Aqua (Mac OS X)

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Aqua
Entwickler Apple
Betriebssystem Mac OS X
Kategorie Grafische Benutzeroberfläche
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig Ja
OS X Human Interface Guidelines
Aqua läuft auf dem Quartz Compositor, der Anzeige-Server und Fenstermanager von Mac OS X

Als Aqua wird die grafische Benutzeroberfläche des Computer-Betriebssystems Mac OS X des Unternehmens Apple bezeichnet.

Aqua benutzt eine klassische zweidimensionale Benutzerführung mit Buttons und Fenstern, die Menüs liegen am oberen Bildschirmrand. Aqua (lateinisch für „Wasser“) verwendet hierfür wassertröpfchenähnliche und transparent-reflektierende Objekte. Zum Beispiel werden Scrollbalken und Buttons als Gel oder Wassertröpfchen dargestellt, Menüs sind transparent und Bewegungen „flüssig“. Die Aqua-Benutzeroberfläche wurde im Januar 2000 auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco vorgestellt [1] und im Juli 2000 erstmals in einem Produkt – iMovie 2 – verwendet.[2]

Aquas Design-Elemente bilden das einheitliche Erscheinungsbild der meisten Mac-OS-X-Anwendungen. Die Philosophie von Aqua ist es, „Farbe, Tiefe, Transparenz und komplexe Texturen in einer optisch ansprechenden Oberfläche zusammenzuführen“ und die Benutzung von Mac-OS-X-Applikationen zu vereinfachen.

Aqua ist der Nachfolger von Platinum, dem Design, welches in Mac OS 8 und 9 als Benutzeroberfläche verwendet wurde.

Prinzipien[Bearbeiten]

Aqua setzt Animationen ein, um die Oberfläche benutzerfreundlicher zu machen. Wenn etwa Fenster minimiert werden, das heißt, aus dem sichtbaren Bildbereich verschwinden und durch ein Symbol im Dock ersetzt werden, dann werden sie wie durch einen Trichter ins Dock gesaugt. Dadurch kann der Benutzer sehen, wohin das Fenster verschwunden ist. Falls eine Aktion Zeit in Anspruch nimmt, wird dies durch einen sich drehenden Knopf dargestellt, und falls die verbleibende Zeit abgeschätzt werden kann, erscheint ein Fortschrittsbalken.

In Aqua-Elementen wird Text aufwendig gerendert, einschließlich Antialiasing, das je nach verwendetem Monitor variieren kann. Die Textelemente, die Eingaben zulassen, lassen sich mit den Emacs-üblichen Kürzeln bedienen, sodass man zum Editieren von Text weder die Maus benötigt noch das Textfeld der Tastatur mit den Händen zu verlassen braucht, um etwa die Pfeiltasten zu erreichen. Beispielsweise rückt Control-b (b für engl. "backwards", dt.: „zurück“) den Zeiger ein Zeichen nach links.

Obwohl Aqua-Oberflächen Pop-up-Menüs verwenden können, versuchen sie eher, Drag-and-Drop zur Interaktion mit grafischen Objekten zu benutzen. Beispielsweise kann man Datenträger auswerfen, indem man sie auf den Papierkorb zieht. Das Papierkorb-Symbol wird dann durch einen Auswerfen-Knopf ersetzt.

Grafikdarstellung[Bearbeiten]

Die 2D-Zeichnung wird von einem Grafiksystem namens Quartz durchgeführt, dessen Programmierung dem Aufbau von PDF-Dokumenten stark ähnelt, wodurch sich Aqua-Elemente generell sehr leicht in PDF-Dokumente umwandeln lassen. Andererseits kann Quartz PDF-Dokumente auch sehr schnell rendern.[3]

Quartz Extreme ist eine 3D-Erweiterung, die bestimmte anwendungsunabhängige Zeichnungen beschleunigt. Der Trichtereffekt beim Minimieren von Fenstern wird erreicht, indem der Inhalt des Fensters als 3D-Textur betrachtet wird, sodass die eigentliche Animation von der Grafikkarte berechnet werden kann – eine 3D-Unterstützung des transformierten Fensters ist also unnötig.

