General Dynamics F-16

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F-16, F 16 und F16 sind Weiterleitungen auf diesen Artikel. Zur f-16-Regel in der Fotografie siehe Belichtung ohne Messung
General Dynamics F-16 Fighting Falcon
General Dynamic F-16 USAF.jpg
F-16C „Fighting Falcon“ der U.S. Air Force
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller:
Erstflug: 2. Februar 1974
Indienststellung: 17. August 1978
Produktionszeit: Seit 1978 in Serienproduktion
Stückzahl: 4.500 (Stand: 2012)

Die F-16 Fighting Falcon ist ein Mehrzweckkampfjet des amerikanischen Unternehmens General Dynamics, dessen Militärflugzeugsparte mittlerweile zu Lockheed Martin gehört. Sie befindet sich weltweit im Einsatz für zahlreiche Staaten und wird manchmal mit dem Spitznamen Viper bezeichnet.

Zielsetzung und Ursprung[Bearbeiten]

Eine YF-16 (vorn) neben der YF-17

Von Anfang an war die F-16 weder als technischer Durchbruch noch als mächtige Waffenplattform gedacht, sondern als hochverfügbares kostengünstiges „Arbeitstier“ für viele Einsatzgebiete. Dies unterscheidet die F-16 von ihren Vorgängern und parallel eingeführten Mustern, die entweder nicht allwettertauglich (F-104) oder sehr teuer waren (F-15).

Mit ihrer Auslegung ist die F-16 eher ein Jäger als ein Bodenangriffsflugzeug. Sie ist klein und agil, und das Cockpit ist auf optimale Rundumsicht für den Piloten ausgelegt, was im Luftkampf lebenswichtig ist. Die F-16 ist für den Luftkampf mit einer internen M61-Vulcan-Bordkanone ausgerüstet; außerdem können an den Waffenbefestigungspunkten unter dem Rumpf und unter den Tragflächen Luft-Luft-Raketen der Typen Sidewinder und AMRAAM angebracht werden. Sofern die F-16 für Bodenangriffs- und Unterstützungseinsätze benötigt wird, ist es möglich, sie mit verschiedenen Luft-Boden-Raketen und Präzisionsbomben zu bewaffnen.

Die F-16 hat ihren Ursprung im Lightweight-Fighter-Programm, einem vom amerikanischen Verteidigungsministerium im Jahr 1974 ausgeschriebenen Konstruktionswettbewerb, der ein kostengünstiges Flugzeug mit einem Schub-Gewichts-Verhältnis größer als 1:1 als Ersatz für einige ältere Typen in den Beständen der United States Air Force zum Ziel hatte. Zwei Firmen wurden schließlich beauftragt, Prototypen zu bauen: General Dynamics den einmotorigen Prototyp YF-16 und Northrop den zweimotorigen Prototyp YF-17 Cobra. Die YF-16 hatte ihren Erstflug am 2. Februar 1974. Die Air Force wählte nach einem Auswahlverfahren die YF-16 für den Serienbau; die YF-17 Cobra wurde nicht eingemottet, sondern erfolgreich zum trägergestützten Jagdbomber F/A-18 Hornet weiterentwickelt.

Neben dem offiziellen Namen, Fighting Falcon, wird die F-16 oft Viper genannt. Dies rührt daher, dass die Piloten auf der Hill AFB, dem ersten F-16-Stützpunkt, zu großen Teilen der Ansicht waren, dass die F-16 beim Abheben wie eine Kobra aussehe. Dieser Name war aber bereits für die YF-17 vorgesehen, so dass sie auf eine andere Schlange, die Viper, auswichen. Ein weiterer Grund für den Namen Viper sollen die gleich benannten Raumschiffe in der TV-Serie Kampfstern Galactica gewesen sein. Die Luftwaffenführung entschied sich letztlich jedoch für den Namen Fighting Falcon, da ein Vogel besser passe. Als Spitzname konnte sich der Name Viper jedoch halten.[1]

Konstruktion[Bearbeiten]

Eine F-16A begleitet eine sowjetische Su-27 Flanker, August 1990
Das Cockpit einer F-16C

Obwohl sie relativ günstig in der Anschaffung und nie als technisch überragendes Flugzeug geplant war, war die F-16 ihrer Zeit doch auf mehreren Gebieten voraus. Es wurde, wie auch beim Panavia Tornado, ein analoges Fly-by-Wire-System eingebaut. Ab dem Block C/D wurde ein digitales FBW-System eingesetzt.

Die Steuerbefehle des Piloten werden zudem nicht direkt an die Servomotoren an den Steuerflächen weitergegeben, sondern zunächst an einen vierkanaligen Fluglagecomputer (FLCS) geleitet. Dabei ist ein Kanal als Reserve bei Systemausfällen eingeplant. Die Verwendung eines FLCS-Rechners ermöglichte es, die F-16 als Flugzeug mit Instabilität bei Unterschallgeschwindigkeit um die Längsachse zu bauen. Der F-16 fehlt im Unterschallflug in den meisten Fluglagen die Tendenz, ohne Steuereingaben einen stabilen Flugzustand einzunehmen. Positive statische Stabilität (eine Tendenz zum Verbleib in der gegenwärtigen Fluglage) würde die Wendigkeit vermindern. Durch den sich nach hinten verschiebenden Angriffspunkt der aerodynamischen Kräfte im Überschallflug hat die F-16 bei Überschallflug positive statische Stabilität.

Ohne Computer wäre die F-16 bei Unterschallgeschwindigkeit für den Piloten nicht steuerbar. Um vom Piloten ungewünschte Abweichungen des Flugpfades zu vermeiden, verarbeitet das FLCS tausende Messwerte pro Sekunde und betätigt automatisch die Aktuatoren der Steuerflächen. Steuerbefehle des Piloten werden entgegengenommen und so umgesetzt, dass das Flugzeug nicht außer Kontrolle gerät. Zusätzlich greifen, abhängig von bestimmten Parametern (zum Beispiel Fluglage, Geschwindigkeit und Anstellwinkel), verschiedene Begrenzungen. Dadurch werden unter anderem Seitengleitflug, ein hoher Anstellwinkel und Manöver verhindert, die das Flugzeug mehr als dem Neunfachen der Erdbeschleunigung aussetzen würden.

Die Flugzelle besteht im Wesentlichen aus Aluminium (78 %) und verschiedenen Stahlsorten (11 %). Eine weitere Maßnahme, um die Piloten noch kleinere Radien fliegen lassen zu können, war die Steigerung der Neigung des Pilotensitzes von 13 auf 30°. In diesem „Liegesitz“ ist es dem Piloten weit besser möglich, den Auswirkungen der Zentrifugalkraft, bei engen Flugkurven bis zu 9g, also der 9-fachen Erdbeschleunigung, zu widerstehen, ohne bewusstlos zu werden. In älteren Flugzeugen waren maximal 7g möglich. Der Steuerknüppel befindet sich nicht mehr wie althergebracht zwischen den Beinen, sondern ergonomisch günstig auf der rechten Konsole. Er ist nicht beweglich, sondern reagiert auf den Händedruck des Piloten. Hierdurch ist die Falcon auch bei hohen g-Lasten erträglich steuerbar. Die blasenförmige Cockpithaube ohne störende Stahlstreben (engl. „one-piece-canopy“) bietet eine exzellente Rundumsicht.

Die Cockpithauben der Flugzeuge ab Block 25 sind mit einer extrem dünnen Goldschicht versehen[2], wodurch auftreffende Radarstrahlen gleichmäßig gestreut werden, anstatt in den Innenraum des Cockpits einzudringen. Hierdurch konnte der Radarquerschnitt der F-16 signifikant verringert werden, da das Cockpit aufgrund seiner vielen verwinkelten Gegenstände und Oberflächen bei früheren Versionen ein sehr starkes Radarecho erzeugt hatte.[3] Triebwerk und Lufteinlass sind so angeordnet, dass Radarstrahlen unter den meisten Anstrahlwinkeln nicht bis zu den Gebläseschaufeln vordringen können, die sonst ein starkes Radarecho erzeugen[3] und dessen Analyse die passive Identifizierung der Maschine (sog. non cooperative target identification, NCTI) ermöglichen würden. Der Lufteinlass selbst wird seit Block 32 mit radarabsorbierenden Materialien (RAM) versehen, um dessen Radarquerschnitt noch weiter zu senken.[4] Im Rahmen der Programme „Pacer Bond“ und „Have Glass II“ wurde an weiteren kritischen Bereichen RAM aufgebracht, genauere Informationen sind allerdings nicht verfügbar.[5][6] Bekannt geworden ist allerdings der Einsatz von RAM im Bereich der Radaranlage.[7]

Für die YF-16 war angedacht, das Flugzeug ohne Radar auszuliefern, da einflussreiche Pilotenkreise und „Experten“ reklamierten, dass die primäre Waffe der F-16 ohnehin die wärmesuchende Sidewinder-Rakete sei, die kein Radar brauchte, und radargelenkte Raketen – mit Blick auf die desaströse Trefferquote der AIM-7 Sparrow in Vietnam – zu unzuverlässig seien. BVR-Kampf war zur damaligen Zeit kaum möglich, da die Radargeräte noch kein Profiling beherrschten und keine Freund-Feind-Erkennung hatten. Als Kompromiss bauten die Konstrukteure in die F-16 ein kleines, aber sehr fortschrittliches Radar ein, das mit dem Head-Up-Display (HUD) gekoppelt war, einem halbdurchlässigen Spiegel, den der Pilot beim Blick nach vorne immer im Auge hat und auf den aktuelle Flug-, Ziel- und Waffendaten projiziert werden, sodass der Pilot immer mit allen relevanten Informationen versorgt ist.

Um die Leistung der F-16 im Luftnahkampf (engl. „dogfight“) zu verbessern, wurde die Anschaffung von JHMCS-Helmen beschlossen, die ab 2003 geliefert wurden.

Technische Fehler und Defekte am Fly-by-Wire-System führten unter anderem zu Abstürzen von Maschinen. Mehrmals erhielt die F-16-Flotte deswegen Startverbot. Insbesondere bei Tiefflügen wirken sich solche Fehler in der Elektronik fatal aus, da die verbleibende Zeit bis zur Bodenberührung zum Aussteigen des Piloten aus der Maschine zu kurz ist, selbst wenn der Schleudersitz sofort bei Auftreten des Fehlers ausgelöst wird. Eine weitere Schwäche der F-16 ist ihre einstrahlige Auslegung. Ein Triebwerksversagen in Verbindung mit geringer Flughöhe führt fast unweigerlich zum Absturz. Texas Instruments als Lieferant der Schaltkreise für das Fly-by-Wire-System geriet Ende der 1980er-Jahre infolge milliardenschwerer Schadenersatzforderungen der US-Regierung kurzzeitig in erhebliche Schwierigkeiten.

Versionen[Bearbeiten]

General Dynamics produzierte die F-16 zunächst in zwei Versionen: die F-16A war die reguläre Kampfversion und die F-16B die zweisitzige Variante zur Ausbildung. Der erste Start einer F-16A fand im Dezember 1976 statt; im Januar 1979 wurde das erste Flugzeug an die Air Force übergeben.

Die Produktion der F-16 wurde in den 1980er-Jahren auf die Modelle F-16C und F-16D (ebenfalls ein-/zweisitzig) mit verbesserter Avionik und verbessertem Triebwerk umgestellt. Mit der Ausmusterung der F-4G Wild Weasel V übernahm die F-16 die SEAD-Einsätze. Hierfür wurde eine spezielle Serie F-16CJ angeschafft, die eine besondere Ausrüstung zur effektiven Anwendung der AGM-88-HARM-Rakete und Störsender zur Niederhaltung der feindlichen Flugabwehr trägt. Zwar können auch „normale“ F-16C die HARM-Rakete tragen, allerdings kann die F-16CJ die Waffe in einem besonders zielsicheren Modus einsetzen.

F-16A/B[Bearbeiten]

Eine F-16A Portugals
Eine türkische F-16C
F-16XL der NASA
Zweisitzige F-16B der portugiesischen Luftwaffe.
  • Block 1/5/10
    Frühe Serien. Untereinander nur minimale Unterschiede.
  • Block 15
    Die erste größere Überarbeitung der F-16. Block 15 besaß vergrößerte Höhen- und Querruder, zwei neue Waffenaufhängungen direkt neben dem Lufteinlass, das verbesserte AN/APG-66-Radar und eine erhöhte Traglast. Die Produktion lief 1996 aus.
  • Block 15 OCU
    Ab 1987 wurden Block-15-Flugzeuge nach dem Operational Capability Upgrade (OCU)-Standard ausgeliefert. Dazu gehörte das verbesserte F100-PW-220-Triebwerk, die AGM-65-Maverick-Rakete, AIM-120 AMRAAM, Gegenmaßnahmen und ein verbessertes Cockpit.
  • Block 20
    150 OCUs für Taiwan.
  • Weitere Varianten
    • F-16/79 – Modifizierte Exportversion der F-16A für das J79-Triebwerk, Projekt abgebrochen.
    • F-16/101 – Modifizierte F-16A für das F101-Triebwerk, ebenfalls abgebrochen. Davon abgeleitet: F110-Triebwerk in F-16C/D.
    • F-16ADF – Verbesserte F-16A/B. Ging fabrikneu an die United States Air National Guard.
    • F-16I – Eine Version mit verbesserter Avionik, hergestellt für Israel.
    • F-2A/B(FS-X) – Modifizierte Version, Lizenzbau in Japan von Mitsubishi.
    • F-16XL – Version mit Delta-Flügeln, von der NASA zur aeronautischen Forschung genutzt. Ursprünglich für die Ausschreibung des Enhanced Tactical Fighter (ETF) entwickelt, unterlag dabei aber dem F-15E Strike Eagle. Danach in Nutzung bei der NASA.
    • F-16N – Eine vereinfachte Version der F-16C/D für die US-Navy als Feinddarstellungsflugzeug. So wurde ein einfacheres Radar eingebaut und die Bordkanone fehlt. Wegen strukturellen Überlastungen bis 1994 ausgemustert und 2002 durch im 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG) eingelagerte Block 15 OCU ersetzt, die ursprünglich nach Pakistan gehen sollten.
    • RF-16C/F-16R – Experimentelle Aufklärer-Version mit ATARS-Paket.
    • F-16 MATV – Experimentelle F-16 mit Schubvektorsteuerung. Programm galt als erfolgreich, wurde aber nie in einer Serienversion verwirklicht.
    • F-16 MLU – (Mid Life Update) Update für F-16A/B der Königlich Niederländischen Luftwaffe, der belgischen Luftwaffe, der Königlich Dänischen Luftwaffe, der Portugiesischen Luftwaffe und der Königlich Norwegischen Luftwaffe. Überzählige Flugzeuge dieses Modells wurden von den Niederlanden und Belgien an Chile und Jordanien geliefert.

F-16C/D[Bearbeiten]

  • Block 25
    Die F-16C des Blocks 25 flog erstmals im Juni 1984 und stand ab September des gleichen Jahres im Dienst der USAF. Diese Flugzeuge besitzen ein AN/APG-68-Radar, Präzisions- und Nachtangriffsfähigkeit und das F100-PW-220E-Triebwerk.
  • Block 30/32
    Im Rahmen des Alternative-Fighter-Engine-Projekts konnten diese Flugzeuge entweder mit dem standardmäßigen Pratt-&-Whitney-Triebwerk oder dem General Electric F110 ausgerüstet werden. Auf 0 endende Blöcke haben ein GE-Triebwerk, mit 2 endende Blöcke fliegen mit P&W. Die ersten Block 30 F-16 gingen 1987 in Dienst. Erstmals konnten sie die AGM-88-Harm-Antiradarrakete und die AGM-65 Maverick tragen. Flugzeuge ab Block 30D aufwärts besitzen vergrößerte Lufteinlässe für das leistungsstärkere GE-Triebwerk. Block 32 musste nicht modifiziert werden. Die Produktion von F-16C/D mit F110 Triebwerken begann Mitte 1986, nachdem dieses Triebwerk 1984 von der U.S. Air Force ausgewählt wurde.
  • Block 40/42 (F-16 CG/DG)
    Im Dienst seit 1988. Block 40/42 ist eine verbesserte Allwetter-Bodenangriffsversion mit LANTIRN-Behälter. Ihre Nachtkampffähigkeiten gaben diesen Flugzeugen den Namen Night Falcon. Das Fahrwerk wurde verstärkt und das Radar verbessert. Seit 2002 können serienmäßig neue Waffen wie JDAM, JSOW, WCMD und EGBU-27 verwendet werden.
  • Block 50/52 (F-16 CJ/DJ)
    Block 50/52 wurde ab Ende 1991 ausgeliefert. Die Flugzeuge verfügen inzwischen über verbessertes GPS/INS und die Fähigkeit zum helmvisierten Zielen von Luft-Luft-Raketen. Die UdSSR hatten diese Funktion zuerst mit der MiG-29 eingeführt. Sie wird auch im Eurofighter verwendet. Wie die F-16CG können auch sie die neuesten Luft-Boden-Waffen tragen. Block 50D/52D hat zusätzlich verbesserte SEAD-Fähigkeiten mit dem Harm Targeting System (HTS) zur Unterdrückung feindlicher Flugabwehr.
  • Block 50/52 Plus
    Diese Flugzeuge besitzen die neueste Avionik und können Conformal Fuel Tanks (CFT) tragen. Alle zweisitzigen Flugzeuge dieser Variante verfügen über 850 Liter zusätzlichen Stauraum für Avionik hinter dem Cockpit.
  • F-16 CCIP
    Im Common Configuration Implementation Program wird versucht, alle F-16 der Blöcke 40/42/50/52 auf den Stand der 50/52er-Konfiguration zu bringen, um Training und Wartung zu vereinfachen.

