Amy und die Wildgänse

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Filmdaten
Deutscher Titel Amy und die Wildgänse
Originaltitel Fly Away Home
Produktionsland USA
Originalsprache englisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK ohne Altersbeschränkung
Stab
Regie Carroll Ballard
Drehbuch Robert Rodat,
Vince McKewin
Produktion John Veitch,
Carol Baum
Musik Mark Isham
Kamera Caleb Deschanel
Schnitt Nicholas C. Smith
Besetzung

Amy und die Wildgänse (Originaltitel Fly Away Home) ist ein 1995/1996 in Kanada gedrehter Spielfilm über die Migration von Kanadagänsen.

Der Film basiert auf der wahren Geschichte von William Lishman, einem kanadischen Erfinder, der erstmals Kanadagänse mit seinem Ultraleichtflugzeug in den Süden geführt hat.

Handlung[Bearbeiten]

Die 14-jährige Amy Alden (Anna Paquin) wird nach dem Unfalltod ihrer in Neuseeland lebenden Mutter von ihrem Vater Thomas Alden (Jeff Daniels) nach Kanada auf dessen Farm geholt. Da sie jedoch fast keine emotionale Beziehung zu ihrem Vater hat, von dem sich die Mutter schon lange zuvor getrennt hatte, findet sie sich nur schwer in ihr vollkommen verändertes Leben und in die neue Umgebung ein. Sie vermisst ihre Freunde und ihre Mutter, findet jedoch schnell in der neuen Lebensgefährtin ihres Vaters eine Freundin. Ihr Vater ist, genau wie ihre Mutter, ein Künstler und verdient sein Geld mit Skulpturen und Erfindungen.

Auf ihren Streifzügen durch die Umgebung entdeckt Amy eines Tages in einem gerodeten Waldstück das verwaiste Gelege einer Kanadagans. Sie brütet die Eier in einer Schublade aus und zieht schließlich 16 junge Gänse auf. Die Vögel, auf Amy geprägt, betrachten sie als Mutter und folgen ihr überallhin. Es zeichnet sich daraufhin ein Streit mit einem Mitarbeiter der Naturschutzbehörde ab, der den Gänsen die Flügel stutzen will, um sie am Fliegen zu hindern.

Amys Gänse fliegen aber auch so nicht, denn die jungen Gänse folgen normalerweise ihren Eltern in das südliche Winterquartier und erlernen so das Fliegen und die richtige Route. Damit Amys Gänse das auch erlernen können, hat Amys Vater die Idee, mit seinem Ultraleichtflugzeug den Weg in den Süden zu zeigen. Da die Gänse jedoch nur Amy folgen, misslingen alle Versuche das Flugzeug als Führungsgans anzuerkennen. Als Amy heimlich versucht selbst das Flugzeug zu fliegen, folgen ihr die Gänse sofort. Jedoch kommt sie nur wenige Meter weit und stürzt aus geringer Höhe ab, übersteht den Absturz jedoch unverletzt. Ihr Vater verkauft daraufhin einige seiner Kunstwerke, kauft Amy vom Erlös einen eigenen, sicheren Ultraleichtflieger und beginnt ihr das Fliegen beizubringen.

Mit der Hilfe einiger weiterer Freunde und Angehöriger nehmen sie Kontakt mit einem US-amerikanischen Vogelkundler auf, der in North Carolina ein Vogelschutzgebiet kennt, das jedoch von Zugvögeln in letzter Zeit nicht mehr aufgesucht wurde. Es soll daher zukünftig als Bauland genutzt werden, wenn bis zu einem Stichtag keine Zugvögel eintreffen. Wenn es gelingen würde die Gänse dorthin zu bringen, würden sie automatisch jedes Jahr wieder dorthin zurückkehren und so auch das Naturschutzgebiet vor der Bebauung bewahren.

