ASFA
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
ASFA (Anuncio de Señales y Frenado Automático, Deutsch: Anzeige von Signalen und automatisches Bremsen) ist ein spanisches Zugbeeinflussungssystem mit punktförmiger Übertragung und Bremsüberwachung.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Das ASFA-System wurde Anfang der 70er Jahre von der Firma Westinghouse Air Brake Company (Wabco) entwickelt, aufgrund einer Ausschreibung durch die spanische Eisenbahngesellschaft RENFE. Ab Mai 1972 wurde das System auf der Strecke Guadalajara–Azuqueca de Henares getestet. Am 23. Juni 1975 wurde das System erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt zusammen mit der Einweihung der Elektrifizierung der Strecke Madrid–Guadalajara. Doch erst 1978 ging das System auf der Strecke Madrid–Guadalajara in den normalen Regelbetrieb über. Nach der Entwicklung wurde das System von RENFE übernommen.
[Bearbeiten] Funktion
Das ASFA-System besteht aus Balisen und einer zugehörigen Fahrzeugausrüstung. Die Balisen sind Behälter, welche einen Schwingkreis bestehend aus einer Induktionsspule und einem regelbaren Kondensator enthalten. Sie werden im Gleis in Fahrtrichtung rechts von der Mitte montiert. Es gibt sowohl passive als auch schaltbare Balisen. Die passiven Balisen senden immer die selbe Resonanzfrequenz aus, während in den schaltbaren Balisen die Kapazität des Kondensators in Abhängigkeit der Anzeige eines zugehörigen Eisenbahnsignales verändert wird. Auf diese Art wird die Resonanzfrequenz der Balise verändert.
Die Fahrzeugausrüstung enthält ein Balisenlesegerät, welches eine feste Induktionsfrequenz von 111.103 Hz aussendet (frecuencia permanente). Beim überfahren der Balise regt die Induktionsfrequenz den Schwingkreis der Balise zu Eigenschwingungen an. Die so von der Balise ausgesendete Resonanzfrequenz wird ebenfalls vom Balisenlesegerät erfasst.
Das System kennt 8 Resonanzfrequenzen im Frequenzband zwischen 50 KHz und 120 KHz, welche verschiedenen Informationen wie Warnung, Geschwindigkeitsüberwachung und Zwangsbremsung zugeordnet sind. Die Fahrzeugausrüstung des Zuges registriert bei einer erfolgten Beeinflussung den Spannungabfall in der beeinflussten Sendespule, und bewirkt abhängig von den aktiven Schwingkreisen in der Balise die entsprechenden Signalisierungen an den Triebfahrzeugführer oder löst eine Zwangsbremsung aus.
Die Geschwindigkeitsüberwachung erfolgt punktförmig auf eine statisch festgelegte Höchstgeschwindigkeit. Zum einem wird eine Geschwindigkeit von 60 km/h, 50 km/h oder 35 km/h (abhängig vom Zugtyp) 300 m vor dem Signal überwacht und zum anderen kann eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 180 km/h bzw. von 160 km/h nach dem Überfahren eines Signal mit entsprechendem Signalaspekt festgelegt werden.
| Aspektbezeichnung | Resonanzfrequenz | Beschreibung |
|---|---|---|
| L1 | 60.300 Hz | Signal in gelb oder grün/gelb |
| L2 | 64.270 Hz | Signal in grün blinkend |
| L3 | 68.510 Hz | Signal in grün |
| L4 | nicht verwendet | |
| L5 | nicht verwendet | |
| L6 | nicht verwendet | |
| L7 | 88.690 Hz | Signal in rot erwarten |
| L8 | 96.128 Hz | Signal in rot |
[Bearbeiten] ASFA-Versionen
- ASFA "klassisch" (tauglich bis160 km/h)
- ASFA FAC (Version für FAC)
- ASFA 200 (tauglich bis 200 km/h)
- ASFA 200 AVE (Version für AVE mit größeren Blockabschnitten)
- ASFA "digital"
[Bearbeiten] ASFA "digital"
Im Jahre 2005 wurde mit der Entwicklung von ASFA "digital" durch Adif begonnen. Allerdings bezieht sich die Bezeichnung "digital" dabei nur auf das rechnerbasierte Fahrzeuggerät, während die Informationsübertragung zwischen den Balisen und der Fahrzeugausrüstung weiterhin durch magnetische Induktion erfolgt, und keine digitalen Daten ausgetauscht werden. Jedoch wird die Frequenztabelle neu definiert und im Vergleich zu dem alten ASFA erweitert werden, um zusätzliche Funktionen zu ermöglichen, und auch das Fahrzeuggerät wird dem Stand der Technik angepasst, um Funktionen erweitert und mit einem Bildschirm im Führerstand ausgestattet.
Bezüglich ETCS wird ASFA als Klasse-B-System geführt.
[Bearbeiten] Quellen
- Eisenbahn-Wiki zu ASFA (spanisch)
- Elementos Técnicos para la Gestión de Frecuencias en Espacios Complejos: Entornos Ferroviarios, 2002 (spanisch)
ATB (Niederlande) | ATC (Schweden) | ASFA (Spanien) | AWS (Großbritannien) | GW ATP (Großbritannien) | TPWS (Großbritannien) | Crocodile/Memor (Belgien, Frankreich, Luxemburg) | EVM 120 (Ungarn) | Indusi, PZB (Deutschland, Österreich) | LZB, CIR-ELKE II (Deutschland, Österreich, Spanien) | Integra-Signum (Schweiz) | KVB | TVM (Frankreich) | LS90 (Tschechien) | Mirel (Osteuropa) | SHP (Polen) | RS4 Codici, SCMT, BACC (Italien) | TBL (Belgien) | ZUB 121 (Schweiz, Spanien) | SELCAB (Spanien) | ZUB 122 (Deutschland, für Neigetechnik-Züge) | ZUB 123 (Dänemark) | ALSN (ehemalige GUS-Staaten) | EBICAB (Schweden, Norwegen)
ETCS (europäisches Zugsicherungssystem)

