Abhängling

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Der Begriff Abhängling oder Hängezapfen stammt aus der Sprache der Architektur und steht im Gewölbebau für einen herabhängenden Schlussstein. Dieser ist oft in Form eines Zapfens oder eines Knaufes ausgebildet. Beim Zweischichtengewölbe gibt es auch einen Abhängling in Form eines mittels Eisenanker tief herabhängenden Schlusssteins, auf dem in filigraner Form Gewölberippen ihr Auflager haben.

Im Holzbau ist ein Abhängling das untere Ende einer Hängesäule unterhalb der von der Hängesäule getragenen Balken.

Die Abhänglinge der Abtei Cadouin sind selbstständige Skulpturen (keine Schlusssteine) der Spätgotik, die mittels Metallankern an die konstruktiven, Last-übertragenden Schlusssteine oder Gewölbezwickel "an- oder abgehängt" sind. Sie sind stets unsymmetrisch und immer eigenständig gestaltet und teilweise deutlich größer im Umfang als die konstruktiven Schlusssteine. Von ehemals 95 Abhänglingen sind etwa 25 Stück erhalten.

In Deutschland sind außer in Frankfurt am Main auch in Halle (Saale) Abhänglinge zu finden, und zwar in der Marktkirche Unser Lieben Frauen (1) und in der Moritzkirche (2), beide Abhänglinge geschaffen von Nickel Hoffmann (zu 1: nach 1545, zu 2: nach 1554).

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. - Berlin : Dt. Kunstverl. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Erscheinungsjahr 1999. ISBN 978-3-422-03065-7. (Zu den Abhänglingen in Halle siehe S. 258 und 264)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abhängling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien