Büttel (Elbe)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Büttel führt kein Wappen
Büttel (Elbe)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Büttel hervorgehoben
53.9002777777789.22722222222221Koordinaten: 53° 54′ N, 9° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Steinburg
Amt: Wilstermarsch
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 11,08 km²
Einwohner: 36 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 3 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25572
Vorwahl: 04858
Kfz-Kennzeichen: IZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 61 020
Adresse der Amtsverwaltung: Kohlmarkt 25
25554 Wilster
Webpräsenz: www.wilstermarsch.de
Bürgermeister: Richard Schmidt
Lage der Gemeinde Büttel im Kreis Steinburg
Karte

Büttel ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. In Karten des 17. und 18. Jh. erscheint der Ort auch als Dickbüttel / Dieckbüttel.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Büttel liegt etwa sieben Kilometer östlich von Brunsbüttel unmittelbar am Elbdeich, der hier etwas landeinwärts verläuft. Das unter Naturschutz stehende Land vor dem Deich am Ufer wird schlicht „Außendeich“ oder niederdeutsch „Butendiek“ genannt. Im Außendeich befindet sich mit der „Bösch“ eine Erhöhung, die früher als Lotsenstation diente. Der Burg-Kudensee-Kanal fließt durch die Gemeinde.

Büttel hatte früher einen Hafen mit Zugang zur Elbe. Davon ist heute nur noch der alte kleine Bütteler Kanal übrig, der für heutige Schiffe viel zu eng ist. Der Zugang zur Elbe ist verschlossen. Es erinnert nur noch das alte Schleusengebäude an den einstigen Handelshafen.

Die Bundesstraße 5 verläuft durch die Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Büttel wird erstmals 1318 erwähnt, die Siedlung stammt aber wohl schon aus der Frankenzeit. Bei einem Gefecht, dass sich der holsteinische Graf Gerhard III. im Jahr 1331 mit dem dänischen König lieferte, hat ein Bütteler Bürger Gerhard das Leben gerettet, woraufhin dieser den Ort Büttel von der Steuerpflicht befreite. Der Kanal nach Kudensee wurde 1765 fertiggestellt, er diente vor allem dem Transport von Torf, das in Büttel auf Elbschiffe umgeladen wurde. Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals wurde der Hafen von Büttel aber schnell vom benachbarten Brunsbüttel überflügelt. Dem Ausbau des Brunsbütteler Ostermoors zum Standort der Chemieindustrie mussten bis 1979 750 Bütteler Einwohner weichen, die umgesiedelt wurden. Von über 200 Gebäuden stehen heute in Büttel nur noch 17.

Politik[Bearbeiten]

Da die Gemeinde weniger als 70 Einwohner hat, hat sie eine Gemeindeversammlung anstelle einer Gemeindevertretung; dieser gehören alle Bürger der Gemeinde an.

Die Gondel einer der fünf Windkraftanlagen

Natur[Bearbeiten]

Der Außendeich war in den Jahren 1965 bis 1975 geprägt durch Wiesen mit Kühen. Kiebitze hatten ihre Gelege dort, die von den Kühen nicht zertreten wurden. Störche waren ebenso anzutreffen wie viele (Mehl-)Schwalben, die an den Häusern unter den Dachüberständen ihre Nester hatten. Die Gräben am Deichfuß im Außendeich waren braun von den Wasserflöhen darin. Stichlinge zu Hunderten, Kaulquappen, Sumpfdotterblumen, Sauerampfer wie auch vereinzelt Eidechsen boten eine Vielfalt, wie sie seit etwa 1980 nicht mehr anzutreffen ist. Die Gräben beherbergen jetzt nur noch Braunalgen, die in den überdüngten Gräben überleben konnten.

Um etwa 1970 wurde durch Aufspülung der westliche Teil des Außendeiches (nicht der Deich, sondern das Land) erhöht. In der Elbe wurde im Sommer gebadet, entweder direkt im kälteren Stromwasser oder bei Flut direkt hinter der Böschung aus Granitsteinen und einer Palisadenwand. Dort befindliches flaches, von der Sonneneinstrahlung erwärmtes Wasser war Lieblingsbadestelle der Kinder und ebenso Aufenthaltsort junger kleiner Fische.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde wandelte sich von einem landwirtschaftlich geprägten Ort, zu einem mit industriellen und gewerblichen Ansiedlungen. Auf der Gemarkung der Gemeinde wurden 13 Windkraftanlagen errichtet.

Der Windpark Büttel-Holstendamm besteht aus fünf Windkraftanlagen vom Typ REpower 5M mit 5 MW Leistung, 126 m Rotordurchmesser und 117 m Nabenhöhe. Die Anlagen wurden vor Ort in einer demontierbaren Montagehalle endgefertigt, um aufwändige Transporte der 400 Tonnen schweren Maschinenhäuser zu vermeiden. Ursprünglich sollte der Windpark vom Errichter REpower direkt betrieben werden, später übernahm der Investor Allianz SE den Betrieb.[2]

Eine weitere Windkraftanlage vom Typ REpower 5M, die der Prototyp dieser Anlagen war und die noch drei Meter höher ist als die in Büttel-Holstendamm, befindet sich im nahegelegenen Brunsbüttel.

Nördlich von Büttel befindet sich am Umspannwerk Büttel eine Stromrichterstation in Bau, an der die von den in Bau befindlichen Offshore-Windparks kommenden HGÜ-Leitungen HelWin 1 und SylWin 1 enden und die Einspeisung in das 380-kV-Verbundnetz erfolgen soll.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Büttel (Elbe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. https://www.allianz.com/de/presse/newsdossiers/klima_und_energie/news_2007-12-03.html