al-Habasch

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al-Habasch oder al-Ahbasch (arabisch ‏الأحباش‎, DMG al-Aḥbāš), englisch transkribiert al-Habash bzw. al-Ahbash, ist eine religiöse Gruppierung des Islam, die sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts vom Libanon aus als Association of Islamic Charitable Projects (AICP) weltweit verbreitet. Weitere Namen sind Jam'īya, al-Habashiyyin, Habashis und vorwiegend im französisch-sprachigen Raum auch Ahbach. Diese Bezeichnungen sind dem Beinamen des islamischen Rechtsgelehrten Scheich Abdullah al-Harari abgeleitet, auf dessen Lehren sich die Gruppierung beruft. Zur Erinnerung an seine Herkunft wird dieser auch al-Habaschi (der Abessinier) genannt.

Die Ursprungsgesellschaft in Beirut, Society of Islamic Philanthropic Projects, arabisch ‏جمعية المشاريع الخيرية الإسلام‎ Dschamiya al-Maschari al-Chairiya al-Islam, DMG Ǧamʿīya al-Mašārīʿ al-Ḫairīya al-Islām, beteiligt sich als politische Partei an den Wahlen zum libanesischen Parlament.

Herkunft[Bearbeiten]

Ihren Ursprung hat die Bewegung in Äthiopien. Der 1910 in der äthiopischen Stadt Harar geborene Abdullah al-Harari (Abdullah ibn Muhammad ibn Yusuf al-Harari asch-Schibi al-Abdari) begann dort eine Ausbildung in der schāfiʿitische Rechtslehre, wurde Mufti in der Region Oromiya[1] und die Lehren seiner Schule begründeten eine eigene religiöse Bewegung. Diese geriet jedoch recht bald in Konflikt mit der Schule von Yusuf Abdulrahman, der eher die wahhabitische Ideologie Saudi-Arabiens vertrat. Durch Eingreifen der äthiopischen Regierung konnte sich zunächst Abdullah al-Habaschi durchsetzen. Die Schule seiner Gegner wurde geschlossen, einige ihrer Anhänger inhaftiert.[2]

Als es jedoch erneut zu Konflikten kam und vermutlich auch weil Kaiser Haile Selassie ihn zunehmend als Bedrohung empfand, ließ er al-Habaschi 1947 nach Saudi-Arabien deportieren. Von dort zog er 1948 nach Jerusalem, setzte dann seine Studien in Damaskus und ab 1950 in Beirut fort. Dort übernahm er 1983 mit seinen Gefolgsleuten die bereits 1930 von Scheich Ahmad al-Adschuz gegründete Society of Islamic Philanthropic Projects.

Entwicklung[Bearbeiten]

Während des Libanesischen Bürgerkriegs gewann die Glaubensgemeinschaft stark an Einfluss und wurde bis Ende der 1980er Jahre zu einer der größten islamischen Bewegungen im Libanon. [3] Unter offizieller Beibehaltung des politisch gewaltfreien Kurses wurden 1984 die Milizionäre von Abd al-Hafiz Qasim in die Bewegung aufgenommen, als sich deren Organisation auflöste. [4]

In den frühen 1990er-Jahren wurde die Society of Islamic Philanthropic Projects auch politische Kraft. Seither beteiligt sie sich als Partei an den Wahlen zum libanesischen Parlament, in das sie von 1992 bis 1996 ihren Kandidaten Dr. Adnan Trabulsi entsenden konnte.

Einen schweren Rückschlag erlitt die Gruppierung am 31. August 1995. Scheich Nizar al-Halabi, der damalige Führer der al-Habasch, wurde in Beirut von maskierten Männern der palästinensischen Terrorgruppe Usbat al-Ansar al-Islamiya (Islamische Gesellschaft der Partisanen), der enge Kontakte zu Osama bin Ladens al-Qaida nachgesagt werden, auf offener Straße erschossen. Der Anführer der Terrorgruppe, Ahmad ’Abd al-Karim as-Sa’di (alias: Abu Mahjan), wurde für dieses Attentat in Abwesenheit zum Tode verurteilt, konnte aber im Süden des Landes untertauchen. Drei weitere Beteiligte wurden exekutiert.

Seither ist Scheich Husam Qaraqirah der Führer. Bei den Parlamentswahlen im Libanon 2005 konnte er sich gegen die Kandidaten von Saad Hariris Liste aber nicht durchsetzen. [5]

Am 25. August 2010 kam es zu einer Schießerei zwischen Hisbollah- und Al-Habasch-Anhängern.[6]

Ausbreitung[Bearbeiten]

Mit verbliebener starker Basis im Libanon hat sich die Gruppierung durch libanesische Einwanderer mittlerweile ausgebreitet. Regelmäßig kommt es zunächst zur Gründung einer lokalen Organisation. Dann wird umgehend der Bau eines islamischen AICP-Center, oft mit Moschee, Religionsschule, Bibliothek und kulturellem Zentrum mit Festsaal und Vorlesungsräumen in Angriff genommen. Weltweit bestehen bereits eine Vielzahl solcher Einrichtungen in Australien, in Kanada und den USA, wie z.B. das Islamic Center of Anaheim, in Schweden, Frankreich und der Schweiz, z.B. das Centre Islamique de Lausanne. Weitere sind in Planung, eines davon in Kiew, Ukraine.

In Berlin begann 2004 der „Islamische Verein für wohltätige Projekte e.V.“ auf dem Grundstück Wiener Straße/Ecke Skalitzer Straße mit dem Bau des "Maschari-Centers". Das Bauprojekt mit sieben Etagen, in dem auch die Umar-Ibn-Al-Khattab-Moschee mit vier Minaretten untergebracht ist, wurde 2010 fertiggestellt.[7], es sind 5 Millionen Euro aus Krediten und vor Ort gesammelten Spenden. Weitere Adressen hat der Verein in Peine, Ochtrup, Düren, Bremen, Hamburg, Hannover, Mannheim, Salzgitter, Stuttgart, Essen, Gelsenkirchen und Bottrop

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Nizar Hamzeh and R. Hrair Dekmejian: A Sufi Response To Political Islamism, Journal of Middle East Studies 28 (1996) 217-229
  2. Patrick Desplat, Äthiopien - Diaspora am Horn von Afrika?, Fallbeispiel Harar
  3. The Middle East Quarterly, September 1997 Vol.IV, Nr.3, Islamism in Lebanon: A Guide to the Groups by A. Nizar Hamzeh
  4. Timothy Conway Ph.D. Islam and Sufism (PDF; 663 kB)
  5. Lebanon Elections 2005, Beirut lebanonwire.com - full results
  6. http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=185857
  7. Welt online, 21. Mai 2010: Neue Berliner Moschee wirkt wie ein Geschäftshaus

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]