Richard von Schirach

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Richard von Schirach (* 11. Februar 1942 in München) ist ein deutscher Autor und promovierter Sinologe.

Leben[Bearbeiten]

Er ist das vierte und jüngste Kind des nationalsozialistischen Reichsjugendführers Baldur von Schirach mit Henriette von Schirach und hat eine Schwester (Angelika) und zwei Brüder (Klaus und Robert). Nach Internat und Abitur hat er in München studiert.

Seinen Vater hat Richard von Schirach nicht bewusst gekannt, bevor dieser verhaftet wurde. Er hat von seinem Vater 1080 Briefe aus Spandau erhalten, in denen jedoch aufgrund der strengen Zensur nicht über die Vergangenheit des Vaters oder sonstige politische oder zeitgeschichtliche Themen geschrieben werden durfte. Er durfte seinen Vater ein paar Mal im Militärgefängnis Spandau unter strengen Richtlinien besuchen (z. B. war keinerlei Körperkontakt erlaubt). Nach der Entlassung des Vaters 1966 fand Schirach nicht die ersehnte Aussprache. Seine Kindheit bis Studentenzeit im „Schatten des Vaters“, als Nazi-Kind in der Nachkriegszeit, schrieb er 2005 in einem autobiografischen Buch nieder. Damit schloss er eine Lücke, die durch Bücher der Enkelgeneration über ihr Leben (so z. B. von Katrin Himmler) entstanden ist.

Ernst Piper schrieb über das Buch: „Schirach beschreibt seine Kindheits- und Jugendjahre, die Zeit, in der der Vater abwesend war und oft auch die Mutter, eine Zeit voller Veränderungen und nicht ohne Geldsorgen. Es ist dies ein Buch von bemerkenswerter Beobachtung und Lebensklugheit, glänzend geschrieben, eine Autobiografie von literarischem Rang.“[1]

Bereits 1973 erschien Ich war Kaiser von China. Es ist die Autobiografie des letzten chinesischen Kaisers Puyi, die Schirach aus dem Chinesischen übersetzte und herausgab. Der Stoff wurde später von Bernardo Bertolucci unter dem Titel Der letzte Kaiser verfilmt. 2012 erschien Schirachs Sachbuch Die Nacht der Physiker.

Schirach war verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Tochter Ariadne von Schirach ist in der Presse durch ihr Buch Der Tanz um die Lust bekannt geworden. Sein Sohn nahm den Namen Benedict Wells an und ist ebenfalls Schriftsteller.

Werke[Bearbeiten]

  • Pu Yi: Ich war Kaiser von China: Vom Himmelssohn zum neuen Menschen. Hrsg. und aus dem Chinesischen übersetzt von Richard von Schirach und Mulan Lehner. Hanser, München 1973.
  • Hsü Chih-mo und die Hsin-yüeh-Gesellschaft: Ein Beitrag zur Neuen Literatur Chinas. Dissertation, Universität München, 1974.
  • Der Schatten meines Vaters. Hanser, München, Wien 2005, ISBN 3-446-20669-8
  • Die Nacht der Physiker: Heisenberg, Hahn, Weizsäcker und die deutsche Bombe. Berenberg, Berlin 2012, ISBN 978-3-937834-54-2.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Piper: Die furchtbare Familie. In: Der Tagesspiegel. 7. November 2005.