Angelos Sikelianos

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Angelos Sikelianos

Angelos Sikelianos (griech. Άγγελος Σικελιανός; * 15. März 1884 in Lefkada; † 19. Juni 1951 in Athen) war ein griechischer Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Das Haus des Sikelianos in Delphi

Aufgewachsen auf der Insel Lefkada im Ionischen Meer, schloss Sikelianos im Jahr 1900 das Gymnasium ab und schrieb sich im Jahr darauf an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Athen ein, ohne freilich sein Studium jemals abzuschließen. Von früh auf begeisterte er sich für Literatur und las altgriechische Dichter wie Homer und Pindar, Platon und die Bibel sowie auch zeitgenössische europäische Schriftsteller wie Gabriele d'Annunzio. Während seines Studiums reiste er viel und wandte sich schließlich ganz der Dichtung und dem Theater zu.

1907 heiratete er in den USA die Amerikanerin Eva Palmer, die er in Paris kennengelernt hatte, wo sie damals Archäologie und Choreographie studierte. 1908 ließen sich die beiden in Athen nieder, wo Sikelianos mit gleichgesinnten Intellektuellen in Berührung kam. 1909 schließlich veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband Alafroïskiotos (Αλαφροΐσκιωτος), der in Literatenkreisen große Aufmerksamkeit hervorrief und als Meilenstein in der Geschichte der neugriechischen Literatur gilt. Es folgte eine Phase der Orientierungssuche, bis er zwischen 1915 und 1917 weitere vier Bände veröffentlichte. Darüber hinaus wirkte er in dieser Zeit bei einigen zeitgenössischen Literaturzeitschriften mit.

Nach dem Scheitern der "Delphischen Idee" ließen Eva und er sich scheiden. Sie zog wieder in die USA, von wo sie erst nach dem Tod ihres Mannes wieder nach Griechenland zurückkehrte. Während der deutschen Besatzung 1941-44 spielte Sikelianos eine wichtige Rolle im intellektuellen Widerstand; 1943 hielt er eine vielbeachtete Grabrede auf Kostis Palamas. 1946 wurde er zum Präsidenten des Griechischen Schriftstellerverbandes gewählt, 1949 war er nominiert für den Literaturnobelpreis. Er starb 1951 in Athen und wurde in Delphi beerdigt.

Werk[Bearbeiten]

Sikelianos' Werk glänzt durch eine starke lyrische Orientierung und seinen besonderen sprachlichen Reichtum. Bis heute zählt er zu den bedeutendsten und einflussreichsten neugriechischen Dichtern; gleichwohl wurde er außerhalb Griechenlands mit Ausnahme des englischsprachigen Raums bisher kaum rezipiert.

Die "Delphische Idee"[Bearbeiten]

In den 1920er Jahren wurde Sikelianos berühmt für seinen Versuch, die Pythischen Spiele von Delphi wieder zu beleben. Bei dieser Delphischen Idee (Δελφική Ιδέα) ging es ihm nicht nur um Literatur, sondern auch um Völkerverständigung. Unterstützt von seiner Frau, warb er mit Vorträgen und Artikeln für seinen Gedanken, so dass 1927 Der gefesselte Prometheus, 1930 schließlich die Die Schutzflehenden von Aischylos nach altgriechischer Dramaturgie in Delphi aufgeführt werden konnten. Darüber hinaus sollte die Delphische Vereinigung (Δελφική Ένωση) gegründet werden, ein internationaler Zusammenschluss zur Völkerverständigung, sowie eine Universität von Delphi mit dem Ziel, die literarischen Überlieferungen aller Völker in einem gemeinsamen Mythos zu verbinden. 1929 wurde er für diese Pläne von der Akademie von Athen mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Allerdings wurden schließlich nur die Delphischen Spiele verwirklicht, die indessen alsbald wegen ihres wirtschaftlichen Misserfolges eingestellt werden mussten.

Trivia[Bearbeiten]

Sikelianos besaß ein Landhaus auf Salamis, direkt gegenüber dem Kloster Faneromeni. König Paul von Griechenland soll ihn dort regelmäßig auf dem Weg zum Hafen besucht haben.

Werke[Bearbeiten]

Einzelausgaben[Bearbeiten]

  • Lyrik: Λυρικός Βίος, 3 Bde. (Auswahl), 1946-47.
  • Tragödien: Θυμέλη, 3 Bde., 1950-54.

Gesamtausgabe[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Markos Avgeris, Άγγελος Σικελιανός, Athen 1952, ²1966
  • Ritsa Frangu-Kikilia, Άγγελος Σικελιανός, Athen 2002.
  • Pantelis Prevelakis, Άγγελος Σικελιανός, Athen 1984.
  • Anna Sikelianu, Ο ποιητής Άγγελος Σικελιανός, Athen 2002.
  • Michalis Stafilas, Άγγελος Σικελιανός, Athen 1989. (alle auf griech.)
  • Theodoros Xidis, Άγγελος Σικελιανός, Athen ²1979.