Richard von Schirach
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Richard von Schirach (* 1942) ist deutscher Autor und promovierter Sinologe.
Er ist das vierte und jüngste Kind des nationalsozialistischen Reichsjugendführers Baldur von Schirach mit Henriette von Schirach und hat eine Schwester (Angelica) und zwei Brüder (Klaus und Robert). Nach Internat und Abitur hat er in München studiert. Schirach war verheirat und hat zwei Kinder. Seine Tochter Ariadne von Schirach ist in der Presse durch ihr Buch Der Tanz um die Lust bekannt geworden.
Seinen Vater hat Richard von Schirach nicht bewusst gekannt, bevor er verhaftet wurde. Er hat von seinem Vater 1080 Briefe aus Spandau erhalten, in denen jedoch aufgrund der strengen Zensur nicht über die Vergangenheit des Vaters oder sonstige politische oder zeitgeschichtliche Themen geschrieben werden durfte. Er durfte seinen Vater ein paar Mal im Militärgefängnis unter strengen Richtlinien besuchen (z.B. war keinerlei Körperkontakt erlaubt). Nach der Entlassung des Vaters 1966 fand Schirach nicht die ersehnte Aussprache. Seine Kindheit bis Studentenzeit im „Schatten des Vaters“, als Nazi-Kind in der Nachkriegszeit, hat er 2005 in einem autobiografischen Buch niedergeschrieben. Damit schließt er eine Lücke, die durch Bücher der Enkelgeneration über ihr Leben mit einem schlimmen Namen (so z.B. von Katrin Himmler) entstanden ist.
„Schirach beschreibt seine Kindheits- und Jugendjahre, die Zeit, in der der Vater abwesend war und oft auch die Mutter, eine Zeit voller Veränderungen und nicht ohne Geldsorgen. Es ist dies ein Buch von bemerkenswerter Beobachtung und Lebensklugheit, glänzend geschrieben, eine Autobiografie von literarischem Rang.“ (Ernst Piper über „Schatten meines Vaters“)[1]
[Bearbeiten] Werke
- Der Hsue Chih-mo und die Hsin-yueeh Gesellschaft. Ein Beitrag zur Neuen Literatur Chinas. München 1974.
- Pu Yi: Ich war Kaiser von China: vom Himmelssohn zum neuen Menschen, Hrsg. u. aus d. Chines. übers. von Richard von Schirach. München 1986.
- Der Schatten meines Vaters. München 2005. Rezensionsnotizen
[Bearbeiten] Literatur
- Norbert Lebert / Stephan Lebert: Denn Du trägst meinen Namen. Das schwere Erbe der prominenten Nazi-Kinder, München 2000
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Richard von Schirach im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- tagesspiegel.de: Die furchtbare Familie, 07.11.2005
- berlinerliteraturkritik.de: Ich trage einen bösen Namen, 21.11.2005
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schirach, Richard von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Autor und Sinologe |
| GEBURTSDATUM | 1942 |

