American Psychological Association

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Die American Psychological Association (APA) ist der nordamerikanische Fachverband für Psychologie. Die APA ist zugleich wissenschaftliche Gesellschaft und Interessenvertretung mit Funktionen eines Berufsverbandes. Die APA beschreibt ihre Aufgabe darin, „die Psychologie als Wissenschaft und Beruf sowie als Mittel zur Verbesserung der Gesundheit, Erziehung und menschlichen Wohlfahrt zu befördern.“ Mit rund 150.000 Mitgliedern[1] und einem Jahresbudget von rund 70 Millionen Dollar stellt sie eine einflussreiche Organisation dar, die auch auf die Psychologiegeschichte bedeutenden Einfluss genommen hat.

Entstehung[Bearbeiten]

Die APA wurde im Juli 1892 durch eine Gruppe von 26 Männern an der Clark University gegründet. Sitz der Organisation ist Washington, D.C. Der Präsident der APA wird für 12 Monate gewählt. Ihr erster Präsident war Granville Stanley Hall, ihre jetzige Präsidentin ist Suzanne Bennett Johnson, die parallel als Professorin an der Florida State University College of Medicine arbeitet.[2] Zurzeit existieren 53 berufliche Sektionen als Unterorganisation. Sie ist nach US-amerikanischen Staaten bzw. kanadischen Provinzen untergliedert.

Im Laufe der Jahre kam es aufgrund von Auseinandersetzungen immer wieder zur Gründung anderer Organisationen. Manchmal wird die American Psychological Association mit der American Psychiatric Association (dem Verband der US-amerikanischen Psychiater) verwechselt, die sich ebenfalls mit APA abkürzt.

APA-Standard[Bearbeiten]

Als APA-Standard (engl. APA style) werden die von der American Psychological Association (APA) herausgegebenen Richtlinien zur Gestaltung wissenschaftlicher Texte bezeichnet. Der APA-Standard ist mittlerweile in der sechsten Auflage verfügbar und wird in dem von der APA herausgegebenen Buch Publication Manual of the American Psychological Association (2010, ISBN 978-1-4338-0562-2) beschrieben.

Organisation[Bearbeiten]

Die APA hat 56 Divisions, die nach Themen (1: Allgemeine Psychologie) oder Bereichen (42: Psychologen in unabhängigen Praxen) gegliedert sind.

Die APA wird von einem gewählten Präsidenten geführt. Seit 2011 ist dies Suzanne Bennett Johnson[2]. Ein zwölfköpfiges Board of Directors unterstützt sie dabei.

Kritik[Bearbeiten]

Rogers H. Wright und Nicolas Cummings, zwei langjährige APA Mitglieder, haben 2005 „Destructive Trends in Mental Health: The Well-Intentioned Path to Harm“ herausgegeben, das der APA unter anderem eine gesellschaftspolitisch ultra-liberale Agenda, „irregeleitete” politische Korrektheit und die Unterstützung potentiell schädlicher Therapien vorwirft.[3]

2007 verkündete die APA, dass Psychologen, die sich an der Entwicklung und Ausbildung „innovativer Verhörtechniken“ beteiligten, wie sie etwa in Guantanamo und Abu Ghraib eingesetzt wurden, einen wichtigen Beitrag dazu leisteten, Schaden von den USA abzuwenden. Dies kam einer Legitimierung weißer Folter gleich, an der sich zu beteiligen die American Psychiatric Association und die American Medical Association ihren Mitgliedern 2006 untersagt hatten. Die in Guantanamo angewandten Verhörtechniken wurden von der Firma Mitchell, Jessen & Associates unter Mitarbeit des ehemaligen Präsidenten der American Psychological Association, Joseph Matarazzo, und anderen Psychologen entworfen. Auf wachsenden öffentlichen Druck hin änderte die APA im Oktober 2008 ihre Haltung und verbot Psychologen sich an Menschenrechtsverletzungen in Gefängnissen zu beteiligen.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.apa.org/about/
  2. a b Curriculum Vita Suzanne Bennett Johnson (PDF; 146 kB), abgerufen am 1. Dezember 2012
  3. Buchbesprechung: Destruktive Trends in der Psychotherapie (PDF; 323 kB), erschienen in Bulletin DIJG Nr. 12/2006, Destruktive Trends in der Psychotherapie, S. 3-16.
  4.  Rainer Mausfeld: Auf der Schattenseite. In: Gehirn&Geist. Nr. 7-8, 2009, S. 54, 55.

Weblinks[Bearbeiten]