Solingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Solingen Deutschlandkarte, Position der Stadt Solingen hervorgehoben51.1713888888897.0833333333333221Koordinaten: 51° 10′ N, 7° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Höhe: 221 m ü. NHN
Fläche: 89,55 km²
Einwohner: 155.316 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1734 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 42651–42719
Vorwahl: 0212
Kfz-Kennzeichen: SG
Gemeindeschlüssel: 05 1 22 000
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
42651 Solingen
Webpräsenz: www.solingen.de
Oberbürgermeister: Norbert Feith (CDU)
Lage von Solingen in Nordrhein-Westfalen und im Regierungsbezirk Düsseldorf
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Solingen ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach dem nordöstlich angrenzenden Wuppertal und vor Remscheid und Bergisch Gladbach die zweitgrößte der vier bergischen Großstädte und ein Mittelzentrum des Landes. Solingen ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland.

Die Einwohnerzahl Solingens überschritt 1929 nach einer kommunalen Gebietsreform und der damit einhergehenden Neustrukturierung und Erweiterung des Stadtgebietes die Grenze von 100.000 Einwohnern, wodurch Solingen zur Großstadt wurde.

Solingen ist Bestandteil der Metropolregion Rhein-Ruhr, dem größten polyzentrischen Verdichtungsraum Deutschlands.

Die Stadt Solingen ist das Zentrum der deutschen Klingen-, Messer- und Schneidwarenindustrie. Ihr Name ist als Herkunftsangabe für diese Erzeugnisse durch die Solingenverordnung geschützt. Seit 19. März 2012 darf Solingen den offiziellen Zusatz Klingenstadt führen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Solingen liegt südwestlich von Wuppertal im Bergischen Land. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 89,45 km², davon rund 50 % landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzt. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 62 km, die größte Ost-West-Ausdehnung 15,6 km und die größte Nord-Süd-Ausdehnung 11,7 km. Die Länge des Hauptflusses Wupper im Stadtgebiet beträgt 26 km. Mit 276 m über NN liegt der höchste Punkt im Stadtgebiet am ehemaligen Gräfrather Wasserturm, dem heutigen Lichtturm. Der tiefste Punkt befindet sich westlich von Götsche und südlich von Verlach in der Ohligser Heide und liegt 53 m über NN.

Nachbargemeinden und Städte[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Solingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:

Wuppertal und Remscheid (beides kreisfreie Städte), Wermelskirchen, Burscheid und Leichlingen (Rheinland) (alle Rheinisch-Bergischer Kreis) sowie Langenfeld (Rheinland), Hilden und Haan (alle Kreis Mettmann).

Stadtgliederung und Bezirksvertretungen[Bearbeiten]

Stadtbezirke der Stadt Solingen
Solingen Mitte: Clemens-Kirche und Clemensgalerie

Das Stadtgebiet Solingens besteht heute aus fünf Stadtbezirken. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung, die aus bis zu 15 Mitgliedern besteht. Die Mitglieder dieser Vertretung nennt man Bezirksvertreter. Die Solinger Bezirksvertretungen wurden am 25. Mai 2014 gewählt. Die aktuelle Legislaturperiode für die Bezirksvertretungen beträgt (einmalig) 6 Jahre und endet im September 2020. Sie werden von den Wahlberechtigten des Stadtbezirks gewählt. Der Vorsitzende einer Bezirksvertretung ist der Bezirksbürgermeister.[3] Die Bezirksvertretungen sind für bestimmte Aufgaben des Bezirks zuständig und haben ein Anhörrecht zu allen relevanten Angelegenheiten des Stadtbezirks.

Namen der fünf Stadtbezirke und der jeweiligen Bezirksbürgermeister

  1. Gräfrath, Udo Vogtländer (SPD)
  2. Wald, Birgit Zeier (SPD)
  3. Solingen-Mitte, Richard Schmidt (SPD)
  4. Burg/Höhscheid, Axel Birkenbeul (SPD)
  5. Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, Marc Westkämper (CDU)

Wohngebiete[Bearbeiten]

Innerhalb der fünf Stadtbezirke gibt es noch viele Wohngebiete (oft auch in Form kleinerer, wenig bebauter Hofschaften) mit eigenem Namen, deren Grenzen aber nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören:

Balkhausen, Brabant, Broßhaus, Bünkenberg, Burg (aufgeteilt in Unterburg und Oberburg), Buschfeld, Central, Dahl, Demmeltrath, Dorperhof, Entenpfuhl, Eschbach, Eick, Eigen, Flachsberg, Fürk, Fürkeltrath, Fuhr, Friedrichstal, Glüder, Grünewald, Gönrath, Gosse, Haasenmühle, Hackhausen, Hästen, Hasseldelle, Höhrath, Höhscheid, Ittertal, Josefstal, Kannenhof, Katternberg, Ketzberg, Keusenhof, Kohlfurth, Kohlsberg, Kotzert, Krahenhöhe, Külf, Landwehr, Lochbachtal, Löhdorf, Mangenberg, Mankhaus, Maubes, Meigen, Müngsten, Monhofer Feld, Nacken, Nümmen, Papiermühle, Pfaffenberg, Piepersberg, Pilghausen, Rathland, Rölscheid, Rüden, Rupelrath, Schaberg, Scheuren, Schellbergtal, Schieten, Schlagbaum, Schlicken, Schnittert, Schrodtberg, Siebels, Siebelskamp, Stielsteich, Stöcken, Theegarten, Unnersberg, Unterland, Untenscheid, Vogelsang, Vormeiswinkel, Wehr, Weegerhof, Weyer, Widdert, Wiefeldick, Wilzhaus, Wippe, Zum Holz.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Burg (1891)
Brandanschlag von Solingen (1993)

Die erste Besiedelung auf heutigem Solinger Stadtgebiet fand wahrscheinlich im 8. oder 9. Jahrhundert statt. Erste Erwähnung fand der Ort in einem Dokument aus dem Jahre 1067.

Mitte des 12. Jahrhunderts siedelten sich die Grafen von Berg auf dem neu errichteten Schloss Burg im Tal der Wupper an und herrschten fortan von dort über das nach ihnen benannte Bergische Land. Ab Beginn des 13. Jahrhunderts ist in Solingen darüber hinaus das Klingenhandwerk nachweisbar. In dieser Zeit erlangte auch das Nonnenkloster in Gräfrath zu großer Berühmtheit. Die Schleifer und Härter organisierten sich Anfang des 14. Jahrhunderts in Zünften und festigten so ihren Stand. Am 23. Februar 1374 erhielt Solingen die Stadtrechte.

Die heutigen Stadtteile Gräfrath und Burg wurden in dieser Zeit zu Freiheiten erhoben, die Stadt Solingen Mitte des 15. Jahrhunderts durch einen Wall befestigt. 1492 und 1535 wüteten in der Stadt zwei verheerende Brände; die Pest brach in Solingen im Jahre 1614 aus. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde überdies Schloss Burg nahezu vollständig zerstört. Zwischen 1756 und 1763 zogen wiederholt Truppen durch die Stadt, aber auch durch den Siebenjährigen Krieg bedingt, wurde das Wirtschaftsleben zu dieser Zeit empfindlich gestört.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel das Bergische Land an Preußen; Solingen wurde zur Kreisstadt erhoben. Nach der preußischen Städteordnung erhielten 1856 die Städte Burg, Dorp, Gräfrath, Höhscheid, Merscheid und Wald die Stadtrechte. Am 1. April 1896 wurde Solingen schließlich zur kreisfreien Stadt. Der erste Oberbürgermeister war von 1896 bis 1928 August Dicke.

1897 wurde die Müngstener Brücke, seitdem mit 107 Metern Höhe die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, eingeweiht. Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 traf besonders die Solinger Wirtschaft schwer. Die Städte Gräfrath, Höhscheid, Ohligs, Solingen und Wald wurden am 1. August 1929 durch das Gesetz zur kommunalen Neuordnung zur Großstadt Solingen vereinigt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Solinger Altstadt Anfang November 1944 durch Bombenangriffe der Alliierten zum größten Teil zerstört.

1993 geriet Solingen durch einen Brandanschlag, bei dem fünf türkische Mädchen und Frauen getötet wurden, weltweit in die Schlagzeilen, siehe Brandanschlag von Solingen.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Der Name der späteren Stadt soll erstmals 1067 von einem westfälischen Schreiber in Form von Solonchon benutzt worden sein. Ab diesem Zeitpunkt sollen drei Abwandlungen belegt sein:

  • Solagon (965) – Möglich ist die Ableitung von „Sulen“, aufgrund der Erdbeschaffenheit, die sehr matschig und schlammig war.
  • Solonchon – Solengen (1168, 1172) – Soileggen (1363, 1366, 1377) oder Soleggen (1365) – Solingen (1174)
  • (Solungun) – Solonchon (1067) – Solungen (1356, 1382) – Solingen.

Mundart[Bearbeiten]

Die in Solingen gesprochene Mundart wird Solinger Platt genannt. Sie zählt zu den (west-)bergischen oder auch niederbergischen Mundarten, die zur Südniederfränkischen Dialektgruppe gehören, welche wiederum Teil der Limburgischen Dialektgruppe ist.

Das Solinger Platt gehört zum Ost-Limburgisch/Ripuarischen Übergangsgebiet. Damit gehört es weder eindeutig zur niederdeutschen, noch zur mitteldeutschen Sprachgruppe, sondern teilt sich Spracheigenschaften beider Gruppen. So wird in Solingen das Wort „ich“ als „iech“ bzw. als hochdeutsches „ich“ ausgesprochen, was auf die mitteldeutsche Sprachgruppe hindeutet. Das Wort „machen“ wird jedoch „maken“ ausgesprochen wie bei den niederdeutschen Dialekten.

Religionen[Bearbeiten]

In Solingen sind aktuell etwa 30 Prozent der Bevölkerung evangelisch und etwa 28 Prozent römisch-katholisch. Der Großteil (ca. 42 Prozent) hat eine andere Konfession oder ist konfessionslos (Stand 2013).[4]

Christliche Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Solingen gehörte schon von Anfang an zum Gebiet des Erzbistums Köln beziehungsweise zu dessen Archidiakonat des Propstes von St. Kunibert, Dekanat Deutz. Obwohl in Solingen unter den Grafen von Berg nach und nach die Reformation Einzug hielt, gab es in der Stadt auch weiterhin Katholiken, deren Gemeinde ab 1658 vom Landesherrn neu dotiert wurde. 1701 erhielten sie auch wieder eine eigene Kirche. 1827 wurde Solingen Sitz eines eigenen Dekanats (heute Stadtdekanat Solingen) innerhalb des neu umschriebenen Erzbistums Köln, zu dem heute alle zwölf Pfarrgemeinden in der Stadt gehören.

Wie oben erwähnt fasste die Reformation in Solingen nur Zug um Zug Fuß. 1590 entstand eine reformierte Gemeinde, die der Bergischen Synode angeschlossen wurde. Erst 1649 wurde die Pfarrkirche der Stadt den Reformierten übergeben. Lutherische Gemeindeglieder gab es seit Anfang des 17. Jahrhunderts, 1635 wurde eine lutherische Gemeinde gegründet. 1672 wurden die religiösen Verhältnisse in einem Religionsvergleich geregelt. In Gräfrath wurde 1590 ebenfalls die Reformation eingeführt. 1629 ist dort ein Konsistorium nachgewiesen und ab 1716 gab es auch einige Lutheraner. Beide Konfessionen vereinigten sich ab 1838 zu einer unierten Gemeinde. In ganz Preußen war bereits 1817 die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingeführt worden.

Gehörten die protestantischen Gemeindeglieder Solingens anfangs zur Kreissynode Lennep (heute ein Stadtteil von Remscheid), so wurde in Solingen 1843 eine eigene Synode eingerichtet und die Stadt Sitz eines eigenen Superintendenten. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Solingen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu dem die meisten Gemeinden Solingens gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Lediglich die Gemeinde Burg an der Wupper gehört noch zum Kirchenkreis Lennep.

Heute gibt es in der Stadt zehn evangelische und 15 katholische Kirchengemeinden sowie eine griechisch-orthodoxe Kirche. Ferner sind verschiedene Freikirchen in Solingen ansässig, darunter mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden, (Baptisten- und Brüdergemeinden), eine Evangelisch-methodistische Kirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Christen Ecclesia, mehrere Freie evangelische Gemeinden (FeG) und die Heilsarmee.

Weitere Religionsgemeinschaften in Solingen sind die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche.

Islamische Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Islamische Religionsgemeinschaften fehlen folgende wichtige Informationen: Es fehlen Informationen über die Geschichte der islamischen Gemeinden

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In Solingen gibt es sieben Moscheen[5]: Masjid ar-Rahma (Freie Moschee ohne Dachverband, Predigten in Arabisch und Deutsch), Mesjid Nur, Islamische Gemeinde Milli Görüs (IGMG), Islamisches Kulturzentrum, Solingen Camii und Ohligsen Camii (VIKZ) sowie Türkisch-Islamische Union (DITIB).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Stadt Solingen ist das Ergebnis des Zusammenschlusses mehrerer Städte und Gemeinden über viele Jahrzehnte hinweg. Der ursprüngliche Ort Solingen erhielt im Jahre 1374 die Stadtrechte. 1889 wurde die bis dato selbstständige Stadt Dorp (Stadtrechte seit 1856) eingegliedert. 1896 wurde Solingen zur kreisfreien Stadt, der Sitz des Kreises Solingen blieb aber vorerst in Solingen.

Auf Grund des Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes, das am 1. August 1929 in Kraft trat, wurde die Stadt Solingen mit den Städten Gräfrath, Höhscheid, Ohligs (bis 1891 Merscheid) und Wald, die ebenfalls alle seit 1856 die Stadtrechte besaßen und dem Kreis Solingen angehörten, zu einer (neuen) kreisfreien Stadt mit dem Namen Solingen vereinigt. Mit dann etwa 140.000 Einwohnern wurde Solingen damit zur Großstadt.

Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 die Eingliederung der Stadt Burg an der Wupper und des Ortsteils Höhrath, der bis dahin zur Stadt Wermelskirchen gehörte. Beide Orte gehörten vorher zum Rhein-Wupper-Kreis.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung

Zwischen 1880 und 1885 verdoppelte sich die Bevölkerung Solingens durch die Eingemeindung der Stadt Dorp (11.999 Einwohner 1880) im Jahre 1889 von 18.000 auf 36.000. Im Jahre 1910 hatte die Stadt mehr als 50.000 Einwohner.

Am 1. August 1929 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Solingen (52.002 Einwohner 1925) durch den Zusammenschluss mit den Städten Ohligs (29.768 Einwohner 1925), Wald (27.443 Einwohner 1925), Höhscheid (15.854 Einwohner 1925) und Gräfrath (10.582 Einwohner 1925) die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1972 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 177.899 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2006 lebten in Solingen nach amtlicher Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 163.263 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1747 ca. 2.000
1804 ca. 2.871
1818 ca. 4.000
3. Dezember 18461 6.127
3. Dezember 18611 10.100
3. Dezember 18641 11.800
3. Dezember 18671 13.000
1. Dezember 18711 14.040
1. Dezember 18751 15.142
1. Dezember 18801 16.900
1. Dezember 18851 18.641
1. Dezember 18901 36.540
2. Dezember 18951 40.843
1. Dezember 19001 45.260
1. Dezember 19051 49.018
1. Dezember 19101 50.536
1. Dezember 19161 45.720
Jahr Einwohner
5. Dezember 19171 47.459
8. Oktober 19191 48.912
16. Juni 19251 52.002
16. Juni 19331 140.162
17. Mai 19391 140.466
31. Dezember 1945 129.440
29. Oktober 19461 133.001
13. September 19501 147.845
25. September 19561 161.353
6. Juni 19611 169.930
31. Dezember 1965 175.634
27. Mai 19701 176.420
31. Dezember 1975 171.810
31. Dezember 1980 166.085
31. Dezember 1985 157.923
25. Mai 19871 159.103
31. Dezember 1990 165.401
Jahr Einwohner
31. Dezember 1995 165.735
31. Dezember 2000 164.973
31. Dezember 2005 163.581
31. Dezember 2006 162.948
31. Dezember 2007 162.575
31. Dezember 2008 161.779
30. April 2009 160.242
9. Mai 20111 155.265
31. Dezember 2012 155.316
31. Dezember 2013 159.048
1 Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Die Bürger der Stadt Solingen konnten bereits seit 1374 einen Rat und einen Bürgermeister wählen. Der Bürgermeister wechselte jährlich am 24. Juni. Nach dem Übergang an Preußen wurde Solingen 1816 Sitz eines Kreises, der sich im Laufe der Zeit mehrmals veränderte und schließlich im Rhein-Wupper-Kreis aufging. 1856 wurde in Solingen die preußische Städteordnung eingeführt; 1896 wurde Solingen kreisfrei. An der Spitze der Stadt stand nun ein Oberbürgermeister, der während der Zeit der Nationalsozialisten von der NSDAP eingesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, 1946 gefolgt von der Kommunalverfassung nach britischem Vorbild. Danach gab es einen von den Einwohnern gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1997 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seit 1999 direkt von den Bürgern der Stadt gewählt.

