Hilden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hilden (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hilden
Hilden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hilden hervorgehoben
51.1713888888896.939444444444450Koordinaten: 51° 10′ N, 6° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Mettmann
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 25,95 km²
Einwohner: 54.737 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2109 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 40721, 40723, 40724
Vorwahl: 02103
Kfz-Kennzeichen: ME
Gemeindeschlüssel: 05 1 58 016
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Rathaus 1,
40721 Hilden
Webpräsenz: www.hilden.de
Bürgermeister: Birgit Alkenings (SPD)
Lage der Stadt Hilden im Kreis Mettmann
Düsseldorf Duisburg Ennepe-Ruhr-Kreis Essen Köln Leverkusen Mülheim an der Ruhr Remscheid Rhein-Erft-Kreis Rhein-Kreis Neuss Rheinisch-Bergischer Kreis Solingen Wuppertal Erkrath Haan Heiligenhaus Hilden Langenfeld (Rheinland) Mettmann Monheim am Rhein Ratingen Velbert WülfrathKarte
Über dieses Bild
Reformationskirche und Fachwerkhäuser: Hildens Siedlungskern ist teilweise erhalten.

Die Stadt Hilden liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Mettmann im Regierungsbezirk Düsseldorf. Hilden liegt zwischen vier nordrhein-westfälischen Großstädten: Düsseldorf, Wuppertal, Solingen und Köln.

Geographie[Bearbeiten]

Hilden liegt westlich der Stadt Solingen und südöstlich der Landeshauptstadt Düsseldorf und ist mit ca. 54.900 Einwohnern die viertgrößte Stadt im Kreis Mettmann. Das Stadtgebiet grenzt im Norden an Erkrath, im Nordosten an Haan, im Osten und Südosten an Solingen, im Süden an Langenfeld und im Westen an Düsseldorf. Der größte Teil der Stadt liegt auf einer Niederterrasse, die den Übergang vom Niederrhein in das Bergische Land markiert. Während der im Westen gelegene Bahnhof auf 48 Meter über Normalnull liegt, erhebt sich der höchste Punkt der Stadt, der Jaberg an der Grenze zu Haan, bereits auf 106 Meter. Durch das nach Osten ansteigende Relief ergeben sich Niederschlagsmengen, die mit über 800 mm pro Jahr bereits relativ hoch ausfallen.

In einer der dichtest besiedelten Städte Deutschlands sind Frei- oder Grünflächen extrem knapp. Hilden hat ein in sich stark geschlossenes Stadtgebiet, das von Autobahnen umgeben ist. Vororte oder eingemeindete Gebiete gibt es nicht, die Bevölkerungsdichte ist daher relativ hoch. Das größte unbebaute Gebiet ist der Hildener Stadtwald im Nordosten, nachdem die Giesenheide, eine der letzten großen Flächen im Hildener Norden, für die Bebauung freigegeben wurde. Da sich die Stadt sternförmig in die Haupthimmelsrichtungen ausgedehnt hat, sprechen die Hildener gemeinhin von Mitte, Nord, Süd, Ost und West, wenn sie ihre Wohngegend benennen möchten. Die teilweise in Registern geführten landschaftlichen Bezeichnungen (Meide, Karnap, Trotzhilden etc.) waren nie mehr als Flurnamen oder Einzelhöfe und werden daher meist nicht in der Bedeutung von Stadtteilen verwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und Antike[Bearbeiten]

In der späten Mittelsteinzeit (3000 v. Chr.) hielten sich im heutigen Stadtgebiet von Hilden erstmals Menschen auf. Mit Beginn der Jungsteinzeit siedelten erstmals Wanderbauern auf dem Hildener Stadtgebiet. Nach dem Abzug der Wanderbauern kamen Hirten und Bogenschützen mit ihren Herden nach Hilden. Am Ende der Jungsteinzeit gesellten sich Weidebauern zu den Hirten und Bogenschützen. Auf heutigem Hildener Stadtgebiet ließen sich Ackerbauern nieder. Sie entwickelten mit der ansässigen Bevölkerung eine Grabhügelkultur. Die Träger der Grabhügelkultur waren Kelten. Von Bolthaus bis Schalbruch legten sie ein großes Grabhügelfeld an.

Die ersten Germanen erreichten unseren Raum ca. 400 v. Chr. Die keltisch-germanische Bevölkerung wanderte nach Belgien ab. Germanische Stämme aus Mitteldeutschland wanderten ein.

Die Römer erreichten den Rhein ca. 58 v. Chr. Das heutige Stadtgebiet von Hilden liegt im damaligen Gebiet der germanischen Sugambrer. Die Römer betrachteten das rechte Rheinufer als sog. Niemandsland; hier durfte niemand wohnen. Es gibt daher keine Bodenfunde aus dieser Zeit.

Später ließen sich Hattuarier im heutigen Hildener Stadtgebiet nieder. Die Hattuarier schlossen mit ihren germanischen Nachbarn den Bund der Franken und griffen die Römer in Neuss an. Vorsorglich evakuierten sie die hiesige Bevölkerung. 388 kam es zu einem römischen Vorstoß von Neuss aus (über Hilden und Vohwinkel) in den Raum Hattingen. Die Römer mussten umkehren und wurden in der Rheinebene vernichtend geschlagen. Die Römer zogen ihre Rheinarmee ab; die Hattuarier stießen ins Linksrheinische vor. Der Raum Hilden blieb seit 388 zunächst unbesiedelt.[2]

Mittelalter[Bearbeiten]

Das in „Hattuarien“ gelegene heutige Stadtgebiet von Hilden war menschenleer und verwaldet. Als herrenloses Waldgebiet unterstand es dem Frankenkönig. Die Sachsen griffen „Hattuarien“ an, wurden aber zurückgeschlagen. Die Franken richteten hier eine Grafschaft ein – den Keldagau. Der Keldagau wurde dem südlich angrenzenden Großgau „Ripuarien“ zugeschlagen. Durch das heutige Hilden führten drei Altstraßen: der Mauspfad (von S nach N), die Strata Coloniensis (von W nach N) und die Kölnische Straße Trasse 5 (von W nach NO).

Karl der Große führte Kriege gegen die Sachsen. 804 wurde ein fränkisches Heer bei Neuss über den Rhein gesetzt. Es nahm den gleichen Weg, den die Römer 388 genommen hatten. Zwei fränkische Klöster, Kaiserswerth und Werden, sicherten den hiesigen Raum ab. Unter Ludwig dem Frommen war Ripuarien vorübergehend ein Herzogtum.

Bei der Reichsteilung von Verdun 843 fiel Ripuarien an Lothar I. (Lothringen). Dieses war in Grafschaften gegliedert. Das nach wie vor menschenleere Waldgebiet auf heutigem Stadtgebiet lag im Keldagau. 863 stießen die Normannen rheinaufwärts bis Neuss vor. Der herbeieilende sächsische Heerbann legte zum Schutz der hier in alle Richtungen führenden Straßen eine Wallanlage an – den Ringwall Holterhöfchen. Nach dem Abzug der Normannen 884 begann die endgültige Besiedlung Hildens.

Um diese Zeit wurde beim Herrenhof mit dem Bau der ersten Kirche begonnen, am Ort der heutigen Reformationskirche. Beim Amtsantritt des Kölner Erzbischofs Everger im Jahr 985 wurde eine Urkunde verfasst, in der Hilden erwähnt wird (der derzeit älteste urkundliche Nachweis der Stadt). Unter Evergers Nachfolgern Heribert, Pilgrim und Hermann II. wurde die erzbischöfliche Grundherrschaft Hilden von 999 bis 1056 von einem „Meier“ verwaltet. Weil die Flur durch die Anlage von Lehngütern schon ausgebaut war, entstanden neue Güter beim Herrenhof. Dadurch entstand das Dorf „Hilden“.

Eine weitere urkundliche Erwähnung fand Hilden in einer Urkunde vom 3. Oktober 1074 durch den Kölner Erzbischof Anno II. In der Urkunde heißt es, Erzbischof Everger von Köln habe während seiner Amtszeit dem Kölner St. Kunibert Stift einen Zehnt aus dem Wald Hilden entzogen. Everger amtierte von 985–999.

Hilden wird in frühen Urkunden 1074 „Heldein“, 1176 „Helethen“ und 1179 „Helede“ genannt. Man nimmt an, dass dem Namen das mittelniederdeutsche Wort „helde“ zugrunde liegt. Danach hieße Hilden „an der Halde“, „am Abhang“, „eine Rodung an der Lichtung am Walde“.[3]

Der Adelssitz Haus Horst in Hilden, ursprünglich eine Wasserburg und Rittergut, wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts errichtet und gehörte wie die Ortschaft Hilden zusammen mit Haan über Jahrhunderte zum Einflussbereich des Kölner Erzstiftes. Die bergischen Grafen und Herzöge hatten ab etwa 1257 zwar einige Schutzvogtsrechte, Landesherr war aber der Kölner Erzbischof. Dies führte über Jahrhunderte immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten.[4] Erst 1802 endete diese Zuordnung zum Kölner Erzstift. 1803 wurde Hilden Gemeinde im Herzogtum Berg.

Während des Mittelalters blieb der Flecken abgesehen von den Streitigkeiten zwischen den Erzbischöfen und dem Grafen von Berg jahrhundertelang unbedeutend. Im 13. Jahrhundert wurde die romanische Kirche (heute: Reformationskirche) errichtet, die gemessen an der damaligen Einwohnerzahl von wenigen Hundert eine beachtliche Größe erreichte. Der Bereich um die Kirche herum, einschließlich des Marktes, stellt den ältesten Siedlungskern dar.

Neuzeit[Bearbeiten]

Reformation[Bearbeiten]

Die Reformation in Hilden begann ab 1558 mit dem ersten evangelisch-lutherischen Pfarrer Johannes Osterpfort aus Wülfrath. Auch seine Nachfolger bekannten sich zu Martin Luther. Das Luthertum hatte sich im Bergischen zunächst durch den Prediger Adolf Clarenbach ausgebreitet. Während der Gegenreformation bekamen die bedrängten Evangelischen von der Bergischen Synode reformierte (calvinistische) Prediger zugewiesen. So begann 1592 der Übergang zur reformierten Lehre. Der damalige Landesherr wurde 1613 katholisch und setzte katholische Geistliche ein, die aber nicht angenommen wurden, das Gotteshaus blieb den Reformierten verschlossen. Der Dreißigjährige Krieg brachte die Wende. Ab 1650 kamen die Protestanten wieder in den Besitz ihrer Kirche und ihrer Häuser.[5]

Heute liegen Protestanten und Katholiken zahlenmäßig nahezu gleichauf, was für das Rheinland ein relativ ungewöhnlicher Fall ist. Hier zeigten sich deutliche Einflüsse aus dem mehrheitlich protestantisch orientierten Bergischen Land, zu dem Hilden gleichwohl nur für kurze Zeit gehörte. Dies macht sich beispielsweise im völligen Fehlen typisch katholischer Objekte wie Bilderstöcke, Wegkreuze o. ä. im Stadtgebiet bemerkbar.

