Abd al-Karim Qasim

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Abd al-Karim Qasim
Arif mit Qasim (rechts), 1958

Abd al-Karim Qasim (arabisch ‏عبد الكريم قاسم‎, DMG ʿAbd al-Karīm Qāsim; * 1914 in Bagdad; † 9. Februar 1963 ebenda) war ein irakischer Militär und Politiker und von 1958 bis 1963 Premierminister sowie Verteidigungsminister seines Landes.

Leben[Bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Abd al-Karim Qasims Vater war ein sunnitischer Muslim, der arabische und kurdische Vorfahren hatte[1]. Der Vater starb als Soldat der osmanischen Armee im Ersten Weltkrieg kurz nach Abd al-Karims Geburt. Seine Mutter war Schiitin mit kurdischen Wurzeln[2].

Im Alter von sechs Jahren zog er nach Suwayra und 1926 nach Bagdad.

Aufstieg[Bearbeiten]

Qasim war ein ausgezeichneter Student, der 1932 an einer Militärakademie akzeptiert wurde. Zwei Jahre später war er Leutnant. Qassim diente seinem Land im Kampf gegen Israel zwischen Mai 1948 bis Juni 1949.

Später stieg er in den Posten eines Generals auf. In der „Revolution vom 14. Juli“ 1958 war er einer der Anführer der „Freien Offiziere“, die König Faisal II. stürzten und die Monarchie im Irak beendeten. Der König, ein Großteil seiner Familie und Mitglieder seiner Regierung fanden dabei den Tod. Gründe für den Sturz der Monarchie war deren als einseitig pro-westlich (probritisch) und anti-arabisch angesehene Politik, die unter anderem im Bagdad-Pakt mit der früheren Besatzungsmacht Großbritannien (1955) und in der Gründung der „Arabischen Föderation“ mit dem Königreich Jordanien (März 1958) zum Ausdruck kam. Daneben wollte die Regierung die Armee zur Niederschlagung antimonarchistischer Proteste nach Jordanien entsenden, was die Rebellion auslöste. Kurz nach der Revolution kam es in Mosul und Kirkuk zu Aufständen von Offizieren gegen Qasim. Beide Aufstände wurden mit Hilfe der irakischen Kommunisten und Kurden niedergeschlagen.

Nach seiner Wahl zum Premierminister der neu gegründeten Republik Irak machte Qasim diese unpopulären Schritte rückgängig: die Union mit Jordanien wurde 1958 aufgelöst und 1959 trat der Irak aus dem Bagdad-Pakt aus. Zudem nahm der Irak enge Beziehungen zur Vereinigten Arabischen Republik von Ägypten und Syrien auf. Er arbeitete eng mit der Irakischen Kommunistischen Partei zusammen. Er ließ den kurdischen Führer Molla Mustafa Barzani aus dem Exil zurückkehren, um die kurdischen Stämme gegen pro-monarchistische Stammesführer und Baath-Unterstützer für sich zu gewinnen. Qasim stellte einen Revolutionsrat auf, der aus dem sunnitischen Araber Muhammed Necip Ar-Rubeyi, dem schiitischen Araber Muhammed Mehdi Kubbe und dem sunnitischen Kurden Halid Naqschbandi bestand.

Der Union Nassers wollte er sich jedoch nicht unterwerfen, was wieder zur Verschlechterung der Beziehungen und einer nasseristischen Opposition im Innern führte. Am 14. September 1960 wurde in Bagdad die OPEC gegründet und im Jahr darauf entzog die Regierung der britischen Iraqi Petroleum Company die Konzession. Die geplante Annexion Kuwaits wurde jedoch durch Briten und eine Interarabische Sicherheitstruppe verhindert. Innenpolitisch ließ die Regierung Parteien und Gewerkschaften zu und begann den Ausbau der Infrastruktur des Landes.

Neben seiner Popularität schaffte sich Qasim auch zahlreiche politische Widersacher und wurde Ziel von mehreren Anschlägen. Ein erster Anschlag wurde 1959 von Angehörigen der Baath-Partei verübt, unter ihnen der spätere Diktator Saddam Hussein, die eine stärker panarabische Haltung forderten.

Sturz und Ende[Bearbeiten]

Nach Verfolgungen gegen Baʿth-Anhänger glückte ein weiterer Umsturzversuch, die Baʿath übernahm am 8. Februar 1963 die Regierung. Am 9. Februar wurde Qasim hingerichtet. Der Autor Con Coughlin behauptet, dass der britische Geheimdienst und der CIA bestens über den Coup informiert waren und ihn nicht missbilligt haben[3]. Die neue Regierung hatte jedoch nur wenige Monate Bestand und noch im selben Jahr, am 18. November 1963, übernahm der frühere Wegbegleiter Qasims Abd as-Salam Arif nach einem Militärputsch die Macht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abd al-Karim Qasim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Iraq - a country study Federal Research Division, Library of Congress
  2. Modern Iraqi History and the Day After: Part 2 The Estimate, 7. März 2003.
  3. Coughlin, Con (2005). Saddam: His Rise and Fall. Harper Perennial. Seite 39. ISBN 0-06-050543-5.