Oberstadtdirektoren und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Oberstadtdirektoren 1946–1997

  • 1946–1963: Gerhard Berting
  • 1964–1976: Willi Fischer
  • 1976–1981: Friedhelm Schmitz-Herscheid
  • 1981–1991: Peter Hölz, CDU
  • 1991–1997: Ingolf Deubel, SPD

Oberbürgermeister seit 1894

Norbert Feith (CDU) amtierender Oberbürgermeister von Solingen auf der Maikundgebung in Solingen am 1. Mai 2010
  • 1973: (Vom 1. Januar 1973 bis einschließlich 10. November 1973 war das Oberbürgermeister Amt in Solingen unbesetzt)
  • 1973–1975: Elisabeth Roock, SPD
  • 1975–1976: Otto Voos, CDU (zweite Amtszeit)
  • 1976–1984: Georg Schlößer, CDU
  • 1984–1997: Gerd Kaimer, SPD
  • 1997–1999: Ulrich Uibel, SPD
  • 1999–2009: Franz Haug, CDU
  • 2009–heute: Norbert Feith, CDU (Norbert Feith hat sich entschieden, dass er für eine zweite Amtszeit ab 13. September 2015 nicht mehr zur Verfügung steht)

Rat der Stadt[Bearbeiten]

Der Solinger Stadtrat wurde am 25. Mai 2014 gewählt und hat (Stand: Mai 2014) 52 Sitze. Die aktuelle Legislaturperiode beträgt (einmalig) 6 Jahre und endet im September 2020. Die Sitze der einzelnen Parteien verteilen sich wie folgt:

Wahljahr CDU SPD Grüne FDP Linke Bürgergemeinschaft
für Solingen
AfD Solingen Aktiv Freie Bürger-Union Piraten Pro NRW Gesamt
2014 17 15 6 3 3 2 2 1 1 1 1 52

Jugendstadtrat[Bearbeiten]

Zusätzlich zum Stadtrat besitzt die Stadt ein Vertretungsgremium für Jugendliche. Der Jugendstadtrat besteht aus 21 Jugendstadträten und wird alle zwei Jahre von den Jugendlichen gewählt. Er soll Probleme der Jugend aufgreifen und zu ihrer Lösung beitragen. Mit Hilfe des Stadtrates gelang es dem Jugendstadtrat zum Beispiel die Skaterhalle „Rollhaus“ zu verwirklichen, ein Integrationsprogramm für Migranten zu entwickeln, eine Nachtexpresslinie zur Diskothek „Getaway“ einzurichten und ein Jugendkulturfestival zu etablieren.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Solingen
Beschreibung:

Das Wappen der Stadt Solingen zeigt in Blau zwei silberne, schräg gekreuzte, gestürzte Schwerter mit goldenen Griffen, mit denen ein goldener Anker verschränkt ist. Dabei steht der Anker als Symbol für den Schutzheiligen der Stadt, Clemens, der der Legende nach den Märtyrertod durch Ertränken fand. Über dem Schild ist eine goldene Mauerkrone mit fünf Zinnentürmen, je mit Durchlass und zwei Zinnen. Die fünf Türmchen symbolisieren nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – die fünf Städte, aus denen 1929 Solingen gebildet wurde, sondern geben nur an, dass Solingen eine Großstadt ist, also mehr als 100.000 Einwohner hat. Am 17. Juli 1935 erhielt die Stadt Solingen das Recht zum Führen dieses Wappens. Der Entwurf des Wappens stammt vom Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher.

Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften[Bearbeiten]

Solingen unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:

PolenPolen Złotoryja (Goldberg) in Polen seit 1955
NiederlandeNiederlande Gouda in den Niederlanden seit 1957
FrankreichFrankreich Chalon-sur-Saône in Frankreich seit 1960
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Blyth in Großbritannien seit 1962
IsraelIsrael Ness Ziona in Israel seit 1986
SachsenSachsen Aue in Sachsen seit 1990

Solingen unterhält zudem Städtefreundschaften mit den folgenden zwei Städten:

NicaraguaNicaragua Jinotega in Nicaragua seit 1985
SenegalSenegal Thiès in Senegal seit 1990

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Worte „Meves Berns“ und „Me fecit Solingen“ weisen auf ein von Meves Berns in Solingen gefertigtes Schwert hin

Schon seit dem Mittelalter bildet Solingen, erkennbar schon am Beinamen „Klingenstadt“, das Herz der deutschen Schneidwarenindustrie. Auch heute noch dominiert sie die Wirtschaft in Solingen. Neben großen Messerherstellern wie Zwilling, Wüsthof und Böker haben vor allem kleinere Betriebe mit unter 50 Mitarbeitern ihren Sitz in Solingen. Auch der Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren e. V. ist in Solingen beheimatet.[8] Im Laufe der Jahrzehnte sind jedoch weitere Zweige der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie hinzugekommen. So haben in Solingen auch viele Zulieferer der Automobilindustrie, zum Beispiel die Kronprinz AG, ihren Firmensitz.

Klingenherstellung[Bearbeiten]

Neues Ortseingangsschild mit dem Schriftzug Klingenstadt

Die Waffenherstellung (hauptsächlich Schwerter) begann in Solingen bereits früh: Der erste urkundliche Nachweis über eine Klingenfertigung stammt aus dem Jahr 1363. Die zwei wesentlichen Gründe für die Ansiedelung der Klingenfabrikanten waren zum einen die reichlich vorhandenen Bäche und Flüsse, die die entscheidende Energie lieferten, und zum anderen die Nähe zur damals schon bekannten Handelsstadt Köln. Im Jahre 1401 erhielten die Härter und Schleifer in Solingen das Privileg zum Bilden einer Zunft.

Im 16. Jahrhundert folgte dann ein großer Zuzug von Messermachern in der Stadt; dieses Jahrhundert gilt zusammen mit dem darauffolgenden als Höhepunkt der Klingenherstellung in Solingen. „...me fecit Solingen“ (dt. „...aus Solingen fertigte mich“) als Kennzeichnung auf Schwertern wurde zum Synonym für hochwertige Klingen in ganz Mitteleuropa. Die Solinger Schwerter waren bei fast allen Herrscherhäusern in dieser Region gefragt und deren Qualität geschätzt.

Im Laufe der Zeit kamen weitere Produktionszweige hinzu. So wurde 1571 die Messermacherzunft gegründet, wenig später auch die der Scherenmacher. Die Herstellung der Klingen zu diesen Zwecken war aufgeteilt in die Schleifer, die in ihren Kotten an den Solinger Bächen unter Umständen zu 100 Personen zusammenarbeiteten, und die Härter sowie die Reider, die auf den Höhenrücken der Stadt in den sogenannten Hofschaften zusammenlebten und -arbeiteten.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestimmte die Schneidwarenindustrie die gesamte Solinger Wirtschaft. Erst der Erste Weltkrieg setzte dem kontinuierlichen Aufschwung der Klingenfabrikation ein Ende, da die Absatzmärkte fehlten, denn die Solinger Industrie war vom Weltmarkt abgeschnitten. Daneben wirkten sich auch Arbeitslosigkeit und Kriegsdienst negativ auf die Wirtschaft aus. 1938 verabschiedeten die Nazis ein Gesetz zum Schutz des Namens „Solingen“.

In der Nachkriegszeit sorgte die Mechanisierung in der Solinger Schneidwarenproduktion für steigende Produktivität. Allerdings sank die Produktion in den Jahren von 1959 bis 1989 um etwa die Hälfte. 1994 trat schließlich das 1938 verabschiedete Gesetz zum Schutz des Namens „Solingen“ außer Kraft und wurde durch die vergleichbare „Solingenverordnung“ ersetzt.[9]

Seit der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden in hunderten Kleinbetrieben Solingens Rasierklingen gefertigt. Heute sind große Marktanteile an internationale Unternehmen verloren, allen voran an Wilkinson Sword, das seinen deutschen Firmensitz in Solingen unterhält.[10]

Seit Mitte September 2012 wirbt die Stadt auf ihren Orteingangsschildern offiziell mit dem Zusatz Klingenstadt.[11] Auf diese Weise sollen Touristen auf die Bedeutung Solingens als Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie aufmerksam gemacht werden. Diese Tradition wird nicht nur auf den Ortsschildern gepflegt, sondern auch durch Museen in verschiedenen Stadtteilen: Deutsches Klingenmuseum in Gräfrath, Balkhauser Kotten und Wipperkotten in Höhscheid, sowie die Loos'n Maschinn [12] in Widdert und das LVR-Industriemuseum (Gesenkschmiede Hendrichs) in Merscheid.