Hilden und Haan waren die einzigen Gemeinden, die im Gegensatz zu allen umgebenden Gemeinden ab 1360 nicht dem Amt Monheim und dem Hauptgericht Kreuzberg hinsichtlich ihrer zuständigen Landgerichte unterstanden.[6] Dies änderte sich erst später.

Unter Napoleon[Bearbeiten]

Von 1806 bis 1813 bestand das Großherzogtum Berg unter französischer Herrschaft. Großherzog Joachim Murat regelte in einem Dekret vom 13. Oktober 1807 die kommunalen Zuständigkeiten in seinem Großherzogtum neu. Das bisherige Amt Monheim wurde durch den Kanton Richrath ersetzt. 1808 gehörte zu diesem Kanton als eine der vier Munizipalitäten auch Hilden zusammen mit Eller an.[7] Da Haan einer anderen Munizipalität zugeordnet wurde, endete zu diesem Zeitpunkt auch die jahrhunderte dauernde Gemeinschaft von Haan und Hilden.

Unter den Preußen[Bearbeiten]

Nach Ende der französischen Herrschaft wurde unter preußischer Verwaltung das Generalgouvernement Berg gebildet. Die französische Verwaltungsstruktur wurde aber beibehalten. Am 15. April 1814 wurde vom preußischen Generalgouverneur die Bildung der Samtgemeinde Benrath verfügt. Die Landgemeinde Hilden, in dieser waren damals die Kirchspiele Hilden und Eller zusammengefasst, war neben weiteren Landgemeinden im heutigen Düsseldorfer Süden Bestandteil dieser Samtgemeinde.[8][9] Als am 30. April 1815 die preußische Provinz Jülich-Kleve-Berg gebildet wurde, änderten sich diese kommunalen Verhältnisse nicht. 1842 schieden Eller und Hilden aus dem Verbund aus, blieben aber noch zusammen. 1861 wurden dann beide selbständige Einzelgemeinden.[9][10]

Nach Aufhebung der gemeinsamen Verwaltung von Benrath und Hilden wurde der bisherige Bürgermeister von Burg an der Wupper, Eduard Freiherr von Wittenhorst-Sonsfeld, durch die Düsseldorfer Bezirksregierung zum ersten Hildener Bürgermeister ernannt. Im Herbst 1845 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Amt.

Im Oktober 1846 ernannte die Bezirksregierung den damals 27-jährigen Hermann Clemens zum Hildener Bürgermeister. Als später eine neue Gemeindeordnung zum ersten Mal die Wahl des Bürgermeisters durch den Gemeinderat vorschrieb, erhielt Clemens nicht mehr die Mehrheit der Stimmen und verließ den Ort. Anschließend wurde er zunächst in Grimlinghausen und dann in Issum Bürgermeister.

In seine Amtszeit fällt die Bildung einer Bürgerwehr (1848). Die erste öffentliche Sitzung des Gemeinderates fand 1849 statt. Hilden hatte 1850 3600 Einwohner.

Hilden wird Stadt[Bearbeiten]

Am 18. November 1861 erhob König Wilhelm von Preußen die Gemeinde Hilden zur Stadt. Die Gemeinde Eller wurde gleichzeitig von Hilden abgetrennt.

Im Oktober 1865 wählte die Stadtverordnetenversammlung Joseph Johann Pabst, den bisherigen Kreissekretär in Simmern, zum Bürgermeister. Nach Ablauf der 12-jährigen Amtszeit lehnte die Mehrheit des Stadtrats seine Wiederwahl ab. Pabst verließ Hilden und wurde 1878 Bürgermeister in Wankum.

In seiner Amtszeit wurde das Schulwesen ausgebaut: 1870 wurde eine Höhere Knabenschule, die sogenannte Rektoratsschule gegründet; außerdem wurden 1872/73 je eine evangelische und eine katholische Schule an der Richrather Straße errichtet.

Im Kaiserreich[Bearbeiten]

1874 erfolgte der Ankauf eines Gebäudes an der Mittelstraße zur Benutzung als Rathaus. Im gleichen Jahr erhielt Hilden einen Eisenbahnanschluss (Strecke Opladen–Düsseldorf). 1875 hatte Hilden 6800 Einwohner.

Im Oktober 1877 wurde Gustav Wachtel, Major a. D. und bisher Bürgermeister von Dormagen, durch die Stadtverordnetenversammlung mit 11 von 18 Stimmen zum Bürgermeister von Hilden gewählt. Seine Wiederwahl erfolgte 1889, diesmal einstimmig. Er starb am 3. Dezember 1894 im Alter von 64 Jahren. Wachtel ist der einzige im Dienst verstorbene Hildener Bürgermeister.

1879 erhielt Hilden eine Außenstelle des Amtsgerichts Gerresheim.

1882 wurde der Neubau der St.-Jakobus-Kirche eingeweiht, der 1872 begonnen worden war. Das neue Gebäude trat an die Stelle der 1745 erbauten katholischen Kirche. Am 19. März 1890, dem St.-Josefs-Tag, wurde das erste (katholische) Krankenhaus an der Schützenstraße eröffnet. 1891 wurde auch der Bau einer katholischen Schule an der Düsseldorfer Straße und einer evangelischen an der Walder Straße abgeschlossen.

1884 kaufte die Stadt Hilden das Gaswerk an der Kirchhofstraße. Bedeutend für die Infrastruktur war auch die Pflasterung der Mittelstraße, die 1888 erfolgte. 1894 wurde die Eisenbahnstrecke Düsseldorf–Hilden–Solingen in Betrieb genommen.

Einen gewaltigen Schub an Einwohnern und wirtschaftlicher Bedeutung erhielt Hilden mit der Industrialisierung. Entlang der Itter, die Hilden durchzieht, siedelten sich schon früh Betriebe der Textilindustrie an. Später folgten Lederindustrie und metallverarbeitende Betriebe, schließlich auch die chemische Industrie und der Stahlbau. Der Aufschwung führte dazu, dass Hilden 1861 Stadtrechte erlangte. Es folgten der Bau von Straßenbahnlinien, die Einrichtung öffentlicher Beleuchtung und des Krankenhauses. 1900 zog die Stadtverwaltung in ein großzügiges Rathaus um und Hilden bekam sein Stadtwappen, das bis heute unverändert geblieben ist.

Karl Wilhelm Heitland, bisher Bürgermeister von Bergneustadt, trat nach einstimmiger Wahl am 28. Januar 1896 seinen Dienst in Hilden an. 1907 erfolgte seine einstimmige Wiederwahl. Im Februar 1920 legte er nach 24-jähriger Amtszeit, der längsten aller hauptamtlichen Hildener Bürgermeister (abgesehen von Bürgermeisterin Ellen Wiederhold, siehe unten), seine Amtsgeschäfte nieder.

1898/1899 erfolgte die Inbetriebnahme der Straßenbahnlinien nach Benrath, Ohligs und Vohwinkel. 1900 wurde das neue Hildener Rathaus eingeweiht. 1902 erwarb die Stadt Hilden den Stadtwald aufgrund einer testamentarischen Schenkung des Beigeordneten Lieven. 1910 folgte die Gründung einer Realschule in Hilden.

Hilden unter alliierter Besatzung[Bearbeiten]

Am Ende des Ersten Weltkriegs wurde Hilden von alliierten Truppen besetzt. 1918 kam es auch zur Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates. 1920 zählte Hilden 19.700 Einwohner.

Die rasante Industrialisierung führte zu verstärkter Zuwanderung, so dass sich neben dem alteingesessenen Bürgertum zunehmend ein breites industrielles Proletariat bildete. In den zwanziger Jahren, als Hilden auf über 20.000 Einwohner angewachsen war, zeigte sich eine Dreiteilung in gänzlich verschiedene und unversöhnlich gegenüber stehende politische Lager: Die Arbeiterklasse war kommunistisch geprägt und verschaffte der KPD regelmäßig Wahlergebnisse von über 30 Prozent. Ein weiteres Drittel wählte Zentrum, während das restliche Drittel in viele verschiedene Strömungen aufgespalten war. Die SPD wurde nach der Abspaltung der USPD im Ersten Weltkrieg bei den ersten Reichstagswahlen mit einem reichsweiten negativen Rekordergebnis bedacht und zur Ein-Prozent-Partei degradiert. Später pendelte sie sich zwischen acht und zehn Prozent ein. Erstaunlich hohe Ergebnisse erzielten rechtsliberale Splittergruppierungen, wie zum Beispiel die Wirtschaftspartei.

Im Mai 1920 trat der durch die Stadtverordnetenversammlung gewählte bisherige Beigeordnete in Oberhausen Dr. Erich Lerch sein Amt als Hildener Bürgermeister an. Ende 1931 wurde er für weitere zwölf Jahre wiedergewählt, ließ sich jedoch nach der nationalsozialistischen Machtergreifung bereits zum 1. November 1933 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzen.

Während seiner Amtszeit erfolgte 1923 die Umwandlung der Helmholtz-Realschule in eine Oberrealschule, aus der später das Helmholtz-Gymnasium Hilden wurde.

1926 ging auch in Hilden die alliierte Besetzung zu Ende.

1927 wurde ein Heimatmuseum eingerichtet. 1928/29 konnte Hilden die Eingemeindungswünsche der Städte Düsseldorf und Solingen abwehren und seine Eigenständigkeit behaupten.[11]

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während der Weltwirtschaftskrise spitzte sich das politische Klima zu. Die NSDAP erhielt zwar deutlich geringere Stimmenanteile als im Reichsdurchschnitt, lieferte sich aber mit den kommunistischen Gruppierungen regelmäßige Straßenschlachten, für die sogar Gesinnungsgenossen beider Seiten aus umliegenden Gemeinden herbeigeholt wurden. Diese „Blutsonntage“ forderten regelmäßig Verletzte und selbst Tote auf beiden Seiten und unter den Polizeikräften. Als schließlich die nationalsozialistische Machtergreifung folgte, eskalierten die Aktionen der SA-Trupps in Hilden.

Diese erreichten ihren Höhepunkt in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938, als in Hilden die SA gezielte Jagd auf jüdische Bürger betrieb. Während die Zahl der Todesopfer im gesamten Reich etwa 100 betrug, kam Hilden allein auf sieben, was die höchste Zahl an Todesopfern war in Relation zur Einwohnerzahl aller Städte im Deutschen Reich. In der Gesamtzahl wurde es nur noch vom weitaus größeren Innsbruck übertroffen. Erst in den achtziger Jahren ließ der Stadtrat einen Gedenkstein für die Opfer des 9. November errichten. Die Ereignisse des 9. November 1938 in Hilden wurden von Manfred Franke in dem Roman Mordverläufe verarbeitet.[12]

Walter Schomburg – vorher Bürgermeister in Radevormwald und seit April 1933 im einstweiligen Ruhestand – wurde durch die Bezirksregierung im November 1933 zunächst kommissarisch und im Februar 1934 endgültig als Bürgermeister in Hilden eingesetzt. Am 23. April 1945 enthob die amerikanische Besatzungsbehörde ihn seines Amtes.

