Haan

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Haan, für weitere Bedeutungen siehe Haan (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Haan
Haan
Deutschlandkarte, Position der Stadt Haan hervorgehoben
51.1922222222227.0105555555556160Koordinaten: 51° 12′ N, 7° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Mettmann
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 24,19 km²
Einwohner: 29.848 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 42781
Vorwahlen: 02129
02104 (Gruiten)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ME
Gemeindeschlüssel: 05 1 58 008
Webpräsenz: www.haan.de
Bürgermeister: Knut vom Bovert (parteilos)
Lage der Stadt Haan im Kreis Mettmann
Düsseldorf Duisburg Ennepe-Ruhr-Kreis Essen Köln Leverkusen Mülheim an der Ruhr Remscheid Rhein-Erft-Kreis Rhein-Kreis Neuss Rheinisch-Bergischer Kreis Solingen Wuppertal Erkrath Haan Heiligenhaus Hilden Langenfeld (Rheinland) Mettmann Monheim am Rhein Ratingen Velbert WülfrathKarte
Über dieses Bild
Karte von Haan
Alter Markt mit Sicht auf den kleinen Springbrunnen

Haan ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Mettmann in Nordrhein-Westfalen zwischen Düsseldorf und Wuppertal.

Geografie[Bearbeiten]

Haan liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Düsseldorf (18 km Entfernung) und Wuppertal (13 km Entfernung) am Übergang des Bergischen Landes zur Niederrheinischen Bucht. Offiziell rechnet sich die Stadt der Rheinschiene zu, ist kulturell und architektonisch jedoch eher durch das Bergische Land geprägt. Mit ihren rund 30.000 Einwohnern ist Haan die drittkleinste der zehn Städte im Kreis Mettmann. Der höchstgelegene Punkt der Stadt ist 213 m über Normalnull, der tiefstgelegene Punkt 72 m über Normalnull, die durchschnittliche Höhe beträgt 150 m.

Haan wird im nördlichen Teil von der Düssel, im südlichen Teil von der Itter durchflossen. Die Itter bildet zu großen Teilen die Stadtgrenze mit Solingen. Haan grenzt an folgende kreisangehörigen und kreisfreien Städte (im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn fortlaufend): Mettmann, Wuppertal, Solingen, Hilden und Erkrath.

Haan bezeichnet sich selbst als „Gartenstadt“. Im 19. Jahrhundert waren den Wohnhäusern tiefe Gartenflächen zugeordnet. Samenhandlungen spielten für die städtische Wirtschaft eine bedeutende Rolle. Die Stadt ist von einem ausgedehnten Grüngürtel umgeben, beginnend vom Osterholz im Nordosten, über das Ittertal im gesamten Süden, den Kesselsweier und den Hildener Stadtwald im Westen bis hin zum Düsseltal und den Ausläufern des Neandertals im Nordwesten. Innerhalb des Siedlungsgebiets erstrecken sich das Haaner Bachtal, das sich vom Osten Haans bis nah an die Innenstadt ausdehnt, sowie das Gelände rund um den Sandbach im Westen der Stadt. Auch in der Innenstadt wird großes Augenmerk auf gepflegte Grünanlagen gelegt, sodass dort insbesondere im Sommer bunt blühende Pflanzen zu sehen sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge Haans werden ungefähr auf das Jahr 2200 v. Chr. zurückdatiert. Damals wurde im heutigen Stadtkern eine Siedlung in Hag-Form, also mit Wall, Palisadenzaun und Heckenstreifen ausgestattet, gegründet. Dementsprechend soll sich der Name „Haan“ von Hagen ableiten, mit einer Umbildung analog zu Hain.[2]

Ab 718 n. Chr. liegt Haan nahe der zwischen Sonnborn und Elberfeld (beide heute zu Wuppertal) verlaufenden sächsisch-fränkischen Grenze.[2] Da die heutige Kaiserstraße ein Aufmarschweg für die fränkischen Truppen in Richtung Osten ist, entstand in Haan ein Marketenderwesen zur Versorgung der Soldaten.[2]-