Die größten Arbeitgeber[Bearbeiten]

Walbusch-Hauptverwaltung in Solingen-Merscheid
Zwillingswerk in Solingen-Höhscheid

(mit mindestens 150 Mitarbeitern/alphabetisch sortiert)

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

Viele, zum Teil sogar weltberühmte Unternehmen prägten die Solinger Wirtschaft darüber hinaus in der Vergangenheit:[23]

  • Mit der Rasspe GmbH hatte in Solingen lange Zeit einer der weltweit größten Hersteller von Landmaschinenteilen seinen Firmensitz. Ende des 20. Jahrhunderts kam der Niedergang und die Belegschaft wurde drastisch reduziert. Wenig später verlagerte man den Firmensitz in das benachbarte Wermelskirchen.
  • Ähnlich erging es dem Haushaltswarenriesen Krups, der in den 1960er und -70er Jahren seine Blütezeit erlebte. Zeitweilig beschäftigte das Unternehmen über 3000 Menschen. Seit Konkurs der Konzernmutter Moulinex im Jahre 2001 folgte auch für Krups der Niedergang; ein Großteil der Produktionsstätten am Standort Solingen wurde abgerissen.
  • Auch die Ohligser Firma Bremshey gehörte zu den bedeutendsten Unternehmen der Stadt. Mit ihrem bekanntesten Produkt, dem Knirps (einem zusammenschiebbaren Regenschirm), erlangte es weltweite Berühmtheit. Anfang der 1970er Jahre hatte das Unternehmen etwa 3000 Beschäftigte. Nach finanziellen Engpässen zu Beginn der 1980er Jahre reduzierte das Unternehmen zunächst seine Belegschaft, bevor es 1982 komplett aufgelöst wurde.[24]
  • Die Rheinische Türschließerfabrik wurde 1903 von dem Werkmeister Adolf Boge und dem Schlosser Fritz Kasten in Solingen gegründet. Es wurde zu einem europäischen Marktführer von Türschlössern. Nach der Übernahme durch ein US-amerikanisches Unternehmen und dem Zusammenschluss mit Unternehmen aus Velbert zur BKS GmbH wurde es in den 1920er Jahren nach Velbert verlegt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Solingen Hauptbahnhof (ehemals Bahnhof Ohligs)
Obus in Höhscheid
Bahn

Dreh- und Angelpunkt ist der Bahnhof in Solingen-Ohligs, der seit dem 10. Dezember 2006 den Namen Solingen Hauptbahnhof trägt. Hier halten neben Regionalzügen nach Wuppertal/Hagen/Münster und Köln/Krefeld auch ICE. Solingen ist darüber hinaus auch an das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr angeschlossen. Von Solingen Hbf verkehren die Linien S 1 über Düsseldorf in Richtung Dortmund und S 7 über Solingen Mitte und Remscheid nach Wuppertal. Der frühere Hauptbahnhof nahe der Innenstadt ist stillgelegt und wurde durch die beiden neuen Haltepunkte Solingen-Grünewald und Solingen Mitte ersetzt. Ferner gibt es die Stationen Solingen-Schaberg in unmittelbarer Nähe der Müngstener Brücke und Solingen Vogelpark im Westen der Stadt.

Oberleitungsbus
Hauptartikel: Oberleitungsbus Solingen

Solingen ist eine von drei Städten in Deutschland, die über ein Oberleitungsbus-System verfügen. Es umfasst die sechs Linien 681 bis 686 und ist mit Abstand größer als die anderen beiden Netze in Esslingen am Neckar und Eberswalde. Der Obus bedient das gesamte Stadtgebiet bis in die Randbezirke. Endpunkt der Linie 683 ist Wuppertal-Vohwinkel an der Schwebebahnendhaltestelle Vohwinkel. Einzigartig ist die Drehscheibe für Busse bei der Endhaltestelle 'Burg Brücke' (Drehscheibe Unterburg), welche jedoch verkehrslogistisch bedingt stillgelegt und durch eine Wendeschleife an der Eschbachstraße im Oktober 2009 ersetzt wurde. Die Drehscheibe selbst soll jedoch vorerst für den Museumsbetrieb bei Sonderfahrten erhalten bleiben und gelegentlich zum Einsatz kommen, zumal sie erst Mitte 2004 saniert wurde. Aus Platzmangel wurde diese, eher aus dem Bahnbetrieb bekannte Lösung, auf Kraftfahrzeuge übertragen und verwirklicht. Die Stadtwerke Solingen verfügen derzeit (2013) über 50 einsatzfähige Gelenk-Obusse: 15 des Schweizer Unternehmens Hess (2008/09), 15 des Unternehmens Berkhof (2001/02) und 20 des Unternehmens Van Hool (2002/03); hinzu kommen ein Solo- (1986/87) und ein Gelenk-Obus (1984) von MAN, die allerdings dem Obus-Museum Solingen e. V. (gegründet 1999) gehören und an die Stadtwerke Solingen nur ausgeliehen sind.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen neben den Obuslinien mehrere Autobuslinien der Stadtwerke Solingen GmbH. Alle Verkehrsmittel in Solingen sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu benutzen. Bei Fahrten in Richtung Süden (Leichlingen, Wermelskirchen, Köln) gilt seit 1. Februar 2005 einheitlich der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg.

Straße

Solingen ist erreichbar über die A 3 KölnOberhausen (Anschlussstelle 20, Solingen), A 46 DüsseldorfWuppertal (Anschlussstelle 30, Haan-Ost) und A 1 Köln—Dortmund (Anschlussstelle 96, Wermelskirchen). Des Weiteren führen die Bundesstraßen 229 und 224 und die Landesstraßen 67, 74, 85, 141n, 157, 288, 407 und 427 durch das Solinger Stadtgebiet.

Die Anschlussstellen liegen außerhalb des Stadtgebiets, was Solingen unter den deutschen Großstädten beinahe einzigartig macht; lediglich in Reutlingen herrscht dieselbe Situation. Die in den 1970er Jahren geplante A 54 durch das Stadtgebiet wurde nur als vierspurige Schnellstraße L 141n (Viehbachtalstraße) zwischen Schlagbaum und der Ohligser Heide realisiert und besitzt keinen direkten Anschluss an das übrige Fernstraßennetz. Eine Weiterführung der L 141n nach Westen zur A 542 und nach Osten über Remscheid, Radevormwald und Halver nach Lüdenscheid als A 54 ist derzeit nicht mehr geplant.

Die Planung aus dem gleichen Zeitraum für den südlichen Abschnitt der A 31 von Bottrop über Gräfrath, Oberketzberg, Stöcken, Hassedelle und Müngsten weiter zur A 1 ist ebenfalls verworfen worden.[25]

Medien[Bearbeiten]

Die älteste Solinger Tageszeitung, zugleich die mit der größten Verbreitung am Ort, ist das im Verlag B. Boll erscheinende Solinger Tageblatt; als weitere Tageszeitung erscheint die Solinger Morgenpost, eine Lokalausgabe der Rheinischen Post. Ableger des Solinger Tageblatts ist das wöchentlich erscheinende kostenlose Anzeigenblatt Das Solinger. Zudem erscheint einmal in der Woche die Solinger Wochenpost. Ende 2005 wurde erstmals der Solinger Stadtanzeiger veröffentlicht, der sich als unabhängiges Stadtmagazin versteht und einmal im Monat erscheint. 15 Jahre lang erschien die Obdachlosenzeitung DIE STRASSE. Aufgrund fehlender Subventionierung musste das Projekt seinen Betrieb Ende Mai 2011 einstellen. Derzeit versuchen Solinger Medienmacher, dieses Projekt durch eine übergreifende Zusammenarbeit zu erhalten. Das Web-Log Solinger-Bote bietet in Form einer kommunalen Onlinezeitung ein weiteres Informationsmedium. Das Projekt wurde in seiner ursprünglichen Form von einer Gruppe ehrenamtlich arbeitender Redakteure gegründet und existiert seit dem 1. Dezember 2010. Seit November 2013 ist der Solinger Bote Teil der gewerblichen Medienunternehmen der Stadt.

Aktuelle Nachrichten für Solingen und die Nachbarstadt Remscheid sendet der Lokalsender Radio RSG auf den Frequenzen 94,3, 107,9 und 92,2 MHz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Amtsgericht Solingen

Solingen ist Sitz eines Amts- und eines Arbeitsgerichts. Ferner befindet sich die Polizeiinspektion Solingen des Polizeipräsidiums Wuppertal an der Kölner Straße. Außerdem befindet sich im Stadtteil Ohligs eine Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten]

In Solingen befinden sich drei Kliniken, die der stationären und ambulanten medizinischen Versorgung dienen:

  • Klinikum Solingen (716 Betten), Gotenstraße

Das Klinikum Solingen ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln. Das Klinikum verfügt über 15 fachärztlich geleitete Kliniken, Institute und interdisziplinäre Zentren.

  • Sankt-Lukas-Klinik (345 Betten), Schwanenstraße

Im Jahre 1952 ist die St.-Lukas-Klinik aus der Privatklinik von Carl Fervers entstanden. Der Anfang der 1960er Jahre bezogene Neubau an der Schwanenstraße wurde seither kontinuierlich erweitert. Das Schlaganfallzentrum (Kplus Stroke Unit Solingen) ist für die besondere Qualität in der Versorgung von Schlaganfallpatienten durch die LGA Intercert zertifiziert.

  • Krankenhaus Bethanien (120 Betten), Aufderhöher Straße

Das Krankenhaus Bethanien hat sich als Fachklinik auf die Diagnostik und Behandlung sämtlicher Lungenerkrankungen spezialisiert und wird als Klinik für Pneumologie und Allergologie/Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin überregional in Anspruch genommen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Neben 24 Grundschulen und sechs Förderschulen finden sich in Solingen auch alle weiterführenden Schulformen: eine Sekundarschule, drei Realschulen, vier Gesamtschulen, vier Gymnasien und drei Berufskollegs. Die Hauptschulen der Stadt Solingen stellen den Schulbetrieb nach dem Schuljahr 2018/19 ein, Neuanmeldungen für die Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) sind nicht mehr möglich. Darüber hinaus sind in Solingen die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft und das Walter-Bremer-Institut beheimatet. Des Weiteren ist seit 1977 das Städtische Klinikum Solingen als Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln zu nennen.