Fensterverwaltung und Fensteraufbau[Bearbeiten]

Fenster werden in Aqua horizontal balanciert dargestellt und von oben nach unten sortiert. Mittig balanciert bedeutet, dass sich der Schriftschwerpunkt immer in der Fenstermitte befinden soll. Das bedeutet etwa, dass ein Steuerelement, das zwischen mehreren Ansichten umschaltet, immer über diesen angebracht sein soll. Neue Fenster erscheinen in der vertikalen Bildmitte, benutzen aber nicht den ganzen Bildschirm, sondern nur eine vom Programmierer als nützlich empfundene Größe. Beim Benutzen von Aqua mit einem Breitbildschirm, wie ihn die Apple-eigenen Computer mitbringen, bleibt so immer etwas Schreibtisch frei, sodass man immer Dinge auf den Schreibtisch ziehen kann.

Evolution[Bearbeiten]

Ein großer Teil des ursprünglichen Aqua Design wurde als Ergänzung für Apples Hardware konzipiert. Am meisten versuchte Apple das zweifarbige Aussehen des ursprünglichen "Bondi Blue"-iMac und des Power Macintosh G3 in Aqua widerzuspiegeln. Da diese zwei Produkte mit Nadelstreifen versehen waren, wurde auch das Design des Betriebssystems dementsprechend angepasst. In den Jahren 2003 und 2004 setzte Apple auf die Verwendung von „gebürstetem Metall“ (engl. "brushed metal"), wie sie in der eigenen Hardware zu finden war (z. B. die aus Aluminium gefertigten Apple Cinema Displays). Durch die Verwendung des neuen Designs wollte Apple die eigene Software besser in seine Hardware-Produktreihe integrieren.

In der weiteren Entwicklung nahm man wieder Abstand vom „gebürstetem Metall“, unter anderem auch weil die Apple-Produkte z.B. weiße, glatte Oberflächen erhielten. Dies führte zu einer teilweise inkonsistenten Mischung unterschiedlicher Designs in unterschiedlichen Programmen und zu einiger Kritik. Folglich wurden mit der Einführung von Mac OS X 10.5 "Leopard" alle Designes (engl. auch: "themes") durch eine homogene Gestaltung der Benutzeroberfläche ersetzt.

Bis Mac OS X Tiger benutzte Apple standardmäßig ein blaues „Aqua-Wallpaper“ als Hintergrundbild.

Mac OS X Jaguar (10.2)[Bearbeiten]

Jaguar brachte flachere Interface-Elemente, wie zum Beispiel neue Buttons und Dropdown-Menüs. Auch die Transparenz von Fenstern und Menüs wurde weiterentwickelt.

Mac OS X Panther (10.3)[Bearbeiten]

Unter Mac OS X Panther erhielt der Finder das Design "gebürstetes Metall".

Die Buttons wurden in die Metal-Optik eingelassen, somit erweckten sie einen flacheren Eindruck. Die traditionellen Nadelstreifen wurden durch ein viel subtileres Milch-Theme ersetzt, vor allem in der Menüleiste, und die Verwendung der Transparenz wurde wieder reduziert (z. B. die von inaktiven Fenstern). Die "Tabs" wurden flacher, und das gesamte Gebiet eines Tabs erschien eher versunken anstatt erhöht. Die Tab-Buttons wurden auf den oberen Rand der Fenster verlegt. Auch neue Icons erschienen im gesamten System, einschließlich eines neuen „Finder“-Symbols, das flacher und glänzender als der Vorgänger wirkte, sowie eines neuen Symbold für die Systemeinstellungen.

Mac OS X Tiger (10.4)[Bearbeiten]

Mac OS X Tiger brachte eher kleinere Änderungen für Aqua, einschließlich des Einheitlichen-Titelleisten-Projekts. Nadelstreifen wurden nun ganz aus dem System entfernt, sie wurde durch einen neuen glänzenden Look ersetzt. Tabs wurden nun wie normale Buttons behandelt. Das Apple-Symbol im Menü wurde mit einem farbigen Schatten versehen, und Spotlight bekam ein eigenes Icon in der rechten Menühälfte.

Mac OS X Leopard (10.5)[Bearbeiten]

Leopard brachte in Sachen Benutzeroberfläche mehrere große Änderungen mit sich. Das Dock wurde dreidimensional, d. h. zu einer Art halbtransparentem „Boden“, auf dem die Icons stehen. Anwendungen werden nicht mehr durch ein Dreieck als aktiv gekennzeichnet, sondern durch einen leuchtend blauen Punkt. Die Trennlinie zwischen Anwendungen und andere Gegenstände im Dock ähnelt jetzt einem Zebra-Streifen anstelle einer einfachen Linie. Programm-Fenster spiegeln sich von der Oberfläche des Docks, wenn sie nah genug daran sind. Eine andere Neuerung sind Stacks – im Dock abgelegte Ordner. Beim Anklicken eines Stacks fächert sich der Ordnerinhalt je nach Einstellung auf den Schreibtisch, erscheint als an einem Raster ausgerichtete Symbolansicht oder als Textmenü. Das Dock ist weiß-transparent, mit einer leichten dunklen Spiegelung. Wenn man das Dock links oder rechts haben möchte, erscheint es nur noch zweidimensional mit abgerundeten Ecken. Man kann das Dock auch am unteren Bildschirmrand in 2D benutzen, doch für diesen Effekt muss eine Systemeinstellung per Kommandozeile geändert werden.

