Zoo am Meer

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Zoo am Meer
Logo Zoo am Meer Bremerhaven.svg
Vollständiger Name Zoo am Meer Bremerhaven
Motto Begegnungen der besonderen Art
Ort Hermann-Heinrich-Meier-Straße (H.-H.-Meier-Straße) 7
27568 Bremerhaven
Fläche 11.800 m² Nutzfläche
Eröffnung 1913: Eröffnung des ersten Nordseeaquariums
1928: Eröffnung der Tiergrotten
2004: Neueröffnung nach Totalumbau
Tierarten 47 Arten
Individuen ca. 280 Tiere
Artenschwerpunkte Wasserlebende / Nordische Tierarten
Besucherzahlen ca. 285.000
Organisation
Leitung Heike Kück
(Direktorin und Geschäftsführerin)
Trägerschaft Zoo am Meer Bremerhaven GmbH
Förderorganisationen Förderverein Zoo am Meer Bremerhaven e.V.
Mitglied bei WAZA, EAZA, VDZ, Species360, Sphenisco e.V., WCF, Yaqu Pacha
Zoo am Meer Bremerhaven Außenfassade 2013.jpg

Neuer Eingangsbereich

Internetseite

Der Zoo am Meer in Bremerhaven ist ein Themenzoo mit Spezialisierung auf wasserlebende und nordische Tierarten. Er liegt direkt am Deich der Unterweser nahe dem Großen Leuchtturm am historischen Neuen Hafen. Er ist der kleinste wissenschaftlich geleitete Zoo Europas.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was mit einem Nordseeaquarium 1912/13 begann – es hatte 30 Schaubehälter und war im Kellergeschoss der Strandhalle am Weserdeich eingerichtet – wurde am 24. Juni 1928 mit der Eröffnung der „Tiergrotten“ fortgesetzt. Nördlich der Strandhalle im Außendeichsbereich war der Zoo mit Gehegen, Volieren, Warmhäusern, Wasserbecken und Meerwasser-Aquarien angelegt worden.

Bei der Februarflut 1962 wurde der Zoo teilweise überschwemmt und viele Tiere wie Waschbären, Stachelschweine, Nasenbären und kleinere Affen ertranken oder wurden durch einstürzende Mauern erschlagen.[1]

Nach einem Umbau 1976 folgte im Jahre 2000 eine vorübergehende Stilllegung für eine Neukonzeption der gesamten Anlage. Mit dem neuen Namen „Zoo am Meer“ ist am 27. März 2004 eine Anlage eröffnet worden, die Tiere in einer naturnahen Umgebung zeigt. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf Meerestieren, jedoch mit nur wenigen Fischen und Krustentieren.

Die Direktoren des Zoos waren:

Zoo heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großzügigere Gehege ohne Gitter und Wasserbecken mit großen Scheiben ermöglichen eine Beobachtung der Tiere an Land und im Wasser.

Der Bestand umfasst ca. 280 Tiere in 47 Arten mit Spezialisierung auf wasserlebende und nordische Tierarten, darunter Eisbären, Basstölpel, Robben und die bedrohten Humboldtpinguine, um deren Nachzucht sich der Zoo bemüht. Ergänzend zu den Seetieren sind weitere Tierarten wie Schimpansen, Pumas und Keas Teil des Artenspektrums.

Die Hauptzielgruppe des Zoos am Meer sind Familien mit kleinen Kindern. Er hat daher einen großen Spielplatz mit Piratenschiff zum Klettern und Streicheltiere.

Eine Aussichtsplattform erlaubt einen Überblick über die Wesermündung und die Beobachtung der vorüberfahrenden Schiffe. Der Besucher kann so gleichzeitig auf den Lebensraum der Meerestiere schauen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zoogelände im Jahr 2017

Nach 41 Jahren ohne Eisbärennachwuchs brachte das Eisbärenweibchen Valeska am 16. Dezember 2013 zwei Junge zur Welt, von denen aber eines tot aufgefunden wurde. Aus Sorge um das verbliebene Junge wurden die Bremerhavener Bevölkerung und ihre Gäste sowohl von der Zooleitung als auch der Politik gebeten, zum Jahreswechsel 2013/14 kein Silvesterfeuerwerk in der näheren Umgebung zu zünden. Der angrenzende Willy-Brandt-Platz wurde aus diesem Grund temporär gesperrt.[2] Seit 19. März 2014 wird das Eisbär-Jungtier Lale genannt.

Der Zoo ist einer von drei Drehorten der ARD-Serie „Seehund, Puma & Co.

Überregionale Bekanntheit erlangte der Zoo am Meer Anfang 2005, als die deutsche und später die weltweite[3][4] Presse über die homosexuellen Humboldtpinguine berichteten. Es gab einen Überschuss an männlichen Tieren, so dass sich männliche Paare bildeten, die tw. versuchten, Steine auszubrüten. Selbst als in den Jahren 2005 und 2006 weibliche Tiere aus anderen Zoos beschafft wurden, gaben die männlichen Paare Ihre Beziehung nicht wieder auf.[5] Als 2009 ein Ei von einem heterosexuellen Paar verstoßen wurde, wurde es in das Nest eines schwulen Pärchens gelegt, von diesen auch angenommen, ausgebrütet und aufgezogen.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Zoo am Meer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begegnungen der besonderen Art ... S. 22
  2. Eisbärbaby geht es gut. (Nicht mehr online verfügbar.) In: RadioBremenNachrichten. 1. Januar 2014, archiviert vom Original am 27. Februar 2015; abgerufen am 27. Februar 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radiobremen.de
  3. My two dads: Gay penguins adopt an egg and hatch a chick. In: Mail online (England). 4. Juni 2009, abgerufen am 27. Februar 2015.
  4. Gay penguins hatch, rear a chick at Bremerhaven Zoo. In: perth now (Australien). 4. Juni 2009, archiviert vom Original am 27. Februar 2015; abgerufen am 27. Februar 2015.
  5. Schwule Pinguine - Wahre Liebe nur unter Männern. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Stern online. 8. Februar 2006, archiviert vom Original am 27. Februar 2015; abgerufen am 27. Februar 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stern.de
  6. Elternglück: Schwule Pinguine adoptieren Küken. In: Spiegel online. 4. Juni 2009, abgerufen am 27. Februar 2015.

Koordinaten: 53° 32′ 41″ N, 8° 34′ 13″ O