Schüler Union Deutschlands

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Basisdaten
Gründungsdatum: 2. Juli 1972
Gründungsort: Bad Godesberg
Vorsitzender: Monika A. Czyż
Stellvertreter: Leon Hanschmann
Jascha A. Hoppe
Beisitzer: Filiz Mert
Nico Schmidl
Bundesgeschäftsführerin,
Stellvertreter:
Martha Nowakowski, Louis Ulrich
Website: www.schueler-union.de

Die Schüler Union Deutschlands (kurz: SU) ist eine unabhängige CDU- und CSU-nahe Schülerorganisation in Deutschland. Sie agiert als bundesweite politisch christdemokratische Interessenvertretung der Schüler. 1972 gegründet, um dem „Links-Ruck“ unter Schülern und Lehrern entgegenzutreten, versteht sie sich heute als Dienstleister für Schüler und insbesondere Schülervertretungen. Die Schüler Union Deutschlands hat bundesweit nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Mitglieder und stellt somit die mitgliederstärkste politische Schülerorganisation in Deutschland dar. Innerhalb der CDU/CSU wird die SU als „Sonderorganisation“ geführt.[1]

Inhaltliches Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeinpolitische Standpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation beschreibt sich in ihrem Grundsatzprogramm als „christlich-soziale, liberale und konservative Interessenvertretung aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland“. Das Hauptengagement soll dabei auf der Vertretung der Meinungen der Schüler-Generation im politischen Alltag liegen. Sie geht damit in vielen Fällen auf Konfrontation mit den gesetzlichen Schülervertretungen. In Einzelfällen unterstützt die Schüler Union Deutschlands aber auch die Schülervertretungen vor Ort.

Die Organisation bekennt sich zur Demokratie und möchte im Sinne eines christlichen Menschenbildes handeln, das von der „Verantwortung für andere, Nächstenliebe und Gemeinschaft als Sinnbild für Miteinander statt Gegeneinander“ geprägt ist. Sie fordert einen positiv gelebten Patriotismus und die Umsetzung des europäischen Gedankens. Christlich-bürgerliche Werte betrachten die Mitglieder der Schüler Union Deutschlands als ihre Leitkultur.

Bildungspolitische Standpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bildungspolitischen Standpunkte wurden zuletzt am 25. November 2007 im Grundsatzprogramm der Schüler Union Deutschlands auf der 35. Bundesschülertagung in Bonn beschlossen.

Die Organisation ist die einzige politische Schülerorganisation, die sich ausdrücklich zum gegliederten Schulsystem bestehend aus Haupt- und Realschule sowie dem Gymnasium bekennt. Sie fordert, dass alle drei Schulformen stärker eigene Profile entwickeln und der Wechsel unter den Schulformen ermöglicht wird. Weitere Forderungen, die die Schüler Union Deutschlands erhebt, sind Chancengleichheit, frühkindliche Bildungsmaßnahmen, eine bessere personelle und materielle Ausstattung der Schulen, demokratische Mitbestimmung der Schüler sowie eigenverantwortliches Handeln der Schulen, aber auch der Schülervertretungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation ging am 2. Juli 1972 auf Bundesebene aus dem Verband Kritischer Schüler hervor. Und ist damit die älteste der parteinahen Schülerorganisationen.[2] Ihre Gründung ist im direkten Zusammenhang mit der Studentenbewegung der späten 1960er Jahre zu sehen, die schließlich auch die Schulen erreichte: Die SU trat offen in Opposition zu den „68ern“ in Schülerschaft[3] und Lehrerkollegium. 1973 hatte die SU in 11 Landesverbänden 20.000 Mitglieder,[3] 2008 nach eigenen Angaben ungefähr 10.000 Mitglieder.[2]

Bundesvorsitzende/-sprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972–1973 Hans Reckers (Landesverband (LV) Niedersachsen)
  • 1973–1974 Klaus Walther (LV Hessen)
  • 1974–1976 Christoph von Bülow (LV Niedersachsen)
  • 1977–1978 Wolfgang Kühl (LV Hamburg)
  • 1978–1980 Christian Wulff (LV Niedersachsen)
  • 1980–1981 Peter Pott (LV Rheinland)
  • 1982–1984 Peter Stefan Herbst (LV Rheinland)
  • 1984–1985 Volker Streu (LV Hamburg)
  • 1985–1986 Michael Schottenhamel (LV Bayern)
  • 1986–1988 Dirk Bettels (LV Niedersachsen)
  • 1988–1989 Johannes Kram (LV Rheinland-Pfalz)
  • 1989–1990 Harald Größmann (LV Nordrhein-Westfalen)
  • 1990–1992 Frank Schuster (LV Rheinland-Pfalz)
  • 1992–1994 Marcus Ostermann (LV Schleswig-Holstein)
  • 1994–1995 Michael Güntner (LV Hessen)
  • 1995–1996 Christian Burkiczak (LV Nordrhein-Westfalen)
  • 1996–1997 Florian Schuck (LV Rheinland-Pfalz)
  • 1997–1998 Christian Jung (LV Baden-Württemberg)
  • 1998–2000 Philipp Mißfelder (LV Nordrhein-Westfalen)
  • 2000–2001 Sebastian Warken (LV Saarland)
  • 2001–2004 Mark Blue (LV Schleswig-Holstein)
  • 2004–2005 Karolina Swiderski (LV Nordrhein-Westfalen)
  • 2005–2006 Veit Albert (LV Niedersachsen)
  • 2006–2008 Lukas Krieger (LV Berlin)
  • 2008–2010 Younes Ouaqasse (LV Baden-Württemberg)
  • 2010–2011 David Winands (LV Nordrhein-Westfalen)
  • 2011–2012 Lutz Kiesewetter (LV Baden-Württemberg)
  • 2012–2013 Leopold Born (LV Hessen)
  • 2013–2014 Lars von Borstel (LV Hessen)
  • 2014–2015 Niklas Uhl (LV Saarland)
  • 2015–2016 Tizian Wollweber (LV Hessen)
  • 2016–2017 Julius K. Gröhler (LV Berlin)
  • seit 2017 Finn C. Wandhoff (LV Schleswig-Holstein)

