Yung Hurn

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Yung Hurn auf dem Spektrum 2016

Yung Hurn (* 1995[1], bürgerlich Julian Sellmeister[2]) ist ein österreichischer Hip-Hop-Musiker aus dem Wiener Bezirk Donaustadt.[3] Seit 2016 tritt er auch unter dem Namen K. Ronaldo als ein fiktiver älterer Bruder von sich selbst auf, wobei das K. wahlweise für Kristallo oder für Kristus steht.[4][5][6] Er ist Teil des in Berlin ansässigen Künstlerkollektivs Live From Earth.[7]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yung Hurn stammt aus dem Wiener Stadtteil Hirschstetten im 22. Gemeindebezirk Donaustadt.[8] In seiner Jugend spielte er Fußball beim SV Hirschstetten und schaffte es in die Nachwuchs-Nationalmannschaften des ÖFB[9]. 2014 lernte der Schulabbrecher[10] den Wiener Rapper Rap4Fikk kennen und begann kurz darauf selbst mit dem Rappen.[11] Gemeinsam mit Produzent Lex Lugner nahm Yung Hurn 2015 die EP „Wiener Linien“ auf. Im Juli veröffentlichte er sein Debüt-Mixtape „22“, dessen Track „Nein“ von den Lesern des Hip-Hop-Magazins Juice in die Top 10 der besten nationalen Musikstücke des Jahres gewählt wurde.

2016 folgte das „Krocha Tape“ sowie unter dem Namen K. Ronaldo das Mixtape „I Wanted to Kill Myself but Today is my Mothers Birthday“.[12] Außerdem veröffentlichte Yung Hurn gemeinsam mit dem Rapper RIN die eigenständige Single „Bianco“.[13][14] Diese war für das gemeinsame Album „Mafia der Liebe“ vorgesehen, dessen Release nach dem Ausscheiden RINs jedoch ungewiss ist, und wurde in den Juice-Jahrescharts zur Single des Jahres gewählt.[15][16]

Am 23. Dezember 2016 erschien mit der Kompilation „In Memory of Yung Hurn – Classic Compilation“ erstmals ein nur digital erwerbbarer sowie auf gängigen Portalen streambarer Release.[17] Im Juni 2017 erhielt das Album zudem eine limitierte Vinyl-Auflage.[18] Noch 2015 hatte Yung Hurn hingegen erklärt, seine Musik stets für den kostenlosen Download bereitzustellen.[19] 2017 erschienen weiterhin die EP Love Hotel, sowie die beiden Singles Popo und Ok Cool. Im Juni verkündete Yung Hurn über Twitter, nach 2017 keinen Rap mehr machen zu wollen.[20] Im Dezember 2017 kündigte er gleichzeitig mit dem Release der Single "GGGut" an, im Frühjahr 2018 ein erstes Album mit dem Titel "1220" veröffentlichen zu wollen, welches am 4. Mai 2018 veröffentlicht wurde.[21]

Stil und Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yung Hurns frühe Musik wurde von Journalisten schon bald dem ursprünglich Ende der 2000er in den USA entstandenen Cloud Rap zugeordnet.[22] Tatsächlich ließ er sich bei seinen ersten Stücken nach eigenen Angaben neben den Horrorcore-Vertretern und Trap-Wegbereitern Three 6 Mafia auch vom kalifornischen Rapper Lil B inspirieren, der oftmals als Begründer des Cloud Rap bezeichnet wird.[23][11] In einer Sendung des Musikmagazins Tracks vom Fernsehsender Arte über ihn und den Cloud Rapper LGoony sagte Yung Hurn bezüglich seiner musikalischen Einflüsse zudem, dass er Indie ebenso wie „tiefen dreckigen Techno“ und Psychedelic Rock höre. So hätten ihn etwa Tame Impala oder Falco, vor allem aber die Beatles stark beeinflusst. Außerdem ist er in der Sendung mit einer Schallplatte von Jimi Hendrix zu sehen.[22][19]