Städtische Sekundarschule Solingen[Bearbeiten]

Seit dem Schuljahr 2013/14 existiert im Gebäude der auslaufenden Hauptschule Central die erste Sekundarschule Solingens. Die Hauptschule Central stellt den Schulbetrieb nach dem Schuljahr 2017/18 ein.

Städtische Gesamtschule Solingen[Bearbeiten]

Die Städtische Gesamtschule Solingen wurde 1982 gegründet und war somit die erste Solinger Gesamtschule. Zunächst war die Schule im Gebäude an der Elsa-Brändström-Straße untergebracht, bis die Gesamtschule zum jetzigen Standort Wupperstraße verlegt wurde. Dort startete der Unterricht am 22. August 1983 mit zwölf Klassen.

Seit 1983 ist die Schule stetig gewachsen. Den etwa 1300 Schülern und etwa 100 Lehrkräften stehen unter anderem eine Mensa, zwei moderne Sporthallen, eine Mediathek, sowie ein eigener Bereich nur für die neuen Fünftklässler zur Verfügung.

Geschwister-Scholl-Gesamtschule Ohligs[Bearbeiten]

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule im Stadtteil Ohligs ist an zwei Standorten in der Uhlandstraße (Kl. 5–7) und der Querstraße (Kl. 8–10 und Oberstufe) untergebracht. Sie ging aus dem gleichnamigen Gymnasium hervor, das im Zuge der Errichtung der Gesamtschule aufgelöst wurde. Die Schule hat etwa 1300 Schüler (einschließlich der gymnasialen Oberstufe) und hat im Schuljahr 2009/2010 den Ganztagsbetrieb aufgenommen.
Die „Scholle“ bietet als einzige weiterführende Schule in Solingen Italienisch als zweite oder dritte Fremdsprache ab Klasse 8 an.

Friedrich-Albert-Lange-Schule[Bearbeiten]

Die Friedrich-Albert-Lange-Schule ist eine städtische Gesamtschule in Solingen-Wald. Die nach Friedrich Albert Lange benannte Schule wurde 1990 gegründet und bekam vier Jahre später ihr erstes Erweiterungsgebäude. Ein weiteres Nebengebäude entstand 1995/96 für die Schüler der Klassen 5 und 6. Ende 2001 wurde eine zweite (größere) Turnhalle eingeweiht. Ein Highlight im Schuljahr sind die überregional bekannten Walder Theatertage. Im Jahr 2007 wurde die Friedrich-Albert-Lange-Schule zu einer von fünf NRW-Sportschulen ernannt.

Städtische Gesamtschule Höhscheid[Bearbeiten]

Zum Schuljahr 2014/15 startet die vierte Solinger Gesamtschule im Ortsteil Höhscheid mit 135 Schülern der Klasse 5. Die neue Gesamtschule Höhscheid entsteht im Gebäude der auslaufenden Hauptschule Höhscheid, die den Schulbetrieb nach dem Schuljahr 2018/19 einstellt.[26]

Gymnasium Schwertstraße[Bearbeiten]

Das städtische Gymnasium Schwertstraße (GSS) liegt im Zentrum Solingens. Es wurde am 15. Oktober 1841 als „Höhere Bürgerschule“ gegründet und ist damit das älteste Solinger Gymnasium. Das während des Zweiten Weltkriegs fast komplett zerstörte Schulgebäude wurde nach dem Krieg an alter Stelle wieder aufgebaut. Heute hat das Gymnasium etwa 1.000 Schüler. Die Schule bietet einen bilingualen Zweig für Englisch und eine „Streicherklasse“ an, in der die Schüler in Kooperation mit der Solinger Musikschule Unterricht an Streichinstrumenten erhalten. Bekannte ehemalige Schüler sind unter anderem Rudolf Cronau, Walter Scheel, Michael Lesch, Johannes Schuy, Richard David Precht und Veronica Ferres.

Gymnasium August-Dicke-Schule[Bearbeiten]

August-Dicke-Schule

Die August-Dicke-Schule ist ein städtisches Gymnasium mit etwa 1000 Schülern und 74 Lehrern. Das Gebäude liegt nahe dem Stadtkern an der Schützenstraße und grenzt an die Theodor-Heuss-Schule (Städt. Realschule) an. Die Genehmigung der Regierung für die Gründung der heutigen August-Dicke-Schule wurde am 15. August 1873 erteilt. Den Namen verdankt die Schule dem Oberbürgermeister der Stadt Solingen in den Jahren 1896–1928, August Dicke, einem Ehrenbürger der Stadt Solingen, der die Entwicklung Solingens am Beginn des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt hat.

Anlässlich der Einweihung wurde das Schulgebäude in der Presse als „schönste Schule Westdeutschlands“ bezeichnet. Die Architektur ist Ausdruck ihrer Zeit: massiv, viergeschossig im symmetrischen und gesteigerten Aufbau mit horizontaler und rhythmischer Gliederung. Es ist einfach, sachlich und funktional, mit einer imposanten Wirkung.

1984 wurde das Schulgebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 ist an der August-Dicke-Schule eine Klasse mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil eingerichtet worden. Zusätzlich zum Unterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler dieses Kurses ein zusätzliches naturwissenschaftliches Unterrichtsangebot in Form einer Arbeitsgemeinschaft, das ursprünglich für die Klassen 5 bis 8 verpflichtend war. Im Rahmen der Schulzeitverkürzung (G8) wurde auch der naturwissenschaftliche Zusatzunterricht verkürzt und endet inzwischen bereits nach der 7. Klasse. Er ist für die Profilschüler nach wie vor verpflichtend, aber nicht versetzungsentscheidend. In den Klassen 8 und 9 besteht im Wahlpflichtbereich die Möglichkeit der naturwissenschaftlichen Schwerpunktbildung. Mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 ist an der August-Dicke-Schule ein weiterer Profilkurs mit künstlerisch-musischem Schwerpunkt eingerichtet worden.

Humboldtgymnasium[Bearbeiten]

Das Humboldtgymnasium, benannt nach den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, besteht seit 1903 und liegt in Solingen-Wald an der Stadtteilgrenze zu Ohligs. Das in der Sekundarstufe I 5-zügige Gymnasium hat über 1.200 Schüler und etwa 80 Lehrer. Das Schulgebäude wurde 1978 eingeweiht und 2002 um einen Neubau erweitert. Zudem verfügt die Schule über eine eigene separate Sporthalle.

Schulzentrum Vogelsang[Bearbeiten]

Im Schulzentrum Vogelsang sind das Gymnasium Vogelsang und die Realschule Vogelsang untergebracht. Es liegt im Norden Solingens an der Grenze der Bezirke Gräfrath und Wald. Das 1979 fertiggestellte Gebäude ist mit etwa 1700 Schülern (etwa 1000 am Gymnasium, etwa 700 an der Realschule) der größte Schulkomplex Solingens. 1982 setzte sich der Verbund aus Realschule und Gymnasium mittels einer breiten Bürgerbewegung erfolgreich gegen die Umwandlung in eine Gesamtschule zur Wehr. Im Schuljahr 2009/10 haben die beiden Schulen, beginnend mit Klasse 5, als jeweils erste Schulen ihrer Schulform in Solingen den Ganztagsbetrieb aufgenommen.

Gymnasium Vogelsang[Bearbeiten]

Das Gymnasium Vogelsang wurde 1972 gegründet und ist damit das jüngste der vier Solinger Gymnasien. Zunächst im so genannten „Roten Esel“, dem Gebäude einer ehemaligen Volksschule aus roten Ziegelsteinen im Stadtteil Wald, und einigen anderen Dependancen untergebracht, zog die Schule 1979/80 an ihren heutigen Standort, das neugebaute Schulzentrum Vogelsang auf der namensgebenden Anhöhe.

Als einziges Solinger Gymnasium bot es seit Mitte der 1980er Jahre in Klasse 5–7 einen Montessori-Zweig mit mehreren Wochenstunden Freiarbeit an. Ein weiterer pädagogischer Schwerpunkt ist der musisch-künstlerische Bereich mit Musik, Theater und bildender Kunst, zum Beispiel Streicherklassenunterricht (Erlernen eines Streichinstruments im Musikunterricht) in Klasse 5 und 6 und Leistungskurse im Fach Kunst in der gymnasialen Oberstufe.

Realschule Vogelsang[Bearbeiten]

Die Realschule Vogelsang bietet, als einzige Realschule in Solingen, einen Montessori-Zweig (Klasse 5–10) an. Ein weiterer Schwerpunkt der Schule liegt in der Berufswahlorientierung. So unterhält die Realschule Vogelsang zahlreiche Kontakte zu weiterführenden Schulen und lokalen Unternehmern verschiedener Branchen.