Um 850 wurde auf dem Alten Kirchplatz eine vorromanische Kirche errichtet,[2] die Erzbischof Wichfried von Köln im Jahr 935 weihte.[3]

1386 fand die Straße von Hilden über Haan nach Elberfeld, die heutige Bundesstraße 228, erstmals urkundliche Erwähnung.[4] Die ersten Belege für das bis ins 20. Jahrhundert in Haan weit verbreitete Schleifer- und Webergewerbe lassen sich auf die Jahre 1589 bzw. 1724 zurückdatieren.[2]

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Haaner Kirche evangelisch-reformiert.[2]

1808 gerieten die Orte Haan, Ellscheid, Millrath (heute zu Erkrath), Gruiten, Schöller und Sonnborn (beide heute zu Wuppertal) unter französische Herrschaft und wurden zur „Mairie Haan“ vereinigt. 1815 wurde diese Gemeinde unter preußische Verwaltung gestellt und zu einer preußischen Bürgermeisterei umgewidmet.[5]

Alte Poststation von 1851, heute ein Kiosk

1841 erhielt Haan mit der Fertigstellung der Bahnlinie Elberfeld—Gruiten—Düsseldorf Anschluss an das sich stetig ausdehnende Schienennetz. 1867 folgte mit der Strecke Ohligs—Gruiten eine weitere Verbindung.[2]

Im selben Jahr schied Sonnborn aus der Bürgermeisterei Haan aus.[2] 1894 lösten sich auch Millrath, Gruiten und Schöller aus dem Verband und bildeten die Bürgermeisterei Gruiten, als die Bürgermeisterei Haan aufgelöst wurde.[2]

1899 erhielt Haan eine Straßenbahnverbindung von Benrath (heute zu Düsseldorf) nach Vohwinkel (heute zu Wuppertal).[2] 1921 wurden die Stadtrechte an Haan verliehen.[2]

Zur Jahreswende 1944/1945 hinterließ der Zweite Weltkrieg sichtbare Spuren im Stadtbild, als am Silvester- und Neujahrstag Wohngebiete in Ober- und Mittelhaan bombardiert wurden. Dabei kamen 70 Menschen ums Leben.[2] Am 16. April 1945 zogen US-amerikanische Truppen in Haan ein; im Juli 1945 abgelöst von britischen Streitkräften.[2]

1956 ersetzte die katholische Kirchengemeinde ihr neugotisches Gotteshaus von 1869 durch die moderne St.-Chrysanthus-und-Daria-Kirche.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde am 1. Januar 1975 Gruiten nach Haan eingemeindet.[6] Zuvor hatten sich die Bürgerinnen und Bürger beider Orte durch Proteste in der Landeshauptstadt Düsseldorf erfolgreich gegen eine Eingemeindung Haans nach Solingen sowie Gruitens nach Wuppertal zur Wehr setzen können.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils am 31. Dezember)

  • 1996: 28.996
  • 1997: 29.213
  • 1998: 29.452
  • 1999: 29.525
  • 2000: 29.677
  • 2001: 29.607
  • 2002: 29.518
  • 2003: 29.472
  • 2004: 29.370
  • 2005: 29.325
  • 2006: 29.411
  • 2007: 29.323
  • 2008: 29.149
  • 2009: 30.074
  • 2010: 29.149
  • 2011: 30.257

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Ergebnisse der Stadtratswahlen 1975–2009

2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze
CDU 38,6 17 39,2 15 53,0 20 44,3 17 41,5 17 43,5 17 50,7 20 49,9 19
SPD 25,4 11 29,8 11 31,1 12 37,2 15 38,6 15 37,0 15 37,8 15 37,6 15
FDP 16,9 7 13,0 5 9,0 3 7,7 3 11,2 4 9,4 3 11,5 4 12,5 5
GAL 10,3 5 9,1 4 6,9 3 10,8 4 8,7 3 10,2 4 - - - -
UWG 5,4 2 9,0 3 - - - - - - - - - - - -
Linke 3,4 2 - - - - - - - - - - - - - -
Wahlbeteiligung 58,5 - 59,0 - 58,2 - 84,7 - 68,7 - 69,4 - 74,0 - 87,9 -

