Ariane Mnouchkine

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Ariane Mnouchkine, 2007

Ariane Mnouchkine (* 3. März 1939 in Boulogne-Billancourt) ist eine französische Theater- und Filmregisseurin, Theaterleiterin und Autorin.

Theaterleben[Bearbeiten]

Die französische Regisseurin Ariane Mnouchkine entstammt einer russischen Emigrantenfamilie. Ihr Vater war der Filmproduzent Alexandre Mnouchkine, ihre Mutter Engländerin, deren Vater war der britische Schauspieler Nicholas Hannen. Sie studierte Anfang der 1960er Jahre in Oxford und in Paris an der Sorbonne und machte dort erste Regieerfahrungen mit einem Studententheater. 1964 gründete sie mit ihren studentischen Mitstreitern das alternative Theater Théâtre du Soleil. Das Theaterkollektiv besteht heute aus etwa fünfunddreißig internationalen Berufs- und Amateurschauspielern. Nach einigen erfolgreichen Produktionen erhielt die Gruppe 1970 ihr eigenes Theater im Pariser Bois de Vincennes (12. Arrondissement), ihre Bühne ist eine riesige Fabrikhalle, die Cartoucherie de Vincennes. Dort lebt und arbeitet das Ensemble als eine Kommune. Schauspieler und Bühnenarbeiter erhalten die gleiche Gage. Das Kollektiv erarbeitet Vorstellungen, die sich vor allem aus den Einnahmen ihrer Welttourneen finanzieren. Die Mitglieder des Theaters sind zu gleichen Anteilen Eigentümer des Theaters.

Sie setzte sich für das Asyl der Autorin und Regisseurin Rayhana in Frankreich ein, die 2010 vor der islamischen Gewalt in Algerien fliehen musste.[1]

Stile und Methoden[Bearbeiten]

Das Théâtre du Soleil begreift sich als beständig lernender Organismus und bezieht die Einflüsse und Anregungen seiner Inszenierungspraxis aus allen Ländern und Epochen. So ist ihnen etwa die europäische Tradition des volkstümlichen Theaters wie der Commedia dell'arte sehr wichtig. Die körperbetonte Praxis ihres Theaters orientiert sich an den Methoden und Techniken von Jacques Lecoq. Heute dominieren die Mittel der Pantomime, des Kabaretts, der Akrobatik und der Improvisation gleichermaßen. Bei ihren Aufführungen ist ihnen eine aktive Einbeziehung der Zuschauer ebenfalls ein großes Anliegen. Damit wollen sie auch beim Publikum Lernprozesse und den Wunsch nach Veränderung auslösen. Das Théâtre du Soleil weist mit diesen und weiteren Merkmalen eine große geistige und methodische Verwandtschaft mit dem Tanzensemble von Pina Bausch auf. Diese Gemeinsamkeiten greift auch der Dokumentarfilm Schnappschuß (1983) von Clemens Kuby auf.

Ehrungen[Bearbeiten]

Wichtige Produktionen[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1964: Abenteuer in Rio (L’homme de Rio) (Mitarbeit am Drehbuch)
  • 1974: 1789
  • 1978: Molière
  • 1989: Die wunderbare Nacht (La nuit miraculeuse) (TV)
  • 2003: Tambours sur la digue (TV)
  • 2006: Le dernier caravansérail
  • 2007: Un soleil à Kaboul… ou plutôt deux (Dokumentarfilm)
  • 2014: Schiffbruch mit verrückter Hoffnung (Les naufragés du fol espoir) (TV)

Literatur[Bearbeiten]

  • Josette Féral (Hrsg.): Ariane Mnouchkine & Das Théâtre du Soleil. Alexander Verlag, Berlin 2003, 268 S., 25 s/w und 15 farbige Abb., ISBN 3-89581-043-6

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

  • Ariane Mnouchkine mit Leib und Seele. Das Abenteuer "Théâtre du Soleil". Dokumentation, Frankreich, 2008, 74 Min., Regie: Catherine Vilpoux, Produktion: arte France, deutsche Erstausstrahlung: 26. November 2009, Inhaltsangabe von arte

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5868486/Anschlag-gegen-Autorin.html