Younes Ouaqasse

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Younes Ouaqasse

Younes Ouaqasse (* 18. November 1988 in Mannheim) ist ein deutscher[1] Studentenvertreter marokkanischer Abstammung. Er ist seit 2012 Landesvorsitzender des RCDS Thüringen. Von Dezember 2012 bis Dezember 2014 war er Mitglied des Bundesvorstands der CDU. Er war von 2008 bis 2010 Bundesvorsitzender der Schüler Union[2][3] und im Jahr 2011 für kurze Zeit Chefredakteur des Junge-Union-Magazins Die Entscheidung.

Leben[Bearbeiten]

Younes Ouaqasse wurde als Sohn marokkanischer Eltern in Mannheim geboren. Nach der Trennung der Eltern ging er im Alter von vier Jahren zu seiner Großmutter nach Marokko. Dort besuchte er die Grundschule. Mit acht Jahren kehrte er nach Deutschland zurück. Aufgrund seiner Sprachdefizite bekam er eine Hauptschulempfehlung. Nach dem Hauptschulabschluss holte er die Mittlere Reife nach. Im Alter von 16 Jahren erhielt er die Deutsche Staatsbürgerschaft.[1] Im Mai 2009 erwarb er das Fachabitur an der Fachoberschule in Ludwigshafen.[4] Seit 2010 studiert er Betriebswirtschaftslehre an der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena.

Politik[Bearbeiten]

Younes Ouaqasse

Im Alter von 15 Jahren begann Ouaqasse, sich für Politik zu interessieren und trat in seiner Heimatstadt Mannheim der Schüler Union bei. 2005 wurde er mit 16 Jahren Mitglied der CDU und der Jungen Union. Nach Engagement auf Kreisebene wurde er im November 2006 als Beisitzer in den Bundesvorstand der Schüler Union Deutschlands gewählt. Auf der 36. Bundesschülertagung in Berlin wurde Ouaqasse zum Vorsitzenden der Schüler Union gewählt. Seine Wiederwahl erfolgte am 28. März 2009 in Bremen. Am 30. Mai 2010 trat Ouaqasse aus Altersgründen nicht mehr für eine weitere Amtszeit in der Schüler Union an. Als Vorsitzender des RCDS-Thüringen fordert Ouaqasse die Einführung von Onlinewahlen an Hochschulen und bezeichnete Datenschutzbedenken bei Onlinewahlen als „Fortschrittsangst und Unwissen“.[5]

Younes Ouaqasse war der erste Vorsitzende einer CDU-Vereinigung mit Migrationshintergrund.[6] Er ist gläubiger Muslim, lehnt aber islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen ab, da dieser die Integration von Muslimen in Deutschland verhindere.[7] Im Zusammenhang mit dem Volksbegehren Pro Reli betonte Ouaqasse die zentrale und essentielle Aufgabe des staatlichen Religionsunterrichts bei der Vermittlung von Toleranz und Aufklärung über fremde Kulturen.[8] Auch fordert er neben dem katholischen und evangelischen Religionsunterricht eine stärkere Betonung des Ethik-Unterrichts an Schulen, damit Jugendliche gemeinsam unterschiedliche Religionen kennenlernen und einen interreligiösen Dialog führen können.[9] Bildungspolitisch setzt sich Ouaqasse für den Erhalt des in Deutschland bestehenden dreigliedrigen Schulsystems aus Gymnasium, Real- und Hauptschule ein, da sich dieses System bewährt habe.[10] Das Rechtsinstitut der doppelten Staatsangehörigkeit für in Deutschland lebende Migranten hält Ouaqasse nicht für erforderlich.[1]

Nach dem Amoklauf in Ludwigshafen im Februar 2010 machte sich Ouaqasse öffentlich für stärkere Sicherheitsmaßnahmen an Schulen stark. Er forderte unangemeldete Patrouillengänge der Polizei auf Schulhöfen, den Einsatz privater Sicherheitsfirmen und Zutrittslegitimation zum Schulgelände via Chipkarten.[11]

Von 2012 bis 2014 war er Beisitzer im Landesvorstand der Europa-Union Thüringen. Seit Anfang Dezember 2012 gehörte Ouaqasse dem CDU-Bundesvorstand als Beisitzer an, wobei ihm im Dezember 2014 die Wiederwahl misslang.[12]

Im Februar 2014 versuchte Younes Ouaqasse bei der Aufstellung der Thüringer Kandidaten für die Europawahl einen aussichtsreichen Listenplatz zu erringen. Er unterlag in zwei Kampfkandidaturen unter anderem dem amtierenden Thüringer Europaabgeordneten Dieter-Lebrecht Koch.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Younes Ouaqasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c "Wollte mir meinen Platz in Deutschland erarbeiten" Interview mit Younes Ouaqasse in: Die WELT vom 22. Februar 2013
  2. Die neue Doppelspitze, Online-Vorschau der Entscheidung II/2011, März 2011
  3. Stabwechsel in der Chefredaktion, Online-Vorschau der Entscheidung IV/2011, Juli 2011
  4. Kein Cem Özdemir in Schwarz, Focus Online, 28. März 2009
  5. Urabstimmung über Online-Wahlen in Jena
  6. „Was sagen Sie dazu?“, Christliche Mitte, 1. Mai 2009
  7. Junger Konservativer. Schwarz aus Überzeugung, DER SPIEGEL, 12. Januar 2009
  8. SU-Chef Ouaqasse: Religionsunterricht ist von zentraler Bedeutung – auch in Berlin!
  9. Interview mit Younes Ouaqasse: „Man muss sich einfach anpassen.“ Bayerischer Rundfunk
  10. Younes Ouaqasse: Der Muslim, der den christlichen Nachwuchs führt Süddeutsche Zeitung, 29. März 2009
  11. Haftbefehl gegen 23-Jährigen wegen Mordes SPIEGEL Online, 19. Februar 2010
  12. 24 Jahre, Muslim - und im CDU-Bundesvorstand
  13. CDU-Kreisverband mit Niederlage auf Landesparteitag