Auch in Hilden kam es zum Kirchenkampf, der 1934 zur Spaltung der evangelischen Gemeinde der Stadt führte. Die neue Gemeinde der Bekennenden Kirche mietete eine frühere Schreinerei im Anbau des Hauses Ellerstraße 8 an und schuf dort eine Notkirche mit 250 Sitzplätzen. Der spätere Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Joachim Beckmann, weihte dieses „bescheidene Kirchlein“ am 17. Januar 1937 ein. Dieser Zustand der Trennung dauerte bis zum 25. August 1947 nach der Einführung neuer Pfarrer.[13] Bedeutende Bauvorhaben wurden realisiert: 1935 erfolgte die Eröffnung des Autobahnteilstücks Köln–Hilden. Nach der Grundsteinlegung am 22. November 1936 wurde am 7. September 1937 die katholische Pfarrkirche St. Konrad im Hildener Süden geweiht.[14] 1938 wurde der Neubau des St.-Josefs-Krankenhauses abgeschlossen, das heute zur Kplus Gruppe gehört. Ebenfalls 1938 wurde die Hildener Waldkaserne eröffnet.

Besatzung und Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Von Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg blieb Hilden weitgehend verschont. Am 16. April 1945 wurde Hilden von amerikanischen Truppen der 13. Panzerdivision (13th Armored Division, Black Cat Division) besetzt, die dann mit der Waldkaserne als Basis weiter in Richtung Düsseldorf vorrückten. Die Einnahme Hildens verlief nicht kampflos: In der Ellerstraße fand man am 18. April vier ermordete US-Soldaten, die nach Augenzeugenberichten als Gefangene von einem deutschen Offizier erschossen worden waren.[15] Ein anderes Foto zeigt, wie drei russische Frauen und ein Mädchen, die von den Amerikanern aus dem Arbeitslager befreit worden waren, zu Füßen der toten Soldaten Blumen niederlegen.[16]

Gemäß der Teilung Deutschlands in vier alliierte Besatzungszonen fiel Hilden der britischen Zone zu. Am 15. Juni 1945 zogen die Amerikaner ab und übergaben die Stadt an die Einheiten der britischen Rheinarmee (BAOR). Die britische Garnison wurde ebenfalls in der Waldkaserne untergebracht. Außerdem wurden für die britischen Einheiten und deren Familien eigens mehrere Siedlungen errichtet.[17]

Das Verhältnis der Hildener zur englischen Besatzungsmacht war im Großen und Ganzen gut, zumal mit der Aufnahme der BRD in die NATO aus den anfänglichen Besatzern Verbündete wurden, mit denen sich dann auch freundschaftliche Beziehungen entwickelten. 1951 wurde das Waldschwimmbad durch die Besatzungsmacht freigegeben. Besonders schätzten die Hildener in den 1960er Jahren die Teilnahme eines englischen Musikkorps an den Karnevalsumzügen. Im März 1968 verließ die letzte britische Einheit die Hildener Kaserne, die darauf von der Bundeswehr übernommen wurde.

Am 27. April 1945 wurde von der amerikanischen Besatzungsbehörde der Wirtschaftstreuhänder Hermann Sayn zum Bürgermeister bestellt. Im Februar 1946 wechselte Sayn in das neugeschaffene Amt eines Stadtdirektors.

Bereits wenige Monate nach Kriegsende – im September/Oktober 1945 – erfolgte die Gründung bzw. Neugründung politischer Parteien. Am 15. Februar 1946 setzte die britische Militärregierung eine Stadtvertretung ein. Am 15. September 1946 fand die erste freie Kommunalwahl nach dem Kriege statt. Am 6. Dezember 1946 trat eine neue Gemeindeverfassung in Kraft, die auch für Hilden bestimmend wurde.

Am 15. Februar 1946 wurde der Kaufmann Otto Goldhorn (CDU) von der durch die Militärregierung eingesetzten Stadtvertretung zum ersten ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt. Im September 1946 erfolgte seine Wiederwahl durch die erste nach dem Kriege frei gewählte Stadtvertretung. Im August 1948 legte Goldhorn sein Amt aus beruflichen Gründen nieder.

Nach dem Amtsverzicht seines Vorgängers wurde der Handelsvertreter Franz Klems (CDU) am 14. August 1948 durch die Stadtvertretung zum Bürgermeister gewählt, er übte dieses Amt jedoch nur knapp zwei Monate aus bis zu den Kommunalwahlen im Oktober 1948.

Im Hungerwinter 1946/47 fand am 1. April 1947 eine Protestkundgebung gegen die schlechte Versorgungslage statt. Im Oktober 1947 wurden sechs Hildener Firmen für die Demontage-Liste benannt.

Nach der Kommunalwahl im Oktober 1948, der zweiten nach dem Kriege, wurde der Sparkassendirektor i. R. Otto Köster (CDU) vom Rat der Stadt zum Bürgermeister gewählt. Er wurde im Dezember 1950 und im November 1951 wiedergewählt.

Unmittelbar nach Kriegsende strömten verstärkt Heimatvertriebene, vor allem aus Schlesien, in die Stadt, so dass die Bevölkerung in kürzester Zeit auf über 30.000 (1952) stieg. Die durch die Zuwanderung verursachte Wohnungsnot wurde durch rege Bautätigkeit behoben, in Hilden war ein jahrzehntelanger Bauboom zu verzeichnen. Für Vertriebene und Umsiedler wurden vor allem im Süden der Stadt neue Siedlungen errichtet, in den siebziger Jahren folgten weitere Neubebauungen im Norden und im Osten.

Im Oktober 1952 wurde der erste Fernsehempfang in Hilden ermöglicht. Das heimische Fernsehen machte dem Kino zunehmende Konkurrenz.

Das erste Kino, das spätere Gloria an der Mittelstraße 37, wurde 1910 eröffnet, 1919 folgte das spätere Alhambra an der Gabelung und schließlich 1951 das Corso, heute Lux-Lichtspiele, an der Benrather Straße 20. Alhambra und Gloria wurden in den 1970er Jahren nacheinander geschlossen. Nur die Lux-Lichtspiele existieren noch und planen durch Modernisierung und Umstellung auf 3-D-Vorstellungen auch in Zukunft Kino-Begeisterte anzuziehen.[18]

Am 21. November 1952 wurde Robert Gies (SPD) durch den Rat der Stadt zum Bürgermeister gewählt. Schon 1933 hatte Gies dem Stadtrat angehört und war damals von Nationalsozialisten schwer misshandelt worden. Als Bürgermeister wurde Gies mehrfach wiedergewählt. Bei der Wahl im November 1969 unterlag er jedoch knapp.

Neueste Entwicklung[Bearbeiten]

Am 7. Februar 1956 gründete Hilden zusammen mit den anderen Anrainerstädten Düsseldorf und Erkrath den Zweckverband Erholungsgebiet Unterbacher See.

1961/62 wurde der Betrieb der historischen Straßenbahn (siehe unten) eingestellt und, zunächst auf gleichen Linienwegen, als Busbetrieb weitergeführt.

Der Bevölkerungszunahme gemäß wurden 1966 und 1968 neue Friedhöfe im Süden und Norden der Stadt angelegt.

Hilden gewann an kommunaler Bedeutung durch die Eröffnung des Instituts für öffentliche Verwaltung am Kolksbruch im Jahre 1968.

Dem politischen Gewicht der Flüchtlinge und Aussiedler aus Schlesien in der rheinischen Stadt Hilden entsprach die Übernahme einer Patenschaft über den Kreis Wohlau im Jahre 1957.

Nach Abzug der britischen Einheiten aus Hilden sollte die 1968 vereinbarte Partnerschaft mit der englischen Stadt Warrington das freundschaftliche Verhältnis zu Großbritannien fördern. Die britische Einheit hält die Erinnerung an ihre Zeit in Hilden auf der Webseite der britischen Rheinarmee mit Fotos und zahlreichen Informationen wach (siehe auch den Wiki-Artikel Waldkaserne).[19]

Am 29. November 1969 wählte der Rat der Stadt die Fabrikantin Ellen Wiederhold (CDU) zur Bürgermeisterin. In der Folgezeit wurde sie noch viermal für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt, das sie 25 Jahre hindurch versehen hat und damit länger als alle früheren haupt- und ehrenamtlichen Hildener Bürgermeister, wurde ihr wegen ihrer großen Verdienste um die Stadt im November 1994 das Ehrenbürgerrecht verliehen. Sie starb am 4. September 1995. Während ihrer Amtszeit erfuhr Hilden einen bedeutenden Entwicklungsschub: wichtige Umstrukturierungen und Fördermaßnahmen für Wirtschaft und Kultur wurden vorgenommen.

1970 wurde die Itter-Regulierung auf dem Hildener Gebiet zum Abschluss gebracht. 1973 erhielt die Stadt-Sparkasse einen Neubau.

Am 1. Januar 1975 verlor Hilden im Rahmen der kommunalen Neugliederung durch das Düsseldorf-Gesetz den Elbsee, Menzelsee und Dreiecksweiher an den seitdem Düsseldorfer Stadtteil Unterbach. Das sich daran anschließende Stadtgebiet Hildens nördlich der A46 fiel an die Stadt Erkrath. Ein kleiner Teil Haans kam zu Hilden.[20][21]

1979 wurde die in der Bevölkerung umstrittene Berliner Straße zur Umgehung der Innenstadt fertiggestellt. 1980 wurde die S-Bahnstrecke Düsseldorf-Flughafen–Hilden–Solingen-Ohligs in Betrieb genommen. 1987 folgte die Freigabe der Osttangente.

1973 zog das Helmholtz-Gymnasium Hilden in das Schulzentrum Holterhöfchen um, wo sich bereits je eine Haupt-, Real- und Berufsschule befanden. 1976 bildeten die Städte Hilden und Haan den Volkshochschul-Zweckverband Hilden-Haan.

1986 fand die Einweihung der Bezirkssportanlage am Bandsbusch statt. 1989 wurden das Wilhelm-Fabry-Museum und die Historische Kornbrennerei eröffnet. 1993 erfolgte die Eröffnung des Sport- und Freizeitbades „Hildorado".

1990 im Zeichen der politischen Wende in Osteuropa wurde ein Partnerschaftsabkommen mit der tschechischen Stadt Nove Mesto abgeschlossen. Drei Jahre später 1993 folgte die Einweihung des Nove-Mesto-Platzes in Hilden.

Im November 1994 wurde Günter Scheib zum Nachfolger von Ellen Wiederhold gewählt. Er war der letzte ehrenamtliche Bürgermeister Hildens. Sein Amt als SPD-Ortsvereinsvorsitzender legte er nieder, um ein „vertrauensvoller Ansprechpartner für alle Bürger zu sein“, sagte er damals. Am 26. September 1999 wurde er – diesmal als erster hauptamtlicher Bürgermeister Hildens – wiedergewählt. Am 26. September 2004 erfolgte seine Wiederwahl.

Unter seiner Leitung beschloss der Rat der Stadt Hilden am 13. Dezember 2000 die Bereitstellung von 100.000 DM als humanitäre Hilfe für ehemalige Zwangsarbeiter sowie 10.000 DM zur wissenschaftlichen Aufarbeitung zum Thema „Zwangsarbeit in Hilden“.[22]

Am 29. April 2001 erfolgte die Einweihung der Emir-Sultan-Moschee an der Otto-Hahn-Straße.

Am 27. März 2002 wurde das neue Service-Center der Deutschen Post an der Robert-Gies-Straße eröffnet. Am 9. April 2002 folgte die Gründung „Sport- und Kulturstiftung der Stadt Hilden“. Am 4. September des Jahres beschloss der Rat der Stadt Hilden einstimmig den Zusammenschluss der Stadt-Sparkasse Hilden mit den Sparkassen in Ratingen und Velbert zu einem Zweckverband unter dem Namen Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert (kurz: Sparkasse HRV). Das fusionierte Institut nahm am 1. Januar 2003 seinen Betrieb auf.

Im August 2003 fand die Präsentation der achtteiligen Tapisserie „1000 Jahre Hilden – Wege durch die Zeit“ von Katharina Gun Oehlert im Bürgerhaus statt.

Am 8. November 2003 wurde neue Jugendzentrums „Area 51“ eingeweiht. Am 22. Januar 2005 fand im „Area 51“ eine Eröffnungsparty statt zum Jugendkulturjahr 2005.

Am 6. November 2004 erfolgte die Einweihung des Kultur- und Weiterbildungszentrums „Altes Helmholtz", das die Musikschule, die VHS, das Stadtarchiv, den Stadtverband der Musiker und Sänger, die Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte sowie die Jugendkunstschule KuKuK umfasst.

Es folgten die Eröffnung des Sport- und Vereinszentrums „HAT Fit“ am 15. Januar 2005 und im Jahr darauf am 29. Mai 2006 die Einweihung der neuen Tribüne auf der Bezirkssportanlage.

Am 11. November 2006 fand die Vorstellung des neuen Pflegezentrums (Hummelsterstraße) des Seniorenzentrums Hilden statt.

Am 24. September 2008 unterzeichnete Bürgermeister Scheib zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Düsseldorfer Stadtwerke Markus F. Schmidt den Kaufvertrag für 49,9 % der Stadtwerke Hilden GmbH an die Stadtwerke Düsseldorf.

In seiner Amtszeit erhielt die Integrationspolitik der Stadt Hilden neue Impulse. So erstellte das Amt für Soziales und Integration eine Studie unter dem Titel „Integration ist machbar! Strategiekonzept“ der Stadt Hilden.[23]

Im September 2008 kündigte Bürgermeister Günter Scheib an, dass er nicht erneut kandidieren werde.[24]

Am 21. November 2008 richtete das Sturmtief „Irmela“ auch in Hilden Schäden an. Unter anderem riss eine Sturmbö ein komplettes Dach ab und schleuderte es 50 m weit auf das Dach eines Supermarktes an der Beethovenstraße. Der Supermarkt und die beiden gegenüberliegenden Grundschulen (Adolf-Reichwein-Schule und Adolf-Kolping-Schule) mussten evakuiert werden.

Mit einem Festakt im Bürgerhaus feierte der Museums- und Heimatverein Hilden e. V. am 17. Januar 2009 sein 25-jähriges Bestehen.

Nach zweieinhalb Jahren Sanierung wurde das alte Bahnhofsgebäude an der Bahnhofsallee am 25. Juni 2009 wieder eröffnet.

An der Walder Straße begannen am 7. August 2009 mit dem ersten Spatenstich die Bauarbeiten für das zweite Facharzt-Zentrum, das den Namen „Mediplus“ trägt. Das Warenhaus Hertie an der Mittelstraße schloss am 8. August 2009 seine Pforten. Es war unter den Firmierungen Central und Karstadt lange Zeit das bedeutendste Kaufhaus in der Innenstadt.

In der Mittelstraße wurde am 18. September 2009 der Grundstein für den Sparkassen-Neubau gelegt.

Mit der konstituierenden Ratssitzung am 28. Oktober 2009 endete die Amtszeit von Bürgermeister Günter Scheib. Der neue Bürgermeister Horst Thiele (SPD) leistete den Amtseid. Rudolf Joseph (FDP) wurde 1. stellv. Bürgermeister, Norbert Schreier (CDU) 2. stellv. Bürgermeister.

Anlässlich des 450. Geburtstags von Wilhelm Fabry am 25. Juni 2010 (1560) beging die Stadt Hilden ein „Fabry-Jahr“: Über das ganze Jahr verteilt fanden ca. 140 Veranstaltungen rund um Fabry, seine Zeit, Medizingeschichte und Gesundheit statt. Den Höhepunkt bildete ein großer Festumzug.

Am 30. September 2010 taufte Bürgermeister Thiele den ersten von 84 neuen S1-Zügen (Näheres zum S-Bahn-Verkehr in Hilden siehe Verkehr).

Am 18. November 2011 konnte Hilden auf 150 Jahre Stadtrecht (seit 1861) zurückblicken.[25]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Hildens Bevölkerungsentwicklung[11]

Jahr Einwohner
1850 3.600
1864 5.600
1875 6.800
1894 8.900
1920 19.700
1933 20.500
1940 22.700
1946 25.400
1948 26.400
1952 30.000
1969 47.700
1994 55.200
2010 55.441
2011 55.508
2012 55.743
2013 56.982

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtliche Hildener Bürgermeister 1808 bis 1945

  • 1808–1809 Georg Eberhard Clamor Friedrich von dem Bussche-Ippenburg gen. Kessel, Herr zu Hackhausen
  • 1809–1814 Albert Asbeck
  • 1814–1818 Nicolas von Pigage, Benrath
  • 1819–1822 Hermann Leven, Benrath
  • 1822–1842 Franz Albert Schieß, Benrath
  • 1842–1843 Interregnum: Beigeordneter August Reyscher, Hilden
  • 1843–1845 Eduard Freiherr von Wittenhorst-Sonsfeld
  • 1846–1851 Hermann Clemens
  • 1851–1865 Albert Koennecke
  • 1865–1877 Joseph Johann Pabst
  • 1877–1894 Karl Julius Gustav Wachtel
  • 1896–1920 Karl Wilhelm Heitland
  • 1920–1933 Erich Lerch
  • 1933–1945 Walter Schomburg

Ehrenamtliche Hildener Bürgermeister 1945 bis 1999

  • 1945–1946 Hermann Sayn
  • 1946–1948 Otto Goldhorn (CDU)
  • 1948–0000 Franz Klems (CDU)
  • 1948–1952 Otto Köster (CDU)
  • 1952–1969 Robert Gies (SPD)
  • 1969–1994 Ellen Wiederhold (CDU), Inhaberin der damaligen Lackfabriken Wiederhold
  • 1994–1999 Günter Scheib (SPD)

Hauptamtliche Hildener Bürgermeister seit 1999

Bei der Kommunalwahl am 15. Mai 2014 konnte sich in der Hauptwahl kein Bewerber um das Amt des Bürgermeisters durchsetzen. Mit 40 % erhielt Birgit Alkenings (SPD) die meisten Stimmen. Ihr folgten Marion Buschmann (CDU, 28 %), Ralf Bommermann (Allianz für Hilden, 9,9 %), Rudolf Joseph (FDP, 7,8 %), Gerd Hegmann (parteilos, 5,8 %), Klaus-Dieter Bartel (Grüne, 5 %) sowie Ludger Reffgen (Bürgeraktion, 3,3 %).

Die Stichwahl am 15. Juni 2014 konnte Birgit Alkenings mit 62,7 % der Stimmen für sich entscheiden. Sie folgt dem seit 2009 amtierenden Bürgermeister Horst Thiele (SPD).

Die ehrenamtlichen Stellvertreter der Bürgermeisterin wurden in der konstituierenden Sitzung des Stadtrates im Juni 2014 neu gewählt; 1. stellvertretender Bürgermeister ist Norbert Schreier, 2. stellvertretende Bürgermeisterin ist Marianne Münnich.

Stadtdirektoren[Bearbeiten]

Stadtdirektoren hatte Hilden wie auch andere Städte in NRW nur begrenzte Zeit, nämlich 53 Jahre. Die Doppelspitze in der Verwaltung der Städte wurde 1946 von der britischen Besatzungsmacht eingeführt und im Jahre 1999 durch eine Kommunalreform wieder abgeschafft.

Hildener Stadtdirektoren 1946 bis 1999:

  • 1946–1958 Hans Beaujean
  • 1958–1965 Hans Knop
  • 1965–1974 Heinz Brieden
  • 1974–1999 Karl-Detlev Göbel

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat setzt sich folgendermaßen zusammen:

Partei 1999 Sitze (52) 2004 Sitze (46) 2009 Sitze (44) 2014 Sitze (44)
Christlich-Demokratische Union (CDU) 44,7 % 23 40,2 % 18 30,2 % 13 33,3 % 14
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 34,2 % 18 34,5 % 16 29,5 % 13 36,1 % 16
Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 4,3 % 2 6,9 % 3 9,0 % 4 9,4 % 4
Bürgeraktion Hilden (BA) 4,9 % 3 8,1 % 4 10,1 % 4 6,1 % 3
Freie Demokratische Partei (FDP) 5,8 % 3 6,4 % 3 13,1 % 6 6,4 % 3
Die Unabhängigen Hilden (dUH) 6,2 % 3 3,9 % 2 8,0 % 4 - -
Allianz für Hilden (Allianz) - - - - - - 7,6 % 2
Alternative für Deutschland (AfD) - - - - - - 1,2 % 2

Im Sommer 2010 spaltete sich von der FDP die neu gegründete Fraktion der „Freien Liberalen“ ab. Diese schlossen sich dann im Sommer 2013 mit den Unabhängigen und Teilen der Bürgeraktion in der „Allianz für Hilden“ zusammen. Durch den Wechsel eines Ratsmitglieds von der Allianz zur AfD erhielt diese im Herbst 2014 trotz ihres niedrigen Wahlergebnisses Fraktionsstatus im Hildener Stadtrat.[26]

Jugend- und Kinderparlament[Bearbeiten]

Außerdem ist bereits seit Sommer 2000 das so genannte Jugendparlament etabliert, das sich aus gewählten Vertretern der in Hilden wohnenden Jugendlichen von 14 bis 21 Jahren zusammensetzt. Sie vertreten die Interessen, Bedürfnisse und Belange der Jugend in Hilden. Dabei ist das Jugendparlament überparteilich, überkonfessionell und für Jugendliche aller Nationalitäten offen. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist das Beraten der Politik und Verwaltung bei der Gestaltung einer jugendfreundlichen Stadt.

Hinzu kommt das Kinderparlament, das 1997 auf Initiative (per Bürgerantrag) eines einzelnen, seinerzeit zehn Jahre alten, Hildeners gegründet wurde und seitdem professionelle Unterstützung durch das pädagogische Fachpersonal des städtischen Jugendamtes erhält. Es setzt sich aus Vertretern der Dritt- bis Sechstklässler aller Hildener Schulen zusammen, die jährlich neu gewählt werden. Sitzungsleiter des Kinderparlaments ist der amtierende Bürgermeister; das Jugendparlament wählt unmittelbar nach seiner Wahl zwei gleichberechtigte Vorsitzende.

Verbandswesen[Bearbeiten]

Hilden ist Sitz einer der beiden Bundesgeschäftsstellen der Gewerkschaft der Polizei. Die andere befindet sich in Berlin.

Das selbstorganisierte, ehrenamtliche Jugendverbandswesen ist in Hilden nur vergleichsweise schwach ausgeprägt. Neben zwei Pfadfinderverbänden (Europa-Scouts Hilden und Stamm Apollo im Pfandfinderverband Mosaik) tritt in der lokalen Wahrnehmung vor allem die KjG St. Konrad hervor, die mit etwa 230 Mitgliedern wohl die größte örtliche Untergliederung dieses bundesweit tätigen kirchlichen Jugendverbands ist.

Stadtverwaltung[Bearbeiten]

Die hauptamtliche Verwaltungsspitze bilden seit dem 23. Juni 2014: Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD), 1. Beigeordneter Norbert Danscheidt (CDU), Beigeordneter Reinhard Gatzke (parteilos) und Beigeordnete Rita Hoff (parteilos).

Sonstige Verwaltungsstellen[Bearbeiten]

Öffentliche Institutionen runden das Bild ab: Außer der Stadtverwaltung mit ihren Ämtern und Einrichtungen beherbergt Hilden ein Finanzamt und das Landesprüfungsamt.

Hilden ist Standort einer Kaserne der Bundeswehr, wegen ihrer speziellen Lage auch Waldkaserne genannt, in der das einzige Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr stationiert ist. In Hilden befindet sich außerdem die Stelle 31 des MAD.

[Bearbeiten]

Die Stadt führt ein Stadtwappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel. Das Recht zur Führung eines Wappens ist der Stadt mit Urkunde vom 2. April 1900 von König Wilhelm II. von Preußen verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter silbernem (weißem) Schildhaupt, darin ein roter Wechselzinnenbalken, in Grün ein silberner Schrägwellenbalken, begleitet oben von einem silbernen (weißen) Kammrad unten von einer silbernen (weißen) Sichel. Im Oberwappen eine dreitürmige silberne (weiße) Mauerkrone mit geschlossenem schwarzen Tor.“

Das erste Wappen Hildens entstammt einem Entwurf von Peter Wymar und Dr. Woldemar Harleß, der mit Änderungen des königlichen Heroldsamtes in Berlin versehen wurde. Der Heraldiker Wolfgang Pagenstecher änderte diesen Entwurf 1950 in die jetzige Form.

Die befestigten Türme auf der Wappenkrone symbolisieren die Herrschaft der Kölner Erzbischöfe (anderen Quellen zufolge weisen sie auf die Stadtrechte hin). Der rote Zinnenbalken erinnert an die Grafen des Herzogtums Berg, während im unteren Segment ein silbernes Band die Itter darstellt. Zu der Zeit, als Hilden das Wappen erhielt, war die Wirtschaft zu etwa gleichen Teilen von Landwirtschaft und Industrie geprägt, was durch eine Sichel und das Kammrad zu beiden Seiten des Flusses verdeutlicht werden sollte.[27]

Flagge[Bearbeiten]

„Die Stadtflagge zeigt längs geteilt und in gleicher Breite (gemeint ist quergeteilt) die Farben Grün, Weiß, Rot mit dem Stadtwappen in der Mitte.“[28]

[Bearbeiten]

Das 2012 von einer Duisburger Agentur entworfene neue Logo der Stadt weist eine Dreiteilung auf und ist an das historische Wappen angelehnt. Das mit Burgzinnen versehene Logo in den blassen Farben Rot, Weiß und Grün mit dem dazu gehörigen Schriftzug „Hilden“ symbolisiert eine Stadt im Grünen an dem Fluss Itter und der Autobahn mit einem Bezug auf ihre Geschichte.[29]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Hildener religiöse Gemeinden[Bearbeiten]

In Hilden gibt es folgende Religionsgemeinschaften:[30]

  • Evangelische Kirchengemeinde
  • Katholische Kirchengemeinde
  • Islamische Moscheegemeinden
  • Evangelisch-freikirchliche Gemeinde
  • Apostolische Gemeinschaft e.V.
  • Neuapostolische Kirche Hilden
  • Jehovas Zeugen

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Am Markt befindet sich die aus dem 13. Jahrhundert stammende Reformationskirche. Die Evangelische Kirchengemeinde besteht aus den Gemeindezentren Reformationskirche, Erlöserkirche und Friedenskirche sowie aus sieben Pfarrbezirken. Die Evangelische Erwachsenenbildung betreibt mehrere soziale Projekten, darunter den Christlich-Muslimischen Dialog mit der Türkisch Islamischen Gemeinde und einen Jugendaustausch mit der Stadt Saratow an der Wolga in Russland.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die drei katholischen Gemeinden in Hilden (St. Jacobus, St. Konrad und St. Marien) wurden zum 31. Dezember 2009 durch den Kölner Erzbischof aufgelöst und am 1. Januar 2010 zu einer Pfarrei, der Katholischen Kirchengemeinde St. Jacobus, Hilden, fusioniert, wodurch sie die derzeit größte katholische Gemeinde im Erzbistum Köln wurde. Die Pfarrei St. Johannes Evangelist hatte sich bereits im Jahr 2007 aufgelöst und St. Jacobus angeschlossen. Die Katholische Kirchengemeinde Hilden hat ihren Mittelpunkt im Zentrum St. Jacobus.

Judentum[Bearbeiten]

Die Hildener Bürger jüdischen Glaubens werden von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf betreut.[31]

Islamische Gemeinschaft[Bearbeiten]

Hilden verfügt über zwei Moscheen:

Die Emir-Sultan-Moschee, die am 29. April 2001 feierlich eingeweiht wurde, ist Mittelpunkt der Türkisch-Islamischen Gemeinde. Die Moschee, die sich im Industriegelände nahe der S-Bahn-Station in der Otto-Hahn-Straße befindet, hat ein Minarett. Zum Freitagsgebet kommen um die 200 Gläubige. Die Hildener Moschee gehört zu einer Gruppe weiterer nach Emir Sultan benannter Moscheen in Deutschland. Die Moschee wird vom Türkischen Arbeitnehmerverein betrieben.[32]

Die am 26. Mai 2013 eröffnete Arrahman-Moschee in der Telleringstraße ist religiöses und kulturelles Zentrum für rund 1.000 Hildener mit marokkanischen Wurzeln.[33] Sie verfügt über eine Fläche von mehr als 2.200 m2.[34] Ihr Bau wurde vom Marokkanischen Freundeskreis Hilden e. V. initiiert[35] und aus Spenden der Vereinsmitglieder nebst finanzieller Unterstützung des Marokkanischen Königreichs finanziert.[34] Die beiden Gebetsräume der Moschee bieten 500 Männern sowie 250 Frauen und kleinen Kindern Platz.[36]

Statistisches[Bearbeiten]

Nach Angaben des Statistischen Jahrbuchs sah die Religionszugehörigkeit der Hildener im Jahre 2010 folgendermaßen aus: Gesamtbevölkerung 55.424, Protestanten 16.164, Katholiken 18.735 und Sonstige 20.525.[37]

Migration und Integration[Bearbeiten]

Struktur[Bearbeiten]

Der Integrationspolitik in Hilden gaben neue Strategien einen wichtigen Impuls. Das Konzept wurde im Jahre 2005 (?) in einer Studie veröffentlicht, die vom Amt für Soziales und Integration erstellt wurde.[38]

Laut obiger Studie leben in der Stadt Hilden ca. 7.000 Ausländer, Aussiedler und Flüchtlinge, was mit 12,2 % die vierthöchste Quote im Kreisgebiet Mettmann bedeutet. Dabei können u. a. die Kinder aus Zuwanderungsfamilien, die seit der gesetzlichen Änderung im Jahr 2000 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, nicht mit einbezogen werden. Statistische Angaben liegen dazu nicht vor. Tatsächlich ist also der Anteil der Migrantinnen und Migranten höher als der konkret erfasste Anteil. Die Zahl der ausländischen Jugendlichen liegt in der Relation deutlich über dem Anteil deutscher Kinder, wohingegen die Anzahl der älteren Migranten wesentlich geringer ist, als die Zahl deutscher Senioren.

Ohne die zugewanderten Mitbürger würde somit die Altersentwicklung noch ungünstiger verlaufen. Zuwanderung ist deshalb schon allein notwendig, um der Überalterung der Bevölkerung entgegenzuwirken. Ohne Berücksichtigung der Aussiedler und Asylbewerber kommen in Hilden die zahlenmäßig größten Gruppen aus den ehemaligen Anwerbeländern.

In Hilden leben Staatsangehörige aus mehr als 100 verschiedenen Nationen. Über die Anzahl der Personen, die durch Einbürgerung Deutsche wurden, kann keine Aussage gemacht werden.

Der Anteil arbeitsloser Migrantinnen und Migranten ist überproportional hoch (6,5 % Arbeitslosenquote, 18,5 % Ausländeranteil), wenn auch die anderen kreisangehörigen Städte durchaus höhere Werte als Hilden ausweisen. Bislang haben in Hilden 23 % der ausländischen Personen – bezogen auf alle Sozialhilfeempfänger – Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten. Auch dieser Anteil liegt – wie bei der Arbeitslosigkeit – deutlich über dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil ausländischer Mitbürger und Mitbürgerinnen. Über 50 % aller Ausländer sind im Besitz einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis bzw. haben eine Aufenthaltsberechtigung, so dass ihr Aufenthalt auf Dauer angelegt ist.

Statistik[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle gibt die Anzahl in Hilden ansässiger ausländischer Staatsbürger wieder:[39]

Nationalität Anzahl
2005
Anzahl
2011
Griechen 000000000000280.0000000000280 000000000000296.0000000000296
Italiener 000000000000727.0000000000727 000000000000709.0000000000709
Kroaten 000000000000243.0000000000243 000000000000241.0000000000241
Marokkaner 000000000000580.0000000000580 000000000000404.0000000000404
Niederländer 000000000000143.0000000000143 000000000000109.0000000000109
Polen 000000000000350.0000000000350 000000000000418.0000000000418
Portugiesen 000000000000421.0000000000421 000000000000392.0000000000392
Serben/Montenegriner 000000000000430.0000000000430 000000000000222.0000000000222
Spanier 000000000000193.0000000000193 000000000000170.0000000000170
Türken 000000000001159.00000000001.159 000000000001033.00000000001.033
Ukrainer 000000000000162.0000000000162 000000000000139.0000000000139
sonstige 000000000001384.00000000001.384 000000000001532.00000000001.532
Gesamt 000000000006072.00000000006.072 000000000005665.00000000005.665

Verbände und Vertretungen[Bearbeiten]

Inzwischen nehmen Migranten aktiv am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil in den politischen Parteien, Gewerkschaften, in der Kultur und in Sportverbänden. Auch im Rat der Stadt Hilden sind sie vertreten.

