Ernst & Young

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Ernst & Young Global Limited (EYG)
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Rechtsform Ltd.
Gründung 1989 (einzelne Gesellschaften seit 1849)
Sitz London, Vereinigtes Königreich[1]
Leitung Mark Weinberger (Chairman & CEO)
Mitarbeiter 212.000 (30. Juni 2015)[2]
Umsatz 28,7 Mrd. US-Dollar (2015)[2]
Branche Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Managementberatung
Website www.ey.com

Ernst & Young ist ein unter dem Kürzel EY global operierendes Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung sowie Unternehmens- bzw. Managementberatung. EY gehört zu den Big Four − den vier größten Prüfungs- und Beratungsgesellschaften.

Die internationale EY-Organisation unter dem Dach von Ernst & Young Global Limited (EY Global) beschäftigte im Jahr 2015 über 212.000 Mitarbeiter an 700 Standorten in 150 Ländern. Der Gesamtumsatz des weltweiten Netzwerks belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 28,7 Mrd. US-Dollar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Unternehmen EY (Ernst & Young) ist das Ergebnis einer ganzen Reihe von Verschmelzungen von Vorgängerorganisationen. Die älteste Ursprungsgesellschaft wurde 1849 in England als Harding & Pullein gegründet. Im selben Jahr trat der Amerikaner Frederick Whinney in das Unternehmen ein. Er wurde 1859 Partner, und mit seinen Söhnen als weiteren Partnern wurde das Unternehmen 1894 in Whinney, Smith & Whinney umbenannt.

Alwin und Theodore Ernst gründeten 1903 in Cleveland die Firma Ernst & Ernst. 1906 wurde Arthur Young & Company in Chicago gegründet. Ein prominenter Klient von Ernst & Ernst in den 1920er Jahren war der schillernde Spekulant und „Zündholzkönig“ Ivar Kreuger.[3]

1965 verschmolz Whinney, Smith & Whinney mit Brown, Fleming & Murray zu der Buchführungs- und Beratungsfirma Whinney Murray. Whinney, Smith & Whinney waren schon seit den 1940er Jahren eng mit Ernst & Ernst verbunden, und 1979 schlossen sich Whinney Murray, Ernst & Ernst und Turquands Barton Mayhew als Ernst & Whinney zusammen, der damals viertgrößten Buchführungsgesellschaft der Welt. 1989 verschmolz diese Nummer vier mit der damaligen Nummer fünf, Arthur Young, woraus Ernst & Young entstand. Das Unternehmen baute seine Beratungsaktivitäten in den 1980er und 1990er Jahren stark aus. Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC und institutionelle Investoren äußerten zunehmende Bedenken wegen möglicher Konflikte zwischen Beratungs- und Prüfungstätigkeiten. Ernst & Young war das erste der fünf größten US-Wirtschaftsprüfungsunternehmen, das seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Systemintegration und des Auditing formal und faktisch vollständig trennte.

Im Mai 2000 wurde der Beratungsbereich für 11 Milliarden US-Dollar an das französische Beratungs- und IT-Service-Unternehmen Cap Gemini verkauft, woraus die Beratungsfirma Cap Gemini Ernst & Young entstand, die später in Capgemini zurückbenannt wurde.

Im Dezember 2010 erhob New Yorks Attorney General Andrew Cuomo Anklage gegen Ernst & Young. Der Firma wurde vorgeworfen, der Investmentbank Lehman Brothers mit Bilanztricks geholfen zu haben, das Ausmaß der wahren Verschuldung verschleiert zu haben. Cuomo forderte nicht nur die mehr als 150 Millionen US-Dollar an Gebühren zurück, die Ernst & Young in den Jahren 2001 bis 2008 für die Prüfung der Lehman-Bücher kassiert hatte, sondern wollte zudem den Schaden eintreiben, der den Investoren entstanden war, als die Bank im September 2008 pleiteging.[4]

Am 1. Juli 2013 übernahm Mark Weinberger die Position des Global Chairman und CEO der globalen EY-Organisation und richtete das Unternehmen neu aus. Unter seiner Führung wurde der Markenname von Ernst & Young zu „EY“ geändert.[5]

Zu den Kunden von EY gehören u.a. Amazon, Amgen, Beiersdorf AG, BP, Coca-Cola, Google, HeidelbergCement, Intel, Oracle und Siemens.[6]

EY Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche EY-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Stuttgart (Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft). Ende Juni 2015 beschäftigte sie 8850 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,53 Mrd. Euro und belegte damit Platz zwei unter den vier großen deutschen Prüfungs- und Beratungsunternehmen (Big Four).[7]

EY ist an 21 Niederlassungen in Deutschland präsent: Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Essen, Eschborn (nahe Frankfurt am Main), Freiburg, Hamburg, Hannover, Heilbronn, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Ravensburg, Saarbrücken, Singen, Stuttgart und Villingen-Schwenningen.

