App Store

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Dieser Artikel behandelt den Begriff App Store. Für die App Stores der Firma Apple siehe App Store (iOS) oder Mac App Store.

App Store (von der englischen Kurzform für Application = Computerprogramm und Store = Geschäft; auch Appstore, Application Store, App Market, App-Marktplatz) ist die Bezeichnung für eine Internet-basierte digitale Vertriebsplattform für Anwendungssoftware. Die Software stammt entweder vom Betreiber der Plattform selbst, meist aber überwiegend von Drittanbietern wie etwa freien Programmierern und Software-Unternehmen. Der Service ermöglicht es Benutzern, Software für Mobilgeräte wie Smartphones und Tabletcomputer, bei manchen Angeboten auch für Personal Computer, aus einem Anwendungskatalog herauszusuchen und herunterzuladen. Der Betreiber des App-Marktplatzes regelt auch die Bezahlung der Apps und die Weiterleitung des Geldes an den jeweiligen Anbieter. Dabei erhält der Betreiber eine anteilige Provision, die häufig um die 30 Prozent des Verkaufspreises beträgt. Nach dem Herunterladen hält der App Store die Apps auf dem jeweiligen Gerät des Kunden per (halb-)automatischer Aktualisierungsfunktion auf dem neuesten Stand. Die Hersteller von Smartphone-Betriebssystemen, wie Apple, Google, Microsoft und Blackberry bieten für ihre Softwareplattform jeweils einen App Store an. Es gibt auch herstellerunabhängige App Stores, wie z. B. den Amazon Appstore. Auf das Angebot kann üblicherweise über eine eigene App-Store-Software auf einem Mobilgerät oder über eine Website im Internet zugegriffen werden.

Apple war 2008 der erste Hersteller, der mit großem Markterfolg eine Online-Verkaufsplattform namens App Store für Anwendungsprogramme für sein Mobil-Betriebssystem Apple iOS betrieb. Andere Unternehmen im Mobilmarkt ahmten dieses Konzept nach. Der ursprünglich nur mit Apple verbundene Begriff App Store wurde damit tendenziell zum Gattungsbegriff, was jedoch noch rechtlich umstritten ist.[1] So wurde Amazon von Apple in den USA verklagt, weil es sein Angebot Amazon Appstore nennt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mit der Einführung von iPhone OS 2.0 wurde Apples App Store die erste bedeutende Vertriebsplattform für Anwendungsprogramme auf Mobiltelefonen. Bei diesem konnte man sich mit der Apple-ID des iTunes Stores anmelden, Apps konnten direkt auf dem iPhone und iPod touch oder in iTunes auf dem Mac/PC gekauft und geladen werden. Zuvor war bereits durch ein Update der iTunes Music Store als eigenständiges Programm auf das iPhone und den iPod touch gekommen, mit welchem online Musik aus dem iTunes Store gekauft werden konnte. Mit der Einführung von Android und der Umbenennung von Windows Mobile in Windows Phone stieg auch die Bedeutsamkeit von deren Vertriebsplattformen. Im Laufe der Zeit etablierte sich der ursprünglich von Apple gebrauchte Begriff „App Store“ für eine Vertriebsplattform von Anwendungsprogrammen für Mobiltelefone.

Oberfläche[Bearbeiten]

Der App-Marktplatz ist in zwei Benutzeroberflächen aufgeteilt: eine für Kunden und eine für Anbieter.

Oberfläche für Kunden[Bearbeiten]

Über eine Suche, Vorschläge oder eine Auswahl von Kategorien können Apps gefunden werden. Die Apps werden in dem App-Marktplatz mit Bildschirmfoto und einer Beschreibung dargestellt. Für eine bessere Einschätzbarkeit kann ein App-Marktplatz die Möglichkeit anbieten, die Apps zu bewerten und Nutzerkommentare zu hinterlassen.

Oberfläche für Anbieter[Bearbeiten]

Der Anbieter hat hier die Möglichkeit, seine App hochzuladen, Bilder und eine Beschreibung zu hinterlegen. Er kann die Bezahloptionen bearbeiten und erhält in der Regel eine Statistik, wie häufig die App heruntergeladen wurde.

Vertriebsplattformen (Auswahl)[Bearbeiten]

Vertriebsplattform Verfügbar seit Anzahl Apps
Amazon Appstore 22. März 2011 200.000 (April 2014)
App Store (iOS) 10. Juli 2008 1.200.000 (Juni 2014)
Blackberry World 1. April 2009 130.000 (Dezember 2013)
F-Droid 29. September 2010 1.000 (April 2014)
Google Play Store (früher Android Market) 22. Oktober 2008 1.300.000 (Juli 2014)
Mac App Store 6. Januar 2011 10.000(Mai 2012)
Nokia Store (früher Ovi Store) 26. Mai 2009
Samsung Apps 14. September 2009 10.000 (Juli 2011)
Windows Phone Store (früher Windows Phone Marketplace) 21. Oktober 2010 300.000 (Juli 2014)
Windows Store 29. Februar 2012 150.000 (April 2014)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kann Apple den Begriff “App Store” markenrechtlich schützen lassen oder ist dieser bereits ein freihaltungsbedürftiger Gattungsbegriff? Rechtsanwälte Dr. Damm und Partner, 13. Januar 2011
  2. Kit Eaton: Apple sues Amazon over 'app store' name, CNN Tech. 22. März 2011. Abgerufen am 31. Januar 2014.