Achumawi

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Eine Achumawi um 1920

Die Achumawi (andere Schreibweisen: Achomawi, Ajumawi, Ahjumawi) oder Pit River Indians waren ein Volk amerikanischer Ureinwohner, das aus mehreren Stämmen bestand. Ihr Stammesgebiet erstreckte sich von der Umgebung des Fall River, Tule Lake und des Pit River im Shasta County im nordöstlichen Teil des heutigen Bundesstaates Kalifornien bis hin zum Goose Lake an der Grenze zu Oregon in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Achumawi sprachen Achumawi, ein Zweig des Palaihnihan, das zur Sprachfamilie der Hoka-Sprachen gehört. Heute sind sie in den auf Bundesebene offiziell als Stämme anerkannten Pit River Tribe und der Susanville Indian Rancheria organisiert.

Stämme der Achumawi[Bearbeiten]

Zu den Stämmen des Volkes, die als Pit River Indians zusammengefasst werden, gehören die

  • Ajumawi (Fall River Mills people)
  • Astariwawi oder Astarawi (Canby people)
  • Atwansini oder Atwamsini (Big Valley people)
  • Hammawi (Likely people)
  • Hewisedawi (sprich: Hay-wee-see-daw-wee – ‘Those from On Top’, nennen sich jedoch oft einfach Hewise (sprich: Hay~wee-see), lebten rund um Goose Lake)
  • Ihewisedawi (Goose Lake people)
  • Ilmawi oder Illmawi (Goose Valley people)
  • Itsatawi (Big Bend people)
  • Kosalektawi oder Kosealekte (Alturas people)
  • Madesi (Montgomery Creek people)
  • Atsugewi (werden auf Grund enger kultureller sowie sprachlicher Ähnlichkeit oft als Achumawi bezeichnet)
    • eigentliche Atsugewi oder Atsugé (‘Kiefern-Volk’, lebten zwischen Mount Lassen und dem Pit River, mit dem Hauptsiedlungsgebiet entlang des Hat Creek, daher meist als Hat Creek Indians bezeichnet)
    • Apwaruge oder Aporige (‘Wacholder-Volk’, bewohnten reichhaltige Marsch- und Sumpfgebiete entlang des Horse Creek, daher meist als Horse Creek Indians bezeichnet)

Sprache[Bearbeiten]

Der Name Achumawi leitet sich von dem Begriff wàdzùm-à ab, das in der Sprache der Achumawi ein fließendes Gewässer bezeichnet, daran angelehnt ist das zusammengesetzte Wort àdzùmà-wi, das in der Übersetzung etwa Menschen vom Fluss bedeutet. Die Bezeichnung bezieht sich in engeren Sinne nur auf die Indianer, die im Einzugsgebiet des Fall River lebten. Die Sprache der Achumawi wurde ursprünglich von Powell als Palaihnihan zu den Hoka-Sprachen klassifiziert, später wies Dixon nach, dass Achumawi zu der Familie der Shasta-Sprachen zuzuordnen ist, die ebenfalls zu den Hoka-Sprachen gerechnet wird.[1] Eine nahe verwandte Sprache wurde von den Atsugewi gesprochen, die nahe mit den Achumawi verwandt sind, gelegentlich werden die beiden Völker wegen ihrer nahen sprachlichen Verwandtschaft als „Palaihnihan“ zusammengefasst.[2]

Die benachbarten Klamath im Norden nannten die Achumawi Palaikni ("Bergbewohner"), später auch Móatwas ("die südlich lebenden").

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Achumawi liegt im Nordosten Kaliforniens und erstreckte sich von Mount Shasta im Nordwesten bis Mount Lassen im Südwesten, die Gipfel des Warner-Gebirgszuges markierten die östliche Grenze. Den Abschluss nach Nordwesten hin bildete das Territorium der Shasta.[1] Die Modoc und Klamath lebten im Norden, die Yana sowie die Maidu im Süden, die Wintun im Westen und die Paiute im Osten des Stammesgebiets der Achumawi. Mit all diesen Stämmen führten die Achumawi immer wieder Kriege und kleinere Auseinandersetzungen, nur mit den eigentlich stets friedlich gesinnten Wintun und Maidu gab es kaum Spannungen. Zu den ihnen ebenfalls benachbarten und sprachverwandten Atsugewi (beide Stämme verständigten sich, da die Sprachen untereinander nicht verständlich waren, mit Achumawi) hatten sie ebenfalls meist friedliche Beziehungen, die auf Handel basierten.