Im Dezember 2008 legte EY seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vor. Der Bericht informiert nach eigenen Angaben über die ethisch, gesellschaftlich und ökologisch relevanten Aktivitäten und Vorhaben in allen Unternehmensbereichen.[8]

Sitz von EY in Eschborn

Dienstleistungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dienstleistungsangebot von EY Deutschland umfasst die Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Beratung, die Steuerberatung, Transaktionsberatung und die Managementberatung. Es richtet sich sowohl an große als auch an mittelständische und kleine Start-up-Unternehmen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst & Young Deutschland geht zurück auf die 1919 gegründete Schitag (Schwäbische Treuhand-AG) sowie die im gleichen Jahr gegründete Datag (Deutsche Allgemeine Treuhand AG), die sich in den 1980er Jahren den internationalen Verbünden von Arthur Young bzw. Ernst & Whinney anschlossen. 1994 fusionierten die beiden Gesellschaften zu Schitag Ernst & Young, und ab 1999 firmieren auch die beiden deutschen Mitgliedsgesellschaften unter dem gemeinsamen Namen Ernst & Young.

Arthur Andersen wurde 1913 in den Vereinigten Staaten als Andersen, Delaney & Co. gegründet. In den 1960er und 1970er Jahren entwickelte sich Arthur Andersen zu einer der größten Prüfungs- und Beratungsfirmen der Welt. In Deutschland eröffnete das Unternehmen 1960 sein erstes Büro. Im Jahre 2002 hatte Arthur Andersen Deutschland 3.800 Mitarbeiter an zehn Standorten. Aufgrund seiner Verstrickung in den Enron-Skandal war Arthur Andersen ab 2002 nicht mehr tätig. Die selbstständigen Landesgesellschaften von Arthur Andersen schlossen sich mit unterschiedlichen Wettbewerbern zusammen.

Die deutsche Landesgesellschaft von Arthur Andersen fusionierte im September 2002 mit Ernst & Young. Nach dem Zusammenschluss mit Arthur Andersen wurde die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die dritte große Kraft unter den deutschen Prüfungs- und Beratungsunternehmen.

Mit der weltweiten Namensänderung von Ernst & Young zu EY änderte auch die deutsche Ernst & Young-Gruppe im Jahr 2013 ihren Markenauftritt von Ernst & Young Deutschland zu EY Deutschland.[9]

EY Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweizer Ländergesellschaft von EY mit Hauptsitz in Basel erzielte im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 608,2 Mio. CHF und belegt somit in der Schweiz den ersten Platz bei der Prüfung von SMI-Gesellschaften.[10] Ernst & Young ist an 11 Niederlassungen in der Schweiz und Liechtenstein präsent, in Klammer ist die Anzahl Mitarbeitende pro Standort angeben: Aarau (28), Basel (167), Bern (232), Genf (368), Lausanne (96), Lugano (45), Luzern (18), St. Gallen (47), Vaduz (6), Zug (56) und Zürich (1362). Ende Juni 2015 arbeiteten 2425 Personen aus 64 Ländern bei EY Schweiz. Die Zahl der Vollzeitstellen ist im Geschäftsjahr um 9,1 Prozent auf 2286 gestiegen. 288 Universitätsabgänger sind mit einer Stelle bei EY ins Berufsleben gestartet, zwei Drittel der neu angestellten Mitarbeitenden waren unter 30 Jahre alt.

Dienstleistungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dienstleistungsangebot von EY umfasst die Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, die Transaktionsberatung sowie die Unternehmens- bzw. Managementberatung. Darüber hinaus hat sich EY Deutschland auf neun Branchen konzentriert, für die das Unternehmen eigene Industrieteams aufgebaut hat. Hierzu gehören Automotive & Transportation; Consumer, Products & Retail; Energy, Mining & Metals; Government & Public Sector; Industrial Products; Life Sciences, Health, Chemicals; Private Equity; Real Estate, Hospitality & Construction; Technology, Media & Entertainment, Telecommunication. Das Leistungsangebot von EY richtet sich an Start-up-, mittelständische sowie Großunternehmen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der Verwaltungs-, Revisions- und Treuhand AG, Basel, die 1919 in Allgemeine Treuhand AG (im Folgenden wird die Abkürzung «ATAG» verwendet) umbenannt wurde, erfolgte am 6. März 1917 durch die Basler Handelsbank. Am 21. November 1945 gelang es dem damaligen ATAG-Verwaltungsratspräsidenten, Manfred Hoessly, mit dem Schweizerischen Bankverein einen Kaufvertrag über das Mehrheitspaket der Aktien abzuschließen, die wiederum 1958 mehrheitlich in die Manfred-Hoessly-Stiftung überführt wurden. Diese Unabhängigkeit war zu jener Zeit eine Besonderheit unter den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

1989 fusionierten Arthur Young International und Ernst & Whinney International zu Ernst & Young. Um die Einbindung in das neue Unternehmen auch nach außen zu dokumentieren, nannte sich die ATAG seit Mai 1991 «ATAG Ernst & Young AG». Im Jahr 2000 wurde mit der Umbenennung in «Ernst & Young AG» der endgültige Schritt in diesem Namensgebungsprozess vollzogen. Die 2008 gegründete EMEIA-Organisation ist der vorläufig letzte Akt in der internationalen Integration.

