Paul Ziemiak

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Paul Ziemiak (2014)

Paul Ziemiak (* 6. September 1985 in Stettin, Polen) ist ein deutscher Politiker der CDU. Seit dem 19. September 2014 ist er Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er im Wahlkreis Herne – Bochum II und zog in den 19. Deutschen Bundestag ein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziemiak wurde im polnischen Stettin geboren und zog 1988[1] mit seinen Eltern nach Iserlohn. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Osnabrück und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.[2] Das Jurastudium schloss er nicht ab. Anschließend schrieb er sich bei der Business and Information Technology School in Iserlohn zum Studium der Unternehmenskommunikation ein.[3]

Seit 2005 ist er Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Widukind Osnabrück im CV. Des Weiteren ist er Mitglied der KDStV Winfridia (Breslau) Münster.

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziemiak trat 1999 erst in die Junge Union und 2001 dann auch in die CDU ein. Von 1999 bis 2001 war er der erste Vorsitzende des neugegründeten Kinder- und Jugendparlaments der Stadt Iserlohn. 2002 wurde er Mitglied des Kreisvorstandes der Jungen Union im Märkischen Kreis. 2006 wurde er in den Landesvorstand der JU NRW gewählt. 2007 wurde er Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes. 2009 übernahm er die Führung des Bezirksverbandes der Jungen Union Südwestfalen. Seit 2011 ist er Vorsitzender der CDU Iserlohn und Mitglied des Vorstandes der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Iserlohn. Darüber hinaus ist er Mitglied des Bezirksvorstandes der CDU Südwestfalen.

Am 25. November 2012 wurde Ziemiak zum Landesvorsitzenden der Jungen Union NRW gewählt und hatte dieses Amt bis zum 15. November 2014 inne.[4] 2014 trat er auf dem Deutschlandtag der Jungen Union nach wochenlangem Wahlkampf in einer Kampfkandidatur um den Bundesvorsitz der Jungen Union gegen Benedict Pöttering an und gewann mit 63 Prozent der Stimmen.[5] Es war die erste Kampfkandidatur um diesen Posten seit 1973.[6] Ziemiak löste damit Philipp Mißfelder ab, der nicht erneut kandidierte. Am 14. Oktober 2016 wurde Ziemiak auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Paderborn mit 85 Prozent der Stimmen erneut zum Bundesvorsitzenden gewählt. Im Februar 2017 war er Mitglied der 16. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Ziemiak als Nachfolger für Ingrid Fischbach im Wahlkreis Herne - Bochum II.[7] Die Wahlkreisvertreterversammlung stellte ihn Anfang Juli 2016 mit einer Zustimmung von 97 Prozent als Kandidaten auf. [8]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politischen Schwerpunkte Ziemiaks sind unter anderem Generationengerechtigkeit, Bildung, Digitalisierung und Energiepolitik. Ziemiak kritisierte die Einführung der Rente mit 63 durch die Große Koalition in mehreren Interviews.[9] Auf dem Deutschlandtag 2014 plädierte Ziemiak dafür, den Fokus in der Bildungspolitik stärker auf „Nicht-Akademiker“ zu legen, Deutschland müsse ein Land der Möglichkeiten für alle sein.[10] Zudem mahnte er die Bundesregierung mehr in Breitbandausbau und Digitalisierung zu investieren.[11] Mit Blick auf die aktuelle Ukraine-Krise plädiert Ziemiak für eine stärkere europäische Koordinierung der Energiepolitik.[12] Viel zitiert wurde seine Forderung nach einem harten Durchgreifen gegen Extremisten und Islamisten in Deutschland: „Wer die Scharia mehr achtet als das Grundgesetz – da hilft kein Integrationskurs, da hilft nur Gefängnis.“[13] Auf dem CDU-Bundesparteitag am 9. und 10. Dezember 2014 in Köln setzte sich Ziemiak zusammen mit den CDU-Vereinigungen MIT und CDA erfolgreich für die Abschaffung der kalten Progression ein.[14]

Ziemiak befürwortet die Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften und die Adoptionen durch homosexuelle Paare.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paul Ziemiak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gedanken zur Flüchtlingsfrage. In: kreuz-und-quer.de, 7. September 2015.
  2. Vita www.paul-ziemiak.de
  3. Robert Roßmann: Wie offen soll man die Mutterpartei attackieren? In: Süddeutsche Zeitung. 18. September 2014; abgerufen am 31. Januar 2015.
  4. 50. JU NRW-TAG: Florian Braun neuer Landesvorsitzender. In: Junge Union. 15. November 2014; abgerufen am 12. Dezember 2015.
  5. Paul Ziemiak ist neuer Vorsitzender. In: Handelsblatt. 19. September 2014; abgerufen am 14. Dezember 2014.
  6. Merkel attackiert die AfD. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. September 2014; abgerufen am 14. Dezember 2014.
  7. https://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/weiterenachrichten/nordrheinwestfalen/JU-Vorsitzender-Ziemiak-kandidiert-fuer-den-Bundestag;art5192,3020847
  8. CDU stellt Ziemiak mit 97 Prozent für Kreis Herne-Bochum auf. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 2. Juli 2016; abgerufen am 28. August 2016.
  9. Gregor Mayntz: Junge Union will die Rente mit 63 abschaffen. In: Rheinische Post. 22. September 2014; abgerufen am 18. Dezember 2014.
  10. Paul Ziemiak ist neuer Chef der Jungen Union. In: Die Zeit. 20. September 2014; abgerufen am 18. Dezember 2014.
  11. Neuer JU-Chef ruft zu Geschlossenheit auf. In: Focus. 22. September 2014; abgerufen am 18. Dezember 2014.
  12. Andreas Herholz: Wir Jungen müssen für das Rentenpaket teuer bezahlen. In: Nordwest-Zeitung. 22. September 2014; abgerufen am 18. Dezember 2014.
  13. dpa: Paul Ziemiak - konstruktiv, nicht harmlos. In: Westdeutsche Zeitung. 21. September 2014; abgerufen am 18. Dezember 2014.
  14. Robin Alexander, Claudia Ehrenstein, Miriam Hollstein: "Steuerrebellen" setzen sich gegen Merkel durch. In: Die Welt. 8. Dezember 2014; abgerufen am 18. Dezember 2014.
  15. http://www.deutschlandfunk.de/gleichstellung-in-parteien-und-politik-fortschritte-und.724.de.html?dram:article_id=383901, Gaby Mayr: Fortschritte und Tabubrüche Im: Deutschlandfunk, 15. April 2017