Gatineau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gatineau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gatineau
Ansicht von Gatineau
Ansicht von Gatineau
Wappen von Gatineau
Wappen
Lage in Québec
Gatineau (Québec)
Gatineau
Gatineau
Staat: Kanada
Provinz: Québec
Région administrative: Outaouais
Koordinaten: 45° 29′ N, 75° 39′ W45.483333333333-75.65Koordinaten: 45° 29′ N, 75° 39′ W
Fläche: 342,98 km²
Einwohner:
– Metropolregion:
265.349 (Stand: 2011)
1.236.324 (Stand: 2011)
Bevölkerungsdichte: 773,7 Einw./km²
Zeitzone: Eastern Time (UTC−5)
Gemeindenummer: 81017
Gründung: 2002
Bürgermeister: Marc Bureau
Webpräsenz: www.gatineau.ca
Gatineau (rot), umliegende Gemeinden in Québec (hellgrau) und Ontario (dunkelgrau)
abendliches Gatineau

Gatineau ist eine Stadt in Kanada. Sie liegt im westlichen Teil der Provinz Québec am Ottawa River (frz. Rivière des Outaouais) und zählt 265.349 Einwohner. Die Hauptstadt der Verwaltungsregion Outaouais ist nach Montréal, Québec und Laval die viertgrößte Stadt der Provinz.[1]

Direkt südlich von Gatineau – lediglich durch den Ottawa River voneinander getrennt – befindet sich die kanadische Hauptstadt Ottawa. Beide Städte bilden zusammen die Metropolregion (Census Metropolitan Area) „Ottawa-Gatineau“, die eine Fläche von 6.287 km² umfasst und insgesamt 1,24 Mio. Einwohner aufweist.[2] „Ottawa-Gatineau“, auch National Capital Region genannt, ist die damit die viertgrößte Census Metropolitan Area in Kanada (nach Toronto, Montréal und Vancouver) und die einzige, deren Gebiet sich über zwei Provinzen verteilt (Ontario, Québec).

Zusammenschluss 2002[Bearbeiten]

Gatineau wurde am 1. Januar 2002 durch Zusammenlegung der Gemeinden Hull, Gatineau, Buckingham, Aylmer und Masson-Angers gegründet. Die durch die damalige Provinzregierung von Québec initiierten städtischen Zusammenschlüsse (den sogenannten amalgamations) erfolgten mit dem Ziel, reichere Vororte bzw. –städte und die zumeist ärmeren innerstädtischen Gebiete wieder zu vereinigen. Kritik gab es deshalb vor allem sowohl von Seiten englischsprachiger Bewohner als auch von reicheren suburban residents. Im Zuge der amalgamations gingen in der Provinz Québec ca. 200 Städte bzw. Gemeinden in anderen, neu gebildeten Städten auf.

Obwohl in Meinungsumfragen „Hull-Gatineau“ von einem Großteil der Bürger favorisiert wurde, da sich historisch betrachtet in Hull erste städtische Siedlungsstrukturen entwickelt hatten. Da aber Gatineau die größte Bevölkerungszahl stellte, wurde „Gatineau“ als Name für die neue Stadt gewählt. Einerseits sollte der Name französisch klingen, andererseits gab es auf dem Stadtgebiet bereits einige geographisch markante Punkte, die Gatineau in sich trugen (z. B. Gatineau Park, Gatineau Hills, Gatineau River).

Sozialräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Gatineau erstreckt sich über eine Fläche von 342 km² und unterteilt sich in 17 Distrikte, von denen sich sieben auf dem Gebiet des (alten) Gatineau, fünf auf dem Gebiet von Hull, drei in Aylmer und jeweils einer in Masson-Angers und Buckingham befinden. Das frühere Gatineau zählt dabei 111.069 Einwohner, Hull 72.160, Aylmer 42.992, Masson-Angers 11.269 und Buckingham 11.884.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

(Gebietsstand: 1. Januar 2002)[3]

  • 1996: 220.585
  • 1997: 222.193
  • 1998: 223.665
  • 1999: 225.052
  • 2000: 227.959
  • 2001: 231.344
  • 2002: 235.038
  • 2003: 239.067
  • 2004: 243.259
  • 2005: 246.695
  • 2006: 249.374
  • 2011: 265.349[1]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Aufgrund der Nähe der Landeshauptstadt Ottawa haben mehrere Behörden und Ministerien ihren Sitz in Gatineau, darunter die Canadian International Development Agency, Environment Canada, Public Works and Government Services Canada, Aboriginal Affairs and Northern Development Canada, Transportation Safety Board of Canada sowie das Human Resources and Skills Development Canada.

Bildung[Bearbeiten]

In der Stadt befindet sich ein Campus der Université du Québec, an der ca. 6.000 Studenten die in 14 Fachbereichen in Bachelor oder Masterstudiengängen eingeschrieben sind. Daneben gibt es zwei private Junior Colleges, die sich auch auf dem Campus befinden. Außerdem betreibt die National Autonomous University of Mexico (UNAM) einen Campus in Gatineau.

Gatineau verfügt über mehrere städtische Grundschulen und High Schools, die bis zur Klasse 12 führen. In einigen ist Französisch die Unterrichtssprache, in anderen Englisch. Daneben gibt es auch Privatschulen, die bis zur 12. Klasse mit dem High-School-Abschluss führen. Alle Schulen unterstehen der Aufsicht des Western Quebec School Board.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nächtlich beleuchtetes Museum für Geschichte und Gesellschaft

In Gatineau befindet sich Kanadas Nationalmuseum für Geschichte und Gesellschaft, eines der größten Museen Kanadas.

Hilton-Hotel neben dem Casino am Leamy-See

Am Leamy-See befindet sich ein Casino, dass viele Touristen anlockt.

In etwa 20 km Entfernung liegt die Gatineau Satellite Station, allerdings auf dem Gebiet der Gemeinde Cantley.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Gatineau-Ottawa Executive Airport ist der lokale Flughafen der Stadt, auf dem vorwiegend kleinere Passagiermaschinen verkehren. Der Flughafen verbindet Gatineau mit größeren Flughäfen in Montreal und Quebec. Die nächstgrößeren Flughäfen sind der Ottawa Macdonald-Cartier International Airport und Montréal-Pierre Elliott Trudeau International Airport.

In Gatineau verkehren Busse der öffentlichen Personennahverkehrsunternehmen OC Transpo aus Ottawa, sowie Société de transport de l’Outaouais aus Gatineau.

Es gibt mehrere Landstraßen und Autobahnen die an Gatineau vorbeiführen. Wichtige Autobahnstrecken sind der Ontario Highway 417 und Quebec Autoroute 50. Diese verbindet die Region mit Montreal.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gatineau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Population and dwelling counts, for Canada and census subdivisions (municipalities), 2011 and 2006 censuses. Statistics Canada, abgerufen am 12. August 2012.
  2. Population and dwelling counts, for census metropolitan areas, 2011 and 2006 censuses. Statistics Canada, abgerufen am 12. August 2012.
  3. Institute de la statistique Québec