Auf Erfahrungen mit neuen Kollegen konnte man indessen zurückgreifen, als Ernst & Young in der Schweiz im Jahr 2002 die Arthur-Andersen-Mitarbeiter in das eigene Unternehmen integrierte. Im Januar 2009 übernahm Bruno Chiomento die Funktion des CEO, Thomas Stenz fungiert seit Juli 2009 als VRP.

Umzug in Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Unternehmenszentrale "Platform" von Ernst & Young Schweiz in Zürich

Am 23. Juni 2011 zog die Ernst & Young AG offiziell in die neue Unternehmenszentrale in Zürich ein. Das Gebäude mit dem Namen „Platform“ ist ein Annex-Bau des Prime Towers. Das siebengeschossige Geschäftshaus besitzt einen dreieckigen Grundriss auf einer Fläche von 6.600 m² und bietet Kapazität für insgesamt über 1.000 Mitarbeiter. Durch den Neubau wurden die vormals drei in Zürich verteilten Standorte von Ernst & Young an zentraler Lage vereint. Die Bauarbeiten hatten Anfang 2009 begonnen und wurden im Frühling 2011 abgeschlossen.[11]

EY Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EY ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Mit rund 850 Mitarbeitern an vier Standorten (Wien, Linz, Salzburg und Klagenfurt) erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 101 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt 230.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Österreich Kunden überall auf der Welt.[12]

Im Januar 1990 aus vier Kanzleien hervorgegangen, bietet EY Österreich sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung.[13]

EY Österreich legt jährlich einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht vor. Der Bericht informiert nach eigenen Angaben über die ethisch, gesellschaftlich und ökologisch relevanten Aktivitäten und Vorhaben in allen Unternehmensbereichen.[14]

Seit 2006 zeichnet EY Österreich jährlich Österreichs Top-Unternehmer mit dem „Entrepreneur Of The Year Award“ aus.[15]

Globalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 87 EY-Landesgesellschaften in Europa, Afrika, Indien und dem Mittleren Osten schlossen sich im Juli 2008 zu einer operativen Einheit zusammen (EMEIA = „Europe, Middle East, India & Africa“).[16] Damit entstand eine Organisation, die heute 90.600 Mitarbeiter umfasst und einen Umsatz von 11,8 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet (Geschäftsjahr 2014).[17] EY in Deutschland, Schweiz und Österreich bilden innerhalb von EMEIA die Organisationseinheit GSA (Germany, Switzerland, Austria).[18]

Um deutsche Unternehmen international betreuen zu können, besteht innerhalb der EY-Gesellschaften ein globales Netzwerk deutscher Mitarbeiter, das sog. German Business Network (GBN). Das GBN ist weltweit in mehr als 40 Ländern mit 120 Ansprechpartnern vertreten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst & Young – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ey.com/Newsroom/Facts-and-figures
  2. a b EY reports 2015 global revenues up by 11.6%, abgerufen am 27. Oktober 2015.
  3. Frank Portnoy: The Match King. Ivar Kreuger, the Financial Genius behind a Century of Wall Street Scandals. Public Affairs Books, New York 2009 ISBN 978-1-58648-812-3 S. 57ff.
  4. sda/dpa, 2010:Die Lehman-Pleite holt Ernst&Young ein. New Yorker Staatsanwaltschaft erhebt Anklage erschienen in Neue Zürcher Zeitung vom 21. Dezember 2010, abgerufen am 21. Dezember 2010.
  5. EY Chance-Mandantenbrief 2013
  6. Stern Nr. 12/2013, S. 86
  7. Zahlen Daten Fakten, Deutschland - Stand Juni 2012
  8. Ernst & Young Nachhaltigkeitsbericht 2010
  9. EY Chance-Mandantenbrief 2013
  10. [1]
  11. Ernst & Young Schweiz - Medienmitteilung vom 23. Juni 2011 - Konzentration der Kräfte an zentralem Standort
  12. http://www.ey.com/AT/de/About-us
  13. http://www.ey.com/AT/DE/Home
  14. http://www.ey.com/AT/de/About-us/Corporate-Responsibility
  15. http://www.eoy.at
  16. What is EMEIA? abgerufen am 11. Januar 2011.
  17. Ernst & Young Global Review 2010 - Performance and people abgerufen am 11. Januar 2011.
  18. Ernst & Young Geschäftsbericht 2009/2010 - Ernst & Young in der Schweiz abgerufen am 11. Januar 2011.