geschickt mit dem Wunsch, ihren Ort nach dem Tier zu benennen, das dann zu schwimmen käme. Es sei eine Gans gewesen...

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte und Gegenwart von Sargans wird seit jeher durch den Verkehr bestimmt. Als «Doppeltor zu den Alpen» mit den Zugängen aus dem Seez- und Rheintal finden sich urgeschichtliche, römische, mittelalterliche und neuzeitliche Siedlungsspuren auf engem Raum vereint. Die 1858/59 gebaute Eisenbahn sowie moderne Strassen und Autobahnen unterstreichen die gute Verkehrslage, die offene Haltung und ein vielfältiges Beziehungsnetz der Sarganserinnen und Sarganser in die nähere und weitere Umgebung.

Vom 1. bis 3. Jahrhundert stand in Sargans ein römischer Gutshof. Bereits damals wurde Erz am Gonzen abgebaut. Das Eisenbergwerk war bis 1966 in Betrieb und kann heute besichtigt werden. Für Sargans und auch das Sarganserland bildete es während Jahrhunderten einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor.

Im Jahre 765 n. Chr. wurde Sargans als «Senegaune» erstmals urkundlich erwähnt. Im 9. Jahrhundert ist eine christliche Kirche nachweisbar, ab 1100 wurde der erste Turm des Schlosses erbaut. Bis 1798 war das Schloss das Zentrum der Grafschaft Sargans und namensgebend für das Adelsgeschlecht der Grafen von Werdenberg-Sargans. Sie gründen um 1260 das Städtchen bzw. die Stadt Sargans. Gegenüber den Nachbarorten der Grafschaft Sargans hatten die Stadtbürger bis 1798 Vorrechte. Das Städtchen wurde 1811 durch einen grossen Brand zerstört. Seit Sommer 2007 macht der «Sarganser Kulturpfad» auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam. Neben den von Stadtgraben und -mauern umgebenen Häusern im Zentrum gehören auch die Weiler Schwefelbad, Farb, Töbeli, Vild, Ratell und Prod zur Gemeinde Sargans.

Seit 1803 ist Sargans Hauptort des Sarganserlandes im neu gegründeten Kanton St. Gallen. Nach der Rheinregulierung und der Melioration der Rheinebene begann Im 20. Jahrhundert ein starkes Bevölkerungswachstum und eine Ausweitung der Siedlungsfläche.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die wichtigste Sarganser Sehenswürdigkeit und Wahrzeichen und Symbol des ganzen Sarganserlandes ist das Schloss Sargans, welches das «Museum Sarganserland» beherbergt.[4] Das Museum wurde 1984 mit dem Preis «Museum des Jahres in Europa» geehrt und 1987 in die Liste der 37 besuchenswertesten Museen der Welt aufgenommen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Eisenbergwerk Gonzen, das heute als Schaubergwerk zugänglich ist und eine erlebnisreiche Tour «unter Tag» möglich macht.

Die Sehenswürdigkeiten von Sargans sind auf dem informativen Sarganser Kulturpfad zugänglich.[5]

Kirchen[Bearbeiten]

Römisch-katholische Hauptkirche ist in erhöhter Lage am Rande der Altstadt St.Oswald & Cassian.

Im Nordwesten des Städtchens wurde 1959 die reformierte Kirche Sargans erbaut.

Bei Vild steht am Beginn des Saumweges oberhalb von Matug die Marienkapelle Vild.

Sarganser Mittelaltertage[Bearbeiten]

Sargans als historisches Städtchen seit Mitte des 13. Jahrhunderts bildet die Kulisse für die seit 2009 durchgeführten Sarganser Mittelaltertage. Unter dem Aspekt «klein, aber fein» wird jeweils versucht, einen Markttag um 1250 möglichst authentisch darzustellen. Die Durchführung liegt in Händen einheimischer initiativer Personen, unter Zuzug von spezialisierten Mittelaltergruppen. Organisation: Gemeinde Sargans mit dem Sarganser Kulturpfad und Historischer Verein Sarganserland. Sarganser Mittelaltertage: 5. September 2009, 21. Mai 2011, 29. Juni 2013, 30. Mai 2015. Neu ist der am 27. März 2015 gegründeten Verein Historia Sanegauns hauptverantwortlich für die Organisation.[6][7][8]

Kantonsschule[Bearbeiten]

Sargans verfügt über eine Kantonsschule, 1963 als erste Landmittelschule des Kantons St. Gallen gegründet, die neben dem Gymnasium auch Wirtschaftsmittelschul- und Fachmittelschulabschlüsse anbietet. Die Kantonsschule lehrt zurzeit rund 750 Schüler und hat circa 100 Lehrer angestellt. Neben dem Schulbetrieb entfaltet sie ein reiches kulturelles Leben, insbesondere auch mit der seit 1976 etablierten Erwachsenenbildung Sarganserland.

Unweit der Kantonsschule steht die Regionale Sportanlage (RSA), die für den Schulsport, besonders aber auch für Vereinssport und Veranstaltungen offensteht und einen regionalen Treffpunkt darstellt. Die Sporthalle wurde 2010 abgebrochen, neu erstellt und im Juni 2012 als «Sporthalle Riet» eingeweiht. Seit November 2006 wird auf dem Areal in den Wintermonaten jeweils auch der «Eispark Sarganserland», die erste Eisbahn des Sarganserlandes, betrieben.

Verkehr[Bearbeiten]

Sargans ist ein Verkehrsknotenpunkt, da sich hier zwei Täler vereinigen. Im Strassenverkehr befindet sich hier ein Autobahndreieck mit der A3 und A13. Im Schienenverkehr trifft im Bahnhof Sargans die Bahnstrecke Ziegelbrücke–Sargans auf die Bahnstrecke Chur–St. Margrethen.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lucie Bolliger Ruiz: Die Orts- und Flurnamen von Sargans. 1984.
  • Lucie Bolliger Ruiz: Die romanischen Orts- und Flurnamen von Sargans. In: Vox Romanica 49/50 (1990/91), S. 165–270.
  • Mathias Bugg: Sargans. In: Schweizer Städtebilder. Urbane Ikonographien (15.–20. Jahrhundert). Hrsg. von Bernd Roeck u. a.. Zürich 2013, S. 497–504 (Entwicklung der Stadt Sargans anhand von Bildquellen).
  • Mathias Bugg: Sargans (Stadt). In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2, 2013, S. 809–810.
  • Mathias Bugg: Unterwegs auf dem Sarganser Kulturpfad. 2008.
  • Mathias Bugg: Das Schloss Sargans um 1900. 1999.
  • Div. Autoren: Kunstführer durch die Schweiz. Sargans, Band 1, 2005.
  • Benedikt Frei: Der römische Gutshof von Sargans. 1971.
  • Wolfgang Göldi: Sargans im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Johannes Huber: Katholische Gebetsstätten in Sargans. 2002.
  • Paul Hugger: Der Gonzen. 2000 Jahre Bergbau. 1991.
  • Franz Perret: 1100 Jahre Pfarrei Sargans 850–1950. 1950.
  • Erwin Rothenhäusler, Dora Fanny Rittmeyer, Benedikt Frei: Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Band I: Bezirk Sargans. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 25). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1951. DNB 750089172.
  • Anton Stucky: Sargans Schulgeschichte. 1982.
  • Werner Vogler (Hrsg.): Sargans in alten Ansichten. 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

Schloss Sargans
 Commons: Sargans – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 796 f.
  3. Lucie Bolliger Ruiz: Die romanischen Orts- und Flurnamen von Sargans. In: Vox Romanica 49/50 (1990/91), S. 245.
  4. Museum Sarganserland. Abgerufen am 19. Oktober 2013.
  5. Sarganser Kulturpfad. Abgerufen am 19. Oktober 2013.
  6. Mittelaltertag Sargans. In: medievalandmore. 29. Mai 2011. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  7. Mittelaltertag in Sargans. comthurey-alpinum.ch. Abgerufen am 13. Oktober 2011.
  8. 21. Mai 2011 – Mittelaltertag in Sargans. lebendige-geschichte.ch. 23. September 2010. Abgerufen am 13. Oktober 2011.