Édouard Branly

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Édouard Branly (1844–1940)

Édouard Branly (* 23. Oktober 1844 in Amiens; † 24. März 1940 in Paris) war ein französischer Physiker und Pionier der Funktechnik, insbesondere des Radios und der drahtlosen Telegraphie.

Leben[Bearbeiten]

Zeichnung des Glasröhrchen eines Branly-Kohärers bzw. Fritters, eingesetzt in eine vollständige Mechanik eines Klopfers.

Édouard Branly studierte an mehreren Einrichtungen in Frankreich verschiedene Lehrfächer. Unter anderem am Lycée (College) von Saint-Quentin, dem Lycee Henri IV de Paris und der Faculté des sciences de Paris. Danach wurde er auf die École normale supérieure in Paris, zum Studium der Physik aufgenommen und war dort unter anderem ein Schüler von Louis Pasteur. 1867 erhält er sein Diplom als Wissenschaftler mit Lehrerlaubnis für Physik und Mathematik. 1868 wurde er Professor an der Universität von Bourges und 1875 Professor am Institut catholique de Paris[1][2].

Der Physiker gilt als einer der Erfinder vom Fritter (Kohärer), einem wichtigen Bauteils eines Empfängers von Signalen. Brandlys Arbeit von 1890 war ein bahnbrechender Erfolg in der Geschichte der Funktechnik. Vorläufer waren bereits 1884 bis 1886 vom Italiener Temistocle Calzecchi-Onesti entwickelt und beschrieben worden, aber von der Fachwelt außerhalb Italiens kaum beachtet worden. Weitere Informationen zu Branlys Rolle finden sich im Artikel „Erfindung des Radios“.

Bis zu seinem Tod befasste sich Édouard Branly mit vielen Bereichen der damaligen Physik, insbesondere mit den Bereichen drahtlose Kommunikation und Telemechanik sowie im Bereich der Medizin.

Schriften[Bearbeiten]

  • Phénomènes électrostatiques dans les cellules voltaïques (Electrostatic Phenomena in Voltaic Cells), 1873.
  • Traité élémentaire de physique, 1899.
  • Cours élémentaire de Physique et Problèmes de Physique, 1900.
  • La TSF, Télégraphie et Téléphonie sans fil, 1925.
  • Électricité, 1934.

Ehrungen und Titel[Bearbeiten]

Gedenktafel für É. Branly in Paris.
  • 1868: Professor an der Université de Bourges
  • 1868: Professor am Institut catholique de Paris
  • 1873: Doktor der Wissenschaft der Sorbonne de Paris
  • 1898: Laureat der l'Académie des sciences
  • 1900: Grand prix de l'Exposition universelle
  • 1900: Chevalier (Ritter) der Französischen Ehrenlegion
  • 1903: Osiris-Preis zusammen mit Pierre Curie
  • 1910: Grand prix d'Argenteuil de la Société d'encouragement à l'Industrie nationale
  • 1910: Assoziiertes Mitglied der Belgischen Académie royale des science
  • 1911: Wahl in die Französische Académie des sciences, Sektion Allgemeine Physik
  • 1933: Offizier der Französischen Ehrenlegion
  • 1938: Élevé à la dignité de grand-croix der Französischen Ehrenlegion
  • 1938: Élevé à la dignité de commandeur des päpstlichen Ritterordens des heiligen Gregor des Großen

Literatur[Bearbeiten]

  • Orrin E. Dunlap jun.: Radio's 100 men of science. Biographical narratives of pathfinders in electronics and television. Harper, New York 1944, S. 76–79.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Édouard Branly – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Édouard Branly Veröffentlichung in der The Catholic Encyclopedia
  2. Édouard Branly Veröffentlichungen der Université de Lorraine