Ōyama Masutatsu
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Ōyama Masutatsu (jap. 大山 倍達; * 27. Juli 1923, † 26. April 1994), in der westlichen Namensreihenfolge Masutatsu Ōyama oder oft auch kurz Mas Ōyama begründete die Karate-Stilrichtung Kyokushinkai, einem Vollkontakt-Stil. Geboren wurde er als Choi Hyung Yee (kor. 최영의; jap. 崔永宜), bevorzugte aber den Namen Choi Bae Dal (kor. 최배달; jap. 崔倍達), da Baedal als Bezeichnung für Koreaner seine koreanische Abstammung betonte. Als Angehöriger der Zainichi, die koreanische Minderheit in Japan, verbrachte er den Großteil seines Lebens in Japan, obwohl er sowohl die südkoreanische als auch die japanische Staatsbürgerschaft besaß. [1]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Biographie
Es ist nicht gesichert, ob er wie meist behauptet in Gimje (Nord Jeolla) im heutigen Süd-Korea, das damals zum japanischen Kaiserreich gehörte, oder aber in Tōkyō zur Welt kam. In jungen Jahren lebte er auf dem Gehöft seiner Schwester in der Mandschurei. Ōyama begann mit dem Studium der Kampfkünste im Alter von 9 Jahren und lernte zunächst von einem Arbeiter auf besagtem Gehöft. Fünf Jahre später schloss er sich im Alter von 15 Jahren der Japanischen Armee an, in der Hoffnung, Kampfpilot werden zu können.
Nach Japan begab er sich um dort seine Zukunft zu gestalten, inspiriert durch General Ishihara Kanji, der gegen die japanische Invasion der asiatischen Nachbarn opponierte und deshalb von ranghöheren Mitgliedern aus der Japanischen Armee entlassen wurde.
Er widmete sich dem Shōtōkan-Karate und verschiedenen anderen Kampfkünsten, und trainierte alleine auf dem Berg Minōbu in Chiba, Japan. Angeblich habe er sich eine Augenbraue abrasiert, damit er den Berg nicht verlassen konnte. Er soll dort vierzehn Monate verbracht haben und danach zum Verlassen des Berges gezwungen gewesen sein, da sein Gönner ihm weitere Unterstützung versagt habe. Nachdem er Monate später die nationalen Japanischen Kampfkunstmeisterschaften im Karate gewonnen hatte, kehrte er für 18 weitere Monate in die Berge zurück, dieses Mal auf den Berg Kiyosumi, da er sein ursprüngliches Ziel, drei Jahre in der Einsamkeit zu trainieren noch nicht erreicht hatte. Obwohl diese Berichte über Ōyamas angeblichen Aufenthalt in den Bergen von vielen seiner Anhänger immer wieder bekräftigt wurden, hat Ōyama diese Umstände nie persönlich bestätigt.[2]
Ōyama schrieb sich an der Takushoku-Universität in Tōkyō ein und wurde von Funakoshi Gichin, in dessen Dōjō aufgenommen, wo er für zwei Jahre lernte. Danach widmete er sich für mehrere Jahre dem Gōjūryū unter der Anleitung von So Nei Chu (소네이쥬, 1907-?), einem der Meisterschüler des Stilrichtungsbegründers Miyagi Chōjun.
Einige Teile der frühen Biographie Ōyamas werden von Jon Bluming, einem seiner frühen Schüler, allerdings bestritten.[2]
1953 eröffnete er in Tōkyō sein eigenes Dōjō namens "Ōyama Dōjō". Er reiste weiterhin in Japan und der Welt umher, um Kampfkunstvorführungen zu geben in denen er Stiere mit bloßen Händen bekämpft und getötet haben soll. Sein Dōjō trainierte zuerst im Freien auf einer leeren Parzelle und zog später im Jahre 1956 in eine Ballettschule um. Seine Lehren entwickelten bald einen Ruf als harte, intensive und praxisorientierte Kampfschule, die in einer Zeremonie 1957 "Kyokushin" getauft wurde. Jedoch sagte man ihm auch nach, sehr rau mit seinen Schülern umgegangen zu sein und diese auch häufiger während des Trainings verletzt zu haben. Mit wachsender Reputation des Dōjō wuchs auch die Zahl der Schüler, die aus dem japanischen In- und Ausland zum Training zu Ōyama kamen. Viele der späteren Oberhäupter der heutigen Organisationen, die aus dem Kyokushin hervorgegangen sind, begannen ihr Training in dieser Zeit. 1964 zog Ōyamas Dōjō in ein anderes Gebäude um, das von da an als Hombu Dōjō und Welthauptquartier seiner Schule diente. In diesem Zusammenhang gründete er auch die "International Karate Organization Kyokushinkaikan" (IKO oder IKOK abgekürzt), um die vielen Schulen, die zu diesem Zeitpunkt seinen Stil lehrten, zu organisieren.
Nachdem er dem Kyokushinkai damit einen formalen Rahmen gegeben hatte, führte Ōyama die Organisation in eine weitere Phase des Wachstums: Er selbst und die von ihm sorgfältig ausgewählten Ausbilder zeigten großes Geschick, wenn es darum ging, die Stilrichtung zu vermarkten und neue Verbandsmitglieder zu gewinnen. Wenn Ōyama einen Dozenten ausgewählt hatte, würde dieser ein Dōjō in einer anderen Stadt eröffnen und dort öffentliche Vorführungen abhalten, zum Beispiel in städtischen Turnhallen, der örtlichen Polizeischule, einem Park, in Schulen oder anlässlich von Festen, wodurch er schnell eine Zahl von Schülern für sein neu gegründetes Dōjō gewinnen konnte. Danach verließ man sich auf die Mundpropaganda in der näheren Umgebung zur Schaffung einer engagierten Stammschülerschaft.
Ōyama sandte auch Ausbilder ins Ausland zum Beispiel in die Vereinigten Staaten und nach Brasilien, wo Kyokushin auf die gleiche Art verbreitet wurde. Eine weitere Methode zur Verbreitung seines Stiles waren die von ihm ausgerichteten stiloffenen Karate-Weltmeisterschaften.
Bis zu seinem Tod baute er seine IKOK mit Sitz in Tōkyō zu einem der weltweit größten Kampfkunstverbände aus, mit Niederlassungen in mehr als 120 Ländern und mehr als 10 Millionen eingetragenen Mitgliedern. In Japan wurden Bücher von ihm und über ihn verfasst, abendfüllende Spielfilme schilderten farbenfroh seine Lebensgeschichte und auch ein Manga erzählt von seinen (angeblichen) Abenteuern.
Oyama starb im Alter von 71 Jahren, am 26. April 1994 - obwohl Nichtraucher - an Lungenkrebs.
[Bearbeiten] Ōyama in den Medien
- Das Manga über Ōyamas Vermächtnis namens Karate Baka Ichidai (wörtlich:"Die karate-verrückte Generation") von Ikki Kajiwara mit Illustrationen von Jirō Tsunoda und Jōya Kagemaru wurde 1971 im Shōnen Magazine veröffentlicht.
- Eine 47-teilige Anime Serie auf Basis des Manga wurde 1973 aufgelegt, wobei allerdings größere Teile der Handlung abgeändert und auch May Ōyamas Name gegen einen fiktionalen Charakter namens Ken Asuka ausgetauscht wurden.
- Auf der Basis des Manga wurde Ōyama vom japanischen Schauspieler Sonny Chiba in einer Trilogie von Kampfkunst-Filmen verkörpert. Ōyama selbst ist ebenfalls in den ersten beiden Teilen der Trilogie zu sehen:
- Champion of Death (1975)
- Karate Bearfighter (1975)
- Karate for Life (1977).
- Ein weiteres Werk über Ōyamas Leben ist der südkoreanische Film Baramui Fighter (in Deutschland Fighter in the Wind) aus dem Jahre 2004.
[Bearbeiten] Literatur
- The Kyokushin Way. ISBN 0-87040-460-1
- What is Karate? ISBN 0-87040-147-5
- This is Karate. ISBN 0-87040-254-4
- Vital Karate. ISBN 2-901551-53-X
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ 최영의는 싸움꾼이 아니라 진정한 무술인 Choi Yeong-eui was not a fighter but a true martial artist (ko). Gefunden am 2007-01-20. Ein Interview mit seinem Sohn
- ↑ a b RealFighting.com - Reality-based Self-defense. Jon Bluming, Europe’s first Mixed Martial Artist Bluming stellt fest, aufgrund persönlicher Bekanntschaft mit Ōyama, das die meisten, wenn nicht alle der Erzählungen, die sich um Ōyamas frühe Jahre ranken falsch von seinen Anhängern und nicht von ihm selbst wiedergegeben wurden.
[Bearbeiten] Weblinks
- Stilrichtung Kyokushin-Kai & Ōyamas Leben (Bayerischer Karate-Bund, Bezirk Oberbayern)
- Sosai Masutatsu Oyama - Founder of Kyokushin Karate. (en)
| Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Eigennamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Japanischen. Ōyama ist hier somit der Familienname, Masutatsu ist der Eigenname. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ōyama, Masutatsu |
| ALTERNATIVNAMEN | Choi Bae Dal, Choi Hyung Yee, Masutatsu Ōyama, Mas Ōyama; jap. 大山倍達, 崔永宜, 崔倍達; kor. 최영의, 최배달 |
| KURZBESCHREIBUNG | Begründer des Kyokushin-Karate-Stiles |
| GEBURTSDATUM | 27. Juli 1923 |
| GEBURTSORT | Japanisches Kaiserreich, möglicherweise im heutigen Süd-Korea |
| STERBEDATUM | 26. April 1994 |

