Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V.
(ZUM Internet e. V.)
Zweck: Nutzbarmachung des Internets als Lern- und Lehrhilfe
Vorsitz: Mandy Schütze (1. Vorsitzende), Nadine Anskeit, Klaus Dautel, Maria Eirich, Ralf Klötzke, Andrea Schellmann, Margit Fischbach (Ehrenvorsitzende)
Gründungsdatum: 11. September 1997
Mitgliederzahl: 253 (3. November 2019)[1]
Sitz: Merzhausen
Website: www.zum.de

Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. (kurz ZUM oder ZUM.de) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Merzhausen bei Freiburg im Breisgau, der am 11. September 1997 gegründet wurde. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das Internet als Lern- und Lehrhilfe für alle Schulformen und für die außerschulische Bildungsarbeit im deutschsprachigen Raum zu nutzen und zu gestalten.[2] Das Angebot der ZUM umfasst heute neben einem Bereich mit HTML-Seiten zahlreiche Wikis sowie weitere Spezialangebote.

Auch wenn die ZUM sich in erster Linie als Initiative von Lehrern für Lehrer versteht, kann grundsätzlich jede interessierte Person mitarbeiten.

Geschichte

Die Gymnasiallehrerin Margit Fischbach erstellte 1995 zunächst eine Webseite mit dem Titel „Das WWW als Lern- und Lehrhilfe“, die sich rasch zum Portal für alle Schulformen und Bundesländer weiterentwickelte. Das Portal lieferte 1997 die Basis für die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V.“, der im gesamten deutschsprachigen Raum vertreten ist.

„Das WWW als Lern- und Lehrhilfe“ war bis zur Einrichtung von staatlichen Bildungsservern in den Bundesländern für den schulischen Bereich ein nahezu konkurrenzloses Angebot. Einige Teile der klassischen FTP-ZUM sind als Informationsquelle bzw. als Downloadmöglichkeit von Unterrichtsmaterial bis heute sehr beliebt. Ein Beispiel sind die dwu-Materialien für Mathematik und Physik[3].

Projekte der ZUM

ZUM-Wiki, ZUM-Unterrichten und Projektwiki

Das ZUM-Wiki wurde auf dem OER-Festival 2016 mit dem OER-Award 2016 ausgezeichnet.

Auf die verbesserte Verfügbarkeit des Internets in Schulen und Privathaushalten und die erhöhten Bandbreiten zum Online-Lernen reagierte der Verein Ende 2004 mit dem ZUM-Wiki[4] 2018 wurde das ZUM-Wiki für neue Nutzer gesperrt. Die verschiedenen Anwendungsfälle wurden in ZUM-Unterrichten[5] (Unterrichtsideen, interaktive Übungen, Lernpfade, Unterrichtsmaterialien) und Projektwiki[6] (Projekte mit Lernenden) aufgeteilt.[7] Beide Plattformen sind als Wiki aufgebaut, nutzen die MediaWiki-Software, veröffentlichen alle Texte unter der freien Creative-Commons-Lizenz CC-BY-SA (Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen), verwenden freie Bilder aus der Mediensammlung Wikimedia Commons[8]

Auf dem OER-Festival 2016 wurde das ZUM-Wiki mit dem OER-Award 2016 ausgezeichnet.[9]

Am 17. Juni 2021 wurde angekündigt das ZUM-Wiki aufgrund von zu hohem Aufwand ab dem 1. September 2021 nicht mehr bearbeitet werden kann und zum Jahresende gelöscht wird.[10]

Projekte für die Grundschule

Das Logo des Klexikons enthält eine Eule als Symbol für Weisheit und Wissen

Im März 2006 startete das ZUM-Grundschulwiki.[11] Das Projekt Grundschulnetz[12] wurde gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragenen Initiative „Ein Netz für Kinder“.[13] Neben dem Grundschullernportal, der Grundschulpost gehört auch das Klexikon zu den Grundschulprojekten der ZUM. Das Klexikon, gegründet von Michael Schulte und Ziko von Dijk, wurde 2018 mit dem Preis "Land der Ideen" ausgezeichnet.[14]

ZUMPad und ZUM-Apps

Mit dem ZUMPad und ZUM-Apps reagierte die ZUM auf den wachsenden Bedarf von Plattformen zur Zusammenarbeit von Lehrkräften mit ihren Schülerinnen und Schülern sowie zur Erstellung von interaktiven Unterrichtsmaterialien.