Auch die Menüleiste wurde bearbeitet. Sie ist jetzt halb-transparent und passt sich ihrem Hintergrund an, damit die Schriften und Icons auf dem Menü besser lesbar sind. Die Transparenz ist in den Systemeinstellung abschaltbar. Die Ecken von Menüs (einschließlich der Dock-Menüs) sind in Mac OS X Leopard nun gerundet; umgekehrt ist es mit der Menüleiste oben, dort sind die runden Ecken nun verschwunden. Das Apple-Symbol in der Menüleiste ist jetzt glänzend schwarz.

Für bessere Übersichtlichkeit wurde von Apple der Kontrast zwischen aktiven und inaktiven Fenstern stark erhöht: Der Schatten eines aktiven Programms ist nun stärker betont. Inaktive Fenster erscheinen weniger prominent, weil sie heller und daher unauffälliger im Hintergrund dargestellt sind. Das gebürstete Metall ist nicht mehr vorhanden, es wurde durch ein schlichtes Mattgrau ersetzt. Viele Fenster haben jetzt keine oder nur minimale Grenzen. Ans Fenster gekoppelte Dialoge sind nun semitransparent, und ihr Hintergrund ist zur besseren Lesbarkeit weichgezeichnet.

Zahlreiche Icons wurden verändert, einschließlich einer Reihe von neuen Ordner-Icons, ein neues Symbol für die System-Einstellungen und ein aktualisiertes Terminal-Symbol. Alle Symbole liegen in einem höher aufgelösten 512x512-Pixel-Format vor, um die Anzeige in "Quick Look" und "Cover Flow" zu erreichen.

Das Standard-Hintergrundbild wurde, wie oben erwähnt, ebenfalls ausgetauscht.

Mac OS X Snow Leopard (10.6)[Bearbeiten]

Aqua wurde nicht besonders stark geändert. Der Finder erhielt in der rechten, unteren Ecke einen Schieber (engl. "slider") zur stufenlosen Vergrößerung der Vorschaubilder. Innerhalb von "Stacks" wird das Zurückgehen durch Pfeiltasten aus einem untergeordneten Stack ermöglicht.

Mac OS X Lion (10.7)[Bearbeiten]

Aqua wurde in Mac OS X Lion merklich verändert. Die Buttons (links oben) sind etwas kleiner geworden, es gibt einen neuen Anmeldebildschirm und es gibt keinen Button (bis OS X 10.6 rechts oben) mehr, um die Menüleiste zu verstecken. Außerdem wurden viele Interface-Elemente (Buttons, Slider, Tabs u. ä.) verändert, sie sehen jetzt rechteckiger aus und wirken abgeflacht.

OS X Mountain Lion (10.8)[Bearbeiten]

Die Benutzeroberfläche blieb weitgehend unverändert, allerdings bekam das Dock eine Überarbeitung. Der Hintergrund hat nun einen Milchglas-Effekt und die Kanten wurden abgerundet. Des Weiteren wurde der Indikator für geöffnete Programme zu einem flachen Rechteck, der diagonale Trennstrich wurde geändert und alle Icons sind in einer doppelt so hohen Auflösung verfügbar, um auf Retina-Displays optimal dargestellt zu werden.

OS X Mavericks (10.9)[Bearbeiten]

Bei OS X Mavericks führte Apple Anpassungen an Aqua durch, durch die sich das System leicht an das Design von iOS annähert, jedoch sein bekanntes Aussehen beibehält. Das Kalender-Programm verlor seine visuelle Anlehnung an einen echten Lederkalender, das Kontakte-Programm ähnelt nicht mehr einem Buch, das Notizen-Programm besteht nur noch aus einheitlichen Farbflächen im Hintergrund und alle restlichen Leinen-Hintergründe (beispielsweise im Launchpad, in Mission Control oder im Anmeldebildschirm) wurden durch stark vereinfachte Texturen, Transparenz oder eine graue Farbfläche ersetzt. Die Systemeinstellungen haben ebenfalls ein leicht geändertes Aussehen. Die Überschriften für verschiedene Kategorien wurden entfernt und die Symbole werden größer dargestellt.

