Anduze

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Anduze (Andusa)
Wappen von Anduze
Anduze (Frankreich)
Anduze
Region Languedoc-Roussillon
Département Gard
Arrondissement Alès
Kanton Anduze
Koordinaten 44° 3′ N, 3° 59′ O44.0547222222223.9855555555556135Koordinaten: 44° 3′ N, 3° 59′ O
Höhe 117–443 m
Fläche 14,60 km²
Einwohner 3.262 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 223 Einw./km²
Postleitzahl 30140
INSEE-Code
Website www.mairie-anduze.com

Anduze
Anduze und Umgebung

Anduze (okzitanisch Andusa; lateinisch Andusia) ist eine französische Gemeinde mit 3262 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Gard in der Region Languedoc-Roussillon; sie gehört zum Arrondissement Alès und zum Kanton Anduze.

Geographie[Bearbeiten]

Anduze liegt am Südrand der Cevennen im Tal des Gardon, der hier auch Gardon d’Anduze genannt wird.

Die an Anduze grenzenden Gemeinden sind Boisset-et-Gaujac, Corbès, Générargues, Saint-Félix-de-Pallières, Thoiras und Tornac im selben Département.

Thoiras
Corbès
Générargues Boisset-et-Gaujac
Corbès
Thoiras
Nachbargemeinden Boisset-et-Gaujac
Saint-Félix-de-Pallières Tornac Boisset-et-Gaujac
Tornac

Geschichte[Bearbeiten]

Die im 10. Jahrhundert errichtete Herrschaft Anduze war eine der ältesten und mächtigsten im Languedoc. Die Herren von Anduze waren mit den Grafen von Toulouse verbündet und nahmen am Albigenserkreuzzug teil. 1266 fiel die Herrschaft Anduze an die Krone, der Ort blieb aber Sitz eines Vogtes.

Anduze ist die Wiege der Serikultur in Frankreich, die hier ab dem Ende des 13. Jahrhunderts gepflegt wurde. Der Ort wurde dadurch zum regionalen Zentrum des Seiden- und Wollhandels.

Im 16. und 17. Jahrhundert war Anduze ein bedeutendes Zentrum des Protestantismus in den Cevennen. Der befestigte Ort, der 1570 von 6000 Menschen bewohnt wurde, wurde zum Hauptquartier der protestantischen Streitkräfte in Südfrankreich. 1622 war er die Basis des Widerstands der Rohan, wurde dann aber nach dem Gnadenedikt von Alès seiner Stadtmauern beraubt.

Im 19. Jahrhundert nahm Anduze mit der Industriellen Revolution erneuten wirtschaftlichen Aufschwung (Seidenspinner, Strumpfwirker, Hutmacher), geriet aber später – wie die gesamten Cevennen – in eine erneute Rezession.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

  • 1962: 2988
  • 1968: 3027
  • 1975: 2723
  • 1982: 2787
  • 1990: 2913
  • 1999: 3003
  • 2008: 3289

ab 1962 nur Einwohner mit Erstwohnsitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Tour de Pézène, Teil des früheren Château de Pézène, Residenz der Grafen von Beaufort im 15. und 16. Jahrhundert; der Turm stammt aus dem 13.–14. Jahrhundert.
  • Das Château Neuf, ein zweitürmiger herrschaftlicher Sitz aus dem 17. Jahrhundert, das in die Remparts hinein gebaut wurde.
  • Die Kasernen, die 1740 auf dem Plan de Brie gebaut wurden, um die königlichen Truppen unterzubringen – heute die Mairie und das Office de Tourisme.
  • Die Kirche St Etienne; errichtet 1686 bis 1688, nachdem der Vorgängerbau an gleicher Stelle nach dem Widerruf des Ediktes von Nantes 1685 zerstört worden war. Der Glockenturm stammt aus dem Jahr 1588.
  • Der Tempel, einer der größten Frankreichs; er wurde 1820 bis 1823 im Kasernenhof errichtet.
  • Die Tour de l’Horloge aus dem Jahr 1320 und die Méridienne, seit 1569 die städtische Uhr; der Turm besteht aus drei Etagen in der gleichen Architektur wie die Remparts von Aigues-Mortes; er und die Uhr blieben 1629 bei der Zerstörung der Stadtmauern verschont; die Méridienne wurde 1989 restauriert.
  • Die Place couverte aus dem Jahr 1457, genannt „l’Orgerie“ oder „Marché aux grains“, der frühere Kastanienmarkt und heutige Wochenmarkt.
  • Die Bambouseraie de Prafrance ein einzigartiger exotischer Garten 2 km nördlich von Anduze.
  • Eine mehrmals täglich verkehrende Museumseisenbahn Dampfzug der Cevennen entlang des Gardontals ins etwa 10 km Luftlinie entfernte Saint-Jean-du-Gard.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anduze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien