Fuhse

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Fluss Fuhse, zu weiteren Bedeutungen siehe Fuhse (Begriffsklärung).
Fuhse
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Fuhse in Celle

Fuhse in Celle

Daten
Gewässerkennzahl DE: 484
Lage Niedersachsen, Deutschland
Flusssystem Weser
Abfluss über Aller → Weser → Nordsee
Quelle Bei Flöthe am Westrand des Oderwaldes
52° 5′ 1″ N, 10° 29′ 48″ O52.08358333333310.496647222222140
Quellhöhe 140 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung In Celle in die Aller52.62234166666710.04882222222236Koordinaten: 52° 37′ 20″ N, 10° 2′ 56″ O
52° 37′ 20″ N, 10° 2′ 56″ O52.62234166666710.04882222222236
Mündungshöhe 36 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 104 m
Länge 98 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 917,5 km²[1]
Abfluss am Pegel Wathlingen[2]
AEo: 812 km²
Lage: 14,8 km oberhalb der Mündung
NNQ (13.07.1976)
MNQ 1971 – 2012
MQ 1971 – 2012
Mq 1971 – 2012
MHQ 1971 – 2012
HHQ (08.01.2003)
120 l/s
1,03 m³/s
4,27 m³/s
5,3 l/s km²
21,1 m³/s
44,6 m³/s
Abfluss[3] an der Mündung
AEo: 917,5 km²
MQ
Mq
4,6 m³/s
5 l/s km²
Linke Nebenflüsse Flote, Krummbach, Auebach, Beeke, Katje Fuhse, Burgdorfer Aue
Rechte Nebenflüsse Schwarzwasser, Erse, Harlacke,
Mittelstädte Salzgitter, Peine, Celle
Gemeinden Flöthe, Lengede, Lahstedt, Söhlde, Ilsede, Edemissen, Uetze, Bröckel, Nienhagen
Fuhse bei Salzgitter-Lebenstedt
Fuhse bei Nienhagen
Aller-Fuhsekanal bei Celle
Mündung der Fuhse in die Aller

Die Fuhse ist ein 98 km langer, orografisch linker bzw. südlicher Nebenfluss der Aller in Niedersachsen, Deutschland. Der Name Fuhse stammt vermutlich vom althochdeutschen funs (schnell, zielstrebig) [4].

Verlauf[Bearbeiten]

Die Fuhse entspringt an den Westhängen des Oderwalds auf dem Gebiet der Gemeinde Flöthe. Von ihrer Quelle aus fließt sie zuerst ein kurzes Stück nach Westen, wendet aber schon bei Flachstöckheim ihren Lauf nach Norden. Östlich von Lobmachtersen zweigt rechtsseitig die Alte Fuhse ab. Dieser Wasserlauf ist der Rest des ehemaligen Fuhselaufs, in den wegen des höher liegenden Sohlniveaus nur bei Hochwasser Wasser der Fuhse gelangt. Der obere Lauf der Alten Fuhse fällt bis zur Einmündung des Nordbachs östlich von Lobmachtersen aus diesem Grunde auch regelmäßig trocken. In die Alte Fuhse mündet westlich von Cramme noch die Meesche, die im Oberlauf Knickgraben heißt.

Die Fuhse fließt weiter westlich durch Lobmachtersen und nimmt hier den Calbechter Bach auf. Südöstlich von Barum vereinigt sich die Fuhse dann wieder mit der Alten Fuhse und wendet ihren Lauf wieder nach Westen. Nördlich von Gebhardshagen münden die von Süden kommenden Wasserläufe Mühlgraben und Ahrbeek. Ein paar Kilometer weiter erreicht die Fuhse Salzgitter-Lebenstedt, das am westlichen Ortsrand umflossen wird. Hier mündet linksseitig Sukop's Mühlgraben, Flote und Ortsbach und rechtsseitig Schölke und Krähenriede.

Südlich von Lengede mündet linksseitig der Große Bach in die hier in nördliche Richtung fließende Fuhse. Zwischen Woltwiesche und Klein Lafferde, nordwestlich von Lengede wendet sich der Lauf wieder nach Westen. Hier mündet linksseitig der aus südwestlicher Richtung kommende Osterbach. Bei Steinbrück wendet sich die Fuhse dann wieder nach Norden. Nordwestlich der Ortschaft mündet rechtsseitig die Große Lafferder Riethe und linksseitig der Krumbach. Nach der Einmündung des Auebachs südöstlich von Adenstedt ändert die Fuhse erneut ihre Richtung und fließt ein kurzes Stück Richtung Nordosten. Dabei durchfließt sie Ilsede und nimmt westlich von Klein Ilsede die Beeke' auf.