Fachschule Solingen[Bearbeiten]

Technisches Berufskolleg Solingen

Die Fachschule Solingen geht in ihrem Ursprung auf eine Planung des Großherzogtums Berg von 1807 zurück. Die Umsetzung der Planung dauerte, wie vieles in Solingen, fast 100 Jahre. Die Schule wurde 1904 feierlich eingeweiht und war ein wirtschaftliches Instrument der Solinger Schneidwarenindustrie mit dem Bildungsauftrag, die Konkurrenzsituation zum Erzrivalen Sheffield auf dem Schneidwarenmarkt zu verbessern. Im Laufe der Zeit sind beachtliche Besteckentwürfe (Pott), Klingenentwürfe und flächige Gestaltungen erstellt worden. Gegenwärtig bildet die Fachschule Solingen staatlich geprüfte Techniker für Industriedesign sowie Maschinen- und Galvanotechnik aus.

Technisches Berufskolleg Solingen[Bearbeiten]

Das Technische Berufskolleg Solingen liegt im Zentrum der Stadt und wurde 1823 als Sonntagsschule der damaligen unabhängigen Stadt Höhscheid gegründet. Es hat gegenwärtig 2000 Schüler, die in den Schulformen Berufsschule, Berufsfachschule und Technisches Gymnasium Solingen beschult werden. Das Technische Berufskolleg ist als Ausbildungsstätte für Galvaniseure (Oberflächenbeschichter) und Graveure bundesweit bekannt. Zudem befindet sich auf dem Gelände die überbetriebliche Ausbildungsstätte der Solinger Malerinnung.

Friedrich-List-Berufskolleg[Bearbeiten]

Das Friedrich-List-Berufskolleg mit Schwerpunkt auf Wirtschaft und Verwaltung befindet sich inmitten der Solinger Innenstadt. Es verfügt insgesamt über 70 Lehrkräfte; etwa 1300 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule zum Teil in Vollzeit oder als Bestandteil der Dualen Ausbildung.

Im Gebäude des Friedrich-List-Berufskollegs ist seit 2009 auch das Walter-Bremer-Institut ansässig, eine staatlich anerkannte Lehranstalt für pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten (PTA).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater und Museen[Bearbeiten]

Kunstmuseum Solingen im alten Gräfrather Rathaus
Museum Plagiarius im Südpark

Das Theater- und Konzerthaus mit Theater, Kammermusik- und Konzertsaal in der Stadtmitte bildet seit 50 Jahren das Zentrum kultureller Veranstaltungen in der Stadt. Es wird vom Kulturmanagement der Stadt Solingen betrieben. Darüber hinaus besteht das Kulturzentrum COBRA im Stadtteil Merscheid. Es wurde Anfang der 1980er Jahre von der Kultur-Initiative Die Provinz lebt Solingen e. V. initiiert und 1994 eröffnet. Ein Ort für Kultur, mit regelmäßigem Kinoprogramm.[27][28]

Die beiden mittlerweile privat betriebenen Häuser Festhalle Ohligs und Walder Stadtsaal bilden die Zentren für kulturelle Veranstaltungen in Ohligs und Wald.

Das Deutsche Klingenmuseum im ehemaligen Kloster in Solingen-Gräfrath bietet neben Blankwaffen aus Solinger Produktion auch eine der größten Bestecksammlungen der Welt. In den Räumlichkeiten von Schloss Burg untergebracht befindet sich das Bergische Museum. Es führt durch das mittelalterliche Leben der Ritter und des Adels. Ausgestellt sind unter anderem Ritterrüstungen und Schwerter.

Im alten Gräfrather Rathaus ist mit dem Kunstmuseum Solingen (ehemals Museum Baden) ein vielseitiges Kunstmuseum mit Städtischer Kunstsammlung, der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, der Sammlung Gerhard Schneider (Verfemte Kunst), der Exil-Literatur-„Sammlung Jürgen Serke“ und der Sammlung Arthur Dorp entstanden.

Auch die Industriegeschichte Solingens kann an verschiedenen Orten erfahren werden. Die Gesenkschmiede Hendrichs des LVR-Industriemuseums ist eine hundert Jahre alte Scherenschlägerei und Gesenkschmiede in ursprünglicher Form. Im Schleifermuseum Balkhauser Kotten werden die für Solingen typischen und bedeutsamen historischen Schleifmethoden bewahrt und wiedergegeben werden. Das Kuratorium Balkhauser Kotten e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Balkhauser Kotten als heimatgeschichtliches Museum zu erhalten. Auch der Wipperkotten und Loos'n Maschinn zeigen die ehemaligen Arbeitsstätten der Solinger Schleifer. Als diese von der Wasserkraft auf Dampfkraft umstellten, nannten sie ihre neuen Schleifkotten „Maschinnen“. 1895 gab es 107 davon – einer dieser Bauten wurde mustergültig erneuert, ein Raum und ein Treppenhaus sind erhalten und werden vom Förderverein Industriemuseum Solingen e. V. unter dem Namen Loos'n Maschinn als Ausstellungsraum betrieben.

Ebenfalls erwähnenswert ist das Laurel & Hardy-Museum. Im Walder Kotten privat betrieben, setzt es sich mit den Stars von Dick und Doof auseinander.

Das Museum Plagiarius, das wohl weltweit erste Museum gegen Produktpiraterie, befindet sich im Kopfbau der Güterhallen am ehemaligen Hauptbahnhof im heutigen Südpark. Es eröffnete am 1. April 2007.

Bauwerke[Bearbeiten]

Müngstener Brücke

Die St.-Clemens-Kirche mit ihren beiden Sichtbeton-Turmspitzen von Dominikus Böhm ist ein markantes Wahrzeichen der Solinger Innenstadt. Die sonstigen bedeutenden Bauwerke liegen jedoch außerhalb der City.

Das Schloss Burg ist eine wieder aufgebaute mittelalterliche Burganlage aus dem 12. Jahrhundert, die ihre historische Gründung den Grafen von Berg verdankt und lange Zeit deren Residenz war, bevor diese nach Düsseldorf übersiedelten. Seit der Zugehörigkeit zu Solingen 1975 ist sie das meistbesuchte Wahrzeichen der heutigen Stadt Solingen. (Siehe auch: Liste der Burgen und Schlösser in Solingen)

Überregional bekannt ist auch die Müngstener Brücke. Mit einer Höhe von 107 Metern ist sie Deutschlands höchste Stahleisenbahnbrücke. Sie verbindet Solingen mit Remscheid und überspannt dabei das Tal der Wupper. Ein weiteres Wahrzeichen der Gesamtstadt ist der historische Marktplatz des Stadtteils Gräfrath.

Trotz schwerer Zerstörungen insbesondere der innerstädtischen Bereiche Solingens während des Zweiten Weltkriegs hat in der Stadt eine Fülle historischer Bausubstanz überlebt. Besonders Bauten aus der Zeit zwischen 1860 und dem Ersten Weltkrieg sind erhalten. Aufgrund der Kriegszerstörungen, Abrisse und baulicher Verdichtung in der Nachkriegszeit sind sie allerdings seltener in geschlossenen Ensembles anzutreffen, sondern über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Sie sind Zeugnisse der großen wirtschaftlichen Bedeutung Solingens und des gesamten bergischen Raumes als Industriestandort im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Typisch für Solingen sind große und aufwändige Fabrikantenvillen, die schon seit der Frühindustrialisierung im beginnenden 19. Jahrhundert häufig direkt neben den Betrieben entstanden sind. Sie liegen vorzugsweise an den heute innerstädtischen Verbindungsstraßen zwischen den ehemals selbstständigen Städten und an den Ausfallstraßen. Eine große Zahl dieser Villen ist bis heute erhalten.

In Solingen stehen noch viele mehrstöckige gründerzeitliche Mietshäuser, der größte Teil in den innerstädtischen Bereichen. Viele sind durch beträchtliche bauliche Veränderungen aus der Nachkriegszeit (neue Türen und Fenster, entfernte Ornamentik, neue Anstriche) nicht mehr im ursprünglichen Zustand erhalten. Die historische Bausubstanz kann so vom Passanten häufig nicht erkannt und „erlebt“ werden, die Aussagekraft vieler Denkmale ist so gemindert. Behutsame Rekonstruktionen führten beispielhaft zu einer Wiederherstellung des intendierten Erscheinungsbildes.

Vor allem in den Solinger Hofschaften finden sich zum Teil jahrhundertealte bergische Fachwerkhäuser, die aber in den meisten Fällen vielfache bauliche Veränderungen durchgemacht haben. Eines der selteneren Beispiele für eine Fabrikantenvilla des 18. Jahrhunderts ist das heute als Standesamt genutzte Haus Kirschheide.

Balkhauser Kotten – Solinger Schleifkotten an der Wupper

Sonstige Sehenswürdigkeiten sind der Wipperkotten, der letzte original erhaltene (Doppel-)Schleifkotten an der Wupper (Schleiferei, Museum, Denkmal und Designerwerkstätte), der Balkhauser Kotten, ein altes Zeugnis der handwerklichen Geschichte Solingens (heute ein so genanntes Arbeitsdenkmal) und die Sengbachtalsperre, eine Trinkwassertalsperre im Südosten von Solingen. Die Sternwarte Solingen bietet regelmäßig öffentliche Führungen und Vorträge an.

