Ariadne von Schirach

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Ariadne von Schirach (* 1978 in München) ist eine deutsche Autorin und Philosophin.

Leben[Bearbeiten]

Ariadne von Schirach studierte Philosophie, Psychologie und Soziologie zunächst an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ab 2000 an der Freien Universität Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Magisterarbeit mit dem Titel „Identität als nomadisches Schweifen zwischen Existenzmöglichkeiten“ schrieb sie bei Gunter Gebauer über die koreanische Performancekünstlerin Nikki S. Lee. Seit 2012 ist sie Dozentin im Studium Generale der Universität der Künste Berlin. 2015 hat sie Gastdozenturen an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und an der Donau-Universität Krems.

Schirach arbeitet als freie Autorin und ist Kritikerin bei Deutschlandradio Kultur und dem Philosophie Magazin. Eineinhalb Jahre lang schrieb sie auf Welt Online eine wöchentliche Kolumne über die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Glück.[1] Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb von Schirach über den Vampirmythos und beschäftigte sich mit seinen Varianten in Film und Literatur.[2] Für Cicero schrieb sie über erwachsene Vampire und pubertierende Eltern.[3]

2005 veröffentlichte sie den Essay Der Tanz um die Lust [4] im Nachrichtenmagazin Der Spiegel . Im Februar 2007 erschien das Buch Der Tanz um die Lust bei Goldmann. Der Bestseller setzt sich mit den Folgen einer zunehmend pornographisierten Gesellschaft auseinander.

Im Februar 2014 erschien Ariadne von Schirachs zweites Buch Du sollst nicht funktionieren. Für eine neue Lebenskunst im Tropen Verlag .[5].

Schirach ist die Tochter des Schriftstellers Richard von Schirach und Enkelin des NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach und der Schriftstellerin Henriette von Schirach. Sie ist die Schwester des Schriftstellers Benedict Wells und die Cousine des Strafverteidigers und Schriftstellers Ferdinand von Schirach.

Rezension[Bearbeiten]

Julia Schaaf schrieb über Der Tanz um die Lust für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Ariadne von Schirach schreibe „vor allem über Sex, und das so drastisch, offen und intelligent, dass man sich beim Lesen fühlt, als stehe man nackt vorm Spiegel.“[6] In einem Interview mit Spiegel Online bringt Ariadne von Schirach ihre Thesen auf den Punkt: „Überall ist Porno, aber keiner redet drüber.“[7] In einem Interview mit dem Onlinemagazin The European aktualisiert sie ihren Standpunkt: „Ich halte Lifestyle-Magazine für schädlich".[8]

Das Nachfolgewerk „Du sollst nicht funktionieren“ wird von Tina Klopp in der Wochenzeitung Die Zeit negativ bewertet: „Manchmal scheint Sprachgewalt aber den Blick auf den Inhalt zu verstellen. ... So hat die Philosophin dem, was einem in Eckkneipen, Uni-Mensen oder Hausfluren gelegentlich so an semifreiwilliger Konversation aufgenötigt wird, nichts Wesentliches hinzuzufügen.“ Darüber hinaus stellt Klopp fest, von Schirach sei „betrunken von ihrer eigenen Sprache.“[9] Ähnlich abwertend wird das Werk von Antonia Baum im Feuilleton der FAZ betrachtet. Sie beschreibt einen „Essay, der sich an seinen schwächeren Stellen liest wie ein Lebensberatungsbuch und insofern genauso imperativisch und lebensverbessernd ankommt wie all das, was er kritisiert. [...] ...dann will man die Autorin anschreien und sie fragen, ob sie einen eigentlich für blöd hält.“[10]

Positiv dagegen wird das Buch in der Frankfurter Allgemeinen gesehen: »Von Schirach hat einen ganz eigenen Ton...« [11] und »Bei der Lektüre des Buches ... sitzt [man] dann aber auch da und nickt. Weil es ihr gelingt, Einzelteile dieser Gegenwart zu benennen, die nicht einfach zu benennen sind, und weil man genau hinsehen muss um das zu können. Und weil sie das mitunter in einer echt gelungenen Sprache macht ...«.[12]

Die Sendung »Kulturzeit« von 3sat widmete Ariadne von Schirach einen eigenen Beitrag.[13] Ein Radiofeature über »Du sollst nicht funktionieren!« wurde außerdem bei WDR5 gesendet.[14]

Werk[Bearbeiten]

Medienberichte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Glücksversuche.
  2. Unser dunkler Bruder In: FAZ online, 23. November 2009
  3. 'Das Drama pubertärer Eltern (Memento vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive) In: Cicero
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDer Tanz um die Lust. 17. Oktober 2005, abgerufen am 28. Februar 2014.
  5. https://www.youtube.com/watch?v=v9lbAydA9Os Buchpremiere 'Du sollst nicht funktionieren'
  6. Julia Schaaf: Sex als Gebet. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27. Februar 2007
  7. Überall ist Porno, aber keiner redet drüber. In: Spiegel Online, 5. April 2007
  8. Ich halte Lifestyle-Magazine für schädlich in: The European, 21. Juli 2011
  9. Sachbuch "Du sollst nicht funktionieren" Meckerbürgers alte Leier In: Die_Zeit, 3. März 2014
  10. Dieses Gähnen ist im Grunde tödlich In: FAZ, 23. Februar 2014
  11. Hannah Lühmann in: FAZ, 4. März 2014
  12. Antonia Baum in: FAS, 23. Februar 2014
  13. Unbehagliches Irgendwie
  14. Redezeit mit Ariadne von Schirach. »Du sollst nicht funktionieren!«
  15. Tanz um die Lust im ORF Extrazimmer mit Ariadne von Schirach
  16. Bericht in Aufgeblättert vom 16. Oktober 2007
  17. Der Tanz um die Lust Bericht auf Ö1
  18. Willkommen Österreich auf youtube