Lebensweise[Bearbeiten]

Achomawi beim Korbflechten, 1923

Die Achumawi siedelten in der Regel in der Nähe von Gewässern, die Dörfer wurden nur in den Wintermonaten bewohnt, während sie in den Sommermonaten durch ihre angestammten Territorien wanderten. Sie lebten in Hütten, die aus Rinde, Erdgras und Gestrüpp gefertigt wurden. Nahrung beschafften sich die Achumawi überwiegend durch den Fischfang mit Fallen und die Jagd. Dabei unterschied sich die Jagdtechnik von der anderer kalifornischer Stämme. Die Achumawi gruben Löcher auf Wildwechseln. Diese Pits waren in der Nähe der Flüsse besonders zahlreich, weil die Tiere dort zur Tränke kamen und gaben dem Pit River seinen Namen.[3] Fisch und Fleisch wurde zerlegt und entweder geräuchert oder in der Sonne getrocknet, um dieses später verzehren oder als Tauschware verwenden zu können.[4] Darüber hinaus sammelten die Achumawi Bucheckern, Pinienzapfen, Wildkräuter, Beeren und insbesondere die Essbare Prärielilie[5], die sowohl für den eigenen Verzehr benötigt wurden, aber auch für den Handel mit anderen Stämmen verwendet wurden.

Heutige Achomawi[Bearbeiten]

Das Volk der Pit River Indians besteht aus 11 unabhängigen Stämmen, die ursprünglich das Gebiet in den heutigen Countys Shasta, Siskiyou, Modoc und Lassen besiedelten. Die Namen der Stämme sind Ajumawi, Atsugewi, Atwamsini, Illmawi, Astarawi, Hammawi, Hewisedawi, Itsatawi, Aporige, Kosealekte, und Madesi.[6] Heute leben etwa 1.800 Stammesmitglieder im Gebiet um Big Bend, Alturas, Big Valley, Likely, Lookout, Montgomery Creek, Redding, Roaring Creek und den Susanville Ranchen, sowie in der Region um Pit River, Round Valley und in den X-L Ranch Reservationen.[7] Ein staatliches Wohnungsbauprojekt der Regierung ermöglicht verschiedene soziale Projekte, die die Schaffung von Wohnraum für sozial schwache und ältere Stammesmitglieder ermöglicht. Der Stamm betreibt außerdem das Pits River Casino in Burney, dort befindet sich auch das Büro der Stammesregierung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barry M. Pritzker: A Native American Encyclopedia. History, Culture, and Peoples. Oxford University Press, Oxford u. a. 2000, ISBN 0-19-513877-5.
  • Marianne Mithun: The Languages of Native North America. Cambridge University Press, Cambridge 2001, ISBN 0-521-29875-X, (Cambridge Language Surveys).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b University Library – Digital Library Collections: Edward S. Curtis's The North American Indian, Band 13, Seite 129 Abgerufen am 22. Februar 2009
  2. Jamie de Angulo, L.S. Freeland: The Achomawi Language., Seite 78. In: "International Journal of American Linguistics VI.2", 1930, Seiten 77-120
  3. Stephen Powers: Tribes of California, University of California, Seite 269, 1976
  4. John W. Foster, Senior State Archaeologist: Native Fish Traps Along the Shore of Ahjumawi Lava Springs State Park (PDF; 111 kB) Abgerufen am 22. Februar 2009
  5. United State Department of Agriculture, Natural Resources Conservation Service- Plant Guide: Common Camas Verfügbar als PDF, abgerufen am 22. Februar 2009
  6. Pit River Docket No. 347, (7 ICC 815 at 844), Indian Claims Commission
  7. San Diego State University Library: PIT RIVER INDIANS (ACHUMAWI, ATSUGEWI) Abgerufen am 22. Februar 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Achumawi aus der freien Enzyklopädie Indianer-Wiki und steht unter Creative Commons by-sa 3.0. Im Indianer-Wiki ist eine Liste der Autoren verfügbar.