Altencelle

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52.60472222222210.11583333333339Koordinaten: 52° 36′ 17″ N, 10° 6′ 57″ O

Altencelle
Stadt Celle
Höhe: 39 m ü. NN
Fläche: 24,28 km²
Einwohner: 5945 (1. Jan. 2011)
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 29227
Vorwahl: 05141

Altencelle ist ein Ortsteil der Stadt Celle in Niedersachsen, der südöstlich des Stadtzentrums westlich der Aller und östlich der Fuhse liegt. Der Ort ist mit der B 214 und der Kreisstraße K 74 mit Celle verbunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Luftbild von Altencelle während des Hochwassers in Celle im Februar 2008

Die heutige Ortsbezeichnung Altencelle deutet darauf hin, dass hier vormals die ursprüngliche Stadt Celle (Stadtrecht seit 1249), das „alte Celle“ war. Der Ort wird erstmals 986 als „Kellu“ (Siedlung am Fluss) urkundlich erwähnt. Hier bestand in dieser Zeit eine Burganlage der Brunonen, die ebenso wie der Ringwall von Burg beim Ortsteil Burg heute nur noch archäologisch nachweisbar ist.

Die Burg in Altencelle brannte vor 1290 ab. Professor Ernst Sprockhoff, Kiel, leitete die dortigen Grabungsarbeiten der Jahre 1938/39 und 1947. In seinem Bericht heißt es: „Diese Burganlage ist es offenbar, die durch das große Feuer am Ende des 13. Jahrhunderts verbrannt ist. Deutlich waren die Brandspuren überall festzustellen, und im Schutt des Turmes fand sich auch zerschmolzene Bronze.“[1]

Herzog Otto der Strenge gab Altencelle 1292 auf und gründete das „neue“ Celle etwa 3 km nordwestlich bei einer dort bereits bestehenden Burg.

Bis 1856 wurden Hinrichtungen auf dem Galgenberg im Altenceller Feld vorgenommen. Stadtchronist Clemens Cassel (1850–1925) stellt in einer seiner frühen Arbeiten fest: „In unmittelbarer Nähe des Gottesackers zu St. Georg [Blumlage] lag der 1652 abgetragene ‚Gerichtsberg’, auf dem die ‚armen Sünder durchs Schwert gerichtet wurden’. Dann wurde das Hochgericht gegenüber der Landstraße in das Altenceller Feld verlegt. Auch dieser Hügel (‚Galgenberg’) ist nachgehends abgetragen.“[2]

Am 1. Januar 1973 wurde Altencelle in die Kreisstadt Celle eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Der Ortsrat Altencelle hat 9 Sitze (4 CDU, 3 SPD, 1 Grüne, 1 Unabhängige) [4]. Ortsbürgermeister ist Otto Stumpf (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gertrudenkirche
Aller bei Altencelle
  • Die Gertrudenkirche hat ihre Ursprünge in der Zeit um 1000 und gehört zu den ältesten Kirchengebäuden der Region Celle. Der heutige Bau entstammt hauptsächlich dem 14. Jahrhundert.[5]
  • Der Ringwall von Burg beim Ortsteil Burg ist eines der bedeutendsten frühmittelalterlichen Kulturdenkmäler im Celler Land. Die Wallburg im Niederungsgebiet nahe der Fuhse diente vermutlich der Bevölkerung als Fliehburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Busch: Die Burg in Altencelle: ihre Ausgrabung und das historische Umfeld. Schriftenreihe des Stadtarchivs Celle und des Bomann-Museums 19, Celle 1990, ISBN 3-925902-10-4
  • Volker Moeller: Altencelle. Celle 1992
  • „Bauernbuch“ der Kirchengemeinde Altencelle, aufgestellt 1934 von Gottfried Kittel, Pastor i. R.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Busch, Die Burg in Altencelle, S. 79 f. Ausführlich: Blazek, Matthias: „Kloster Wienhausen im Mittelalter dreimal abgebrannt / Von der Herzogin aus eigenen Mitteln aufgebaut – Nachrichten über mittelalterliche Feuersbrünste in unserer Heimat“, Sachsenspiegel 3, Cellesche Zeitung vom 20. Januar 2007.
  2. Cassel, Clemens, Die Stadt Celle historisch-topographisch, Aufsatz in: Hannoversche Geschichtsblätter, Hannover 1908, S. 160.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  4. http://www.landkreis-celle.de/kowa2011/kw2011_celle_or_altencelle/index.html
  5. Vgl. Kittel, Gottfried, „Die Gertrudenkirche in Altencelle“, Sachsenspiegel 9/1939, Cellesche Zeitung vom 26. August 1939.