Südlich von Peine mündet rechtsseitig der Pisserbach bevor die Fuhse den Mittellandkanal unterdükert. Anschließend durchfließt sie die Stadt, nimmt dabei die Glindbruchschölke auf und wendet ihren Lauf wieder nach Nordwesten. Ihr weiterer Weg führt sie nördlich an Vöhrum und südlich an Eixe vorbei. Südlich von Abbensen mündet linksseitig die aus Westen zufließende Katje Fuhse. Nordöstlich von Dollbergen nimmt die hier wieder in nordöstlicher Richtung fließende Fuhse das Schwarzwasser auf.

Westlich von Eltze, in der Nähe der Eltzer Mühle besteht eine etwa 400 m lange Verbindung Prangenhohl genannt, zur Erse, die sich hier der Fuhse bis auf 300 m Luftlinie genähert hat. Über diese Verbindung kann bei Hochwasser zur Vermeidung von Überschwemmungen in Uetze Wasser der Fuhse abgeschlagen werden. An dieser Stelle wendet sich der Lauf der Fuhse auch wieder nach Westen und erreicht nach einer kurzen Wegstrecke Uetze. Rund einen Kilometer nach Verlassen des Ortes erreicht der Fluss den Staatsforst Fuhrberg. Auf dem Weg durch den Laubwald bietet die Fuhse ein Bild, das dem ursprünglichen, vor dem Ausbau bestehenden recht nahe kommt.

Nach dem Verlassen des Waldes ändert die Fuhse ihre Flussrichtung erneut nach Norden. Südwestlich von Bröckel mündet dann die schon erwähnte Erse. Östlich von Wathlingen fließt von Osten die Harlake zu. Anschließend wendet sich der Lauf wieder nach Nordwesten. Nordwestlich von Nienhagen mündet die Alte Aue (Teil der Burgdorfer Aue) und zweigt der Fuhsekanal ab. In dieses von 1766 bis 1769 künstlich angelegte Gewässer wird bei Hochwasser Wasser der Fuhse abgeschlagen, um in Celle die Hochwassergefahr zu mindern. Der Fuhsekanal mündet nördlich von Hambühren in die Aller.

Die Fuhse fließt nordöstlich des Kanals weiter, nimmt östlich von Bennebostel (südlich von Celle-Burg) rechtsseitig den Horstgraben auf, durchfließt Celle und mündet im Nordwesten der Altstadt auf 33 m ü. NN linksseitig in die Aller.

Auf ihrem 98 km langen Weg von der Quelle zur Mündung überwindet die Fuhse 104 Höhenmeter, was einem mittleren Sohlgefälle von 1,1 ‰ entspricht.

Flusssystem[Bearbeiten]

Das Flusssystem der Fuhse ist durch die wasserbaulichen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Bau des Fuhsekanals verkleinert worden.

Am Abzweigpunkt des Fuhsekanals mündet die heute nur wenig Wasser führende Alte Aue, der frühere Verlauf der Burgdorfer Aue. Wo sie früher in die Fuhse mündete, schwenkt die Alte Aue nun in den Fuhsekanal ein. Nur bei Hochwasser stehen die beiden Gewässerstränge in voller Verbindung, wobei der Fuhsekanal zusätzlich Wasser aus der Fuhse aufnimmt. Der Hauptstrang der Burgdorfer Aue verlässt bei Obershagen den alten Verlauf und folgt der Neuen Aue, die bei Celle-Wietzenbruch auf den Fuhsekanal trifft, womit sich dort das Wasser der Alten und der Neuen Aue wieder vereinigt und dann der Mündung in die Aller bei Hambühren zustrebt. Die Burgdorfer Aue ist damit vom einstigen größten Nebenfluss der Fuhse zu einem gleichrangigen Nebenfluss der Aller geworden. Das Einzugsgebiet der Fuhse hat sich dadurch von rund 1305 km²[5] auf 917,5 km² verringert, und der mittlere Abfluss an der Mündung sank von etwa 6,5 m³/s[6] auf 4,6 m³/s.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

