American Psychological Association

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die American Psychological Association (Abkürzung: APA; deutsch: amerikanische psychologische Gesellschaft) ist ein großer nordamerikanischer Fachverband für Psychologie. Nach eigenen Angaben ist er mit knapp 130.000 Mitgliedern der weltgrößte Psychologenverband.[1] Er darf nicht mit der American Psychiatric Association (Verband der nordamerikanischen Psychiater) verwechselt weden, die sich ebenfalls mit APA abkürzt.

Die APA ist zugleich wissenschaftliche Gesellschaft und berufliche Interessenvertretung mit der Funktion eines Berufsverbandes. Sitz der Organisation ist Washington, D.C.. Sie beschreibt ihre Aufgabe darin, „die Gewinnung, Verbreitung und Andwendung psychologischer Erkenntnisse zu fördern, um der Gesellschaft zu nützen und das Leben der Menschen zu verbessern“.[2] Mit ihrer hohen Mitgliederzahl und einem Jahresbudget von über 100 Millionen Dollar[3] ist sie eine einflussreiche Organisation und hat auch auf die Psychologiegeschichte bedeutenden Einfluss genommen.

Entstehung[Bearbeiten]

Die APA wurde im Juli 1892 durch eine Gruppe von 26 Männern an der Clark University gegründet. Ihr erster Präsident war Granville Stanley Hall. Sie ist nach US-amerikanischen Staaten bzw. kanadischen Provinzen untergliedert und hat 53 berufliche Sektionen als Unterorganisation. Im Laufe der Jahre kam es aufgrund von Auseinandersetzungen immer wieder zur Gründung anderer Organisationen.

Organisation[Bearbeiten]

Die APA wird von einem Präsidenten geführt, der für 12 Monate gewählt wird. Im Jahr 2014 ist dies Nadine Kaslow.[4] Ein zwölfköpfiges Board of Directors unterstützt sie dabei. Die APA hat 56 Divisions, die nach Themen (1: Allgemeine Psychologie) oder Bereichen (42: Psychologen in unabhängigen Praxen) gegliedert sind.

APA-Standard[Bearbeiten]

Als APA-Standard (engl. APA style) werden die von der American Psychological Association (APA) herausgegebenen Richtlinien zur Gestaltung wissenschaftlicher Texte bezeichnet. Der APA-Standard ist mittlerweile in der sechsten Auflage verfügbar und wird in dem von der APA herausgegebenen Buch Publication Manual of the American Psychological Association (2010, ISBN 978-1-4338-0562-2) beschrieben.

Kritik[Bearbeiten]

Rogers H. Wright und Nicolas Cummings, zwei langjährige APA Mitglieder, haben 2005 „Destructive Trends in Mental Health: The Well-Intentioned Path to Harm“ herausgegeben, das der APA unter anderem eine gesellschaftspolitisch ultra-liberale Agenda, „irregeleitete” politische Korrektheit und die Unterstützung potentiell schädlicher Therapien vorwirft.[5]

2007 verkündete die APA, dass Psychologen, die sich an der Entwicklung und Ausbildung „innovativer Verhörtechniken“ beteiligten, wie sie etwa in Guantanamo und Abu Ghraib eingesetzt wurden, einen wichtigen Beitrag dazu leisteten, Schaden von den USA abzuwenden. Dies kam einer Legitimierung weißer Folter gleich, an der sich zu beteiligen die American Psychiatric Association und die American Medical Association ihren Mitgliedern 2006 untersagt hatten. Die in Guantanamo angewandten Verhörtechniken wurden von der Firma Mitchell, Jessen & Associates unter Mitarbeit des ehemaligen Präsidenten der American Psychological Association, Joseph Matarazzo, und anderen Psychologen entworfen. Auf wachsenden öffentlichen Druck hin änderte die APA im Oktober 2008 ihre Haltung und verbot Psychologen sich an Menschenrechtsverletzungen in Gefängnissen zu beteiligen.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. About APA. American Psychological Association, 2014, abgerufen am 1. November 2014 (englisch).
  2. About APA. American Psychological Association, 2014, abgerufen am 25. Oktober 2014: „Our mission is to advance the creation, communication and application of psychological knowledge to benefit society and improve people's lives.“
  3. 2013 APA Annual Report. American Psychological Association, Juli 2014, S. 45, abgerufen am 1. November 2014 (pdf 3,8 MB, englisch).
  4. APA President. American Psychological Association, 2014, abgerufen am 25. Oktober 2014 (englisch).
  5. Buchbesprechung: Destruktive Trends in der Psychotherapie (PDF; 323 kB), erschienen in Bulletin DIJG Nr. 12/2006, Destruktive Trends in der Psychotherapie, S. 3-16.
  6.  Rainer Mausfeld: Auf der Schattenseite. In: Gehirn&Geist. Nr. 7-8, 2009, S. 54, 55.

Weblinks[Bearbeiten]