Łagów (Powiat Świebodziński)

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Łagów
Wappen von Łagów
Łagów (Polen)
Łagów
Łagów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Świebodzin
Geographische Lage: 52° 20′ N, 15° 18′ O52.332515.293611111111Koordinaten: 52° 19′ 57″ N, 15° 17′ 37″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 66-220
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FSW
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 11 Schulzenämter
Fläche: 199,19 km²
Einwohner: 5098 (30. Juni 2010[1])
Bevölkerungsdichte: 26 Einw./km²
Verwaltung (Stand: 2008)
Gemeindevorsteher: Ryszard Oleszkiewicz
Adresse: ul. 1 Lutego 7
66-220 Łagów
Webpräsenz: www.lagow.pl

Łagów (deutsch Lagow) ist ein Dorf und Sitz einer Landgemeinde in der Woiwodschaft Lebus, Powiat Świebodziński, in Westpolen. Der Ort liegt am Flüsschen Pliszka (Pleiske) im früheren Land Sternberg (Ziemia Torzymska), dem südlichen Teil der historischen Neumark nördlich der Europastraße von Frankfurt (Oder) nach Świebodzin (Schwiebus). Nach Frankfurt sind es etwa 45 km, nach Świebodzin etwa 25 km. Der Ort liegt inmitten des Lagower Landschaftsschutzparks. Haupterwerbszweige sind Landwirtschaft und Tourismus.

Geschichte[Bearbeiten]

Der nahe dem Ort gelegene Falkenberg war schon in der Bronzezeit (Lausitzer Kultur) besiedelt. An gleicher Stelle befand sich im 11. und 12. Jahrhundert eine slawische Burg. 1251 kam das Gebiet unter deutsche Herrschaft und war in den folgenden Jahrzehnten zwischen den Bischöfen von Lebus, den Brandenburger Markgrafen und den Erzbischöfen von Magdeburg umstritten.

1299 wurde Lagow zum ersten Mal erwähnt, als die Brandenburger Markgrafen Otto IV. und Heinrich II: die Burg dem Ritter Albrecht von Klepitz übereigneten. Die damalige Anlage lag etwa 500 m nordwestlich der bis heute bestehenden Johanniterburg auf dem Falkenberg.

Mitte des 14. Jh. ging Lagow in den Besitz des Johanniterordens über, der nach kurzer Zeit mit dem Bau einer neuen Burg begann, die auf einem Hügel zwischen dem Trzesniowski-See im Norden und dem Lagower See im Süden auf einer schmalen Landenge angelegt wurde. Am Fuß der Veste entstand eine zugehörige Siedlung für Handwerker und Dienstmannen, die mit Wehrmauern und zwei Toren, heute das Märkische Tor (polnisch Brama Marchijska) und das Polnische Tor (polnisch Brama Polska) genannt, gesichert wurde. Am Ende des 14. Jahrhunderts wurde auf der Burg eine Johanniterkomturei eingerichtet. 1569 bekam Lagow Stadtrecht. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Lagow 1640 von den Schweden eingenommen und zerstört.

Nach der Auflösung des Ordens im Jahre 1811 ging Lagow in privaten Besitz über. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Burg und das Städtchen nicht zerstört. 1945 kam Lagow zu Polen, die deutschen Bewohner wurden - soweit sie nicht schon geflohen waren - vertrieben und Polen siedelten sich an.

Das bis heute von der Stadt geführte Wappen erinnert an die jahrhundertelange Präsenz der Johanniter in Lagow.

Eigentümer von Schloss und Gut Lagow[Bearbeiten]

Schloss Lagow um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Burg der Johanniter

Besitzer[2] von Schloss und Gut Lagow von 1350 bis 1945:

Gemeinde (Gmina Łagów)[Bearbeiten]

Das Märkische Tor von Lagow während des 35. Lebuser Filmsommers 2005

Die Landgemeinde Łagów hat etwa 5.000 Einwohner. Zu ihr gehören folgende Ortschaften (deutsche Namen bis 1945) mit Schulzenamt (Sołectwo):

  • Gronów (Grunow)
  • Jemiołów (Petersdorf)
  • Kosobudz (Kunersdorf)
  • Kłodnica (Abbau Sorge)
  • Łagów (Lagow)
  • Łagówek (Neu Lagow)
  • Niedźwiedź (Niedewitz)
  • Poźrzadło (Spiegelberg)
  • Sieniawa (Schönow)
  • Toporów (Topper)
  • Żelechów (Selchow)

Weitere Ortschaften der Gemeinde ohne Schulzenamt sind:

  • Brzezinki
  • Czartów (Schartowsthal)
  • Czyste (Grunewald)
  • Gronów-Winiarnia
  • Jemiołów (gajówka) (Petersdorf)
  • Kosobudki (Neu Kunersdorf)
  • Pasałka
  • Sieniawa-Kopalnia (Schönow)
  • Stok (Stock)
  • Troszki (Kunersdorfer Sorge)
  • Zabiele
  • Zamęt (Neumühl)

Kultur[Bearbeiten]

In Łagów findet seit Ende der 1960er Jahre alljährlich zur Mittsommernacht das Lubuskie Lato Filmowe (Lebuser Filmsommer) genannte älteste polnische Spielfilmfestival statt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Łagów – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ – STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2010 (WebCite)
  2. Jörg Lüderitz: Entdeckungen östlich der Oder. Unterwegs zwischen Frankfurt, Skwierzyna und Żary. Trescher, Berlin 2005, ISBN 3-89794-082-5, S. 80ff. (Trescher-Reihe Reisen), (Online bei Google Book Search).