Amrumbank West

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Offshore-Windpark „Amrumbank West“

BW

Lage
Offshore-Windpark „Amrumbank West“ (Deutschland)
Offshore-Windpark „Amrumbank West“
Koordinaten 54° 30′ 0″ N, 7° 48′ 0″ O54.57.8Koordinaten: 54° 30′ 0″ N, 7° 48′ 0″ O
Land Deutschland
Gewässer Nordsee
Daten
Primärenergie Windenergie
Leistung 288 MW (el)
Typ Offshore-Windpark
Eigentümer Amrumbank West GmbH, Tochter der E.ON Climate & Renewables Central Europe GmbH
Projektbeginn 2000
Betriebsaufnahme 2015 geplant
Gründung Monopile
Turbine 80 × Siemens SWT-3.6-120
Website E.ON. Factsheet Amrumbank West (PDF; 1,2 MB)
Stand 2/2015 in Bau
Lage von Amrumbank West innerhalb der Windparks in der Deutschen Bucht und deren Anbindung ans Festland

Der Offshore-Windpark „Amrumbank West“ ist ein in Bau befindlicher Offshore-Windpark in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee. Eigentümer ist die Amrumbank West GmbH in München, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der E.ON SE.[1]

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Offshore-Windpark entsteht auf einer Fläche von 32 km² rund 35 km nordwestlich der Insel Helgoland und 18 km südwestlich der Amrumbank bei Wassertiefen von 20–25 Metern.

Nach Antrag vom 16. Juni 2000 wurden vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Errichtung und der Betrieb von 80 einzelnen Windenergieanlagen, einer Umspannplattform und einer Messplattform am 9. Juni 2004 genehmigt.[2][3] Die am Südrand des Baufeldes stehende Messplattform wurde bereits im Jahr 2005 errichtet.[4]

Das Investitionsvolumen beträgt rund 1 Milliarde Euro.[5] Mit der Fertigstellung der Netzanbindung über die HGÜ „HelWin 2“ rechnet man für das Frühjahr 2015. Die Basisstation für den späteren Betrieb des OWP Amrumbank West entsteht auf Helgoland.[6]

Nach den Planungen soll der Windpark ab 2015 den Betrieb aufnehmen.[7] Nicht weit südlich des Baufeldes von „Amrumbank West“ liegen die OWP „Nordsee Ost“ und „Meerwind Süd/Ost“.

Technik[Bearbeiten]

Die 80 Windenergieanlagen (WEA) vom Typ Siemens SWT-3.6-120 verfügen über eine Nennleistung von 3,6 MW und einen Rotordurchmesser von 120 Metern (die Länge eines Rotorblattes beträgt dabei 58,5 Meter). Mit ihnen soll Strom für 300.000 Haushalte erzeugt werden.[8]

Der Windpark erhält eine rund 100 km lange Innerparkverkabelung von den 80 Windenergieanlagen zur Umspannplattform, die den Dreiphasenwechselstrom (Drehstrom) von 33 kV auf 155 kV transformiert.

Der Strom wird dann über ein Exportkabel zur 8 km entfernten Konverter-Plattform „HelWin beta“ geleitet, die den Dreiphasenwechselstrom (Drehstrom) von 155 kV auf die Spannungsebene ±320 kV transformiert und anschließend in Gleichstrom umwandelt. Per Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ „HelWin 2“) erfolgt die Weiterleitung über ein Seekabel zum 85 km entfernten Büsum und von dort weitere 45 km bis zum Netzverknüpfungspunkt in Brunsbüttel, wo die Rückumwandlung in Dreiphasenwechselstrom (Drehstrom) erfolgt.

Realisierung[Bearbeiten]

Zur Bauvorbereitung wurden im Sommer 2012 im vorgesehenen Baufeld Bodenuntersuchungen mit dem Forschungsschiff Ice Beam durchgeführt.[9] Nach der Einrichtung einer 500-m-Sicherheitszone um die vorgesehenen äußeren Standorte der WEA zur Absicherung des Windpark-Baufeldes wurde im Mai 2013 mit den Bauarbeiten vor Ort begonnen.[10][11]

Ab Januar 2014 wurden die 80 bis zu 300 Tonnen schweren Stahlfundamente vom Typ Monopile in den Meeresboden gerammt.[12] Zum Heranbringen und Aufstellen der 80 Monopile-Elemente von Cuxhaven aus kam das große, sechsbeinige Errichterschiff „MPI Discovery“ zum Einsatz, das von E.ON für den Bau von Offshore-Windparks gechartert wurde.[13]

Am 11. Februar 2015 wurde die erste Turbine mithilfe des Errichterschiffs „MPI Adventure“ installiert, das jeweils sieben Anlagen aus dem an der dänischen Küste befindlichen Esbjerg holt.[14] Die Inbetriebnahme der Windenergieanlagen soll parallel zur Installation weiterer Anlagen nach und nach erfolgen. Die vollständige Inbetriebnahme des Windparks soll im Herbst 2015 stattfinden.[15]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anteilsbesitzliste der E.ON AG zum 31. Dezember 2009, veröffentlicht im elektronischen Bundesanzeiger am 26. April 2010.
  2. http://www.bsh.de/de/Das_BSH/Presse/Pressearchiv/Pressemitteilungen2004/OffshoreAmrumAnlage.pdf (PDF-Datei)
  3. http://www.ofw-online.de/projekte/amrumbank-west.html
  4. http://www.offshore-wind.de/page/index.php?id=2614#c8342
  5. Factsheet Amrumbank West (PDF; 1,2 MB). Internetseite von Eon, abgerufen am 21. April 2012
  6. Anne-Katrin Wehrmann: Jack-Ups installieren erste Fundamente. In: Hansa, Heft 3/2013, S. 54/55
  7. Alternativen zu Atomstrom. Eon investiert 1 Mrd. Euro in Offshore-Park (Memento vom 30. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today).. In: Financial Times Deutschland, 15. Dezember 2011, abgerufen am 23. Dezember 2011
  8. Siemens sichert sich Auftrag für Offshore-Windkraftwerk in Deutschland. Pressemitteilung von Siemens vom 15. Dezember 2011, abgerufen am 23. Dezember 2011
  9. BfS (T)125/12 des WSA Tönning vom 24. August 2012
  10. BfS (T)74/13 des WSA Tönning vom 2. Mai 2013
  11. [1] (PDF; 305 kB) Deckblatt für die Seekarte 103, in: NfS 18/13 vom 3. Mai 2013, BSH, Hamburg/Rostock 2013, ISSN 0027-744
  12. Michael Meyer: Baustart für E.ON-Windpark. In: Täglicher Hafenbericht vom 16. Januar 2014, S. 15
  13. Basishafen Cuxhaven. In: Hansa, Heft 2/2014, S. 9
  14. Peter Kleinort: „Amrumbank West“: Installation beginnt · „MPI Adventure“ transportiert Windenergieanlagen für Siemens in Offshore-Park. In: Täglicher Hafenbericht vom 13. Februar 2015, S. 1
  15. Amrumbank West: Erste Siemens-Turbine steht im E.ON-Offshore-Windpark. In: IWR, 11. Februar 2015, abgerufen am 11. Februar 2015