Das älteste Gebäude Solingens ist der mittelalterliche Turm der Walder Kirche. Der romanische Westturm aus dem 12. Jahrhundert ist Mittelpunkt und Wahrzeichen des Stadtteils Wald. Über 600 Jahre alt und damit das zweitälteste Gebäude ist die Kapelle St. Reinoldi in Rupelrath.

Regionale 2006[Bearbeiten]

Die Regionale 2006 ist ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Gemeinschaftsprojekt der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal für die Entwicklung des Bergischen Städtedreiecks. Im Rahmen der Regionale haben die drei Städte seit 2001 gemeinsame und eigene Projekte entwickelt, die städtebauliche, kulturelle und wirtschaftliche Akzente für den Strukturwandel in der Region setzen. Ziel ist, die Region zu profilieren und zukunftsfähig zu machen. Ein großes Netzwerk von Sachverständigen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Institutionen der Region ist für die Arbeit an der Regionale entstanden. Von der Regionale 2006 gehen für Solingen die stärksten städtebaulichen Impulse seit Eröffnung der Clemens-Galerien aus.

Forum Produktdesign: Der ehemalige denkmalgeschützte Hauptbahnhof wurde behutsam restauriert und beherbergt dieses Institut im neuen Südpark.

Im Jahr 2006 wurden zum Abschluss des Programms auf der Bergischen Expo '06 die Ergebnisse der Kooperation sowie die Leistungen und Qualitäten der Region präsentiert.

In Solingen wurden folgende Projekte verwirklicht:

  • Graf-Wilhelm-Platz/Neumarkt – Umgestaltung des zentralen Platzensembles der Innenstadt mit neuem Busbahnhof
  • Korkenziehertrasse – Umwandlung einer stillgelegten Bahnstrecke in einen Rad- und Wanderweg durch die Innenstadt
  • Südpark – Schaffung eines neuen städtischen Quartiers mit Künstlerateliers, Wohnungen und Gastronomie auf einem ehemaligen Bahngelände
  • Neuer innerstädtischer Bahnhaltepunkt „Grünewald“ und neuer Bahnhof „Solingen-Mitte“ an der Regionalstrecke Solingen-Remscheid–Wuppertal (RB 47) als Ersatz für den früheren „Hauptbahnhof Solingen“. Dieser war trotz des Namens nur ein Nebenbahnhof. Stattdessen erhielt der bisherige „Bahnhof Ohligs“ den Namen „Solingen Hauptbahnhof“.
  • Einrichtung des „Forums Produktdesign“ im alten Hauptbahnhofsgebäude mit dem Bergischen Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement, einem An-Institut der Bergischen Universität Wuppertal
  • Erneuerungsmaßnahmen im Bereich Kölner Straße/Flurstraße/Elisenstraße (unter anderem Badeanstalt „Birkerbad“, Eissporthalle, Nutzung ehemaliger Industriebauten für die Städtische Musikschule)
In und um Schloss Burg finden mehrere kulturelle Festivitäten statt

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Impression vom 38. Solinger Zöppkesmarkt

In Solingen findet jedes Jahr eine Vielzahl kultureller Festivitäten statt. Die nachfolgende, chronologische Auflistung stellt nur eine Auswahl der wichtigsten regelmäßigen Veranstaltungen dar, weitgehend ungenannt bleiben die zahlreichen, teilweise seit Jahrzehnten regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen diverser Vereine aus den Bereichen Hahnenköppen, Hofschaften, Siedler, Heimat, Kleingarten sowie lebendes Getier.

Alljährlich an einem Wochenende im Monat März zieht die Autoschau der örtlichen Kfz-Innung im Theater- und Konzerthaus jedes Jahr mehrere zehntausend Besucher an. Neben Autos zahlreicher Hersteller werden auch Zweiräder und zunehmend ebenfalls Elektroautos präsentiert. 2013 jährte sie sich zum 43. Mal. Die Messer-Macher-Messe im Monat Mai ist ein Fest mit Veranstaltungen rund um das Deutsche Klingenmuseum. In der Nacht zum 1. Mai findet seit neun Jahren das Walpurgisfest mit Hexenmarkt auf Schloss Burg statt. Ferner sind in diesem Monat das Marktfest auf dem historischen Marktplatz in Gräfrath und das Heimatfest der Hofschaft Nümmen (bei Gräfrath) Besuchermagnete.

Das größte Straßenfest Solingens ist das Dürpelfest im Stadtteil Ohligs. Das Dürpelfest ist jedes Jahr an einem Mai-Wochenende (Freitag bis einschließlich Sonntag) in der Fußgängerzone (Düsseldorfer Straße) der Ohligser Innenstadt zu finden. An über 40 Ständen und Bühnen mit Live-Musik wird dem Besucher ein vielfältiges Programm geboten.

Die Walder Theatertage unter Federführung der Friedrich-Albert-Lange-Schule im Mai oder Juni sind überregional als wichtiges Theaterfestival an wechselnden Orten in der Stadt anerkannt. Den Monat Juni prägen darüber hinaus eine Vielzahl der sogenannten Hahnenköppenfeste in diversen Stadtteilen. Auch das Jugendkulturfestival, einst vom Jugendstadtrat initiiert, findet im Juni statt. Ferner sind die historischen Mittelaltermärkte auf Schloss Burg zu Sommerbeginn sowie die alle zwei Jahre stattfindende Solingen-Messe erwähnenswert. Letztere dient der Präsentation vieler Solinger Unternehmen und ihrer Produkte und ist als größte Industriemesse des bergischen Städtedreiecks bekannt.

Im Monat Juli steht die Bergische Kunstausstellung im Kunstmuseum Solingen (ehemals Museum Baden) auf dem Programm. Den August prägt die Echt.Scharf.Solingen.-Sommerparty in der gesamten Innenstadt. So gibt es zum Beispiel ein Bühnenprogramm auf dem Neumarkt, einen verkaufsoffenen Sonntag, ein Winzerfest auf dem Fronhof sowie viele weitere Aktionen und Stände.

Tierpark Fauna (2010)

Die Echt.Scharf.Solingen.-Lichternacht mit Lichtinstallationen, internationalem Aktionstheater und Akrobatik, Live-Musik und Mitternachtsshopping in der Innenstadt folgt im September. Der überregional bekannte Zöppkesmarkt, ein traditioneller Trödelmarkt im Innenstadtbereich, findet immer am zweiten Wochenende im September statt. Ebenfalls in diesem Monat steht die sogenannte Fete am Denkmol, ein Stadtteil-Straßenfest auf dem Peter-Höfer-Platz (am Denkmal) in Höhscheid, auf dem Programm. Ferner wird das Schleiferfest am historischen Wipperkotten an der Wupper gefeiert.

Im Oktober gibt es das Brückenfest mit festlichen Aktivitäten rund um die Müngstener Brücke, im darunter liegenden Brückenpark und darüber hinaus. Im Dezember finden verschiedene große und kleine Weihnachtsmärkte statt. Besonders erwähnenswert sind jene auf dem historischen Marktplatz in Gräfrath und am Haus Grünewald an der Stadtgrenze zu Wuppertal.

Sonstiges[Bearbeiten]

Hapag-Frachtschiff Solingen vor Belize

Der Cow Club ist ein Verein, der sich für die Förderung von Jugendkultur und Rockmusik einsetzt.

In Solingen gibt es zwei Tierparks: den Tierpark Fauna in Solingen-Gräfrath und den Solinger Vogel- und Tierpark in Ohligs.

In Solingen gibt es einen Rotaract Club, die Jugendorganisation der internationalen Rotary-Bewegung.

Seit September 2011 ist das vom City-Spiel-Verlag produzierte Brettspiel „Das Solingen Quiz“ erhältlich, das Wissenswertes über die Sehenswürdigkeiten, die Geschichte und die Ortsteile von Solingen vermittelt.[29] Durch Sponsoren und Förderer wurden alle Solinger Grundschulen mit Klassensätzen des Spiels ausgestattet, damit es im dritten Schuljahr, wo das Thema „Ich entdecke meine Stadt“ auf dem Lehrplan steht, als Ergänzung zum Unterricht genutzt werden kann.

Der 1957 von Stapel gelaufene HAPAG-Frachter Solingen[30] war eines der Schiffe, die den Namen der Stadt trugen.