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglied kann werden, wer sein 12. Lebensjahr vollendet hat und Schüler einer allgemein- oder berufsbildenden Schule ist oder eine Ausbildung absolviert. Nach Verlassen der Schule bzw. Beenden der Ausbildung erlischt die Mitgliedschaft automatisch. In einigen Landesverbänden ist ein Höchstalter festgesetzt worden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Gliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation ist in Landesverbänden organisiert, die von der Größe her an die Bundesländer gekoppelt sind. Bedingt durch den Bildungsföderalismus der Bundesrepublik kommt den Landesverbänden eine größere Bedeutung als dem Bundesverband zu. Letzterer ist ein Arbeitskreis der Landesverbände und dient ausschließlich der Koordination der Landesverbände.

Die einzelnen Landesverbände sind in Bezirks-, Kreis- und Stadtverbände sowie in Schulgruppen unterteilt, die sich aus Arbeitsgruppen der Jungen Union oder aus parteiunabhängigen Gruppierungen zusammensetzen. Der Großteil der Landesverbände ist eigenständig.

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Vorsitzende(r)
Baden-Württemberg Michael Bodner
Bayern Josef Rohrmoser
Berlin Endrik Schulze
Brandenburg Saskia Boehm
Hamburg Martha Nowakowski
Hessen Julia Becker
Nordrhein-Westfalen Monika A. Czyż
Rheinland-Pfalz Anna Zobel
Saarland Vivien Rupp
Sachsen-Anhalt Felix Briese
Schleswig-Holstein Amelie Harken
Thüringen Leonard Kramer

Organe des Bundesverbandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesverband, der als Arbeitsgemeinschaft der Jungen Union Deutschlands arbeitet, besitzt drei Organe, die Bundesschülertagung (BST), den Bundeskoordinationsausschuss (BKA) sowie den Bundesvorstand.[4]

Höchstes Gremium ist die Bundesschülertagung (BST), die Delegiertenversammlung aus allen Landesverbänden. Jeder der Landesverbände entsendet neben dem Landesvorsitzenden zehn weitere stimmberechtigte Delegierte. Die Bundesschülertagung fasst schul- sowie bildungspolitische Beschlüsse. Nur auf der BST können Änderungen der Satzung und des Grundsatzprogramms beschlossen werden.

Die Delegierten der Bundesschülertagung wählen den fünfköpfigen Bundesvorstand, der aus einem Vorsitzenden, zwei Stellvertretern und zwei Beisitzern besteht. Der Bundesvorstand kann auf Vorschlag des Bundesvorsitzenden einen Bundesgeschäftsführer und einen stellvertretenden Bundesgeschäftsführer wählen. Der Bundesvorstand ist auf 12 Monate, höchstens jedoch auf 18 Monate, gewählt und ist für eine kontinuierliche Arbeit der Schüler Union Deutschlands verantwortlich.

Ferner tagt zwischen den (in der Regel jährlich abgehaltenen) Bundesschülertagungen der Bundeskoordinationsausschuss (BKA), der sich aus dem Bundesvorstand und einem stimmberechtigten Vertreter je Landesverband, in der Regel dem jeweiligen Landesvorsitzenden, zusammensetzt. Der BKA koordiniert die politische Zusammenarbeit der Landesverbände und hat Maßnahmen im schul- und bildungspolitischen Bereich vorzubereiten und durchzuführen.

Quellenbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der CDU
  2. a b Gerd F. Hepp: Bildungspolitik in Deutschland: Eine Einführung. Springer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-531-93122-7 (google.de [abgerufen am 18. Juni 2018]).
  3. a b Schüler Union (SU), Geschichte der CDU, Konrad-Adenauer-Stiftung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung. (kas.de [abgerufen am 18. Juni 2018]).
  4. Satzung der Schüler Union Deutschlands

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Linde Apel: Gefühle in Bewegung: Autobiographisches Sprechen über die Jugend. In: Knud Andresen/Linde Apel/Kirsten Heinsohn (Hrsg.): Es gilt das gesprochene Wort. Wallstein Verlag, 2015, ISBN 978-3-8353-1629-4, S. 59–77.
  • Linde Apel: Die Opposition der Opposition: Politische Mobilisierung an Oberschulen jenseits der Protestgeneration, in: Massimiliano Livi/Daniel Schmidt/Michael Sturm (Hrsg.): Die 1970er Jahre als schwarzes Jahrzehnt. Politisierung und Mobilisierung zwischen christlicher Demokratie und extremer Rechter. Campus, Frankfurt a. M./New York 2010, S. 57–72. ISBN 978-3-593-39296-7
  • Christoph von Bülow (Hrsg.): Die Schüler-Union: Tendenzwende an den Schulen?, NBV, Bonn 1975 (Forum Politik) ISBN 3-8097-0011-8
  • Joseph Stenger: La Schüler-Union: Etude d'un mouvement de jeunes lycéens en République Fédérale allemande de 1972 à 1980, Verlag Peter D. Lang (Europäische Hochschulschriften Band 30), Frankfurt am Main/Bern 1982 ISBN 3-8204-5894-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]