  • Abgang Alte Fuhse hinter Flachstöckheim auf 101 m ü. NN
  • Nordbach - rechter Nebenfluss vor Lobmachtersen auf 100 m ü. NN in die Alte Fuhse
  • Meesche - rechter Nebenfluss bei Cramme auf 98 m ü. NN in die Alte Fuhse
  • Calbechter Bach - linker Nebenfluss in Lobmachtersen auf 102 m ü. NN
  • Alte Fuhse - rechter Nebenfluss bei Barum auf 98 m ü. NN
  • Gebhardshagener Bach
  • Hardewegsforstbach
  • Sukop's Mühlgraben - linker Nebenfluss östlich von Lichtenberg
  • Mühlgraben - linker Nebenfluss bei Gebhardshagen auf 90 m ü. NN
  • Ahrbeek - linker Nebenfluss bei Gebhardshagen auf 90 m ü. NN
  • Flote - linker Nebenfluss bei Bruchmachtersen auf 82 m ü. NN
  • Ortsbach - linker Nebenfluss bei Lebenstedt auf 83 m ü. NN
  • Schölke - rechter Nebenfluss bei Salzgitter auf 82 m ü. NN
  • Krähenriede - rechter Nebenfluss bei Salzgitter auf 80 m ü. NN
  • Großer Bach - linker Nebenfluss bei Lengede auf 80 m ü. NN
  • Osterbach - linker Nebenfluss bei Woltwiesche auf 76 m ü. NN
  • Westerbach - linker Nebenfluss hinter Woltwiesche auf 74 m ü. NN
  • Groß Lafferder Riethe - rechter Nebenfluss bei Steinbrück auf 72 m ü. NN
  • Krummbach - linker Nebenfluss nördlich von Steinbrück auf 72 m ü. NN
  • Auebach - linker Nebenfluss nahe der Lauenthaler Mühle auf 72 m ü. NN
  • Beeke - linker Nebenfluss gegenüber von Klein Ilsede auf 68 m ü. NN
  • Pisserbach - linker Nebenfluss vor Peine auf 66 m ü. NN
  • Glindbruchschölke - linker Nebenfluss in Peine auf 64 m ü. NN
  • Eixer Grenzgraben - rechter Nebenfluss bei Eixe auf 64 m ü. NN
  • Katje Fuhse (Kattsche Fuhse [7]) - linker Nebenfluss vor Abbensen auf 60 m ü. NN
  • Schwarzwasser - rechter Nebenfluss zwischen Eddesse und Dollbergen auf 56 m ü. NN
  • Abgang Prangenhohl westlich von Eltze auf 56 m ü. NN
  • Erse - 49 km langer, rechter Nebenfluss hinter Uetze auf 48 m ü. NN
  • Harlake - rechter Nebenfluss östlich von Wathlingen auf 44 m ü. NN
  • Alte Aue (Burgdorfer Aue) - linker Nebenfluss hinter Nienhagen auf 40 m ü. NN
  • Abgang Fuhsekanal nördlich von Nienhagen auf 40 m ü. NN
  • Horstgraben - rechter Nebenfluss vor Celle-Burg auf 40 m ü. NN

Wassermühlen[Bearbeiten]

Berger Wassermühle in Eixe (Peine)

An der Fuhse befanden sich eine Reihe von Wassermühlen. Einige sind noch heute erkennbar:

Sohlabsturz der Fuhse bei der früheren Mühle in Steinbrück
  • Neustadtmühle in Peine (heute Klappenwehr)
  • Eixer Mühle, Peine-Eixe (heute Turbine)
  • Neue Mühle Oelerse, östlich von Edemissen-Oelerse (heute Turbine)
  • Wolfsforder Mühle, westlich von Uetze-Dedenhausen (heute Kaskadensohlabsturz)
  • Eltzer Mühle, westlich von Uetze-Eltze (Wasserrad 1991 erneuert, Mahlwerk vorhanden aber nicht betriebsfähig)
  • Mühle Amme in Uetze (heute erzeugt eine Kaplan-Turbine 40 kW Nennleistung Strom)


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fuhse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gewässergütebericht Fuhse-Wietze 2003 Schriftenreihe Band 9 des früheren NLWK - Text als PDF abrufbar
  2. Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2012
  3. Pegelwert Wathlingen, vermehrt um den Gebietsabfluss des 105,5 km² umfassenden Resteinzugsgebietes, angenähert aus dem maßgeblichen Zwischeneinzugsgebiet der Pegel Celle, Wathlingen, Aligse, Feuerschützenborstel, Wieckenberg und Marklendorf (4,9 l/s km²)
  4. Artikel in Reallexikon der Germanischen Altertumskunde
  5. Ausmessung in der TK25
  6. Pegelwerte Wathlingen und Aligse, vermehrt um den Gebietsabfluss des Resteinzugsgebietes, angenähert aus dem maßgeblichen Zwischeneinzugsgebiet der Pegel Celle, Wathlingen, Aligse, Feuerschützenborstel, Wieckenberg und Marklendorf (4,9 l/s km²)
  7. Franz Wrede: Plattdeutsches Wörterbuch des Kirchspiels Sievershausen, Kreis Burgdorf i. Hannover. Ein Beitrag zur Mundart der Südheide, Celle 1960