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen 1999–2009

2009 2004 1999
1.WG 2.WG 1.WG
Knut vom Bovert (parteilos) 48,3 % Knut vom Bovert (parteilos) 45,6 % 72,3 % Martin Mönikes (CDU) 61,8 %
Klaus Mentrop (CDU) 30,2 % Matthias Nocke (CDU) 30,7 % 27,7 % Frieder Angern (SPD) 38,2 %
Bernd Stracke (SPD) 18,4 % Bernd Stracke (SPD) 18,5 %
Michael Henchoz (Die Linke) 3,1 % Hans-Jürgen Lemmer (GAL) 5,2 %
Wahlbeteiligung 58,1 % Wahlbeteiligung 59,0 % 49,3 % Wahlbeteiligung 58,2 %

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Als Zeichen der deutsch-polnischen Versöhnung wurde 1957 eine Patenschaft Haans über den nunmehr unter polnischer Verwaltung stehenden ehemaligen Kreis Guttentag-Loben (heute Dobrodzień) in Oberschlesien ins Leben gerufen. 1967 kommt eine Städtepartnerschaft mit Eu (Normandie in Frankreich) hinzu.

Im Jahr 1982 wurde eine Städtepartnerschaft mit Berwick-upon-Tweed (Northumberland/Großbritannien) gegründet. Nach der Wiedervereinigung ergänzte Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt die Reihe der Haaner Partnerstädte. 2004 wurde die bisherige Patenschaft über Dobrodzień zu einer Städtepartnerschaft umgewidmet.

Seit vielen Jahren finden Schüleraustausche zwischen Haan und den Partnerstädten statt.

[Bearbeiten]

Die Stadt führt ein Stadtwappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel. Das Recht zur Führung eines Wappens ist der Stadt mit Urkunde vom 29. April 1937 vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Koblenz verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Das Wappen der Stadt zeigt in weiß einen schreitenden, rot bewehrten schwarzen Hahn, unter dem erhobenen rechten Fuß eine ausgerissene Feder.“

Das vom Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfene Haaner Wappen ist ein „redendes“ Wappen, wenngleich der Ortsname von Hain oder Hagen (geschützter Platz) abzuleiten ist. Der bergische Kräher soll auch den Charakter des bergischen Landes kennzeichnen.[7]

Flagge[Bearbeiten]

„Die Stadtflagge führt die Farben grün-weiß-grün (gemeint ist quergestreift, im Verhältnis 1:3:1) und das Wappentier im weißen Felde.“[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Haaner Kirmes[Bearbeiten]

Alljährlicher Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt ist die Haaner Kirmes, die immer am letzten Dienstag im September endet und am vorhergehenden Samstag beginnt. Für die Straßenkirmes mit jährlich ca. 400.000 Besuchern wird die komplette Haaner Innenstadt und ein Teil der B 228 gesperrt.

Für die Haaner Bevölkerung nimmt die Kirmes einen hohen Stellenwert ein, der in anderen rheinischen Städten eher dem Karneval vorbehalten ist. Hier wie dort stellt der Montag den Höhepunkt der Feierlichkeiten dar: Am Kirmesmontag schließen die Haaner Geschäfte und Ämter frühzeitig und die Kinder erhalten schulfrei – dieser Tag ist der traditionelle Treffpunkt der Haaner, während die übrigen Tage eher den auswärtigen Besuchern „gehören“.

Über die geschichtlichen Ursprünge der Haaner Kirmes bestehen unterschiedliche Auffassungen. Ein Jahrmarkt auf Haaner Gebiet wurde erstmals 1386 urkundlich erwähnt. Einige Historiker vermuten jedoch, die Haaner Kirmesgeschichte reiche bis in die Zeit der Sachsenfeldzüge Karls des Großen im 8. und 9. Jahrhundert zurück. Damals könnten Marketender die auf Haaner Gebiet, nahe der bei Sonnborn verlaufenden feindlichen Linie, biwakierenden karolingischen Soldaten versorgt haben.

Den traditionellen Abschluss der Haaner Kirmes bildet das von den Schaustellern gestiftete Feuerwerk am Dienstagabend.

Haaner Sommer[Bearbeiten]

Erstmals fand der Haaner Sommer anlässlich einer Teilnahme am Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ im Jahr 2007 statt, bei dem Ideen zur Belebung von Innenstädten prämiert wurden. Die privaten Organisatoren aus Haan erhielten für ihre Idee zwar keinen Preis, setzten die Planung aber dennoch um.

Während der Sommerferien wird der untere Teil des Neuen Markts westlich des Stadtbrunnens in einen Strand verwandelt: Helfer verteilen mit Schaufeln und Schubkarren große Mengen Sand (2011: 160 Tonnen) und gestalten den Platz anschließend mit Schirmen, Strandkörben, Sandspielgeräten aller Art, diversen Strandpflanzen, einem Zelt und einem Volleyballnetz, sodass ein „Urlaubs- und Strandgefühl“ entstehen kann. Das Team des Haaner Sommer e. V. organisiert mit zahlreichen Helfern des Weiteren ein Programm für „Jung und Alt“: vom Sandburgenbauwettbewerb über den Auftritt verschiedener Haaner Vereine, Musik- und Künstlergruppen bis hin zum gemeinsamen Singen.[9]

Ittertal[Bearbeiten]

Nahe der Stadtgrenze zu Solingen liegt das kleine Flüsschen Itter. Die Itter entspringt bei Solingen-Gräfrath, mündet bei Düsseldorf-Benrath in den Rhein und beherbergte bis weit ins 20. Jahrhundert an seinen Ufern die Kottenwirtschaft: In kleinen, einfachen Häusern wurden mithilfe eines Wasserrades Blasebälge, Schmiedehämmer und Schleifsteine zur Metallbearbeitung angetrieben. Insbesondere die berühmten Solinger Klingen haben hier ihren Ursprung. Auf Haaner Gebiet liegen acht ehemalige Kotten und Mühlen. Von Ost nach West sind dies der Bastians- und der Ernenkotten, die Heidberger Mühle, der Köllers- bzw. Haaner Kotten, die Breidenmühle, der Schaafenkotten, die Brucher Mühle und der Brucher Kotten. Die Kotten und Mühlen lassen sich teilweise bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Die historischen, meist im Fachwerkstil erbauten Gebäude sind bis auf die Breidenmühle erhalten und bis heute entweder zu Wohnhäusern oder, wie im Fall der Heidberger Mühle, zu Restaurants umgebaut.

Gruiten-Dorf[Bearbeiten]

Der alte Ortskern Gruitens mit seinen gut erhaltenen Fachwerkhäusern ist die größte intakte historische Siedlung auf Haaner Stadtgebiet. Ältestes Bauwerk ist das Haus am Quall, von dem zumindest ein Gebäudetrakt auf das 14. Jahrhundert zurückdatiert werden kann. Das Haus am Quall wurde von dem eigens gegründeten Förderverein vor wenigen Jahren aufwendig restauriert und ist heute für Feiern, Lehr- und Informationsveranstaltungen etc. nutzbar. Die evangelisch-reformierte Kirche aus dem Jahr 1721 sowie die katholische St.-Nikolaus-Kirche aus dem Jahr 1879 überragen das alte Dorf.

Historische Gebäude[Bearbeiten]

Charakteristisch für das Haaner Stadtbild sind die zahlreichen Häuser im bergischen Schieferbaustil. Daneben existieren auch zahlreiche Gebäude in weiteren historischen Baustilen, insbesondere aus der wilhelminischen Epoche.

  • Das Rathaus im Stil des Historismus wurde 1902/1903 nach einem Entwurf des damaligen Gemeindebaumeisters Wilhelm Stricker an der Kaiserstraße errichtet. Beispielhaft ist der geschmückte Giebel über den großen Bleiglasfenstern des Ratssaales sowie das Türmchen zur Rechten des Gebäudes.
  • Ein Spiegelbild des wilhelminischen Baustils stellen die im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäude am Alten Markt (siehe Foto oben am rechten Rand) dar.
  • Die evangelische Kirche an der Kaiserstraße wurde 1864 ihrer Bestimmung übergeben. Der Backsteinbau löste das ein Jahr zuvor abgerissene romanische Gebäude auf dem Alten Kirchplatz ab, das seit etwa 850 als Gottesdienststätte diente. In der Kirche findet man noch heute den Türstein der alten Kirche, einer der ältesten Kirchensteine Deutschlands.
  • Ein weiteres bekanntes Beispiel für die auch als „bergischer Barock“ bezeichnete Schieferbauweise ist das im Jahr 1728 erbaute Becherhus an der Kaiserstraße, das seit jeher als Gaststätte dient. Ein Brand zerstörte 1998 das ebenfalls für den Restaurantbetrieb genutzte Dachgeschoss, das jedoch restauriert werden konnte.
  • Hervorzuheben ist außerdem die Hofgruppe am unteren Nachbarsberg, die zehn ehemalige Weber- und Schleiferhäuser umfasst. Die aus Schiefer- und Fachwerkhäusern bestehende Siedlung ist komplett denkmalgeschützt und vermittelt einen guten Eindruck des alten Haan.
  • Historistische Villen aus der Zeit der Jahrhundertwende finden sich an der Schillerstraße, Königstraße, Bahnhofstraße, Kaiserstraße und Düsseldorfer Straße. Sie legen Zeugnis vom Wohlstand der Fabrikanten und Großbürger dieser Zeit ab und sind bis heute typisch für das Erscheinungsbild rheinisch-bergischer Städte, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in einer wirtschaftlichen Blüte standen.
  • Die Mahnertmühle, eine ehemalige Mühle aus dem 14. Jahrhundert, befindet sich an der Stadtgrenze zu Erkrath. Sie steht seit 1982 unter Denkmalschutz und wird heute als Restaurant betrieben.

Gartenstadt Haan[Bearbeiten]

Die „Haaner GartenLust“, eine Privatinitiative, bemüht sich um die Wiederbelebung des Gartenstadt-Charakters. Geschichtliche Vorgänger hierzu finden sich 1952 und 1954 mit dem Tag der Blume (begleitet durch einen Blumenkorso und die Prämierung besonders schöner Privatgärten). Seit der Premiere im Juni 2006, bei der zehn Privatgärten für das Publikum geöffnet wurden, findet jährlich am ersten Sonntag im Juni ein Tag der „Haaner GartenLust“ statt. Dieser wird seit 2007 von einem Garten- und Pflanzenmarkt auf dem Karl-August-Jung-Platz begleitet.

Natur[Bearbeiten]

Bemerkenswert sind die Natur- und Landschaftsschutzgebiete. In unmittelbarer Nachbarschaft der Großstädte Düsseldorf, Wuppertal und Solingen hat sich in den Bachtälern eine bemerkenswerte und schützenswerte Natur entwickelt. Insbesondere die aufgelassenen Steinbrüche in der Nähe von Gruiten-Dorf beherbergen schützenswerte Arten wie seltene Orchideen, Kreuz- und Geburtshelferkröten. Durch die ehrenamtliche Arbeit der AGNU Haan e. V. wurden zahlreiche Amphibiengewässer angelegt, sowie jährlich die Orchideenwiesen gepflegt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Pflege der Kopfbäume, die an den Ufern der zahlreichen Gewässer in Haan stehen.

Haans in Unterhaan (inzwischen entfernt)

Die „Haans“[Bearbeiten]

Der sogenannte „Haans“ ist eine Art neues Stadtmaskottchen, das von Franz Leinfelder, einem Haaner Künstler, entworfen wurde und aus lackiertem Stahlblech von der Firma Heuser-Apparatebau gefertigt wurde. Es gibt acht große verschiedenfarbige Haans, die bis zu 4,50 m hoch und über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind: unter anderem auf dem Kreisverkehrs-Rund Alleestraße, auf dem Kreisel Ohligser Straße, am Kellertor neben der Flurstraße, an der Bahnhofstraße und an der Böttingerstraße. Darüber hinaus gibt es 18 kleine Haans, die käuflich zu erwerben waren und nun zum Teil Schaufenster und Ladenlokale zieren.

Bevor die Skulpturen in Haan aufgestellt wurden, befanden sie sich zehn Jahre auf Wanderschaft durch deutsche Museen und Ausstellungen.

Erdacht wurde der Haans von der mittlerweile zum Arbeitskreis gereiften ehemaligen Privat-Initiative „Haan-Quer“.

Blick von einer Brücke auf die A 46 in Haan und auf die Rheinebene
Eingangsgebäude zum Haaner Bahnhof, als Gaststätte genutzt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Es gibt einen Runden Tisch von Unternehmen und Schulen zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen.[10]

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Haan verfügt über ein städtisches Hallenbad, das wegen finanzieller Probleme lange Zeit geschlossen war. In Gruiten bestand bis 2012 ein Bürgerhaus für die Veranstaltungen von Bürgern und Vereinen. In Haan gibt es als Treffpunkt für Jugendliche das Jugendhaus. Seit einiger Zeit finden dort auch regelmäßig Konzerte statt.

Schulen[Bearbeiten]

Eingang des Gymnasiums von der Adlerstraße aus betrachtet

Es gibt fünf Grundschulen, ein Gymnasium, das Städtische Gymnasium Haan, eine Real- und eine Hauptschule. Außerdem existiert eine Volkshochschule sowie eine Musikschule. Seit 1984 gibt es im Stadtteil Gruiten eine freie Waldorfschule.

Verkehr[Bearbeiten]

Haan verfügt über gute Verkehrsanbindungen: Die Bundesautobahn 46 (Heinsberg–Düsseldorf—Wuppertal mit zwei Anschlussstellen) sowie die Bundesstraße 228 (Düsseldorf-Benrath–Wuppertal-Vohwinkel) durchqueren das Stadtgebiet. Der Haaner Bahnhof ist ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Gruiten–Köln-Mülheim, er wird von der RB 48 halbstündlich bedient. Über den Bahnhof Gruiten ist Haan auch an die S-Bahn Rhein-Ruhr angebunden (Mönchengladbach—Düsseldorf—Wuppertal—Hagen). Der Flughafen Düsseldorf ist 22 km entfernt.

Medien[Bearbeiten]

Haan liegt im Verbreitungsgebiet der drei regionalen Tageszeitungen Rheinische Post, Westdeutsche Zeitung und, wenngleich mit unregelmäßiger Haaner Berichterstattung, Neue Rhein Zeitung. Haans bekanntestes Anzeigeblatt ist der Haaner Treff, der neben der Wochenpost wöchentlich am Mittwoch erscheint. Seit dem 20. Oktober 2010 wird anstelle des Lokalanzeigers das Blatt Hallo! Haan ebenfalls am Mittwoch publiziert. Der SuperTiPp (Eigenschreibweise) wird jeden Samstag veröffentlicht.

