Apponyi

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Wappen der Grafen Apponyi von Nagy-Apponyi 1739

Die Grafen Apponyi von Nagy-Apponyi, auch Appony (französisch: de Nagy-Appony) sind ein altes ungarisches, sodann auch österreichisches Adelsgeschlecht.

Geschichte[Bearbeiten]

Dieses alte ungarische Geschlecht wurde schon 1305 urkundlich mit Aladarius de Péch erwähnt. Dieser hatte zwei Söhne, Thomas, der Kastellan von Cseits und Nikolaus, der um das Jahr 1315 als Obergespan des Honter Komitats lebte. Beide erlangten von Karl I. von Ungarn die Donation der Güter Kiss-Eör und Berencz sowie 1317 jene von Veczka, Nagy-Bany, Nadan , Sipko, Kulpud und Ujick.

Abraham Ruffus de Peczh (auch Peech) war Castellan von Cseits, Ujvar und Berencz und 1343 Gesandter König Ludwigs I. von Ungarn an Papst Clemens VI.. Im Jahr 1369 bestätigte der König den Söhnen des Thomas Ruffus de Peczh, Stephan und Peter, die Güter Nagy-Bany, Zeplak, Nadan und andere.

Magister Thomas Ruffus de Peczh tauschte 1392 mit Kaiser Sigismund Schloss und Herrschaft Cseklecz mit allen in und um Pressburg gelegenen Gütern und Besitzungen und der Schiffsmaut auf der Donau gegen die bereits im 13. Jahrhundert erbaute Burg und Herrschaft Appony (deutsch: Groß-Apponitz, heute Oponice in der Slowakei) im Neutraer Komitat, von der sich für ihn und seine Nachfahren Titel und Prädikat ableiteten.[1]

Peter Paul von Appony wurde am 27 November 1607 zu Prag in die Landmannschaft von Mähren aufgenommen.[2] Georg von Apponyi blieb 1594 auf dem Schlachtfelde gegen die Türken. Paul von Apponyi unterschrieb das Wiener Traktat von 1606. 1618 wurde er vom Reichstag zu den Berichtigungsverhandlungen der Grenzen zwischen Ungarn und Mähren delegiert. 1622 wurde er Kronhüter, dann Baro tabulae Judiciorum octavalium Um dieselbe Zeit zeichnete sich Niklas von Apponyi durch Kriegstaten aus, und focht in den Schlachten von Keresztes und Stuhlweißenburg mit großer Tapferkeit. Niklas der Jüngere war mit einer Schar eigener Waffenknechte an der Wiedereroberung der Festung Ofen beteiligt.[3]

Anton Georg von Apponyi
Albert von Apponyi
Georg von Apponyi

Lazar Graf von Appony, Sohn des Obigen, wurde wegen seiner ausgezeichneten Dienste mit Diplom vom 16. Februar 1718 zu Wien von Kaiser Karl VI. in den Freiherrenstand, und vom selben mit Diplom vom 30. Mai 1739 zu Laxenburg in den Grafenstand erhoben.

Während des Aufstands von Franz II. Rákóczi (1703–1711) wurden Burg und Schloss Appony im Jahr 1708 geschleift. Seit dem Jahr 2000 werden die Reste wieder instandgesetzt.

Aus einer jüngeren Apponyischen Linie erlangte Joseph Apponyi de Nagy-Apponyi, ein Sohn von Paul Apponyi und Johanna Gräfin von Herberstein und Enkel von Johann Apponyi und Therese Freiin von Korlathkeö laut Diplom zu Wien am 8. April 1808, gleichfalls den erbländisch ungarischen Grafenstand.[4]

Im Großen Jagdschloss, das bis 1940 von Mitgliedern des Geschlechts bewohnt wurde, und heute ein Luxushotel ist, befindet sich auch ein Teil der von Anton Georg Graf Apponyi gegründeten Apponyi-Bibliothek.

Besitztümer (Auswahl)[Bearbeiten]

Majoratsherrschaft Apáti; die Herrschaft Högyész und Eberhard; die Herrschaft Nagy-Appony und Kötesd; die Herrschaft Pálfa und Szent-György-Ur; Gross-Appony und Korlathkeö[4]

Wappen[Bearbeiten]

1739: Quadrierter Schild mit Mittelschild, in welchem in Rot ein rechtsgewendeter, mit silberner Stirnbinde versehener Mohrenkopf mit einem Teile des Halses und Perlen in dem Ohre steht, der im Munde eine volle abwärts geneigte Rose am blätterigen Stiele hält. Feld 1 in Blau eine goldene Krone, aus der, nach rechts gebogen, ein geharnischter Arm sich emporstreckt, der in der bloßen Faust ein Hüfthorn mit goldenem Beschlage hält. 2 in Gold eine auf vier Felsspitzen ruhende rote Burgmauer mit zwei Zinnentürmen, zwischen welchen ein blauer Reichsapfel schwebt (stattdessen Einige einen blauen Stern und über demselben ein rotes Tatzenkreuz annehmen). 3 in Gold ein roter, gekrönter, doppelt geschwänzter und einwärtsspringender Löwe. 4 quer geteilt: oben in Blau eine auf der Teilungslinie stehende goldene Krone, aus welcher fünf Straußenfedern, drei silberne und zwei schwarze, nach anderen drei silberne, hervorgehen. Unten in Grün drei silberne wellenförmig gebogene Querbalken, über der Grafenkrone erheben sich drei gekrönte Helme. Auf dem rechten Helme steht ein einwärtssehender behaubter Stoßfalke von natürlicher Farbe. Der mittlere trägt einen freiledig auf dem Ellbogen ruhenden geharnischten Arm, welcher in der Faust einen linksgekehrten Säbel und drei Lorbeerzweige hält und der linke Helm eine Adlersklaue, welche aus einem schwarzen, die Sachsen einwärtskehrenden Adlersflügel hervorragt und auf die Krone des Helmes sich stützt. Die Helmdecken sind rechts blau und golden, links silbern und rot.[4]

Namensträger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jacob A. F. Hyrtl: „Die fürstlichen, gräflichen und freiherrlichen Familien des österreichischen Kaiserstaates“, Verlag Schaumburg und Compagnie, Wien 1851, S. 8ff.
  2. http://www.coresno.com/index.php/standeserhoehungen/181-rekem/4541-rekem
  3. Franz Gräffer, Johann J. Czikann: „Oesterreichische National-Encyklopädie, oder alphabetische Darlegung der wissenswürdigen Eigenthümlichkeiten des österreichischen Kaisertums“, Band 1, A-D, In Kommission der Friedrich Beck’schen Universitätsbuchhandlung, Wien 1835, S. 99f.
  4. a b c Prof. Dr. Ernst Heinrich Kneschke: „Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart: in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung“, 1. Band A-K, Verlag T. O. Weigel, Leipzig 1852, S. 23
  5. http://www.weber-gesamtausgabe.de/de/A002604
  6. http://www.peter-hug.ch/lexikon/apponyi