Sport[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

  • American Football: AFC Solingen Paladins e. V. (seit 2006) Oberliga NRW; Solingen Steelers U19 (NRW Regionalliga) und U16 (NRW Regionalliga)
  • Automobilsport: Motorsportverein Streetgeneration NRW e. V. mit Sitz in Solingen
  • Baseball: Solingen Alligators, 1. Bundesliga, Deutscher Meister 2006, Deutscher Vizemeister 2005, Vize-Europapokalsieger 2004 und 2006
  • Badminton: BSC/DJK Solingen e. V.; STC Blau-Weiß Solingen, Regionalliga, zweitältester Badmintonverein Deutschlands; Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen; BSG-Kiesering Solingen 1956 e. V.
  • Basketball: BG TSG/DJK Solingen (2. Regionalliga NRW)
  • Billard: SBC Solinger Billard Club 1920 e. V.
  • Boule: Boule Club Solinger 1992 e. V.
  • Boxen: Polizeisportverein Solingen Jahn 1950 e. V.
  • Eishockey: EC Bergisch Land, Regionalliga
  • Eiskunstlauf: Solinger Turnerbund Eiskaunstlauf und Eistanz
  • Fechten: Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen; Germania Solingen; Solinger Turnerbund 1880 e. V.
  • Fußball: SV Eintracht Solingen Frauenfußball, Regionalliga West, 2. Mannschaft Bezirksliga; VfB Solingen, Bezirksliga
  • Handball: Bergischer Handball-Club 06 (Fusion 2005 aus LTV Wuppertal und SG Solingen), 1. Bundesliga; Ohligser Turnverein 1888; Solinger Turnerbund 1880 e. V.; Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen
  • Kanu: Ohligser Turnverein 1888 e. V.
  • Leichtathletik: Solinger Leichtathletik Club 1951 e. V.; Solinger Turnerbund 1880 e. V.; Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen
  • Petanque: Boule Club Solinger 1992 e. V.
  • Pool Billard: BC Solinger Niner's e. V.
  • Radsport: Velo Solingen e. V.; RC Schwalbe 03 e. V. (mit Radrennbahn Dorperhof)
  • Rugby: Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen
  • Schach: Solinger SG 1868, 1. Bundesliga, vielfacher Deutscher Meister, Europapokalsieger
  • Schwimmen: TSV Solingen 1877 – Aufderhöhe, Schwimmverein Sv Solingen Süd 1909 e. V; SC Solingen; Ohligser Turnverein 1888 e. V. , DLRG Bezirk Solingen
  • Segeln: Segel-Club Solingen e. V.
  • Sportschützen: Höhscheider Schützenverein 1882 e. V.; St. Sebastianus Schützenbruderschaft Solingen Weeg 1951 e. V; Sportschützen Solingen Mangenberg 1903 e. V.; Schützenverein 1885 e. V. Solingen-Aufderhöhe; Merscheider Schützenverein 1891 e. V.; Tontauben und Gebrauchswaffenschießverein Solingen TUG; SSC Magnum Solingen e. V.
  • Taekwondo: Polizeisportverein Solingen Jahn 1950 e. V.
  • Tauchen: Schwimmverein Sv Solingen Süd 1909 e. V; Waspo
  • Tennis: STC '02, 1. Bundesliga, Ohligser Turnverein 1888 e. V.; Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen
  • Turnen: Ohligser Turnverein 1888 e. V.; Solinger Turnerbund 1880 e. V.; Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen
  • Volleyball: TSV Solingen 1877 Aufderhöhe; Ohligser Turnverein 1888 e. V.; Wald-Merscheider Turnverein 1861 e. V. Solingen

Sportveranstaltungen[Bearbeiten]

  • Am 21. und 22. August 1954 war Solingen Austragungsort der UCI-Straßen-Weltmeisterschaften. Auf dem extra dafür eingerichteten Klingenring kämpften über 200 Radfahrer in strömendem Regen um den Weltmeistertitel.
  • Das erste Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft der U-15-Juniorinnen fand am 6. Mai 2003 in Solingen statt. Die deutsche Auswahl besiegte die Niederlande mit einem 1:0 im Walder Stadion.
  • Am 26. Februar 2005 fand auf einer Kunstschneerampe am historischen Marktplatz in Solingen-Gräfrath unter dem Namen „Ride the Stairway“ die erste Snowboard- und Mountainbike-Meisterschaft statt.
  • Vom 16. bis zum 18. März 2012 wurde in Solingen die Deutsche Meisterschaft im Bogenschießen ausgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der wohl berühmteste Sohn der Stadt ist der vierte deutsche Bundespräsident Walter Scheel (* 1919). Der FDP-Politiker war ab 1961 erst Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, dann von 1969 bis 1974 Außenminister und Vizekanzler.

Als weitere Persönlichkeiten sind der langjährige Beobachter (1949–1977) der politischen Szene in Bonn, Walter Henkels (1906–1987), Telekom-Chef Timotheus Höttges (* 1962), WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn (* 1964), Schriftsteller und Philosoph Richard David Precht (* 1964), sowie die Tänzerin und Choreographin Pina Bausch (1940–2009), Schauspielerin Veronica Ferres (* 1965) und der Fußball-Nationalspieler Christoph Kramer (* 1991), der 2014 mit seiner Mannschaft Weltmeister wurde, zu nennen. Auch SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann (1906–1962) wurde in Solingen geboren.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

August Dicke wurde am 1. April 1928 zum Ehrenbürger ernannt. Die Stadt Solingen hat seit der Städtevereinigung im Jahre 1929 bislang nur einer Persönlichkeit die Ehrenbürgerwürde verliehen. Es handelt sich um den ehemaligen Bundespräsidenten und gebürtigen Solinger Walter Scheel, dem diese Auszeichnung 1976 zuteilwurde.

Die Stadt Solingen vergibt jedoch weitere Auszeichnungen an Persönlichkeiten, die sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Dabei handelt es sich um den Kulturpreis der Bürgerstiftung Solingen 600, den Ehrenring der Stadt Solingen und den Ehrenpreis der Stadt Solingen „Die schärfste Klinge“. Diese Auszeichnungen werden in unregelmäßigen Abständen vergeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Solingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Solingen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Solingen – Reiseführer
 Wiktionary: Solingen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Preußens Städte – Denkschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808; hrsg. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages von Prof. Dr. Heinrich Silbergleit, Berlin, 1908
  • Rheinisches Städtebuch; Band III 3. Teilband aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1956
  • Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945, hrsg. von Walther Hubatsch, Band 7: Rheinland. Marburg an der Lahn, 1978
  • Gottlieb Heinrich – Lebenserinnerungen, Bürgermeister von Sonnborn, Vohwinkel, Wald, hrsg.von H.-J.Momberger,ISBN 978-3-940439-11-6, Wuppertal 2009
  • Cornelia Konejung, Hans Kadereit: Solinger Profile. Verlag Zinke, Schwerin 2009, ISBN 3-932746-97-X
  • Literatur zu Solingen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • J. Beese, K. Dörken: 625 Jahre Solingen – Eine Handreichung zum Stadtjubiläum, 1999

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Bergisches Land – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bergisches Land

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. http://www.nrw.de/landesregierung/kommunalminister-jaeger-genehmigt-die-ersten-zusatzbezeichnungen-bei-staedten-und-gemeinden-12669/ PM Innenministerium
  3. Artikel der Rheinischen Post vom 15. Juli 2011
  4. Bevölkerung nach Konfessionen in 2011 auf www.solingen.de (PDF; 11 kB)
  5. moscheensuche.de. Eintragungen teilweise nicht bestätigt
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 292.
  7. Demokratisch gewählter Oberbürgermeister war der Kommunist Hermann Weber, dessen Wahl jedoch vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf, Bergemann, nicht anerkannt und stattdessen ein kommissarischer Oberbürgermeister eingesetzt wurde.
  8. Link zur offiziellen Homepage das IVSH
  9. J. Beese und K. Dörken: 625 Jahre Solingen – Eine Handreichung zum Stadtjubiläum, 1999
  10. http://www.zeit.de/1965/09/duell-mit-rasierklingen
  11. Link zur Presseinformation zur offiziellen Einweihung der neuen Schilder auf solingen.de
  12. www2.solingen.de/C12573970063EF58/0/C95ECF8752A833B8C12573A3003F7FED?OpenDocument
  13. Solinger Tageblatt vom 11. bzw. 14. Januar 2013.
  14. BIA Kunststoffe & Galvanotechnik
  15. Unternehmensporträt im Solinger Tageblatt vom 9. Juli 2013
  16. Solinger Tageblatt vom 14. Dezember 2012.
  17. Solinger Tageblatt, 5. Juni 2013, S. 17.
  18. Solinger Tageblatt vom 7. Juli 2012
  19. Solinger Tageblatt vom 28. Januar 2012.
  20. Solinger Tageblatt vom 22. Februar 2013 und 27. Juni 2013
  21. Unternehmensporträt im Solinger Tageblatt vom 9. Juli 2013
  22. Solinger Tageblatt vom 13. Juni 2013
  23. Industrieleichen auf solingen-internet.de
  24. Chronik der Firma Bremshey
  25. Hintergrundinformationen der Solinger Morgenpost vom 20. April 2013, abgerufen am 21. April 2013
  26. Solinger Tageblatt vom 21. Februar 2013, abgerufen am 29. März 2013
  27. Entstehungsgeschichte COBRA
  28. Homepage COBRA
  29. Offizielle Webseite von „Das Solingen Quiz“
  30. „Solingen-Klasse“