ARD-Morgenmagazin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel ARD-Morgenmagazin
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1992
Produktions-
unternehmen
Westdeutscher Rundfunk Köln
Länge 210 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
montags–freitags
im zweiwöchigen Wechsel mit ZDF
Genre Informationssendung, Magazinsendung
Erstausstrahlung 13. Juli 1992 auf Das Erste
Das ARD-Morgenmagazin live von der IFA in Berlin 2005

Das ARD-Morgenmagazin ist eine im zweiwöchentlichen Rhythmus vom WDR für Das Erste produzierte morgendliche Nachrichten- und Informationssendung. Die Sendung existiert seit 1992 und wird im Wechsel mit dem ZDF-Morgenmagazin ausgestrahlt.

Sendetermin[Bearbeiten]

Die Sendung lief zunächst von 6.00 bis 9.00 Uhr. Seit 28. August 1995 startet das Frühstücksfernsehen bereits um 5.30 Uhr.

Die ARD strahlte 2009 das Morgenmagazin vorwiegend in den geraden Kalenderwochen aus, das ZDF in den ungeraden Wochen. Lediglich im Juli senden ARD und ZDF ausnahmsweise jeweils zwei Wochen „en bloc“. Wegen einer 53. Woche im Jahr 2009 gab es 2010 einen Rhythmuswechsel, seitdem sendet das ARD-Morgenmagazin in den ungeraden Wochen. Die Sendungen laufen montags bis freitags von 5:30 bis 9:00 Uhr. Darüber hinaus produziert das ARD-Morgenmagazin bei sehr wichtigen Ereignissen auch außerplanmäßige Verlängerungen der Regelsendung oder Sonderausgaben am Wochenende, z. B. anlässlich des NATO-Gipfels in Straßburg im Frühjahr 2009 oder nach der Bundestagswahl am 27. September 2009. Beide Schwestersendungen laufen sowohl im Ersten als auch auf dem ZDF. Das ARD-Morgenmagazin wird darüber hinaus im digitalen ARD-Angebot tagesschau24 ausgestrahlt.

Programminhalte[Bearbeiten]

Die Berichterstattung über tagesaktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport steht im Vordergrund des Programms. Die Redaktion des ARD-Morgenmagazins greift auf das bundes- und weltweite Korrespondentennetz der ARD zurück und hat eine eigene Hauptstadtkorrespondentin, Christiane Meier, die regelmäßig politische Interviews aus dem ARD-Hauptstadtstudio in Berlin führt. Ergänzt wird das Programm zu jeder vollen und halben Stunde durch kurze Ausgaben der Tagesschau, die von ARD-aktuell beim NDR in Hamburg produziert wird. Ein Sportblock befindet sich jeweils am Ende einer halben Morgenmagazin-Stunde vor der Tagesschau, die ebenfalls halbstündliche Wettervorhersage läuft jeweils nach den Nachrichten.

Das ARD-Morgenmagazin bietet darüber hinaus weitere regelmäßige Themenblöcke an:

  • live & unterwegs (Ausführliche tägliche Live-Berichterstattung zu den verschiedensten Themen aus Gesellschaft, Politik, Forschung und Wirtschaft, meist im Inland, ab und zu aus dem Ausland.)
  • Service (inkl. Chat) (tägliche Experten-Interviews über Ratgeber-Themen aus allen Bereichen zu verschiedenen Themen. Hier können die Zuschauer auch während der Sendung Fragen stellen und an einem Internet-Chat teilnehmen)
  • Kultur-Tipp (In wöchentlicher Folge eine Filmreihe, in der Prominente ihre Empfehlungen für Bücher, Theater, Film, Ausstellungen und für andere Kulturereignisse geben.)
  • Kinotipp (jeden Donnerstag, im Falle eines Feiertags am vorhergehenden Mittwoch)
  • Buchtipp (einmal pro Monat freitags, im Falle eines Feiertags am vorhergehenden Donnerstag)
  • Sportblock (aktuelle Sportberichterstattung, siehe oben)
  • Wettervorhersage (Wetterrückschau und -prognose, siehe oben)

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Das ARD-Morgenmagazin ging erstmals am 13. Juli 1992 auf Sendung. Bis dahin gab es nur Frühprogramme von Sat.1 und RTL seit Ende der 1980er Jahre. Erste Frühinformationsprogramme der ARD gab es zuvor punktuell während der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles für vier Wochen und während des Zweiten Golfkrieges für einige Monate. Ausschlaggebend für die Entscheidung von ARD und ZDF, regelmäßige Frühformate zu gründen, waren die guten Zuschauerresonanzen auf die Sondersendungen über den Golfkrieg. Damals startete ein provisorisches Frühstücksfernsehen im Ersten, das von der Redaktion ARD-aktuell Hamburg (Tagesschau, Tagesthemen) innerhalb weniger Tage ins Leben gerufen wurde und monothematisch über den Krieg berichtete. Nach vier Wochen löste der WDR mit einer Sonderredaktion das Team von ARD-aktuell ab und sendete noch weitere drei Monate eine Frühsendung, die neben den Informationen über den Golfkrieg auch schon andere Informationselemente enthielt.