Frühere Projekte der ZUM

Wiki-Family der ZUM

Mit der Wiki-Family der ZUM[15] wurde 2008 ein kostenloser Service geschaffen, der Schulen und Universitäten das Einrichten eines eigenen unabhängigen Wikis gestattet, das alle technischen Möglichkeiten des ZUM-Wikis nutzen kann. Mehrere Schulen und Universitäten nutzten dieses Angebot, u. a. Hans-Georg Weigand mit dem Wiki „Didaktik Mathematik der Universität Würzburg“.[16] Die neue Erstellung von Wikis in der Wiki-Family wurde 2020 stark eingeschränkt. Einige der Wikis sind weiterhin aktiv.

Das „Medienvielfaltswiki“[17] gehört zu einem internationalen Projekt des Austrian Center for Didactics of Computer Algebra (ACDCA)[18], mathe online[19] und GeoGebra in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, dem Regionalen Fachdidaktikzentrum Mathematik und Informatik der Universität Würzburg und der Projektgruppe Mathematik-digital.de.[20]

Ebenso zur Wiki-Family der ZUM gehört das „IBK-Wiki“[21], ein Wiki-Projekt rund um das Thema „Internetbasierte Kommunikation im Deutschunterricht“, das seit dem Wintersemester 2007/08 von Studierenden der TU Dortmund aufgebaut wird.

Zur Wiki-Family der ZUM gehört ferner das in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung bereitgestellte „Vielfalt lernen“ Wiki.[22]

ZUM-Unity

Das am 1. März 2009 von der ZUM gestartete Lehrernetzwerk ZUM-Unity ist zum 1. April 2010 auf die Plattform von Mixxt.de umgezogen. Diese Online-Community für Lehrer bietet dort Blogs und Foren sowie die Möglichkeit, Gruppen mit eigenen Foren zu bilden.[23] Mit dem Ende von Mixxt.de wird Ende 2015 auch die ZUM-Unity eingestellt. Ihre Funktion übernimmt in veränderter Form der ZUM-Blog.[24]

ZUM-Schach

Von 2004 bis 2020 war auf ZUM.DE eine Schach-Plattform („ZUM-Schach“) bereitgestellt[25], um Schulen zu unterstützen, die Schach als Schulfach eingeführt haben. Inzwischen besteht dort eine internationale Community, die sich über Theorie und Praxis des Schachspiels austauscht.[26] Die Schach-Plattform wurde 2020 abgeschaltet.[27]

Bewertung der Vereinsaktivitäten

In der didaktischen Fachliteratur wird dem Verein eine hohe Wertschätzung entgegengebracht[28].

Kooperationen

  1. ZUM.DE arbeitet mit der lernmodule.net gGmbH, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung von Neuen Medien in Schulen und Hochschulen, zusammen. Zielsetzung dieser Kooperation ist es, kostenfreie Lernmodule für Schüler mit Lernerfolgskontrolle anzubieten.[29]
  2. Am 31. Januar 2007 startete ein Kooperationsprojekt mit der Zeitschrift GEO. Lehrer und Schüler konnten seitdem über ZUM.DE ausgewählte GEO-Heftinhalte für die Fächer Biologie, Physik, Geschichte, Religion, Philosophie und Ethik kostenlos herunterladen.[30] Diese Kooperation endete im Juni 2011.
  3. Im November 2007 haben die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes mit ZUM.DE eine Kooperation zur Gewaltprävention an Schulen begonnen.[31]
  4. Der Spektrum-Verlag bietet über ZUM.DE Oberstufenklassen zur Ergänzung des Lernstoffs in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern kostenlos aktuelle wissenschaftliche Publikationen mit didaktischen Materialien an.[32]
  5. Die „Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V.“ und die Bertelsmann Stiftung haben im Jahr 2010 eine Kooperation vereinbart, um gemeinsam im Rahmen des Projektes „Heterogenität und Bildung“ der Stiftung die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch von Lehrern im Internet zu unterstützen.[33]

Mitgliedschaft und Finanzierung

Von natürlichen Personen werden zurzeit keine Mitgliedsbeiträge erhoben. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist allerdings ein Arbeitseinsatz für die ZUM. Institutionen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen zahlen einen Jahresbeitrag in Höhe von mindestens 100,00 €.

Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. finanziert sich vor allem durch Werbung auf ihren Websites, durch Partnerprojekte und durch Spenden. Das eingenommene Geld wird in den Ausbau und die Entwicklung der technischen Infrastruktur (Server, Webhosting und Wartung) investiert. Darüber hinaus organisiert der Verein Arbeitstreffen von Mitarbeitern aus dem deutschsprachigen Raum, Schulungen und die jährliche Mitgliederversammlung.