Als spezielle Interessenvertretung der Spätaussiedler und Migrantengruppen wurde der Integrationsrat eingerichtet. Der gegenwärtige Integrationsrat wurde am 7. Februar 2010 gewählt. 4775 Ausländer ab 16 Jahren waren damals wahlberechtigt. Zur Wahl traten mehrere Listen – eine internationale Liste der SPD, eine Liste der Bürgeraktion Hilden, eine Liste des Beirats für Spätaussiedler und eine Liste der Türkischen Islamischen Gemeinde Hilden sowie zahlreiche Einzelkandidaten an.[40]

In Hilden gibt es momentan folgende Verbände ausländischer Migranten:

  • Türkischer Arbeitnehmerverein
  • Griechischer Club e.V. Hilden
  • Circolo Italo Tedesco Hilden e.V.
  • Uniao Portuguesa de Hilden e.V.
  • Spanischer Familienverein
  • Marokkanischer Freundeskreis Hilden e.V.
  • Slowenischer Kultur und Sportverein Maribor e. V.
  • Jugoslawisch-Deutscher Kulturverein Hilden e.V.

Freizeit[Bearbeiten]

Hilden bietet ein breites Freizeit-Angebot. Außer dem Stadtpark und einigen kleineren Parks und Spielplätzen besitzt Hilden zwei große Schwimmbäder: das Hildorado, ein überörtlich bekanntes Hallenschwimmbad, und das Waldbad in naturnaher Lage am Waldrand. Weiterhin gibt es ein kleines Kino mit drei Sälen, einen Minigolfplatz sowie mehrere Jugendtreffs und Kegelbahnen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Die alte Kornbrennerei, heute Wilhelm-Fabry-Museum

Hilden hat nur wenige herausragende Baudenkmäler. Darunter fallen die aus dem 13. Jahrhundert stammende Reformationskirche mit den umliegenden Fachwerkhäusern – größtenteils aus dem 16. bis 18. Jahrhundert – und dem Marktplatz. Die Mittelstraße, die in der Vergangenheit dem Verkehr als Hauptdurchgangsstraße diente und über die bis 1962 eine Straßenbahn fuhr,[41] wurde als wichtigste Einkaufsmeile vollständig zur Fußgängerzone umgestaltet. Neben dem von dem Hildener Architekten Walter Furthmann erbauten alten Rathaus (nach dem Verwaltungsneubau 1990 zum Bürgerhaus umfunktioniert) und der katholischen Kirche St. Jacobus steht dort noch eine ansehnliche Zahl von Bürgerhäusern, die um 1900 errichtet worden waren.

Das Wilhelm-Fabry-Museum, das direkt neben einer historischen Kornbrennerei eingerichtet wurde, widmet sich sowohl dem Leben und Wirken des berühmtesten Bürgers von Hilden – Wilhelm Fabry – als auch medizinhistorischen Themen in Wechselausstellungen. Regelmäßig finden dort auch künstlerische Themenausstellungen statt, die überregionale Beachtung finden.

Einen Einblick in die zeitgenössische Sakralkunst gewährt die katholische St.-Konrad-Kirche im Hildener Süden, die in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts von Hermann Gottfried unter anderem mit einem monumentalen Altarbild und einem siebenteiligen Bilderfries ausgestaltet wurde.

Vom Haus Horst ist nur ein Turm im Park einer Seniorenwohnanlage übrig.

Das denkmalgeschützte Haus auf der Bech steht in der Innenstadt in der Schwanenstraße.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Personen- und Ereignisdenkmäler[Bearbeiten]

Kunstwerke[Bearbeiten]

Erholung und Sport[Bearbeiten]

Hildens Naherholungsgebiete sind der Stadtwald im Nordosten und das Heidegebiet Karnap-West im Südwesten, außerdem die zu Solingen gehörende Ohligser Heide im Südosten. Hier besteht die Gelegenheit zu ausgedehnten Spaziergängen. Auch der im Nordwesten auf Düsseldorfer Stadtgebiet gelegene Elbsee wird aufgrund seiner unmittelbaren Nähe von Hildenern oft zur Erholung aufgesucht. Zum Schwimmen ist er aus Naturschutzgründen jedoch nicht freigegeben.[42] Daneben findet sich eine Anzahl weiterer, meist künstlich entstandener Seen, die großenteils Angelvereinen verpachtet sind.

Außerdem verfügt Hilden über ein Freibad und ein Multifunktionsbad mit Wellness- und Saunabereich. Gelegenheit zur sportlichen Betätigung bieten die insgesamt 53 Sportvereine, das Tenniszentrum des Ex-Profis Wilhelm Bungert, die Bezirkssportanlage und einige privat betriebene Sport- und Fitnesszentren.

Bereits 1926 wurden am Sandberg die ersten Flugversuche unternommen. Damit ist Hilden die Wiege des Segelfluges im Rheinland und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Am Sandberg und später auf dem Segelfluggelände am Weiler Kesselsweier wurde bis 2008 Segelflug betrieben.[43]

Lange Zeit klassenhöchste Fußballmannschaft war der SV Hilden-Nord, der zwar nur noch in der Landesliga spielt, aber auf gelungene Auftritte im DFB-Pokal 1990/91 (2:1 gegen SC Freiburg) und das Hervorbringen eines Nationalspielers wie Michael Tarnat zurückblicken kann. Seit dem Aufstieg 2013 in die fünftklassige Oberliga Niederrhein ist der VfB 03 Hilden der klassenhöchste Klub. Außerdem bringt die Stadt mit der Spielvereinigung Hilden 05/06 noch einen Fußballverein hervor.

Am 8. März 2013 (Welt-Frauentag) hat sich zusätzlich ein reiner Frauen- und Mädchen Sportverein (FSV Mädchenpower Hilden 2013 e.V.) in Hilden gegründet. Die Verbundenheit mit der Itterstadt ist auch an den Vereinsfarben und dem Vereinswappen erkennbar. Als Botschafterin konnte der größte Verein in Hilden für Mädchenfußball die Fußball-Nationalspielerin Alexandra Popp gewinnen.

Neben Fußball hat sich, was sportlichen Erfolg angeht, eine weitere Sportart etabliert: Inline-Skaterhockey. Die Hilden Flames spielen unter dem Dach der Hildener Allgemeinen Turnerschaft und haben binnen drei Jahren den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft. Dazu konnten im Nachwuchsbereich Erfolge gefeiert werden. So spielen die Flames in zwei weiteren Alterbereichen erstklassig (Stand 2007).

Erfolgreich sind neben den Sportlern des Kanu-Clubs Hilden auch die Leichtathleten der LG Hilden, einer Wettkampfgemeinschaft der beiden größten Hildener Sportvereine TUS 96 Hilden und Hildener Allgemeinen Turnerschaft (HAT).

Der ansonsten überwiegend breitensportlich orientierte TUS 96 betreibt leistungssportlich außerdem eine große Basketball-Abteilung, in der zurzeit sechs Erwachsenen- und acht Jugendmannschaften am Ligabetrieb teilnehmen. Die 1. Herrenmannschaft spielte bis zum Sommer 2010 in der 2. Regionalliga, der vierthöchsten Spielklasse des deutschen Basketballsports, musste zuletzt jedoch aufgrund ausbleibender sportlicher Erfolge in die nächsttiefere Oberliga absteigen.

Am Elbsee sind im „Wassersportzentrum Elbsee“, vier Hildener Wassersportvereine, die Seglergemeinschaft Hilden, der Hildener Windsurfing Club, die Ortsgruppe Hilden der DLRG und der Kanu-Club Hilden angesiedelt.

Im Schießsportzentrum der St. Sebastianus Schützenbruderschaft an der Oststr. bietet sich für Sportschützen auf einer modernen Anlage die Möglichkeit von Luftdruck bis Großkaliber allen Disziplinen des Schießsports nachzugehen.

Des Weiteren wurde dem lokalen Base- und Softballverein, den Hilden Wains, am 19. September 2007 per Ratsbeschluss die finanzielle Unterstützung und Bereitstellung eines Grundstückes zum Bau einer Ballsportanlage im Nordwesten Hildens zugesichert.[44]

Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche und junge Erwachsene bietet Hilden mit dem Jugendkulturzentrum „Area 51“ im Norden sowie dem Jugendtreff am Weidenweg („JaW“) im Süden der Stadt. Kinder und jüngere Jugendliche finden Anlaufstellen im „Kinder- und Jugendtreff St. Konrad“ (Hilden Süd), im „Jugendclub Mühle“ (Hilden Ost) sowie am „Abenteuerspielplatz“, dessen Träger die „Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte e. V.“ ist.

Ein weiterer Knotenpunkt ist der Hildenring im Hildener Industriegebiet West, wo Motorsportbegeisterte im Kart ihre Runden drehen können.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rosenmontagszug
  • Büchermarkt (im März, August und November)
  • Hildener Jazztage (im Mai/Juni)
  • Hildener Künstlermarkt (im Juni)
  • Schützenfest der St.Sebastianus Schützenbruderschaft in der Innenstadt (im Juni)
  • Oldie-Night Open Air (alle zwei Jahre auf dem Nordmarkt)
  • Schwatter Jazz (im August)
  • Tag der offen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Hilden (zwischen August und September)
  • Autoschau (im September)
  • Festakt zum Tag der Deutschen Einheit
  • Herbstkirmes („Itterfest“) im Oktober
  • Starke Zeiten Jugendschutzwoche (im Oktober)
  • Bandcontest (im November; Gemeinschaftsveranstaltung des Kreises Mettmann – Geldgeber -, der Stadt Hilden – Veranstaltungsraum „Area 51“ – und der KjG St. Konrad – Personal)
  • Hildener Genusstage (November)
  • Oldie-Night (jährlich am letzten Samstag im November)
  • UNICEF-Gala (im Dezember)
  • Weihnachtsmarkt (Dezember)

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Stadtplanung und Umwelt[Bearbeiten]

Mehrfach erfolgten in neuster Zeit Eingriffe von höheren Stellen in das gewachsene Stadtbild und die Natur.

So bildete der verkehrspolitisch an sich sinnlose Autobahnbau ab den späten 1930er Jahren eine breite Schneise durch das natürliche Waldgebiet. Er schnitt den Stadtwald in zwei Teilbereiche, einen schmalen zur Stadt hin und einen breiten in Richtung Haan und Ohligs. Für Wanderer wurde über die Autobahn am Jägersteig eine einfache Holzbrücke angelegt, die wegen ihrer geringen Stabilität manchmal schwankte und im Volksmund deshalb „Lügenbrücke“ genannt wurde.

