Apax Partners

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Apax Partners, L.P.
Apax logo.svg
Rechtsform Limited Partnership
Gründung 1972
Sitz London, Vereinigtes Königreich
Leitung Martin Halusa (CEO)
Branche Private Equity
Website www.apax.com

Apax Partners, L.P. (kurz Apax) ist ein Investment-Unternehmen für privates Beteiligungskapital. Das Unternehmen operiert in den USA, Europa und Israel.

Unternehmensprofil[Bearbeiten]

Apax betreut weltweit etwa 20 Milliarden US-Dollar an Einlagen und sieht seinen Anlageschwerpunkt in den Branchen Telekommunikation, IT, Einzelhandel, Media, Healthcare und Finanzdienstleistungen.

Beteiligungen in Deutschland[Bearbeiten]

Es bestehen bzw. bestanden unter anderem Engagements in den folgenden deutschen Unternehmen:

  • Bundesdruckerei, erworben im Jahr 2000, 2002 im Rahmen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit verkauft.
  • Ciao.de, ursprüngliches start-up Investment im Jahr 2000, Ausstieg im September 2005.
  • Kabel Deutschland, 2003 gemeinsam mit Goldman Sachs Capital Partners und Providence Equity erworben, im Jahr 2006 alle Anteile an Providence Equity abgegeben.
  • CBR Holding, 2004 gemeinsam mit Cinven erworben, 2007 an EQT veräußert.
  • LR Health & Beauty Systems GmbH, übernahm Ende 2004 eine Minderheitsbeteiligung und besitzt unterdessen (Stand Januar 2009) die Mehrheit im Unternehmen.
  • Tropolys, 2004 erworben und 2006 mit Versatel Deutschland verschmolzen; seit April 2007 ist Versatel an der Börse, Apax ist weiterhin ein bedeutender Aktionär.
  • Netrada (ehemals D+S Europe) [1], April 2008; im Januar 2014 an Arvato veräußert
  • Sophos, im Mai 2010 wurden 70 Prozent der Unternehmensanteile übernommen[2]
  • Takko, seit Dezember 2010 [3]

Weltweite Beteiligungen außerhalb Deutschlands[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1972 gründete der in Ägypten als Sohn jüdischer Einwanderer geborene Brite Sir Ronald Cohen (* 1945) die Venture-Capital-Gesellschaft Multinational Management Group.[6] In Zusammenarbeit mit seinem Geschäftspartner Maurice Tchénio wurden Büros in England, Frankreich und den USA unter dem Namen MMG eröffnet.

Unabhängig von dieser Entwicklung gründete der Amerikaner Alan Patricof (* 1934) im Jahr 1969 in den USA das Unternehmen Alan Patricof Associates (APA). 1977 schlossen sich die drei Gründer zu APAX zusammen. Im Jahr 1980 wurde in den USA der erste Fonds über 25 Millionen US-Dollar begeben, 1981 folgte der erste Fonds in England über die Summe von 10 Millionen Pfund.

Auf Drängen der Investoren wurde 1999 der erste pan-europäische Fonds gegründet, der die Aktivitäten der europäischen und des israelischen Büros bündeln sollte. Im selben Jahr wurde der Apax-Globis-Fonds in Japan aufgesetzt.

2001 wurde der Name des US-Unternehmens in Apax Partners Inc. umbenannt, 2002 schlossen sich die Büros in Europa und den USA zu Apax Partners Worldwide LLP zusammen. Die französischen Aktivitäten laufen allerdings weitgehend unabhängig unter eigenen Fonds.

Nach der Ankündigung Ronald Cohens, er wolle sich aus der Geschäftsführung zurückziehen, leitet seit Januar 2004 Martin Halusa als weltweiter CEO das Unternehmen. Patricof schied ebenfalls aus dem Unternehmen aus und gründete die Beteiligungsgesellschaft Greycroft. Tchénio ist der derzeitige Chairman und CEO der französischen Apax Partners SA.

Im April 2005 erfolgte der Zusammenschluss mit Saunders Karp & Megrue, einem auf Übernahmen spezialisierten US-Unternehmen. Beide Unternehmen firmieren seitdem unter dem Namen Apax Partners, L.P. Im selben Jahr hatte Apax Partners die Tommy Hilfiger Corporation, welche vorher selbst dem Modeschöpfer Tommy Hilfiger gehörte, für 1,6 Milliarden Dollar gekauft.[7] Zur Tommy Hilfiger Corporation gehörte seit Ende 2004 auch die Marke Karl Lagerfeld SAS.[8]

Im März 2010 wurde bekannt, dass der amerikanische Modekonzern Phillips-Van Heusen für umgerechnet 2,2 Milliarden Euro die Tommy Hilfiger Corporation von Apax Partners bis spätestens Herbst 2010 übernehmen wird.[9][10][11] Die Marke Karl Lagerfeld SAS ist nicht Teil des Verkaufs und verbleibt bei Apax Partners.[12] Am 29. Februar 2012 kaufte Apax die schweizer Mobilfunkmarke "Orange Schweiz" für umgerechnet 1,6 Mio Schweizer Franken.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AvW hat D+S-Beteiligung an Apax verkauft boerse-express.com vom 16. April 2008
  2. Tom Espiner, Jan Kaden: Investoren übernehmen 70 Prozent von Sophos, ZDnet.de, 5. Mai 2010
  3. dgap.de, abgerufen 18. Februar 2013
  4. http://www.lrworld.com/lrweb/uploads/tx_downloadtabelle/LR_goingpublic_jan_2009.pdf
  5. [1] Matterhorn Mobile SA, Inhaber von Orange CH
  6. Gewinn ist gut für die Pressevielfalt, Berliner Zeitung vom 13. April 2004
  7. Tommy Hilfiger wird für 1,6 Mrd. Dollar von Apax Partners übernommen finanzen.net vom 23. Dezember 2005
  8. Tommy Hilfiger übernimmt Lagerfeld-Marken textilwirtschaft.de vom 13. Dezember 2004
  9. Tommy Hilfiger schlüpft bei Calvin Klein unter manager-magazin.de vom 15. März 2010
  10. Tommy Hilfiger und Calvin Klein in einer Hand (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[2] [3] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung tagesschau.de vom 15. März 2010
  11. Phillips-Van Heusen kauft Tommy Hilfiger textilwirtschaft.de vom 15. März 2010
  12. Hilfiger: Karl Lagerfeld bleibt bei Apax textilwirtschaft.de vom 17. März 2010