Adolf von Dalberg

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Fürstabt Adolf von Dalberg, zeitgenössisches Gemälde
Adolf von Dalberg, zeitgenössischer Kupferstich
Fürstabt Adolf von Dalberg, über einer Ansicht der Stadt Fulda (Kupferstich von Johann Salver)
Adolf von Dalbergs Wappenrelief am Eingang der Heilig-Geist-Kirche.

Anton Adolph Freiherr von Dalberg (* 29. Mai 1678 in Speyer; † 3. Oktober 1737 auf Schloss Hammelburg) war von 1726 bis 1737 ein herausragender und prägender Fürstabt von Fulda. Während seiner Amtszeit wurde Fulda Universitätsstadt.[1]

Herkunft und Familie[Bearbeiten]

Er entstammte der Geschlecht der Freiherrn von Dalberg (auch Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg) und war das zwölfte Kind des Philipp Franz Eberhard von Dalberg († 1698) und seiner Gattin Anna Katharina Franziska geb. von Dalberg (aus einer anderen Familienlinie). Zwei Brüder von Adolf lebten als Domherren in Würzburg, der Bruder Damian Casimir fungierte als Kommandeur des Hoch- und Deutschmeister Regiments und fiel 1716 als Feldmarschall-Leutnant, unter Prinz Eugen von Savoyen, vor Belgrad. Der Vater amtierte lange Zeit als Präsident des Reichskammergerichtes, zunächst in Speyer, dann in Wetzlar. Als seine Frau 1693 starb, trat er als Witwer in den geistlichen Stand ein und wurde Dompropst in Worms.[2]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Adolf von Dalberg wurde schon früh für den geistlichen Stand bestimmt. Am 3. November 1697 trat er als Alumne in die adelige Abteilung des Benediktinerklosters Fulda ein und legte dort am 9. November 1698 seine Profeß ab. Ab 1701 studierte er kanonisches Recht in Löwen, 1706 erhielt er die Priesterweihe.

1715 wurde Dalberg Kapitular an der Abteikirche St. Salvator (Fuldaer Dom) und Propst zu Zella. Dort ließ er die barocke Propsteikirche errichten, die heute noch als Pfarrkirche dient.

Nach dem Tod des Fuldaer Fürstabtes Konstantin von Buttlar wählte man Adolf von Dalberg am 8. April 1726 zu dessen Nachfolger. Die Konsekration nahm der Mainzer Weihbischof Christoph Ignatius von Gudenus aus Erfurt vor.

Unter dem neuen Fürstabt wurde die Bildungstradtion der Stadt Fulda entscheidend weiterentwickelt. Die Gründung der nach ihm benannten Adolphs-Universität Fulda (auch: Alma Mater Adolphiana)[3] im Jahre 1734, die aus vier Fakultäten (Katholische Theologie, Philosophie, Medizin und Rechtswissenschaften) bestand, bezog neben dem Fuldaer Jesuitenkolleg auch das Institut der Benediktiner mit ein.[4]

Einen wichtigen Beitrag für die Frauen- und Mädchenbildung in Fulda leistete Adolph von Dalberg durch die Berufung der Schwestern des Instituts der Englischen Fräulein, der Maria-Ward-Schwestern, im Jahre 1733.[4]

Fürstabt Adolf ließ sich mit dem Schloss Fasanerie-Adolphseck eine Sommerresidenz bauen, die später Fürstbischof Amand von Buseck ausbaute. Er gründete in Fulda ein Orchester.

Dalbergs soziales Wirken wird mit der Neubegründung des Heiliggeist-Hospital in Fulda von 1729 bis 1733 dokumentiert. Traditionell aus Verbindung von Wohn- und Sakralbau eingerichtet, übernahm es die Funktion von Armen- und Waisenhaus, diente aber auch als Altenheim oder Pilgerherberge.[4] [5]

Am 21. Juni 1736 erkrankte der Fürstabt ernstlich und starb am Nachmittag des 3. November 1737 auf dem von ihm erbauten Schloß Hammelburg. Man setzte ihn am 9. November im Fuldaer Dom bei. Sein Herz wurde in einem silbernen Gefäß neben dem Bonifatiusaltar in die Wand eingemauert.

Die Stadt Fulda hat ihrem Fürstregenten und Abt Adolf von Dalberg zu Ehren im Jahre 1904 eine Straße benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Mott: Der Kreisel am "Dalberg" / Franzosenwäldchen und "Dalberg": Wo Fuldas Jugend zeltete / Grab für Napoleons Soldaten, in: Fuldaer Zeitung, 19. Mai 1999, S. 14 (Serie: Fulda einst und jetzt).
  • Archiv für Geschichte, Genealogie, Diplomatik und verwandte Fächer, Band 3, S. 247, Verein von Gelehrten und Freunden Deutscher Geschichts- und Stammeskunde, 1847; (Digitalscan zur Abstammung)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adolf von Dalberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Akademie für Raumforschung und Landesplanung: Veröffentlichungen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Forschungs- und Sitzungsberichte, Band 52, Curt R. Vincenz Verlag, Hannover 1988, S. 298.
  2. Webseite zum Leben Adolfs von Dalberg
  3. Werner August Mühl: Die Aufklärung an der Universität Fulda mit besonderer Berücksichtigung der philosophischen und juristischen Fakultät (1734-1805) (Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und der Diözese Fulda 20), Fulda 1961, S. 20.
  4. a b c Vgl. Werner Kathrein / Dieter Wagner: Erbe und Sendung, II. Das Hochstift Fulda - Vom Mittelalter zum Barock, Straßburg 1999, S. 42.
  5. Vgl. Heike Schwerdel-Schmidt: Herbey Ihr Armen! - Fürstabt Adolf von Dalberg un das Heiliggeist-Hospital in Fulda, in: Fuldaer Geschichtsblätter 77, 2001. S. 103-132.
Vorgänger Amt Nachfolger
Konstantin von Buttlar Fürstabt von Fulda
1726–1737
Amand von Buseck