Die Anlage von Siedlungen für die britischen Besatzungstruppen nach dem Kriege führte zur Zerstörung von Feldern und Parkgelände in der Innenstadt. Die Anwohner sahen damals mit Schrecken, wie die großen Bagger kamen und für den Siedlungsbau ein Feld nach dem anderen zerstörten. Damals reichten die Felder in der Innenstadt bis zur Hagdornstraße. In der Südstadt erfolgte der Bau von Siedlungen für Flüchtlinge und Übersiedler aus dem Osten auf Kosten der Natur.

Einen Eingriff in die Natur bedeutete auch der Bau der Erdölpipeline von Wilhelmshaven nach Wesseling in den 1960er Jahren, die allerdings abgesehen von Pipeline-Pfeilern kaum sichtbar war, dennoch aber das ungute Gefühl einer möglichen Schädigung durch das Öl hinterließ. Auf heftige Proteste bis hin zu Demonstrationen stieß in neuester Zeit der Bau einer CO-Pipeline der Bayer AG durch Hilden. Gegen die inzwischen fertiggestellte, aber noch nicht in Betrieb befindliche Pipeline bildeten sich mehrere Bürgerinitiativen, die zusammen mit den betroffenen Städten Klagen der direkt betroffenen Grundstückseigentümer vor dem Oberverwaltungsgericht Münster unterstützen. Ärzte warnten vor den Folgen eines Kohlenmonoxid-Ausstoßes. Auch war man besorgt um die Erdbebensicherheit der Pipelines. Unverständnis herrschte auch über der Pipelineführung, die unnötigerweise ins Rechtsrheinische zweimal den Rhein überquert, statt den kürzeren, weniger belastenden Weg linksrheinisch zu nehmen.[45] [46] Das noch bis in die frühen 1960er Jahre landwirtschaftlich geprägte Umfeld der Stadt mit verschiedenen kleinsten dörflichen Siedlungen (Elb, Meide, Kolksbruch, Birken, Klophaus, Bolthaus, Örkhaus, Hülsen) und Höfen veränderte sich stark. Ungehemmte Bau- und Verkehrsplanung bis in die achtziger Jahre hinein veränderten das innerstädtische Bild, das den Krieg im Wesentlichen unbeschadet überstanden hatte, drastisch. Von Hausbesetzungen begleitete, vehemente Bürgerproteste haben nur einzelne wenige Bauten vor dem Abriss bewahren können. In der Schwanenstraße wurden alte Fachwerkhäuser schon in den 1960er Jahren dem Verfall preisgegeben und abgerissen. Auch die damalige Apfelstraße, die von zahlreichen gründerzeitlichen Bauten gesäumt war, wurde Opfer der damaligen Verkehrsplanung.

Statt des vorgeschlagenen Baus einer großzügigen Umgehungsstraße wurde zur Entlastung des Verkehrs mit der Berliner Straße eine Hauptverkehrsader – die B 228 - ohne Rücksicht auf gewachsene Siedlungszusammenhänge mitten durch die Innenstadt geführt. In der Mittelstraße wurde die historische Bebauung rechts und links des alten Rathauses durch Neubauten ersetzt, die den historisch vorgegebenen Rahmen ignorieren. Die noch in den 1970er Jahren z. T. erhaltenen dörflichen Strukturen (Felder und Gärten) im nördlichen rückwärtigen Bereich der Mittelstraße verschwanden ebenfalls beim Bau der vierspurigen Berliner Straße. Erst in den 1980er Jahren wurde durch die Anlage der Fußgängerzone und den Bau von Parkhäusern und Tiefgaragen die zuvor besonders an Samstagen häufig nahezu chaotische Verkehrssituation in der Innenstadt entspannt und bürgerfreundlicher gestaltet. Verschont von Neubaumaßnahmen blieb der innerste Stadtkern um die Reformationskirche, wo heute noch die letzten Fachwerkhäuser stehen und die verbliebenen Altbauten in den 1990er Jahren eine gewisse Aufwertung erfuhren.

Nicht nur die städtische Bauplanung, sondern auch die Umstellung des öffentlichen Nahverkehrs in den 1970er Jahren löste in der Hildener Bevölkerung heftige Diskussionen aus. Während das benachbarte Düsseldorf und andere rheinische Städte am Schienenverkehr festhielten, wurde in Hilden 1962 der Betrieb der historischen Straßenbahn eingestellt und durch Busverkehr und später außerdem noch durch eine S-Bahn-Linie ersetzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Hilden ist mit dem Auto über nahegelegene Autobahnen (Hildener Kreuz, A 3/A 46, Abfahrt auch an der A 59) zu erreichen. Zusammen mit der A 542 bilden die genannten Autobahnen ein Karree, das die direkt benachbarten Städte Hilden und Langenfeld umschließt.

Öffentlicher Personennahverkehr: Hilden liegt im Bereich des VRR und ist mit der Linie S1 der S-Bahn Rhein-Ruhr sowie mehreren Buslinien der Rheinbahn erreichbar. Es gibt in Hilden zwei S-Bahn-Stationen: den Bahnhof Hilden (eröffnet 1874) und den Haltepunkt Hilden Süd (seit 1979), der S-Bahn-Verkehr zwischen Düsseldorf, Hilden und Solingen wurde 1980 aufgenommen. Von besonderer Bedeutung für den innerstädtischen Personenverkehr ist die 1999 eingerichtete Ortsbuslinie O 3, die in Nord-Süd-Richtung quer durch die Stadt verläuft.

Früher war Hilden an das reguläre Netz der Deutschen Bundesbahn angeschlossen, das Hilden auf direktem Wege mit Düsseldorf Hbf, Solingen-Ohligs und Köln Hbf verband. Heute gibt es keine direkte Zugverbindung zwischen Hilden und Köln, auch nicht mit der S-Bahn. Man muss zuerst von Hilden nach Solingen-Ohligs oder Langenfeld fahren und dort in den Zug nach Köln umsteigen.

In Hilden verkehrte noch bis Anfang der 1960er Jahre eine Meterspur-Straßenbahn, die von der Düsseldorfer Rheinischen Bahngesellschaft betrieben wurde. Es gab damals zwei Linien von Düsseldorf-Benrath über Hilden nach Wuppertal-Vohwinkel sowie nach Solingen-Ohligs, die nach den Zielorten benannt wurden, also Linie „V“ und Linie „O“. Ihr Depot befand sich in Düsseldorf-Benrath, wo auch die Düsseldorfer Straßenbahnlinien ihren Endpunkt hatten. Kurioserweise vereinte sich bei der Einfahrt ins Depot die Hildener Meterspur mit der Düsseldorfer Normalspur, so dass es so aussah, als ob die Bahn noch ein drittes Mittelgleis befahre. Der Hildener Straßenbahnbetrieb wurde 1962 eingestellt. Laut Pressemeldungen wurden die Straßenbahnwagen nach Innsbruck verkauft. Der Straßenbahnbetrieb wurde durch Linienbusse und später außerdem noch durch die S-Bahn ersetzt.

Weiterhin verfügt Hilden über ein sehr stark ausgebautes Fahrradweg-Netz. Ebenso sind in der Stadt reine Fahrradstraßen vorhanden. Zusätzlich verfügt Hilden über eine Vielzahl von Fahrradständern mit massiver Verankerung sowie von der Stadt mietbare, vollständig umschlossene Fahrradboxen an Sammelpunkten des öffentlichen Personennahverkehrs, beispielsweise an den Bahnhöfen. Ständer und Boxen werden von der Herstellerfirma unter dem Modellnamen „Hilden“ deutschlandweit vertrieben.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Mittelstraße konzentriert sich der Einzelhandel. Links das ehemalige Meldeamt und das Bürgerhaus, bis 1990 Rathaus.

Die einseitig industriell geprägte Wirtschaftsstruktur, die Hilden während des 20. Jahrhunderts aufwies, gehört heute der Vergangenheit an. So verließen unter anderen die Thyssen AG und Mannesmannröhren-Werke AG Hilden infolge der schweren Wirtschaftskrise um 1980.[47] Die Spindler-Textilwerke. die drei Betriebe in Hilden unterhielten, mussten schließen. Wenige Großbetriebe sind heute noch erhalten, darunter Akzo Nobel (ehemals ICI Paints bzw. davor Hermann-Wiederhold-Werke, Lacke und Farben) und 3M. Letztere betreiben in Hilden ihr europaweit größtes Werk. Insbesondere der Niedergang der Stahl- und Metallindustrie zwang die Stadt zum gewerblichen Strukturwandel, der äußerst erfolgreich verlaufen ist. Der Schwerpunkt der Gewerbeansiedlung liegt bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, die je nach betrieblicher Ausrichtung in Stadtrandlagen oder in der Innenstadt angesiedelt sind. Dabei wurde darauf geachtet, dass der Nachfrage nach kleinen Gewerbeeinheiten durch entsprechende Parzellierung der Gewerbeflächen Rechnung getragen wurde. Angesichts der extremen Flächenknappheit in einer der dichtest besiedelten Städte Deutschlands ist auch die Arbeitsplatzintensität ein Ansiedlungskriterium für neue Unternehmen. Im Laufe der achtziger und neunziger Jahre hat sich Hilden so als Dienstleistungs- und Technologieschwerpunkt etablieren können. Die Arbeitslosenquote betrug im November 2012 6,2 % und lag damit erheblich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt.

Zudem bewirbt das Hildener Stadtmarketing intensiv den Handelsstandort Hilden. Insbesondere der Einzelhandel ist intensiv gefördert worden, so dass der Ruf der Einkaufsstadt Hilden Nachfrage aus allen angrenzenden Kommunen anzieht. Auch der Großhandel hat in Hilden eine lange Standorttradition. Aufgrund der extrem verkehrsgünstigen Lage hat sich eine Vielzahl von Speditions- und Transportunternehmen angesiedelt.

Zu den in Hilden ansässigen Unternehmen gehören Akzo Nobel, 3M, Qiagen, Wielpütz Automotive, JMT und Talanx Deutschland Bancassurance GmbH, die Vion Hilden GmbH und viele Betriebe aus dem Technologie- und Logistik-Sektor.

Medien[Bearbeiten]

  • Rheinische Post, Lokalredaktion Hilden – regionale Tageszeitung, Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
  • Westdeutsche Zeitung, Lokalredaktion Kreis Mettmann – regionale Tageszeitung, Verlag: W. Girardet GmbH & Co. KG
  • Hildener Wochenanzeiger – lokales Anzeigenblatt (Mittwoch und Samstag), Verlag: WVW Westdeutsche Verlags- u. Werbegesellschaft mbH
  • Wochenpost (Hilden) – Lokales Anzeigenblatt (Dienstag), Wochenpost AWV Anzeigen-, Werbe- u. Verlagsgesellschaft mbH
  • Hallo! Hilden – lokales Anzeigenblatt (Mittwoch), Verlag: City Anzeigenblatt GmbH
  • Radio Neandertal – lokaler Radiosender für den Kreis Mettmann

Daneben haben in Hilden der Verlag Deutsche Polizeiliteratur, der Becker Joest Volk Verlag (Gartenliteratur) und die B&L Mediengesellschaft (Kunden- u. Fachzeitschriften) ihren Sitz.