OS X Yosemite (10.10)[Bearbeiten]

Unter der Version 10.10 von OS X wurde die Benutzeroberfläche weitgehend neu gestaltet, wodurch beispielsweise das Dock wieder ein zweidimensionales Erscheinungsbild erhielt. Neu hinzugekommen ist eine Option in den Systemeinstellungen, die es ermöglicht, eine dunkle Menüleiste und ein dunkles Dock zu verwenden.

Viele Elemente wie das Dock, der Anmeldebildschirm und die Mitteilungszentrale benutzen nun einen Weichzeichner-Effekt als Hintergrund. Als Indikator für geöffnete Programme erscheint im Dock ein schwarzer Punkt, der als Ersatz für das leuchtend weiße Rechteck fungiert. Interface-Elemente bekamen ein etwas schlichteres Erscheinungsbild. Viele Programmsymbole wurden überarbeitet, sie wirken nun schlichter und weniger detailreich. Zudem verwenden viele Programmsymbole nun eine von drei häufigen Formen: der Kreis, das leicht abgerundete Quadrat und das gedrehte Rechteck.[4] Eine weitere Veränderung ist der Wechsel der Systemschriftart. Vorher kam dafür Lucida Grande zum Einsatz, diese wurde durch Helvetica Neue ersetzt, um das Erscheinungsbild zwischen OS X und iOS zu vereinheitlichen.

Benutzeroberfläche[Bearbeiten]

Weiß und Blau sind zwei der wichtigsten Farben, die den Aqua-Stil definieren. Titelleisten, Fenster-Hintergründe, Buttons, Menüs und andere Interface-Elemente sind alle in Weiß gehalten, und einige, wie Scrollbars und Menüpunkte, sind mit einem blauen Akzent versehen. Die meisten der Interface-Elemente haben einen Glas- oder Gel-Effekt, zum Beispiel die Aqua-Scrollbalken.

Interface-Elemente[Bearbeiten]

Aqua setzt sich aus einer Vielzahl von Elementklassen zusammen, von denen die meisten typisch für fensterbasierte grafische Benutzeroberflächen sind.

Fenster[Bearbeiten]

Sowohl die Nadelstreifen-Fenster als auch die aus gebürsteten Metall ließen den Eindruck von im Fenster versenkten Titelleisten-Buttons erwecken. Mac OS X erlaubt es dem Benutzer, eine Graphit-Version anstelle des blauen Interfaces zu verwenden. In der Graphit-Variante erscheinen Fenster-Kontrollen silber-grau anstelle von rot, gelb und grün.

Toolbars gibt es in zwei Sorten: Standard und Einheitlich. Standard behält die normale Aqua-Titelleiste und setzt einfach eine Reihe von Icons darauf, während der "einheitliche" Look die Titelleiste nach unten erweitert und die Icons sich dort befinden.

"Sheets" sind modale Dialoge, die an ein Elternfenster gebunden sind. Wenn sie erscheinen, fliegen sie dem Benutzer „wie ein Blatt Papier“ entgegen (daher der Name). Sie sind teilweise transparent und lenken die Aufmerksamkeit des Benutzers auf den Inhalt des Dialog-Fensters.

Menüs[Bearbeiten]

Menüs sind mit einem leicht durchscheinendem Grau hinterlegt, und wenn Menüpunkte ausgewählt sind, erscheinen sie blau. Wenn man auf ein Anwendungs-Menü klickt (auf einem Balken am oberen Rand des Bildschirms), erscheinen Tastaturkürzel auf der rechten Seite des Menüs, während die eigentlichen Menüpunkte auf der linken Seite zu finden sind.

Drop-Down-Menüs, diese Menüs sind für die Verwendung in Fenstern selbst gedacht, gibt es in verschiedenen Sorten. Das Standard-Pop-Up-Menü ist weiß mit einer blauen Endkappe, diese wiederum hat entgegengesetzte Pfeile, während Pull-down-Menüs nur noch einen Pfeil nach unten in der Endkappe haben. Pull-down-Menüs stehen mit vier verschiedenen Aqua-Sorten zur Verfügung, von denen die meisten mit jeder Mac OS X-Version nur noch sehr selten genutzt werden.