Kurz vor dem geplanten Abflug stiehlt der Mitarbeiter der Naturschutzbehörde jedoch die Vögel, um ihnen am nächsten Tag doch noch die Flügel zu stutzen. Am frühen Morgen darauf befreien Freunde der Familie die Gänse wieder aus ihren Käfigen. Nach einem vorher abgesprochenem Zeitplan überfliegt Amy das Gelände und die Gänse folgen ihr in Richtung Süden.

Der Flug ist vor allem für die untrainierten Gänse sehr anstrengend. Nach dem Überflug in die USA über den Ontariosee landen sie kurz nach Sonnenuntergang mit dem letzten Rest Treibstoff auf einer gerade noch am Ufer erkennbaren "Landefläche", welche sich allerdings als US-Luftwaffenbasis entpuppt. Dort werden die Eindringlinge mit dem Radar geortet und es wird Alarm ausgelöst. Zwei F-16 stehen bereits zum Abfangen bereit, doch rechtzeitig wird noch erkannt, was da auf den Stützpunkt zufliegt. Amy und ihr Vater werden nach der Landung gestellt. Der Flugplatzkommandant wirft ihnen mit ernster Miene vor, dass sie "die emotionale Entwicklung seiner Piloten um 20 Jahre zurückgeworfen" haben. Der Kommandant stellt sich aber als humor- und verständnisvoller Mensch heraus, der die beiden schließlich sogar unterstützt. Für die Nacht stellt er für die Ultraleichtflugzeuge und die Gänse einen Hangar zur Verfügung und lässt sich mit den "Eindringlingen" von der Militärpresse fotografieren. Er informiert auch die allgemeine Presse, so daß fortan die US-Medien wohlwollend über das Vorhaben von Amy und ihrem Vater berichten.

Der Flug verläuft in Etappen, unterstützt werden sie bei den Zwischenlandungen von den ihnen am Boden folgenden Freunden, aber auch von hilfsbereiten Fremden. Auf einem späteren Streckenabschnitt fällt das Navigationsgerät aus, weil Amys Vater die Batterien nicht geladen hatte und im Nebel finden sie sich unversehens in den Straßenschluchten Baltimores wieder, was jedoch wiederum positives Medienecho erzeugt.

Kurz vor dem Ziel stürzt Amys Vater aufgrund eines technischen Defekts an seinem Fluggerät noch in ein Maisfeld, er wird leicht verletzt und verlangt von Amy die letzten 30 Meilen allein weiter zu fliegen. Amy erreicht mit den Gänsen das Naturschutzgebiet kurz vor Ablauf der Frist.

Im folgenden Sommer kehren, laut eingeblendetem Text, alle 16 Gänse selbständig zur Farm der Aldens zurück.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1997 wurde Caleb Deschanel in der Kategorie Beste Kamera für den Oscar nominiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Amy fliegt nach US-Recht kein Ultraleichtflugzeug, sondern ein „Ultralight aircraft“. Darunter fallen in den USA einsitzige fliegende Geräte, die ohne Pilotenschein oder Fahrerlaubnis geflogen werden dürfen. „Ultralight aircraft“ dürfen nicht schneller als 55 kt (102 km/h) fliegen, müssen bei 25 kt (46 km/h) noch flugfähig sein, dürfen nicht mehr als 5 Gallonen (18,9 l) Kraftstoff mitführen und ihr Leergewicht ist strikt auf 254 lbs (115 kg) zuzüglich Gesamtrettungssystem und Schwimmer begrenzt. Es gibt kein Mindestalter für den Piloten und keine Registrierung für die „Ultralight aircraft“. Da diese ausdrücklich nicht als Flugzeuge gelten, dürfen sie auch überall starten und landen.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film startete am 30. Januar 1997 in den Kinos und erschien am 12. August 1997 auf Video. Am 6. April 1998 erschien er erstmals auf DVD und am 9. April 2009 auf Blu-ray.

Literatur[Bearbeiten]

  • Patricia Hermes: Amy und die Wildgänse. Nach einem Drehbuch von Robert Rodat und Vince McKewin. (Originaltitel: Fly Away Home). Deutsch von Thomas Wollermann. Droemer Knaur, München 1997, 223 S., ISBN 3-426-60657-7

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]