Schule und Bildung[Bearbeiten]

Hilden verfügt über ein gut ausgebautes Schulsystem. Die Schulen sind größtenteils in städtischer Regie, es gibt aber noch mehrere kirchliche Schulen, evangelische und katholische sowie eine christlich-freikirchliche. Bis auf die katholische Mädchen-Realschule hat sich an allen Schulen die Koedukation durchgesetzt. Informationen über die weiterführenden Schulen befinden sich auf den jeweiligen Webseiten. Details zu den Grundschulen und der Hauptschule findet man im Hildener Schulportal.[48] Die 2013 neu errichtete Sekundarschule übernimmt bis 2018 kontinuierlich die bisherigen Gebäude der Wilhelm-Fabry-Realschule, die seit 2013 keine neuen Schüler mehr aufnimmt und deren Betrieb entsprechend ausläuft.[49] Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, die Wilhelmine-Fliedner-Realschule und die 2014 neu eingerichtete Evangelische Gesamtschule bilden zusammen mit dem angeschlossenen Internat (bis 2015) das Evangelische Schulzentrum Hilden. Hier befindet sich auch der Sitz der mobil betriebenen Schule für Circuskinder in NRW. Der Betrieb der Wilhelmine-Fliedner-Realschule läuft im Jahr 2019 aus; die Schule nimmt seit 2014 nur noch Quereinsteiger in die auslaufenden Klassen auf.[50]

Gymnasien:

Realschulen:

  • Theresienschule (kath. Mädchen-Realschule)
  • Wilhelm-Fabry-Realschule (städtisch, bis 2018)
  • Wilhelmine-Fliedner-Realschule (ev. Privatschule, bis 2019)

Sekundarschule:

  • Städtische Sekundarschule Hilden

Gesamtschulen:

  • Bettine-von-Arnim-Gesamtschule (Zweckverband Hilden-Langenfeld)
  • Evangelische Gesamtschule Hilden

Hauptschule:

  • Theodor-Heuss-Schule (städtisch)

Berufskolleg:

  • Berufskolleg Hilden des Kreises Mettmann

Grundschulen:

  • Adolf-Kolping-Schule (städtische katholische Grundschule)
  • Adolf-Reichwein-Schule (städtische Gemeinschaftsgrundschule)
  • Astrid-Lindgren-Schule (städtische katholische Grundschule)
  • Schule am Elbsee (städtische Gemeinschaftsgrundschule)
  • Schule im Kalstert (städtische Gemeinschaftsgrundschule, Verbund mit Schule Walder Straße)
  • Schule Schulstraße (städtische Gemeinschaftsgrundschule, Verbund mit Walter-Wiederhold-Schule)
  • Schule Walder Straße (städtische Gemeinschaftsgrundschule, Verbund mit Schule im Kalstert)
  • Walter-Wiederhold-Schule (städtische Gemeinschaftsgrundschule, Verbund mit Schule Schulstraße)
  • Wilhelm-Busch-Schule (städtische Gemeinschaftsgrundschule)
  • Wilhelm-Hüls-Schule (städtische Gemeinschaftsgrundschule)
  • Freie Christliche Schule (private evangelische Grundschule)

Sonstige Bildungsstätten:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Quelle: Stadtadressbuch Hilden 2000/2001

Berühmte Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Jahrbuch 2010, Geschichtliche Daten, ab S. 1
  3. http://www.zeitspurensuche.de/02/flur1.htm unter: Zur Bedeutung alter Orts- und Flurnamen in Haan, Hilden, Wuppertal und Umgebung.
  4. http://www.zeitspurensuche.de/02/haange1.htm unter:Zeitbereich 1801 bis 1850.
  5. Wolfgang Wennig: Hilden gestern und heute, S. 39 ff, Stadtarchiv Hilden 1977
  6. Benrath historisch, Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Band 16, S. 21.
  7. Benrath historisch, Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Band 16, S. 25.
  8. >Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, Zweiter Theil, Düsseldorf 1836, S. 70+71.
  9. a b Benrath historisch, Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Band 16, S. 28.
  10. Zeitung Groß-Benrather, in: Die Samtgemeinde Hilden-Eller-Benrath, 65. Ausgabe, November 2013.
  11. a b Mitteilung des Wilhelm-Fabry-Museum, Hildener Stadtarchiv http://www.wilhelm-fabry-museum.de/
  12. Manfred Franke: Mordverläufe. Darmstadt/Neuwied 1973, ISBN 3-472-86329-3
  13. Ernst Huckenbeck: Die Geschichte der ev. Gemeinde Hilden (1827–1947). Verlag Evangelische Kirchengemeinde Hilden, 1999
  14. Wolfgang Schmitz: Die Pfarre St. Konrad in Hilden 1937–2003. In: Hildener Jahrbuch 2012 – Neue Folge Band XIII, Verlag Stadtarchiv Hilden, 2013
  15. Siehe dazu Film- und Fotomaterial auf der Seite "Critical past"
  16. Veröffentlichung auf der Seite "Military photos".
  17. Historisches zur Waldkaserne mit Fotos auf der Homepage der Britischen Rheinarmee [1]>
  18. Hildener Stadtgeschichte: Bilder flimmern im Pferdestall – Von Miriam Drescher Vor 100 Jahren wurde mit dem „Theater lebender Photographien“ das erste Kino in Hilden eröffnet. www.wz-newsline.de vom 26. Februar 2010.
  19. Hilden auf der Webseite der britischen Rheinarmee
  20. https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=2020&bes_id=4053&menu=1&sg=0&aufgehoben=N&keyword=D%FCsseldorf-Gesetz#det0
  21. Falk Stadtplan Düsseldorf, Neuss, Meerbusch, Ratingen, Erkrath, Hilden; 29. Auflage, 1973; Maßstab 1:18500; Falk Verlag, Hamburg
  22. Joachim Schröder „...und peinlichst alles vermeiden, was irgendwie gegen deutsche Ordnung, Zucht und Sitte verstößt“. Zwangsarbeit in Hilden während des Zweiten Weltkrieges. Hrsg. vom Stadtarchiv Hilden, 2001./
  23. http://www.hilden.de/media/custom/388_2833_1.PDF?1126060209/ Strategiekonzept der Stadt Hilden zu Migration und Integration
  24. Mitteilungen des Hildener Stadtarchivs, Wilhelm-Fabry-Museum, Leiter Dr. Wolfgang Antweiler, http://www.wilhelm-fabry-museum.de/
  25. http://soz-kult.fh-duesseldorf.de/members/ulrichdeinet/jahrbuch2010/ Statistisches Jahrbuch 2010, Hilden September 2011, Chronik S.15-17/
  26. Ratsherr Bommermann will zur "Alternative" wechseln. Rheinische Post, 24. November 2014, abgerufen am 4. Dezember 2014.
  27. Geschichte des Wappens der Stadt Hilden. Abgerufen am 10. September 2013.
  28. Hauptsatzung der Stadt Hilden. Abgerufen am 10. September 2013 (PDF; 47 kB).
  29. Die Stadt Hilden hat seit heute ein neues Logo. Abgerufen am 10. September 2013.
  30. http://www.hilden.de/index.phtml?NavID=388.168 Kirchen und Religionsgemeinschaften
  31. Homepage der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf
  32. Emir Sultan Camii; Hilden: Alle an einem Tisch
  33. Christoph Schmidt: Hildens neue Moschee ist jetzt fertig. Rheinische Post, 26. Mai 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  34. a b Über uns. Islamisch-Marokkanisches Kulturzentrum Arrahman Moschee e.V., abgerufen am 3. Oktober 2013.
  35. Christoph Schmidt: Moschee Ende 2011 fertig. Rheinische Post, 4. Mai 2011, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  36. Ilka Platzek: Ein Blick in die marokkanische Moschee. Rheinische Post, 3. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  37. Statistisches Jahrbuch 2010, Religionstabelle S. 36
  38. http://www.hilden.de/media/custom/388_2833_1.PDF?1126060209/ "Integration ist machbar! Strategiekonzept", Stadt Hilden
  39. Jahrbuch 2011. Stadt Hilden, 30. November 2012, S. 66, abgerufen am 1. Oktober 2013 (PDF; 11,36 MB).
  40. http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/hilden/nachrichten/ueber-4700-auslaender-waehlen-integrationsrat-1.918159 - Über 4700 Ausländer wählen Integrationsrat, zuletzt aktualisiert am 12. Januar 2010
  41. Michael Kremer: Letzte Straßenbahn: Abschied von der Elektrischen. Westdeutsche Zeitung, 13. April 2012, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  42. Immer wieder Baden Verboten, Artikel in der Rheinischen Post vom 29. August 2008
  43. Flugplatzwiese wird Heide und Schafweide, abgerufen am 8. Oktober 2013
  44. Walter-Kirchhoff-Ballpark – Spendenseite der Hilden Wains zum Bau einer neuen Ballsportanlage
  45. http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/hilden/nachrichten/co-pipeline-klaeger-gehen-bis-nach-muenster-1.1291635/ - CO-Pipeline: Kläger gehen bis nach Münster, 27. Mai 2011
  46. http://www.rp-online.de/regionales/der-grosse-tag-der-co-pipeline-gegner-1.3795805/ - Der große Tag der CO-Pipeline Gegner, 6. November 2013
  47. 50 Jahre Wirtschaftsgeschichte (PDF; 2,1 MB) – Jubiläumsheft zum 50-jährigen Bestehen des Hildener Industrie-Verein e. V.
  48. [2] Schulportal Hilden
  49. Christoph Schmidt: Sekundarschule begrüßt erste Schüler. Rheinische Post, 5. September 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  50. Christoph Schmidt: Evangelische Gesamtschule ist gestartet. Rheinische Post, 19. August 2014, abgerufen am 9. Oktober 2014.
  51. http://www.vhs-hilden-haan.de/ Webseite der Volkshochschule Hilden-Haan
  52. http://www.ioev.nrw.de/wirUeberUns/index.php/ Webseite des Instituts für öffentliche Verwaltung NRW
  53. http://www.hilden.de/sv_hilden/Besser%20lernen/B%C3%BCcherei/ Webseite der Stadtbücherei Hilden
  54. http://www.fabryaner.de/waswurde/kraemer.htm Private Website der Ehemaligen der Wilhelm-Fabry-Schule
  55. http://www.farfarello.de/farfarello/index1.php
  56. http://big-birne.de | Private Website Graffiti-Künstler Birne
  57. http://www.freshhh.de/?page_id=5 | Künstlergemeinschaft FRESHH mit Werkverzeichnis
  58. https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Graffiti_in_Hilden_from_Dominik_Hebestreit | Graffiti in Hilden von Dominik Hebestreit

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hilden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hilden – Reiseführer