Wege abseits des reinen Hip-Hops schlug Yung Hurn mit der „Love Hotel“-EP ein, welche von Stickle produziert und im Zuge der Videopremiere zum zugehörigen R&B-Track „Rot“ angekündigt worden war.[24][25] Am Valentinstag war aus ihr zudem als zweites der Track „Diamant“ veröffentlicht worden, ein für Yung Hurn untypischer Retro-Popsong ohne Rapeinlagen. Das Video im Stil der 80er-Jahre zeigt das Lied interpretiert von der „Love Hotel Band“, der neben Yung Hurn unter anderem auch der Berliner Schauspieler Lars Eidinger angehört.[26] Die Band tritt inzwischen auch live auf.[27] Mit Popo veröffentlichte Yung Hurn schließlich eine Produktion, an der auch er ausdrücklich mitgewirkt hatte. Von der Kritik als "astreiner Throwback-House" betitelt konkretisiert sie musikalisch das mehrfache inhaltliche Kokettieren des Rappers mit der Rave-Kultur der 90er, wie zuvor bereits auch im Techno-Spoken-Word "Coco Jambo" von K. Ronaldo.[28][29]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
OsterreichÖsterreich AT DeutschlandDeutschland DE SchweizSchweiz CH
2018 1220
2
(6 Wo.)
2
(6 Wo.)
14
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Mai 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yung Hurn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spielerprofil Julian Sellmeister auf oefb.at, abgerufen am 21. August 2018
  2. Yung Hurn auf MusikBrainz
  3. christina.michlits: Rap-Messias aus der Donaustadt: Yung Hurns neues Video Blume. (kurier.at [abgerufen am 31. Oktober 2017]).
  4. K. Ronaldo – Intro. Abgerufen am 23. März 2018 (englisch).
  5. Yung Hurns Alter Ego K. Ronaldo: Wahnsinn oder Methode? bei rap.de, abgerufen am 28. September 2016.
  6. K. Ronaldo: »Hiphop Means Old Dirty Men Who Have Vinyls at Home« bei juice.de, abgerufen am 28. September 2016.
  7. Jan Wehn: Live From Earth »Es geht ja um die Liebe!«. In: Allgood.de vom 9. März 2016.
  8. Im Namen Falcos: „Michi Häupl“-Chöre und DJ Lex Lugner auf diepresse.com, vom 31. Januar 2017, aufgerufen am 8. Januar 2018.
  9. oefb.at: Julian Sellmeister | oefb.at. In: oefb.at. (oefb.at [abgerufen am 13. September 2018]).
  10. Juliane Liebert: Mal eben den deutschsprachigen Hip-Hop retten. In: Süddeutsche Zeitung. 9. September 2017 (sueddeutsche.de [abgerufen am 16. Februar 2018]).
  11. a b Kevin Schramm: Yung Hurn im Interview: „Ich ziehe keine 22 Gramm, aber vielleicht zwei“ In: br.de, abgerufen am 28. September 2016.
  12. I Wanted to Kill Myself but Today is my Mothers Birthday, by K. Ronaldo. In: K. Ronaldo. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  13. Live From Earth: Yung Hurn & Rin – Bianco (Official Video) (prod. Lex Lugner). 12. Mai 2016, abgerufen am 5. Oktober 2016.
  14. Yung Hurn & Rin – Bianco. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  15. Live From Earth on Twitter. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  16. Johann Voigt: RIN: »Yung Hurn ist das Krasseste, was es in den letzten sechs Jahren im Deutschrap gab« // HipHope. Juice.de, 29. Juli 2016, abgerufen am 1. Januar 2017.
  17. MJIBBallin: Yung Hurn kündigt "In Memory of Yung Hurn - Classic Compilation" an - rap.de. In: rap.de. 13. Dezember 2016 (rap.de [abgerufen am 14. Februar 2017]).
  18. Live From Earth. Abgerufen am 7. Juli 2017.
  19. a b TRACKS Magazin - ARTE: Yung Hurn über Alltag, musikalische Visionen und kostenlose Downloads | Arte TRACKS. 24. Dezember 2015, abgerufen am 14. Februar 2017.
  20. patron: das letzte jahr in dem ich rappe. In: @yunghurn. 14. Juni 2017, abgerufen am 20. Juni 2017.
  21. Yung Hurn - GGGut (Official Video) (prod. Stickle) auf youtube.com; hochgeladen am 22. Dezember 2017; aufgerufen am 4. Januar 2018.
  22. a b „Cloud Rap“ ist eine Lüge der Medien! bei tracks.arte.tv, abgerufen am 28. September 2016.
  23. Harald Peters: Baby, ich hab Pillen und so. In: Welt.de vom 2. Juli 2016.
  24. Live From Earth: Yung Hurn – Rot (Official Video) (prod. Stickle). 25. September 2016, abgerufen am 14. Februar 2017.
  25. Clark Senger: Yung Hurn veröffentlicht neuen Song „Rot“. Hiphop.de, 25. September 2016, abgerufen am 22. Oktober 2017.
  26. 80er Liebe: Yung Hurn präsentiert seine Love Hotel Band. splash! Mag, 14. Februar 2017, abgerufen am 14. Februar 2017.
  27. Instagram-Beitrag von Andreas Janetschko. 7. Juli 2017, abgerufen am 7. Juli 2017 (um 13:06 Uhr).
  28. K. Ronaldo – Coco Jambo (prod. Dogpatrol). rap.de, 25. August 2016, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  29. JUICE: Yung Hurn – Popo // Video. Abgerufen am 20. Juni 2017.