Allen & Overy

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Allen & Overy
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Rechtsform LLP
Gründung 1. Januar 1930
Sitz London
Leitung Wim Dejonghe, David Morley
Mitarbeiter etwa 5000
Umsatz 1,48 Mrd. Euro (international 2011/12)[1]

113 Mio. Euro (Deutschland 2011/12)[2]

Branche Rechtsberatung
Website www.allenovery.com

Allen & Overy ist eine weltweit agierende Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in London. Das Unternehmen hat heute etwa 5000 Mitarbeiter (davon 2700 Anwälte) in 42 Büros in 29 Ländern in Europa, Amerika, Australien und im Nahen Osten.[3] Die Kanzlei berät große Unternehmen, Finanzinstitutionen und Regierungen und wird zum Magic Circle britischer Kanzleien gezählt.[4]

In Deutschland ist die Kanzlei mit 175 Rechtsanwälten in Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Mannheim und München vertreten. Im Geschäftsjahr 2011/12 erwirtschafteten sie einen Umsatz von 113 Mio. Euro.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Allen & Overy wurde 1930 von George Allen und Thomas Overy, Anwälten der Kanzlei Roney & Co. in London gegründet. Schon früh wurde das Unternehmen bei der Beratung kanadischer Banken und Unternehmen stark. Im Jahr 1978 eröffnete die Anwaltsgesellschaft ihren ersten Standort außerhalb Großbritanniens. 2004, vier Jahre nach der Eröffnung des Büros in New York City, erfolgte die Umwandlung in ein Limited Liability Partnership. Seit 2008, als die Kanzlei Büros in Riad, Abu Dhabi, Mannheim, Düsseldorf und São Paulo eröffnete, wurde mehr als 50 Prozent des Umsatzes außerhalb Londons verdient. Anfang 2009 wurden im Rahmen einer Restrukturierung etwa 10 Prozent der Mitarbeiter entlassen.

Mandate (Auswahl)[Bearbeiten]

Die Kanzlei beriet unter anderem im Fall des abdankenden Edward VIII.[6]. Sie beriet bei der ersten feindlichen Übernahme in der Londoner City sowie die Bank S. G. Warburg & Co. bei der Ausgabe der ersten Eurobonds durch die italienische Autostrada.

Guantanamo-Häftlinge[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 vertraten Pamela Chepiga und fünf weitere Anwälte der Kanzlei fünfzehn jemenitische Gefangene der USA, die in der Guantanamo Bay Naval Base interniert waren und sandten einen Amicus-curiae-Brief im Verfahren Rasul v. Bush an den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten.[7] Charles Stimson, der damalige „Deputy Assistant Secretary of Defense for Detainee Affairs“, kritisierte dies mit den Worten: „Vorstände von Wirtschaftsunternehmen sollten Kanzleien auffordern, sich zwischen lukrativen Mandaten und der Vertretung von Terroristen zu entscheiden.“[8] Infolge heftiger Kritik an dieser Äußerung, auch seitens des Verteidigungsministeriums, trat Stimson zurück.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allen & Overy Revenue Rises 6% As Most Fees From Outside London, Bloomberg, 3. Juli 2012 (aufgerufen am 1. Oktober 2012)
  2. JUVE: Kanzleiumsätze 2011/12 (aufgerufen am 1. Oktober 2012)
  3. Allen & Overy, "About Us" (aufgerufen am 1. Oktober 2012)
  4. Kanzleien in Deutschland
  5. JUVE: Kanzleiumsätze 2011/12 (aufgerufen am 1. Oktober 2012)
  6. 'A brief history of Allen & Overy'
  7. USA Today, 15. Juli 2004: Lawyers sue U.S. government for 15 Guantanamo detainees from Yemen, aufgerufen am 29. August 2011
  8. New York Times, 13. Januar 2011: Official attacks top law firms over detainees, aufgerufen am 29. August 2011