Tatort: Rechnung ohne Wirt

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Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelRechnung ohne Wirt
Tatort rechnung ohne wirt.svg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Italienisch
Produktions-
unternehmen
Bavaria Atelier GmbH für den WDR
Länge89 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
EinordnungFolge 164 (Liste)
Erstausstrahlung9. Dezember 1984 auf ARD
Stab
RegiePeter Adam
DrehbuchPeter Adam
ProduktionHartmut Grund
MusikStefan Melbinger,
Toni Miccoli,
Klaus Doldinger (Vorspann)
KameraAxel Block
SchnittHilwa von Boro
Besetzung

Rechnung ohne Wirt ist ein Fernsehfilm aus der Fernseh-Kriminalreihe Tatort der ARD und des ORF. Der Film wurde vom WDR produziert und am 9. Dezember 1984 erstmals gesendet. Es ist die 164. Folge der Tatort-Reihe und für die Kriminalhauptkommissare Horst Schimanski (Götz George) und Christian Thanner (Eberhard Feik) ihr neunter Fall.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kriminalhauptkommissar Schimanski gerade sein asiatisches Adoptivkind (aus der Folge Kuscheltiere) von der Ziehmutter abholt, wird er von seinem Kollegen Thanner zu einem Tatort gerufen. Der Boxer Bubi Kantmeier wurde auf offener Straße angeschossen, bekam durch die Aufregung eine Herzattacke und starb. Zusätzlich gab es einen Unfall zwischen einem Mann und einer Frau, die sich aber nicht gerade als hilfreiche Zeugen erweisen.

In Kantmeiers Notizbuch findet sich der Name von Schimanskis Freund, dem italienischen Restaurantbesitzer Guido Tessari, der erst nach einem Hinweis von Thanner zugibt, Kantmeier gekannt zu haben. Schimanski wird Zeuge eines Anschlags auf Guidos Restaurant, der ihm erzählt, dass er sich weigere, Schutzgeld zu zahlen, so wie seine Landsleute in Duisburg es tun. Später wird Guido sogar von Schlägern überfallen, wobei Schimanski ihn vor weiterem Schaden bewahrt. Als die beiden Schläger sich in Guidos Wohnung verschanzen, werden sie aber von Schimanski und Tessari überwältigt. Guido schlägt Schimanski vor, die beiden für einen Tag irgendwo zu verstecken, weil er sich dadurch bei deren Boss den Vorteil sichern will, nicht mehr bedroht zu werden. Sie verstecken sie bei einem Freund, der illegales Glücksspiel betreibt.

Nachdem Guido mit dem Unterhändler Sattmann einen Vertrag geschlossen hat, lassen sie die Schläger bei strömenden Regen wieder frei. Unglücklicherweise findet Thanner sie zusammen mit dem neuen Kriminaloberrat Wolf an einem Taxistand. Guido eröffnet Schimanski, bald heiraten zu wollen. Am nächsten Morgen erfährt Schimanski von der Verhaftung der Verdächtigen und versucht verzweifelt Guido zu finden, der aber verschwunden scheint. Der Kommissar versucht seinen Vorgesetzten Wolf abzulenken und gleichzeitig an Informationen über die beiden Verhafteten zu gelangen. Thanner sucht in der Zwischenzeit erneut Kantmeiers Freundin Susi Steuben auf, die bei der ersten Begegnung sehr abweisend auf ihn wirkte, und erzählt ihr von einem Italiener, dessen Beschreibung auf Guido passt. Schimanski begibt sich zu der Adresse, die er aus den Akten entnehmen konnte, und trifft dort auf Sattmann, der im Glauben ist, Schimanski arbeite mit Guido zusammen, was der Ermittler energisch abstreitet. Der Restaurantbesitzer am Tatort beichtet Thanner, dass Kantmeier zusammen mit Guido die Schutzgeldgeschäfte übernehmen wollte, da er von den beiden aufgefordert worden sei, das Schutzgeld nun an sie zu zahlen. Guido taucht wieder auf und Schimanski erklärt ihm, dass sich seine Situation verschlechtert habe. Wolf muss die beiden Mafiosi wegen fehlender Rechtsgrundlage aus der Haft entlassen.

Schimanski und Thanner entschließen sich, Guido zu beschatten, um den nächsten Schritt des Clan-Bosses abzuwarten. Als Guido sein Lokal abschließt, tauchen die beiden Schläger auf und versuchen ihn zu überfahren. Dank Schimanski wird er nur leicht verletzt, aber zusammen mit den anderen verhaftet. Die Schläger werden von den Tatortzeugen bei einer Gegenüberstellung als Täter identifiziert.

Hintergrund und Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorläufige Arbeitstitel für diese Folge waren Würstel con Kraut sowie Und willst du nicht mein Bruder sein.
  • Guido Gagliardi spielte bereits 1980 an der Seite von Marius Müller-Westernhagen in Theo gegen den Rest der Welt. Seinen Durchbruch hatte er aber erst in der ARD-Serie Lindenstraße, in der er die Rolle des Enrico Pavarotti von 1988 bis zu seinem Tod 1996 spielte.
  • Diese Tatort-Folge war nach Das Mädchen auf der Treppe und Miriam die dritte Zusammenarbeit des Regisseurs Peter Adam mit dem Ruhrpott-Team. Eine letzte Zusammenarbeit dieses Teams in der Reihe Tatort folgte mit Das Haus im Wald.[2]
  • Das Titellied dieser Folge heißt Mari und wurde von Toni Miccoli interpretiert.
  • Leonard Lansink tritt in dieser Folge zum ersten Mal im Fernsehen auf.[3]

Gedreht wurde in Duisburg und Umgebung sowie in den Bavaria Filmstudios Geiselgasteig in München. Die Dreharbeiten dauerten vom 29. August bis zum 30. September 1983.[4]

Quote und DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Tatort-Folge erreichte bei ihrer Erstsendung 15,47 Mio. Zuschauer, was einem Marktanteil von 40,00 % entspricht.[4]

Rechnung ohne Wirt ist als DVD enthalten in der „Tatort: Schimanski Box, Vol. 3“; in der Box befinden sich die weiteren Folgen Grenzgänger und Der Tausch. Herausgeber der Box ist Touchstone, Erscheinungstermin war der 19. Mai 2011.[5] Die Folge ist auch in der „Schimanski-Komplettbox, Teil 1“ (14 Discs) mit den ersten 14 Folgen, ebenfalls von Touchstone, Erscheinungstermin 26. Januar 2012, enthalten.[6]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV Spielfilm vergab vier von fünf Sternen und schrieb: „Als Schimmi noch die Nummer 1 war ...“[7]

Rainer Tittelbach von Tittelbach.tv meinte, dass es sich „um einen schön schmuddeligen Ruhrpottkrimi von Peter Adam handele“, der dem „rüden Schimanski-Image alle Ehre mache.“[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Tatort: Rechnung ohne Wirt. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Kölnische Rundschau
  3. Hinweis in Interview, in Schalke ist im Herzen, derwesten.de vom 19. September 2015, abgerufen am 9. Oktober 2015
  4. a b Rechnung ohne Wirt beim Tatort-Fundus, abgerufen am 29. Juni 2012
  5. Tatort DVD Box
  6. Angaben zur Schimanski-Komplettbox im Online-Shop von Amazon.de, abgerufen am 29. Juni 2012
  7. vgl. TV Spielfilm
  8. vgl. tittelbach tv