Alfons Jaime de Borbón

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Familienwappen des spanischen Königshaus Borbón
Wappen des Herzogs von Anjou und Cádiz (1936-1989)

Don Alfons de Borbón y de Dampierre, KG, vollständiger Name Alfonso Jaime Marcelino Manuel Victor Maria de Borbón y Dampierre (* 20. April 1936 in Rom, Italien; † 30. Januar 1989 in Beaver Creek, Colorado, Vereinigte Staaten) war Herzog von Anjou und Cádiz.

Leben[Bearbeiten]

Alfons Jaime war der älteste Sohn von Jaime de Borbón (1908–1975), Herzog von Anjou und Segovia, und seiner ersten Frau, Victoire Jeanne Joséphine Emmanuelle de Dampierre (1913–2012), Tochter von Roger de Dampierre, 2. Herzog de San Lorenzo, und Prinzessin Vittoria Ruspoli. Seine Großeltern väterlicherseits waren der spanische König Alfons XIII. und Prinzessin Victoria Eugénie von Battenberg.

Er wurde im Palazzo Ruspoli, das seinen Großeltern mütterlicherseits gehörte, von Kardinal Eugenio Pacelli (dem späteren Papst Pius XII.) in Rom getauft. Da seine Mutter keine Prinzessin aus einem königlichen Haus war, schloss sein Großvater ihn und seinen jüngeren Bruder Gonzalo von der spanischen Thronfolge, laut der pragmatischen Sanktion von 1776, aus. Sein Vater war jedenfalls anderer Meinung, dass seine Söhne spanische Infanten mit allen Rechten seien.

1941 zog die Familie in der Schweiz nach Lausanne, Alfons und sein Bruder besuchten das Collège Saint-Jean in Freiburg. Am 8. Dezember 1946 bekam er seine erste Kommunion von Pedro Segura y Sáenz, Erzbischof von Sevilla. Ein Jahr später ließen sich seine Eltern in Budapest scheiden und 1949 gingen beide eine erneute Ehe ein. Am 25. November 1950 empfing Alfons von seinem Vater den Titel eines Herzogs von Bourbon. 1954 machte er sein Abitur und trat daraufhin in die Armee ein. In dieser Zeit entdeckte er seine sportliche Ader, und praktizierte mehrere Sportarten wie Skilauf und Segeln. Vollendet wurde seine Ausbildung mit einem Studium an der Madrider Universität.

Francisco Franco setzte schließlich im Juli 1969 per Gesetz fest, dass nach seinem Tod Alfons Cousin Juan Carlos der Regierung als König vorsitzen solle. Mit dem Tod Francos am 20. November 1975 war der Weg für die Thronbesteigung durch Juan Carlos vorgezeichnet. Im Dezember 1969 wurde Alfons als Botschafter nach Schweden geschickt, er blieb bis 1973 dort.

Am 20. März 1975 starb sein Vater Jaime de Borbón in St. Gallen; die französischen Legitimisten proklamierten Don Alfons als rechtmäßigen Erben auf den Thron von Frankreich, sowie zum Oberhaupt der französischen Linie des Hauses Bourbon. Im August 1975 nahm er den Höflichkeitstitel duc d'Anjou an.

Im Februar 1984 fuhr Don Alfons mit seinen Söhnen von einem Skiwochenende aus den Pyrenäen zurück nach Hause. Dabei stieß sein Auto mit einem LKW zusammen, sein ältester Sohn Francisco wurde bei dem Unfall getötet und der Jüngere wurde schwer verletzt. Er selbst wurde sechs Mal operiert. Ein Richter sprach ihm eine fahrlässige Mitschuld zu.

1987 verklagte Henri Philippe Pierre Marie d’Orléans, ältester Sohn des Oberhaupts aus dem Hause Orléans, Henri d’Orléans, comte de Paris, Don Alfons wegen des Tragens des Titels duc d'Anjou sowie der Verwendung der französischen Fleur-de-Lys im Wappen. Herzog Ferdinand von Castro, aus dem Haus Bourbon-Sizilien, und Prinz Sixtus Henri von Bourbon-Parma schlossen sich der Klage an. Am 21. Dezember 1988 entschied das Tribunal de grand instance von Paris den Prozess für unzulässig. Die spanischen Bourbonen verletzen keinen, wenn sie den Titel und die Gestaltung des Wappens tragen bzw. zeigen.

Am 30. Januar 1989 starb Don Alfons bei einem Skiunfall in Beaver Creek, Colorado. Er stürzte unglücklich auf dem Kurs der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1989.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Am 8. März 1972 heiratete Don Alfons im Palacio Real El Pardo in Madrid Doña María del Carmen Martínez-Bordiú y Franco (*26. Februar 1951 in Madrid), Tochter von Christobal Martinez, Marquis de Villaverde, und seiner Frau Carmen Franco y Polo, 1. Duquesa de Franco. Als Trauzeugen fungierten seine Mutter und der Großvater der Braut, der spanische Diktator Francisco Franco. Die Ehe wurde 1982 geschieden und 1986 annulliert. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor:

Titel, Orden und Ehren[Bearbeiten]

Titel[Bearbeiten]

  • 1936–1989 Alfons de Borbón y de Dampierre
  • 1936–1989 Infant von Spanien
  • 1950–1989 Herzog de Bourbon
  • 1969–1973 Botschafter in Schweden
  • 1972–1989 Herzog von Cadiz; mit der Anrede Seine königliche Hoheit
  • 1975–1989 Herzog von Anjou

Ehrenämter[Bearbeiten]

  • 1977–1984 Präsident des spanischen Skiverbandes
  • 1984–1987 Präsident des spanischen Olympischen Komitees

Orden[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marc Dem: Le duc d'Anjou m'a dit: la vie de l'aîné des Bourbons, Paris: Perrin (1989) ISBN 2-262-00725-X
  • Jean und Silve de Ventavon: La légitimité des lys et le duc d'Anjou, Paris: Editions F. Lanore (1989) ISBN 2-85157-060-9
  • José M. Zavala: Dos infantes y un destino, Barcelona: Plaza & Janés (1998) ISBN 84-01-55006-8

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Jaime de Borbón Blason France moderne.svg
Chef des Hauses Bourbon
legitimistischer Thronprätendent Frankreichs
1975–1989
Louis Alphonse de Bourbon