Siehe auch

Literatur

  • Margit Fischbach: Unterrichtsmaterialien im Cyberspace. RTL Businessletter. Sonderausgabe zur Tagung Medien und Schule 1996. Seite 37
  • Margit Fischbach: ZUM Internet: Vom Informationsmeer zum Mehr an Information: Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet. medien praktisch, Heft 2/97, Seite 18–23
  • Margit Fischbach und Joachim Lerch: Vom Meer der Information zum Mehr an Information. tu, Zeitschrift für Technik im Unterricht. 1. Quartal 1997, Seite 46
  • Margit Fischbach, Claus Meyer-Bothling, Monika Binder: ZUM / Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet. Abstracts of the European Conference on Educational Uses of the Internet and European Identity Construction. In-Tele 1998; p. 59–60 (Strasbourg)
  • Brigitte Miklitz-Kraft: Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet, in: Praxis des neusprachlichen Unterrichts, Berlin, Pädagogischer Zeitschriftenverlag, 1999, Bd. 46 (Oktober–Dezember 1999) 4, S. 393–398
  • Ralf Wimmers und Margit Fischbach: Lehrer-Kursbuch Internet. Einführungen, Tipps und kommentierte Adressen. Cornelsen Scriptor. 208 Seiten, 3. aktualisierte Auflage, Berlin 2001
  • Margit Fischbach und Klaus Dautel: ZUM – Zentrale für Unterrichtsmedien in Profil, Das Magazin für Gymnasium und Gesellschaft 5/2003, S. 13
  • Margit Fischbach: Jetzt wird's CLEVER in Profil, Das Magazin für Gymnasium und Gesellschaft 9/2003, S. 12
  • Georg Mondwurf: ZUM – Zentrale für Unterrichtsmedien, Ein „Internetforum“ mit praxisorientierten Unterrichtsmaterialien: PSM Datenbank im Fach Geschichte, in Profil, Das Magazin für Gymnasium und Gesellschaft 5/2004, S. 26–27
  • Georg Mondwurf: Die neue Schachplattform auf dem ZUM-Server, in: PROFIL, Das Magazin für Gymnasium und Gesellschaft 3/2004, S. 29

Weblinks

Commons: Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 253 Mitglieder am 3. November 2019; https://www.zum.de/portal/%C3%BCber/die-zum
  2. Vereinssatzung der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V.
  3. 15 Jahre nach Beginn der dwu auf www.zum.de sind inzwischen über 36 Millionen Medien heruntergeladen worden; siehe dwu-Materialien für Mathematik und Physik.
  4. ZUM-Wiki
  5. ZUM-Unterrichten
  6. Projektwiki
  7. Unterschied ZUM-Unterrichten und Projektwiki
  8. Hilfe:ZUM-Unterrichten, Einbinden von Medien. In: unterrichten.zum.de. Abgerufen am 19. Februar 2021.
  9. https://open-educational-resources.de/16/award/
  10. https://wiki.zum.de/wiki/ZUM-Wiki:Ende
  11. ZUM-Grundschulwiki
  12. Grundschulnetz der ZUM
  13. Initiative „Ein Netz für Kinder“ (Memento vom 17. Oktober 2009 im Internet Archive)
  14. Wettbewerbsseite
  15. Wiki-Family
  16. Didaktik Mathematik der Universität Würzburg
  17. Hauptseite des Medienvielfaltswiki
  18. ACDCA, Austrian Center for Didactics of Computer Algebra
  19. mathe-online.at
  20. Mathematik-digital.de
  21. das IBK Wiki
  22. Vgl. http://wikis.zum.de/vielfalt-lernen/index.php/Vielfalt-lernen-Wiki:Impressum
  23. ZUM-Unity (Memento vom 3. Dezember 2009 im Internet Archive)
  24. s. "ZUM-Unity und ZUM-Blog": https://www.zum.de/portal/blog/zumteam/zum-unity-und-zum-blog, 11. April 2015
  25. Schachplattform auf ZUM.DE
  26. Marcus Wegener: Warum Schach ein schwieriges Spiel ist
  27. Rückblick 2020
  28. Karl Vörckel, Clemens Bohrer, Ulla Neises (2008): Knotenpunkte. Internet - Schule - Christentum. Deutscher Wissenschaftsverlag, Baden-Baden.: „Der erfolgreichste deutsche Bildungsserver wird aber von einem gemeinnützigen Lehrerverein unterhalten, der Zentrale für Unterrichtsmedien, ZUM Internet eV. Während den deutschen Bildungsserver täglich etwa 20 upm (user per million) aller Internetnutzer weltweit aufrufen, sind es bei der ZUM durchschnittlich etwa 50 upm.“ (S. 59)
  29. lernmodule.net gGmbH
  30. http://www.zum.de/geo/
  31. Kooperation zur Gewaltprävention an Schulen
  32. https://www.zum.de/spektrum/
  33. ZUM-News 3 vom 31. Mai 2010: Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung