Amt Solingen

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Das Amt Solingen war ein Verwaltungs- und Gerichtsbezirk im Herzogtum Berg und gehörte zu den altbergischen Ämtern.[1] 1363 findet sich eine Erwähnung in der Bergischen Ämterverfassung für den Anschluss an die Grafschaft Berg. Ihm gehörten im 16. Jahrhundert die Kirchspiele Solingen, Wald, Hilden, Haan sowie vier Kapellen (Sonnborn, Schöller, Gruiten, Düssel) an.[2]

Trotz der geographischen Nähe gehörte die Freiheit Burg an der Wupper, der Stammsitz der Grafen von Berg auf Schloss Burg, nicht zum Amt Solingen.

Der Mathematiker und Geograph Erich Philipp Ploennies schrieb 1715 in seinem topographischen Werk über die Gebiete Solingen und Remscheid:

„…, daß hier "die meisten inwohner...handwercksleüte und Kaufleüt" seien, "daher siehet man in demselben soViel werckstädt(n), soViel schleifkotten, hämmer...und schmieden; sintemahl in diesem Ambt die meisten eisenware(n) Von degen, messern...und anderen dingen gemacht werden...und in frembde lande Versandt.“

„Über die Stadt Solingen selbst bemerkte er, sie sei zwar nicht groß, "dennoch treibet die dieselbe eisenwaaren, als degen, messern, sägen, äxte, beyl, hacken, sensen, schleifschuh...einen nicht geringen handel", aber es gebe darüber hinaus, "auch Viele handwercksleüt...und Verschiedene Künstler seien in der gewerbereichen Stadt "wohnhaft", als welche messerhefte und andere wissen zu machen". Daher sei "dieser Ort auswerts sehr bekandt, absonderlich weilen Von solchem fast an allen orten der welt Versandt werden, sie handeln in Schweden, Dennemarck, Franckreich, Engellandt, hollandt, brabandt, ja bis in die Turkey".“

Gliederung des Amtes[Bearbeiten]

Das Amt war in verschiedene Gerichtsbezirke aufgeteilt, die wiederum aus mehreren Honschaften bestanden.[3]

Zu den Gerichten gehörte im 18. Jahrhundert

  1. das Gericht Solingen mit Klauberg mit der Honschaft Solingen, der Honschaft Dorp, der Honschaft Höhscheid (Verwaltungssitz: Haus Höhscheid), der Honschaft Hackhausen (Verwaltungssitz: Schloss Hackhausen), der Honschaft Katternberg, der Honschaft Rupelrath und der Honschaft Widdert.
  2. das Gericht Wald mit der Stadt Gräfrath, der Honschaft Ketzberg, der Honschaft Itter, der Honschaft Scheid mit Wald, der Honschaft Ketzberg, der Honschaft Barl, der Honschaft Bavert (Verwaltungssitz: Schloss Caspersbroich), der Honschaft Limminghoven, der Honschaft Schmittert und das Kirchspiel Sonnborn mit Schloss Lüntenbeck und Rittergut Hammerstein.
  3. das Gericht Hilden und Haan mit der Obersten Honschaft Haan, der Mittelsten Honschaft Haan, der Untersten Honschaft Haan im Kirchspiel Haan und der Honschaft Hahn, der Honschaft Lehn und der Honschaft Sand aus dem Kirchspiel Hilden.
  4. die Herrschaft Schöller mit der Honschaft Gruiten und Honschaft Obgruiten, der Honschaft Schöller (Verwaltungssitz: Rittergut Schöller), der Honschaft Oberdüssel (Verwaltungssitz: Wasserburg Düssel, Schloss Aprath), der Honschaft Unterdüssel und der Honschaft Obmettmann.
  5. die Freiheit Burg an der Wupper

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermann Hengstenberg: Das ehemalige Herzogtum Berg und seine nächste Umgebung, Elberfeld 1897, S. 25 (Landesbibliothek Düsseldorf)
  2. Anton Joseph Binterim: Die Erzdiöcese Köln nach der Kirchentrennung, Düsseldorf 1893, S. 253 (Landesbibliothek Düsseldorf)
  3. Wilhelm Fabricius: Geschichtsatlas der Rheinprovinz - Erläuterungen II der Karte von 1789