ARD und ZDF vereinbarten aus wirtschaftlichen Gründen, sich ab Juli 1992 wöchentlich mit jeweils eigen produzierten Formaten am Morgen abzuwechseln, so wie es sich schon mit der Kooperation beim Mittagsmagazin bewährt hatte. Der WDR übernahm für die ARD die Gründung der Redaktion in Köln unter der Leitung von Johannes Kaul und Dieter Saldecki. Zeitgleich gründete das ZDF seine Redaktion in Berlin. Aus dem Stand heraus übernahmen ARD und ZDF die Marktführerschaft am Morgen; zurzeit erreichen sie durchschnittlich rund 22 % Marktanteil.

Sendekonzept[Bearbeiten]

Das ARD-Morgenmagazin pflegte von Beginn an speziell die Live-Berichterstattung und setzte hier Maßstäbe. Dies gilt sowohl für die Machart bei schnellen, tagesaktuellen Live-Auftritten, als auch für hintergründige Live-Reportagen aus Deutschland und aller Welt. So strahlte das ARD-Morgenmagazin im Spätherbst 1999 als erster mit einer transportablen Satelliteneinheit live Reportagen mitten aus dem Regenwald in Panama. Eine weitere Besonderheit war auch die weltweit erste Live-Sendung aus der Arktis, die im Juni 2001 unter Einsatz eines Hubschraubers und mehrerer Richtfunkstrecken zustande kam. Im Sommer 2007 gelang es dem ARD-Morgenmagazin (und damit der ARD als erster westlicher Sender überhaupt), eine ganze Woche live aus Peking und Umgebung zu senden.

Seit Oktober 2006 wird das ARD-Morgenmagazin im Breitbildformat 16:9 ausgestrahlt. Seit Frühjahr 2008 wird die Sendung auf einer servergestützten Redaktions- und Produktionsplattform komplett digital geplant, vorbereitet und produziert.

Redaktion[Bearbeiten]

Die Redaktion des ARD-Morgenmagazins gehört zum WDR und ist, organisatorisch gesehen, wegen ihrer Größe eine eigene WDR-Programmgruppe. Leiter ist Martin Hövel, stellvertretende Leiterin ist Verena Cappell. In der Redaktion arbeiten 40 festangestellte Mitarbeiter (zum Teil in Teilzeit), darunter 22 Redakteure. Hinzu kommt eine Anzahl freier Autoren. Außerdem liefern die ARD-Aktuell-Inlandsredaktionen sowie die ARD-Auslandsstudios dem ARD-Morgenmagazin Beiträge zu. Für die Produktion der täglichen dreieinhalb Stunden Sendung sind weiterhin noch Techniker, Kameraleute, Cutter, Grafiker und andere Spezialisten des WDR tätig.

Studio[Bearbeiten]

Das ARD-Morgenmagazin befand sich bis zum 28. Mai 2010 im „Studio C“ in Köln. Seit dem 7. Juni 2010 wird es jedoch aus dem Kölner „WDR-Studio A“ gesendet. Das neue Studio soll wie ein „Zuhause“ aussehen und ist im Gegensatz zu anderen Studios moderner. Beispielsweise wird das Wetter über einen großen Bildschirm angezeigt, auf dem der Moderator die Wetterkarten selber per Hand auswählen kann. Ebenfalls neu ist eine Glasscheibe, die so ähnlich wie ein Head-Up-Display funktioniert, dabei strahlt ein Videoprojektor das aktuelle Thema an und lässt das Bild durch eine in der Scheibe eingesetzte Folie für die Kamera sichtbar werden. Das ARD-Morgenmagazin teilt sich das Studio mit der Sportschau.[1]

Moderatoren[Bearbeiten]

Moderator/in Jahre Bemerkungen
Aktuelle Moderatoren
Anne Gesthuysen seit 2003 Hauptmoderatorin
Sven Lorig seit 2003 Hauptmoderator
Anna Planken seit 2010 Hauptmoderatorin (in Babypause)
Susan Link seit 2012 Hauptmoderatorin (Vertretung für Anna Planken)
Peter Großmann seit 1996 Sport
Donald Bäcker Wetter
Till Nassif Vertretung
Ehemalige Moderatoren
Julitta Münch 1992–1997
Jürgen Drensek 1992–1997
Inka Schneider 1997–2001
Sven Kuntze 1997–2001
Judith Schulte-Loh
Elke Bröder
Peter Schreiber 1998–2001
Gert Scobel

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Team des Preisträgers ARD-Morgenmagazin beim Deutschen Fernsehpreis 2012
Jahr Award Kategorie Ergebnis
2012 Deutscher Fernsehpreis Publikumspreis: Frühstücksfernsehen Gewonnen

Ehemalige externe Mitwirkende[Bearbeiten]

Bis 2008 trat in der Sendung regelmäßig Hademar Bankhofer als „Gesundheitsexperte“ auf. Am 24. Juli 2008 beendete der WDR die Zusammenarbeit mit Bankhofer, da Bankhofer einen bestehenden Beratervertrag mit dem Konzern Klosterfrau Healthcare Group verschwiegen und auf Nachfrage widersprüchlich geantwortet habe.[2][3]

Im Mai 2009 veröffentlichte Bankhofer zusammen mit dem Moderator des Morgenmagazins Peter Großmann das Buch Naturdoping.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das neue Studio vom ARD Morgenmagazin (Version vom 6. März 2012 im Internet Archive)
  2. Handelsblatt.de, abgerufen am 24. Juli 2008 WDR beendet Zusammenarbeit
  3. Pressemitteilung des WDR

Weblinks[Bearbeiten]