Buttons[Bearbeiten]

In Aqua gibt es zwei Sorten von Standard-Buttons mit abgerundeten Ecken: weiße und blaue. Ein blauer, pulsierender Button ist die Standard-Aktion. Wenn man etwa den Safari-Webbrowser beenden möchte, erscheint folgender Dialog: „Möchten Sie Safari wirklich beenden?“ In diesem Dialog-Fenster gibt es dann zwei Standard-Buttons zur Auswahl: Abbrechen und Beenden. Der Abbruch-Button ist weiß und der Beenden-Button blau, da er die Standard-Aktion ist. Unter Mac OS X wird darauf geachtet, dass ein blauer Button sicher ist. Sicher bedeutet, dass keine Daten verlorengehen. Ein weißer Button könnte unter Umständen zu Datenverlust führen. Einen blauen Button kann man auch mit der Eingabetaste (engl. "enter key") betätigen.

Checkboxen und Radio-Buttons[Bearbeiten]

In Mac OS X sind leere Checkboxen kleine weiße Kästchen mit abgerundeten Ecken. Wenn eine Checkbox markiert ist, wird sie blau und ist mit einem Häkchen versehen.

Radio-Buttons sind im Aussehen und Verhalten ähnlich den Checkboxen. Jedoch sind sie rund, haben einen Punkt statt eines Häkchens, wenn sie markiert sind, und es kann nur ein Radio-Button ausgewählt werden.

Fortschrittsanzeigen[Bearbeiten]

Es stehen zwei Hauptarten von Fortschrittsanzeigen zur Verfügung: ein Fortschrittsbalken und ein Spinnrad (nicht der Beachball-Cursor).

Den Fortschrittsbalken selbst gibt es wieder in zwei Gattungen: den unbestimmten und einen bestimmten. Der unbestimmte zeigt einfach blaue und weiße Diagonalen, die in einer Animation von rechts nach links wandern, ohne eine Auskunft über den Fortschritt zu geben. Die bestimmte Fortschrittsanzeige wird als ein blauer, pulsierender Balken dargestellt, der sich vor einem weißen Hintergrund fortbewegt. Der Balken erweckt den Eindruck, dass sich blaues Gel darin befindet, denn wenn er voranschreitet, wandert das Gel in einer Animation von links nach rechts.

Die Spinnrad-Fortschrittsanzeige, dieselbe, die auch beim Mac-OS-X-Startbildschirm erscheint, ist einfach eine Reihe von verschiedenen Farb-Schattierungen, die sich im Kreis drehen, vergleichbar mit der Seitenansicht eines rotierenden Speichenrads. Es wird keine Information über den Fortschritt vermittelt. Die Spinnradanzeige wird von vielen anderen Interfaces genutzt, einschließlich des Firefox-Web-Browsers und vielen Web-Sites.

Schriften[Bearbeiten]

Apple nutzt bis OS X 10.9 die Lucida Grande in verschiedenen Größen und Stilen als System-Schriftart. Seit OS X 10.10 kommt stattdessen Helvetica Neue zum Einsatz. Mac OS X nutzt systemweites Zeichen-Antialiasing, um die Kanten glatter erscheinen zu lassen.

Animationen[Bearbeiten]

Aqua benutzt sehr viele Animationen, damit die GUI „flüssig“ wirkt. Hier einige Beispiele:

  • Das Dock-Icon eines Programmes springt beim Programmstart auf und ab.
  • Die Dock-Icons springen auch auf und ab, aber in einem anderen Rhythmus als beim Starten eines Programmes, wenn eine Hintergrund-Anwendung von dem Benutzer Aufmerksamkeit wünscht.
  • Die Dock-Icons werden größer, wenn sich der Maus-Cursor ihnen nähert. Dieser Effekt erweckt den Eindruck, dass der Cursor magnetisch ist. Die Funktion ist unter den Systemeinstellungen deaktivierbar.
  • Wenn man Fenster minimiert, werden sie wie „durch einen Trichter“ in das Dock gezogen. Es gibt auch einen linearen Effekt, der weniger dramatisch erscheint. Beide Effekte sind durch den Benutzer einstellbar. Der erste Effekt macht den Eindruck, dass das Programmfenster wie ein Geist aus einer Lampe erscheint oder wieder hineingeht. Der lineare Effekt macht das Fenster erst klein und zieht es dann in das Dock. Mit Hilfe der Shift-Taste beim Klicken kann man beide Effekte in Zeitlupe sehen. Diese Tastatureingabe kann auch verwendet werden, um andere Aqua-Effekte wie Dashboard und Mission Control in Zeitlupe zu sehen. Es gibt noch einen anderen undokumentierten Effekt namens „Suck“, dieser kann per Hand durch Editieren einer Konfigurationsdatei aktiviert werden.
  • Wenn ein Ordner auf dem Desktop geöffnet oder geschlossen wird, kommt das Finder-Fenster aus dem entsprechenden Ordner heraus oder geht wieder hinein.
  • "Sheets" hängen entweder aus der Titelleiste eines Fensters herunter oder schweben selbst auf dem Desktop. Ein dunkler rechteckiger Schlitz erscheint auf einem Fenster, wenn es eine Anfrage für den Benutzer gibt. Aus diesem Schlitz kommt dann ein Dialog-Fenster herausgedrückt, weil es sonst nicht durchpassen würde. Wenn man dann die Anfrage beantwortet hat, wird die Dialog-Box wieder in den Schlitz gedrückt. Dieser Effekt ist recht nützlich, denn so weiß man, welche Anfrage welchem Programm zuzuordnen ist.
  • Wenn Dashboard-Widgets auf die Dashboard-Rauchglas-Platte fallengelassen werden, machen sie einen Effekt, als ob sie auf einem Teich gelandet wären. Wenn man ein Widget entfernt, wird es in einem Vakuum erstickt.
  • Der Inhalt eines Stacks springt heraus, wenn auf das Icon geklickt wird.
  • In der öffentlichen Mac-OS-X-Betaversion (10.0) wurden Gegenstände aus dem Dock nach dem Ziehen auf Desktop zu einem Tropfen und „verflüssigten“ sich dann. Doch dieses Verhalten wurde mit Mac OS X 10.0 (Cheetah) geändert: Ab jetzt lösten sich von Dock gelöschte Gegenstände in einer Cartoon-artigen Rauchwolke auf. Dieser Effekt wird in verschiedenen Orten im System (z. B. Safaris Lesezeichen-Bar und iPhoto-Tag-Entfernung) genutzt.
  • Viele dieser Effekte können durch den Benutzer deaktiviert werden oder funktionieren nur auf unterstützter Hardware.

System-Integration und Standardisierung[Bearbeiten]

Es gibt eine Reihe von Mac-OS-X-Funktionen, die im gesamten Betriebssystem standardisiert wurden. Das ist sehr vorteilhaft, denn so braucht der Anwender nicht mehrere Arbeitsschritte für die gleiche Aufgabe zu lernen. Hier einige Funktionen, die diese Standards nutzten:

  • "Services"-Menü – Das "Services"-Menü ist in sehr vielen Anwendungen im Menü enthalten, es dient dazu, dem Benutzer Zugriff auf Funktionen anderer Anwendungen zu geben.
  • Paletten – Viele Paletten wiederholen sich im gesamten System, einschließlich dieser:
    • Color – Die Mac-OS-X-Farbauswahl umfasst mehrere Möglichkeiten zur Auswahl von Farben, darunter ein Farbrad, einen Schieberegler, eine Wachsmalstift-Ansicht und eine „Lupe“ bzw. Pipette, um von irgendwo auf dem Desktop eine Farbe auszuwählen.
    • Fonts – Der Mac-OS-X-Font-Picker gibt dem Anwender Zugriff auf erweiterte Typografie-Funktionen, wie Ligaturen und Schatten in jedem Programm, welches die Formatierung von Text erlaubt.
    • Schriftzeichen-Einstellungen: - Zu finden ist die Schriftzeichen-Palette als „Sonderzeichen“ im Menü „Bearbeiten“. Damit kann der Benutzer der meisten Anwendungen Zeichen in den Text einfügen, die nicht über die Tastatur eingegeben werden können oder bei den der Benutzer die entsprechende Taste nicht kennt.
  • Öffnen-, Speichern- und Drucken-Dialoge – Standard in vielen Anwendungen und in der Regel mit Hilfe eines "Sheets" dargestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Siracusa: Mac OS X Update: Quartz & Aqua In: Ars Technica. 14. Januar 2000, abgerufen am 14. April 2013.
  2. Apple PR: Apple Introduces iMovie 2. In: Apple.com. 19. Juli 2000. Abgerufen am 5. Januar 2008.
  3. Mac OS X Technology Overview: Drawing Technologies (Version vom 19. Januar 2009 im Internet Archive)
  4. MartianCraft.com: Inspecting Yosemite Icons

Weblinks[Bearbeiten]