F-16E/F[Bearbeiten]

F-16 Block 60 der V.A.E
  • Block 60
    Basiert auf der F-16C/D, mit Conformal Fuel Tanks (CFT) und verbesserter Avionik und Radar; wurde bislang nur in die Vereinigten Arabischen Emirate verkauft. Das General Electric F110–132 ist eine Weiterentwicklung des 129er-Modells und erreicht 144,4 kN Schub. Ein wichtiger Unterschied zu vorherigen Blöcken ist das Northrop Grumman APG-80-Active-Electronically-Scanned-Array-Radar (AESA) mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung und feststehender Antenne. Damit können mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt werden (Luft-Luft, Luft-Boden, Geländeverfolgung), da die Abstrahlung des Radars ohne die Verzögerung durch eine mechanische Schwenkung einer Antenne neu ausgerichtet werden kann. Block 60 Maschinen können alle zu Block 50/52 kompatiblen Waffen sowie AIM-132 ASRAAM und AGM-84E tragen. Die CFT stellen zusätzliche 1860 Liter Treibstoff zur Verfügung. Dadurch können an den inneren Waffenaufhängungen die Außentanks in vielen Fällen entfallen.

F-16I[Bearbeiten]

F-16I mit montierten CFTs

Spezielle Version für die Israeli Air Force (IAF). Sie trägt den Spitznamen „F-16I Sufa“ („Sturm“) und basiert auf dem Block 50/52. Einige Modifikationen wurden vom israelischen Rüstungskonzern Lahav vorgenommen. So kann die F-16I auch die israelischen Python-5- und Python-4-Luft-Luft-Raketen mit sich führen. Außerdem verfügt diese Version über einen vergrößerten Zentraltank sowie zusätzliche, abnehmbare CFTs, die seitlich des Rumpfrückens oberhalb der Tragfläche montiert werden können.

F-16IN[Bearbeiten]

Die F-16IN ist eine spezielle Version für die indischen Luftstreitkräfte, mit der Lockheed Martin an einer Ausschreibung über 125 Flugzeuge teilnimmt. Diese ist mit einem Pratt & Whitney F100-PW-229A-Mantelstromtriebwerk ausgerüstet, das Überschallflüge ohne Nachbrenner ermöglicht (Supercruise). Des Weiteren ist der Einsatz eines AESA-Radarsystem geplant. Die F-16IN stand in Konkurrenz zur F/A-18E Super Hornet, Dassault Rafale, Eurofighter, MiG-35 und der Saab 39 Gripen[8] und wurde nicht in die engere Auswahl genommen[9].

QF-16[Bearbeiten]

Die QF-16 ist eine zurzeit in der Anwendungserprobung befindliche Version der F-16, welche ferngesteuert wird. Diese zur Überschall-Drohne umgebaute Version wurde am 19. September 2013 von der Tyndall AFB in Florida in einem einstündigen Manöver getestet. Zuvor war der Prototyp wie seine bemannten Versionen regulär von einem Piloten durchgecheckt worden, bevor die QF-16 unbemannt gestartet, geflogen und gelandet wurde. Offiziell wurden dabei verschiedene Manöver in Überschallgeschwindigkeit durchgeführt.[10]

Einsätze[Bearbeiten]

Eine F-16 startet im Rahmen der Operation Allied Force (1999 über dem Kosovo) von der Aviano Air Base in Italien

Da sie in viele Staaten exportiert oder dort in Lizenz gebaut wurde, hat die F-16 auch an vielen Konflikten teilgenommen, die meisten davon im Nahen Osten. Am 7. Juni 1981 nahmen zwei Gruppen von jeweils vier israelischen F-16 am Angriff auf den irakischen Atomreaktor Osirak in der Nähe von Bagdad teil. Der gesamte Flug (965 km einfach) wurde unter absoluter Funkstille und im Tiefflug durchgeführt. Im folgenden Jahr, als Israel in den Libanon einmarschierte, griffen die israelischen Falcons unzählige Male syrische MiGs an und gingen, bis auf ein einziges Mal, immer als Sieger aus den Luftkämpfen hervor. Im Zweiten Golfkrieg 1991 flogen die F-16 der US Air Force Angriffe auf irakische Bodentruppen und feste Ziele und hielten den Luftraum frei. In der sich anschließenden „Operation Southern Watch“, der Überwachung der Flugverbotszone im Südirak, kam es am 12. Dezember 1992 zum ersten BVR-Abschuss (Beyond Visual Range, engl.: „außerhalb der Sichtweite“) einer feindlichen MiG-29 „Fulcrum“ mit der noch relativ neuen AIM-120-Rakete. Auch in allen folgenden Konflikten der 1990er-Jahre, beispielsweise im Kosovo-Krieg, während des Sturzes der Taliban in Afghanistan und schließlich während des Dritten Golfkriegs, setzte die US Air Force die F-16 als Jäger und zum Angriff auf jede Art von Bodenzielen ein.

In Deutschland sind derzeit zwei F-16CJ-Staffeln (die 22nd und 23rd Fighter Squadron) der US Air Force auf der Spangdahlem Air Base (zwischen Wittlich und Bitburg) stationiert.

Am 18. März 2005 übergab Lockheed-Martin die letzte von insgesamt 2214 F-16 an die United States Air Force, eine F-16CJ-50 (AF 01-053). Künftig werden im Lockheed-Martin-Werk in Fort Worth nur noch F-16 für den Export gebaut. Das Modell ist das meistexportierte westliche Kampfflugzeug. Die letzten F-16 der USAF werden nach den derzeitigen Plänen im Jahr 2025 außer Dienst gestellt. Sie werden bis dahin durch neue F-35 „Lightning II“ ersetzt werden.

Am 7. Juni 2006 wurde der Terroristenführer Abu Musab az-Zarqawi von zwei 227-Kilo-Bomben zweier amerikanischer F-16 im irakischen Hibhib getötet.

Einsatz und Absturz über Bosnien[Bearbeiten]

Im Sommer 1995 überwachte die NATO seit mehr als zwei Jahren die Flugverbotszone über Bosnien und Herzegowina (Operation Deny Flight). Die NATO war gewillt, die sogenannte Safe Area auch durch das Aufbringen militärischer Mittel aufrechtzuerhalten. Im Rahmen der Operation Deny Flight wurden deshalb Kampf-, Aufklärungs- und Überwachungsflüge durchgeführt. Scott O’Grady schoss im Verlauf der Operation am 28. Februar 1994 mit einer AIM-9 Sidewinder-Rakete auf ein Kampfflugzeug der bosnischen Serben vom Typ Soko J-21 Jastreb, verfehlte dieses aber.

Bosnische Serben hatten zu diesem Zeitpunkt Einheiten ihrer SA-6-Gainful-Flugabwehrraketen in die Flugverbotszone verlegt. Captain Scott O’Gradys Flugzeug wurde von einer Rakete dieser Truppen erfasst und getroffen, woraufhin er seinen ACES-II-Schleudersitz betätigte, um sich aus der abstürzenden Maschine zu retten. Er wurde Tage später durch US-Marines mit CSAR-Helikoptern gerettet.

Hersteller und Montagelinien[Bearbeiten]

Hauptproduzent
  • General Dynamics, heute Lockheed Martin (beide USA) ist der Entwickler und fertigt für alle Maschinen die vorderen Rumpfelemente, Fahrwerksverkleidungen, Stabilisatorenflossen und das Radom.[11]
Montagelinien

Montagelinien sind bei folgenden fünf Herstellern eingerichtet worden:[12]

Subzulieferer

Als Subunternehmer fertigen folgende Hersteller Komponenten für die F-16:

Technische Daten[Bearbeiten]

Risszeichnung
Eine F-16C der USAF
Norwegische F-16A über dem Balkan
Eine F-16C feuert eine AGM-65D Maverick ab
Portugiesische F-16A aus einer KC-10 Extender fotografiert
Kenngröße Daten der F-16C (Block 30) Daten der F-16E (Block 60)
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug Mehrzweckkampfflugzeug
Länge: 14,52 m (15,03 m mit Staurohr) 14,52 m (15,03 m mit Staurohr)
Flügelspannweite: 9,45 m 9,45 m
Flügelfläche: 27,87 m² 27,87 m²
Flügelstreckung: 3,2 3,2
Tragflächenbelastung:
  • minimal (Leergewicht): 297 kg/m²
  • nominal (normales Startgewicht): 431 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 688 kg/m²
  • minimal (Leergewicht): 311 kg/m²
  • nominal (normales Startgewicht): 457 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 813 kg/m²
Höhe: 5,09 m 5,09 m
Leergewicht: 8.273 kg 8.670 kg
Normales Startgewicht: 12.003 kg 12.747 kg
Maximales Startgewicht: 19.187 kg 22.680 kg
interne Treibstoffkapazität: 3.986 l bzw. 3.175 kg 7.390 l bzw. 5.886 kg (mit CFTs)
g-Limits: −3 bis +9g −3 bis +9g
Höchstgeschwindigkeit:
  • Mach 2,02 bzw. 2.142 km/h (auf optimaler Flughöhe)
  • Mach 1,2 bzw. 1.470 km/h (auf Meereshöhe)
  • Mach 1,89 bzw. 2.007 km/h (auf optimaler Flughöhe)
  • Mach 1,2 bzw. 1.470 km/h (auf Meereshöhe)
Dienstgipfelhöhe: 15.240 m 15.240 m
Maximale Steigrate: 254 m/s k. A.
Maximale Wenderate:
  • kurzzeitig: ca. 26°/s
  • dauerhaft: 21,7°/s

k. A.

Rollrate: 270°/s k. A.
Einsatzradius:
  • Hi-Hi-Hi-Profil: 925 km
  • Hi-Lo-Hi-Profil: 580 km
  • Hi-Hi-Hi-Profil: 1.605 km
  • Hi-Lo-Hi-Profil: 650 km
Überführungsreichweite: 3.819 km 4.220 km
Startrollstrecke: 533 m k. A.
Landerollstrecke: 762 m k. A.
Maximale Waffenlast: 9.276 kg 5.638 kg
Triebwerk: Ein General Electric F110-GE-100-Turbofan General Electric F110-GE-132-Turbofan
Schubkraft:
  • mit Nachbrenner: 128,90 kN
  • ohne Nachbrenner: 76,31 kN
  • mit Nachbrenner: 142,38 kN
  • ohne Nachbrenner: 79,22 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis:
  • maximal (Leergewicht): 1,59
  • nominal (normales Startgewicht): 1,09
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,69
  • maximal (Leergewicht): 1,67
  • nominal (normales Startgewicht): 1,14
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,64

EloKa-Systeme[Bearbeiten]

Folgende Tabelle listet alle bekannten und kompatiblen EloKa-Systeme für die F-16 auf.

Bezeichnung Unterbringung Anmerkungen
Radarwarnsysteme
AN/ALR-56M intern ab Block 50/52
AN/ALR-69 intern bis Block 50/52
AN/ALR-74 intern
AN/ALR-93 intern
Raketenwarnsysteme
AN/AAR-54 intern
AN/AAR-57 intern für Block 60
AN/AAR-60 intern
PAWS semi-intern ab Block 50/52
Täuschkörperwerfer
AN/ALE-40 intern bis Block 15 OCU
AN/ALE-47 intern ab Block 30
AN/ALE-50 intern ab Block 50/52
AN/ALE-55 intern Bestandteil des AN/ALQ-214
Störsysteme
AN/ALQ-119 extern
AN/ALQ-131 extern
AN/ALQ-162 semi-Intern
AN/ALQ-165 extern
AN/ALQ-176 extern
AN/ALQ-178(V)1/3/5 intern für Block 50/52
AN/ALQ-184 extern
AN/ALQ-188 extern
AN/ALQ-202 intern
AN/ALQ-211(V)4 intern für F-16C/D (Chile, Oman)
AN/ALQ-214 intern
EL/K-82xx-Serie extern diverse Systeme israelischer Konzerne

Benutzerstaaten[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 2013 sind über 4.500 Flugzeuge gebaut worden:

  • United States Air Force: 2.231[13] (einige davon inzwischen weiterverkauft)
  • United States Navy: 26, 1995 stillgelegt
  • andere Luftwaffen: über 2.400 (die Angaben zu den verschiedenen Versionen beziehen sich auf die bestellten Maschinen, teilweise wurden ältere Varianten bereits verkauft (z. B. Belgien) oder noch nicht geliefert (z. B. Israel, Marokko))
    • Ägypten: 220 (bei Bestellung: 34A, 8B, 140C, 42D)
    • Bahrain: 20 (14C, 6D)
    • Belgien: 160 (136A, 24B)
    • Chile: 46 (29A, 7B, 6C, 4D)
    • Dänemark: 77 (60A, 17B)
    • Griechenland: 170 (40 Block 30, 40 Block 50, 60 Block 52+, 30 Block 52+)
    • Indonesien: 16 (12A, 4B)
    • Irak: 36[14] Maschinen bestellt; insgesamt sollen 96 Maschinen angeschafft werden.
    • Israel: 302 (84A, 21B, 81C, 54D, 62I)
    • Italien: 38 F-16A/B ADF (Leasing von USAF, 2003 bis 2012)
    • Jordanien: 35 (24A + 11B)
    • Marokko: 24 (16C, 8D Block 52)
    • Niederlande: 213 (177A, 36B)
    • Norwegen: 74 (60A, 14B)
    • Oman: 16 (12C, 4D); weitere 12 Maschinen (10 F-16C, 2 F-16D Block 50) sind bestellt[15]
    • Pakistan: 124 (43A, 27B, 12C, 6D)
    • Polen: 48 (36 C Block 52+, 12 D Block 52+)
    • Portugal: 40 (33A, 7B)
    • Rumänien: 24 (20C Block 25, 4D Block 25) plus 4 für Training (gebrauchte Maschinen aus Portugal und den USA, Beschaffungsvorhaben im März 2010 veröffentlicht, Zulauf bis 2016Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren)[16]
    • Singapur: 60 (13A, 6B, 29C, 33D)
    • Südkorea: 180 (125C, 55D)
    • Taiwan: 150 (120A, 30B)
    • Thailand: 52 (41A, 11B)
    • Türkei: 270 (Stand Februar 2013) (43 Block 30, 117 Block 40, 80 Block 50, 30 Block 50+ 2010–2011, 217 F16 werden CCIP-modernisiert)
    • Venezuela: 30 (24A, 6B)
    • Vereinigte Arabische Emirate: 80 (55E, 25F)

In (West-)Deutschland waren drei Geschwader der United States Air Forces in Europe (USAFE) mit der F-16 ausgerüstet.

  • Hahn Air Base, Frühjahr 1979 bis September 1991, F-16A/B/C/D (50th Tactical Fighter Wing mit drei Staffeln)
  • Ramstein Air Base, September 1985 bis Juli 1994, F-16C/D (86th (Tactical) (Fighter) Wing mit zwei Staffeln)
  • Spangdahlem Air Base, seit Juli 1987, F-16C/D (52d (Tactical) Fighter Wing teilweise in zwei Staffeln, heute noch eine, die 480th Fighter Squadron)

Darüber hinaus waren bzw. sind F-16 auf einer Reihe weiterer Flugplätze stationiert, bei der USAFE in Südeuropa in Torrejon und Aviano, letztere Basis erhielt im Wesentlichen die Luftfahrzeuge aus Ramstein. Die europäischen Luftstreitkräfte flogen bzw. fliegen die F-16 an folgenden Orten: Norwegen (Bodø, Ørland, Rygge), Dänemark (Aalborg, Skrydstrup), Polen (Łask), Niederlande (Leeuwarden, Twente, Volkel), Belgien (Beauvechain, Florennes, Kleine Brogel), Portugal (Monte Real), Italien (Cervia, Trapani) und Griechenland (Almiros/Nea Anchialos, Andravída, Araxos, Kasteli, Larisa, Soúda) .

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: F-16 Fighting Falcon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.f-16.net/articles_article10.html?module=pagesetter&func=viewpub&tid=2&pid=27
  2. airpower.at
  3. a b  Doug Richardson: Stealth – Unsichtbare Flugzeuge. Stocker-Schmid AG, Dietkion-Zürich 2002, ISBN 3-7276-7096-7.
  4. F-16.net
  5. [1]
  6. [2]
  7. Aviation Week
  8. Artikel auf www.f-16.net
  9. http://www.airpower.at/news2011/0501_mrca_india/index.html
  10. [3]
  11. Aviation Fact File, Modern Fighting Aircraft F-16 Fighting Falcon, Salamander Books 1983, Seite 12
  12. http://www.f-16.net/fleet-reports_article18.html
  13. http://www.f-16.net/news_article1332.html
  14. http://www.star-telegram.com/2013/05/01/4818637/iraq-to-buy-18-more-lockheed-f.html
  15. Oman accepts first F-16 from new batch. In: Flightglobal.com. 8. April 2014, abgerufen am 8. April 2014 (englisch): „Oman has accepted the first aircraft from its second order of Lockheed Martin F-16C/Ds in a ceremony at the manufacturer's Fort Worth, Texas facility.“
  16. Romania Struggles to Field (Sort of) New Fighters. defenseindustrydaily.com, 23. April 2013, abgerufen am 16. Mai 2013.