Zahn um Zahn (1985)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Episode der Reihe Tatort
OriginaltitelZahn um Zahn
Zahn um zahn 1985.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Französisch
Produktions-
unternehmen
Bavaria Atelier GmbH und Neue Constantin für den WDR
Länge 95 Minuten
Altersempfehlung ab 16
Einordnung Episode 200 (Liste)
Erstausstrahlung 10. Oktober 1985 im Kino
Stab
Regie Hajo Gies
Drehbuch Horst Vocks
Thomas Wittenburg
Produktion Hartmut Grund
Heidi Steinhaus
Musik Klaus Lage
Kamera Jürgen Jürges
Schnitt Margot von Schlieffen
Besetzung

Zahn um Zahn ist ein deutscher Kinofilm von Hajo Gies aus dem Jahr 1985, der auf der bekannten Fernsehreihe Tatort beruht. Die Hauptrolle des Kriminalhauptkommissars Horst Schimanski spielte Götz George. Der Titelsong Faust auf Faust (Schimanski) wurde von der Klaus Lage Band gesungen. Drehorte waren die Städte Duisburg und Marseille.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abriss einer Wohnsiedlung der Grassmann-Werke führt in Duisburg zu gewalttätigen Ausschreitungen. In einer der Wohnung wird Grassmanns Mitarbeiter Alf Krüger mit seiner Familie in der eigenen Wohnung erschossen aufgefunden. Die Polizei geht zunächst von einem Familiendrama mit erweitertem Suizid aus; auffallend ist jedoch, dass Krügers jüngstes Tochter überlebt hat, weil es sich unter dem Wohnzimmertisch versteckt hat.

Krüger war zehn Tage vor seinem Tod als Buchhalter von Grassmann fristlos entlassen worden. Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski, der den Toten aus der Schulzeit kannte, fährt auf eigene Faust zu Grassmann, der behauptet Krüger habe 80.000 DM unterschlagen, was Schimanski seinem korrekten Schulfreund nicht zutraut. Es kommt zu einem Streit, in dessen Verlauf Schimanski handgreiflich wird und das Haus wütend verlässt. Daraufhin wird er vom Dienst suspendiert.

Zur selben Zeit ist die hübsche Journalistin Ulli, die Schimanski nicht unbekannt ist, im selben Fall tätig. Sie bricht in Krügers Wohnung ein, um nach Anhaltspunkten für seinen Selbstmord zu suchen. Als sie glaubt, fündig geworden zu sein, und einige Akten aus der Wohnung mitnehmen will, begegnet ihr Schimanski. Dieser fordert sie auf, sich aus dem Fall herauszuhalten; später stellt sich heraus, dass Ulli fast immer einen Schritt schneller ist als er. Auch Schimanski bekommt Einsicht in Krügers Akten, in denen eine Firma Delattre aus Marseille auftaucht.

Schimanski reist auf eigene Faust nach Marseille, um eine Kontaktperson namens Kremer zu treffen, die ihm wertvolle Informationen über eine angebliche Zusammenarbeit zwischen den Grassmann- und den Delattre-Werken geben soll. Bevor Schimanski in Marseille an die Informationen herankommt, findet er den Kontaktmann ermordet in dessen Hotelzimmer auf. Unmittelbar darauf trifft die französische Polizei ein; der suspendierte Schimanski ist Hauptverdächtiger. Er wird von der Polizei zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt, darf jedoch Marseille nicht verlassen, was seine Ermittlungen erheblich beeinträchtigt. Kurze Zeit später begegnet er Ulli, die ihre Recherchen ebenfalls in Marseille fortführt. Sie fahren gemeinsam zu den Delattre-Werken und entführen den Direktor. Sie finden heraus, dass der Direktor Besuch von Alf Krüger hatte. Im Laufe des Gesprächs erfahren sie eine der Adressen von Frederic Delattre. Sie wollen ihn persönlich kennenlernen; Ulli fährt jedoch alleine hin und lässt Schimanski zurück, dieser kommt zu Fuß nach. An der Pforte der „Villa Delattre“ trifft Schimanski auf den Hausverwalter Pierre Hacker, den er im Flugzeug nach Marseille bereits kennengelernt hat. Gerade als er ihn begrüßen will, wird Schimanski niedergeschlagen.

Schimanski und Ulli kommen wieder in einer brennenden Scheune zu sich, doch ihm gelingt es, sich und Ulli zu retten. Ulli zeigt sich dafür erkenntlich, dass Schimanski ihr das Leben gerettet hat, und die beiden verlieben sich ineinander. Jedoch werden sie von vier Franzosen verfolgt, die es auf Schimanski abgesehen haben. Als sie in einer Bar sitzen, bricht ein Streit aus. Ulli kann fliehen, Schimanski muss es jedoch mit den vier Franzosen aufnehmen, wobei einer von ihnen zu Tode kommt. Schimanski versucht zu fliehen, wird jedoch wieder von der Polizei gefasst.

Auf der Wache erfährt er, dass der Tote das Abzeichen einer kriminellen und einflussreichen Gruppe von Ex-Fremdenlegionären trägt, deren Chef Delattre persönlich ist. Durch seine unbedarfte Einmischung habe Schimanski jahrelange verdeckte Ermittlungsarbeit innerhalb dieser Gruppe zunichtegemacht. Die erboste Polizei lässt ihn abermals frei, weist ihn aber an, noch am selben Tag Marseille zu verlassen. Vor dem Polizeigebäude wartet Ulli auf ihn, gemeinsam fahren sie noch einmal zur Villa Delattre. Sie können sich Zutritt zur Villa verschaffen, in der sie Fotos und Verträge finden. Ein Foto interessiert Schimanski besonders: Frederic Delattre ist darauf zwar nur von hinten in einer Uniform zu sehen, doch ihm gegenüber steht Wilhelm Krüger, der Vater des toten Alf Krüger. Schimanski ist geschockt. Ulli hingegen entwendet einen Vertrag, in dem dokumentiert ist, dass die Grassmann-Werke schon längst an Delattre verkauft sind und das Werk in Duisburg geschlossen werden soll. Die beiden erfahren, dass Alf Krüger genau dies erfahren hatte und deswegen sterben musste, weil er damit drohte, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Als sie die Villa verlassen wollen, werden sie von Pierre Hacker überrascht, der mit einem Gewehr auf sie schießt. Sie können ihn überwältigen und überführen ihn im Kofferraum eines Leihwagens nach Duisburg. Eine Gegenüberstellung mit Wilhelm Krüger und dem hinterbliebenen Mädchen ergibt eindeutig: Hacker ist der Mörder von Alf Krüger und seiner Familie, sein Auftraggeber war Delattre. Wilhelm Krüger bestätigt, dass Delattre sein Kommandeur bei der Fremdenlegion war. Als Schimanski und Hacker das Haus verlassen und durch die dunkle, menschenleere Straße gehen, wird Hacker aus dem Hinterhalt erschossen. Noch bevor Schimanski fassen kann, was passiert ist, fährt ein Polizeiwagen vor. Die Beamten wollen ihn verhaften. Er kann jedoch erneut fliehen.

Am nächsten Morgen begegnet er Ulli wieder, die ihm mitteilt, dass sie einen Interviewtermin mit Delattre habe – Grassmann habe ihn vermittelt. Schimanski hat einen Verdacht und warnt sie eindringlich, nicht zu Grassmanns Zweitanwesen zu fahren. Entgegen seiner Bitte tut sie es doch und Schimanski fährt ihr nach. Ulli klopft bei Grassmann an die Tür; als jedoch auch nach wiederholtem Klopfen niemand öffnet, zieht sie die Tür auf und löst eine Sprengstoffexplosion aus. Schimanski, der einen Augenblick später am Ort des Geschehens eintrifft, eilt sofort zu ihr, schwer verletzt stirbt sie in seinen Armen.

Verzweifelt läuft er durch die Trümmer des Hauses und sieht sich um. Er findet die Fotoaufnahme aus der Villa Delattre, aufgenommen aus einer anderen Perspektive; der Mann in Uniform gegenüber von Krüger senior ist Grassmann. Voller Hass fasst er den Entschluss, zu Grassmann nach Hause zu fahren und die Sache zu Ende zu bringen. Er stört eine Festlichkeit und tritt in blutverschmierter Jacke dem elegant gekleideten Grassmann gegenüber. Als dieser zugibt, Delattre zu sein, den Mord an Alf Krüger und seiner Familie angeordnet und auch Ulli umgebracht zu haben, zieht Schimanski seine Waffe und richtet sie auf Grassmanns Kopf. Im nächsten Moment fällt ein Schuss, Grassmann bricht mit einer Kopfwunde zusammen. Doch es war nicht Schimanski, der geschossen hat. Als letzten Beweis, dass er sich nicht getäuscht hat, reißt Schimanski das Hemd des sterbenden Grassmann auf; man sieht das Abzeichen von Delattres Einheit.

In der letzten Szene wandern Schimanski und Wilhelm Krüger am Rhein entlang und sprechen über Krügers alten Karabiner und dass der Rhein nichts mehr herausgibt. Es wird deutlich, dass Krüger Grassmann und Hacker erschossen hat und dass Schimanski über diese Taten Stillschweigen bewahren wird.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahn um Zahn wurde von der Bavaria Atelier GmbH für den WDR produziert. Es handelt sich um die 200. Folge der Tatort-Reihe und den ersten ARD-Krimi, der speziell fürs Kino hergestellt wurde. Der Film wurde erst am 27. Dezember 1987 als offizielle Tatort-Folge im Fernsehen gezeigt. 1987 folgte der zweite Tatort-Kinofilm Zabou. Hajo Gies führte bei zwölf der 29 anderen Tatorte mit dem Duo Schimanski/Thanner Regie.

Der Film musste nachträglich gekürzt werden, da es zu einem Schleichwerbeskandal gekommen war. In auffälliger Weise wurden in mehreren Szenen Hustenbonbons der Marke Paroli platziert, für die George seinerzeit als Schimanski Werbung machte.

Der Song Faust auf Faust erreichte Ende 1985 Platz zehn der deutschen Charts. Die Schauspieler Charles Brauer und Martin Lüttge spielten später selbst Tatort-Kommissare, Lüttge beerbte als Kommissar Flemming mit seinem Team Schimanski und Thanner unmittelbar als Ermittler im WDR-Sendegebiet.

Im Gegensatz zum zweiten Kinofilm Zabou hat Zahn um Zahn keinen eigenständigen Soundtrack. Ein Zusammenschnitt der Filmmusik von Zahn um Zahn in 11-minütiger Länge findet sich auf der B-Seite der Klaus Lage Band 12″-Maxi-Single „Stille Wasser“ von 1985. Auf der gleichnamigen 7″ Single ist der Titel „Universum“ auf der B-Seite.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Überzeugender, rasant inszenierter Actionfilm mit guten Darstellern und Sinn für Atmosphäre und Witz. Insgesamt solide Unterhaltung ohne sonderlichen Tiefgang.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahn um Zahn. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.