Für die Radio- und Fernsehberichterstattung sind die in Mettmann ansässige private Radiostation Radio Neandertal sowie das Lokalstudio Wuppertal des Westdeutschen Rundfunks zuständig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Das Barth-Haus an der Kaiserstraße
  • Tom Albrecht, Sänger und Musiker (* 9. Juni 1980 in Haan)
  • Christian Baldus, Jurist und Professor (* 1966 in Haan)
  • Carl Josef Barth, Maler (* 16. Juni 1896 in Haan, † 31. Dezember 1976 in Düsseldorf)
  • Emil Barth, Schriftsteller (* 6. Juli 1900 in Haan, † 14. Juli 1958 in Düsseldorf)[11]
  • Knut vom Bovert, deutscher Rechtsanwalt und jetziger Bürgermeister von Haan (* 22. Dezember 1949 in Haan)
  • Rahul Peter Das, Indologe/Südasienkundler (* 7. Juli 1954 in Haan)
  • Jan Drees, Schriftsteller und Journalist (* 9. Mai 1979 in Haan)
  • Monika Fink, Politikerin (* 14. Juli 1952 in Haan)
  • Manfred Franke, Schriftsteller (* 23. April 1930 in Haan)
  • Andrea Gotzmann, Basketballspielerin und Verbandsfunktionärin (* 7. August 1957 in Haan)
  • Melanie Hoffmann, Fußballspielerin (* 29. November 1974 in Haan)
  • Christian Hoße, Handballspieler (* 10. September 1988 in Haan)
  • Klaus Heizmann, Komponist, Dirigent und Musikverleger (* 16. Mai 1944 in Haan)
  • Walter Huppenkothen, Jurist, SS-Standartenführer im Reichssicherheitshauptamt und NS-Verbrecher (* 31. Dezember 1907 in Haan, † 1979 in Lübeck)
  • Mario Irrek, Schauspieler (* 3. November 1968 in Haan)
  • Klaus König, Komponist und Musiker (* 31. Dezember 1959 in Haan)
  • Anna Kraft, Sportjournalistin (* 3. Oktober 1985 in Haan)
  • Helmut Lötzerich, Sport- und Hochschullehrer (* 1957 in Haan)
  • Patrick Mölleken, Schauspieler (* 27. September 1993 in Haan)
  • Wilhelm Niggemeyer, Offizier und Lehrfilmautor (* 9. Mai 1918 in Haan, † 14. Februar 2008 in Erftstadt)
  • Maximilian Scheer, Journalist und Schriftsteller (* 22. April 1896 in Haan, † 3. Februar 1978 in Ost-Berlin)
  • Günter Scheib, Lehrer und Politiker, Hildener Bürgermeister (* 27. Januar 1947 in Haan)
  • Lena Schmidt, Leichtathletin, unter anderem deutsche U23-Meisterin über 400 Meter (* 4. August 1989 in Haan)[12]
  • Martin Schüller, Schriftsteller und Musiker, (* 29. März 1960 in Haan)
  • Insa Magdalena Steinhaus, Schauspielerin (* 1979 in Haan)
  • Nicole Struse, Mehrfache Europa- und Deutsche Meisterin im Tischtennis (* 31. Mai 1971 in Haan)
  • Sigurd Tesche, deutscher Dokumentarfilmer (* 24. April 1940 in Haan)
  • Guido Till, seit 2005 Oberbürgermeister von Göppingen (* 23. Februar 1955 in Haan)
  • Peter Zudeick, Journalist und Satiriker (* 4. November 1946 in Haan)

Weitere Personen[Bearbeiten]

Folgende Personen stammen nicht gebürtig aus Haan, lebten oder leben aber in der Stadt:

Bildergalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f g h i j k l m n http://www.zeitspurensuche.de/02/haange1.htm
  3. http://www.zeitspurensuche.de/02/hakirce3.htm
  4. http://www.zeitspurensuche.de/02/sttafel1.htm
  5. http://www.zeitspurensuche.de/02/stgrund1.htm
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 293.
  7. Nagel, Rolf, Rheinisches Wappenbuch, Köln 1986, S. 74, ISBN 3-7927-0816-7
  8. Hauptsatzung der Stadt Haan. Abgerufen am 13. September 2013.
  9. Pressestimmen: wz-newsline.de, rp-online.de, Berichterstattung über den Haaner Sommer im WDR
  10. wz-newsline.de, abgerufen am 25. August 2011
  11. Emil-Barth-Archiv der Stadt Haan in der Stadtbücherei Haan, Neuer Markt 17
  12. Angebot von sportschau.de zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haan – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien